Zur Identifikation eines alten Flugzeugteils, im Vorliegenden Fall war es ein Boing Teil fällt mir das Originalzitat vom leider verstorbenen Sammlerkollegen und Stammgast des einstigen "Wiener Radiomuseums" Herrn Balaty ein: ".....wenn ich an den starken Bohnenkaffee zurückdenke bekomme ich heute noch Herzschnaggerln...."  - er war zusammen u.a. mit sowjetischen Kriegsgefangenen am Militärflugplatz Seyring nördlich Wiens mit Abwrackarbeiten an abgeschossenen Flugzeugen beschäftigt und berichtete von der privaten Verwertung des Materials vom beschußsicheren Tank zur Verwendung als Schuhsole....

 

Herr Balaty hat uns viel zu berichten gehabt - insbesonderes aus den ersten Tagen des Radios  - ich bedaure das seine Erzählungen nicht schriftlich oder akustisch festgehalten worden sind und das meiste deshalb wohl verloren ging.

Vielleicht läßt sich mit anderen damaligen Zuhörern das eine oder andere rekonstruieren.

Schreiben Sie mir wenn Sie noch Erinnerungen an OM Herrn Werner Balaty, geb. 23.8.1929, †(SK)  6.12.2002 OE1EBB in Wien haben.

(SK) Amateurfunker Werner Balaty OE1EBB

Bildquelle: Der österreichische Museumsbote, nachmals Radiobote

Er wurde als alter Funkfreund und Gönner des Radiomuseums in der Eisvogelgasse im Nachruf beschrieben.

So soll der Vater von Herrn Balaty im Ersten Weltkrieg zur Funkerei und damit zu seiner und der Leidenschaft seines Sohnes gekommen sein.

Ein selbstgebauter Sender hatte dabei Prozellanisolatoren die aus alten zerbrochenen Geschirrtellern geschliffen worden sind. In den Tagen der politischen Unruhen in Österreich bzw. nach dem Anschluß 1938 vernichtete er den Sender aus Angst vor Nachbarn deshalb "vernadert", also angezeigt zu werden.

Genau das traf dann seinen Sohn, also Werner Balaty der in seinem kleinen Zinshaus in der Bentheimstrasse 11/2 im 21. Wiener Gemeindebezirk das er später geerbt haben dürfte auf dem Dachboden stand.

Bei geöffneter Lucke die er mir im Rahmen eines Auftrages zum Antennenbau zeigte stand er mit einer auf das 2 m Band umgebauten Wehrmachts Dorette (Kleinfunksprecher d " Dorette " KlFuSpr.d) und funkte. Dabei wurde er von Nachbarn gesehen und an die "Russen" (Sowjets)  - der lokalen Besatzungsmacht in Wien verraten (1945-1955).

Es war schon die Zeit wo man dafür nicht mehr nach Sibirien musste schilderte Herr Balaty seine anschließende Konversation mit der russischen Übersetzerin.

Gelebt hat er wohl zeitlebens in diesem Haus im Erdgeschoß als Junggeselle nachdem seine Eltern verstorben waren.

Am Dach war eine große drehbare Yagi Amateurfunkantenne für die üblichen Bänder, sowie eine eigene 6m Band Drehantenne nachdem dieses Band auch in Österreich für den Amateurfunk freigegeben wurde. Die temporäre Lizenz gab man ihm ohne Auflagen. "Damit wir einmal eine Störmeldung bekommen" so soll es die Funkbehörde ihm gesagt haben. Dies vor dem Hintergrund, wonach der Band I Fernsehempfang vom Sender Jauering/NÖ auf CCIR Kanal 2A im Wiener Raum schon länger kein Thema mehr war.

Amateurfunkantenne 6m Band OM Balaty um 2000 Amateurfunkantenne 6m Band OM Balaty um 2000

Bilder: Daran erkannte man sein Haus mitsamt dem Amateurfunker...

Zu seinem größten Funkerlebnis dürfte wohl die Verbindungsaufnahme mit Herrn Philips in Eindhoven gewesen sein. Er mit einem kleinen tragbaren Mobilgerät unterwegs an einer Stelle "die topografisch Abstrahlungseigenschaften wie der Bisamberg" hatte. Die Non Plus Ultra Ausrüstung von Herrn Philips am anderen Ende konnte er sich dann denken.

Gearbeitet hat Herr Balaty allerdings in einer Firma die (elektronische) Waagen produzierte.

Weiters wusste Herr Balaty von seiner (Mit-)Arbeit Anfang der 1950er Jahre an einer Band I Antennenanlage für einen höherrangigen russischen Besatzungssoldaten zu berichten. Dieser habe einen tragbaren Kofferfernseher gehabt der lediglich 2 Kanäle (verm. R1 & R2) empfangen konnte. Das er mit dem Gerät in Wien das Moskauer Fernsehen sehen wird konnte ihm zwar ausgeredet werden, und als Ersatz bekam er eine umfangreiche gestockte Antennenanlage für den Sender aus Bratislava auf VHF Band I OIRT Kanal R2 konstruiert und installiert.   

Wenn auch Sie noch Erinnerungen an Herrn Werner Balaty oder seine Erzählungen haben dann schreiben Sie mir bitte! 

 

W. Scheida / Medienhistoriker, Wien im Mai 2013; Update 3-2022              

zu www.scheida.at // http://www.scheida.at/scheida/televisionen.htm gehörend

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