Die ersten Volltransistor TV Portable Fernsehgeräte

Der Anfang bis 1964

Motorola ASTRONAUT

Bild: Der US amerikanische Motorola ASTRONAUT Kofferfernseher, als ein Sinnbild auch im Namen für den Zeitgeist des ungebremsten Fortschrittsglaubens; Quelle: Motorola Werbeschaltung 1960

Einleitung:

War das Wohnzimmer mit dem großen Fernsehbildschirm zuerst in s/w oder später gar in Farbe gut bestückt, entwickelte sich jenseits des großen Teiches langsam aber stetig ein weiterer Markt an kleinen kompakten tragbaren vorerst s/w Fernsehgeräten die im Fall des Falles an der Autobatterie sowie einem eigenen Batterie- oder auch Akkupack selbst unterwegs betrieben werden konnten.

Dies hier ist eine geschichtliche Zusammenfassung der ersten Alltransistor Fernsehgeräte mit dem Schwerpunkt der Wahrnehmung für Deutschland/Österreich was aber alle damalig im Fernsehstandard CCIR B/G arbeitenden Länder weitgehend mit einschließt. (Im wesentlichen Westeuropa außer Großbritannien und Frankreich).

Hinzu kommen die Wegbereiter dieser Technologie die sich außerhalb dieses Rahmens alle einen eigenen oder gar mehrere Beiträge verdient haben.


Inhalt:

  1. Einleitung

  2. Von der Röhren- zur Volltransistortechnik

  3. Begriffsdefinitionen

  4. Mehrdeutung des Begriffs "Portable"

  5. Die Transistorentwicklung als Voraussetzung

  6. Der ALLERERSTE Volltransistor - Philco Safari 1959

  7. Der ZWEITE Volltransistor US TV - Motorola Astronaut 1960

  8. Der ZWEITE Volltransistor TV am Weltmarkt - Sony 8-301W 1960

  9. Der ZWEITE Volltransistor TV DEUTSCHLANDS

  10. Zum Transistor Know-How österreichischer Techniker 1960

  11. Eine neue Designsprache wird möglich - ITALIEN machts vor

  12. Schnell waren auch die Briten dabei

  13. Ein Blick nach Frankreich

  14. Zum Potential der Transistortechnik des Ostens

  15. Übersichtstabelle zur Chronologie der ersten Volltransistor TV's

  16. Literatur und Quellen

  17. Weitere Lesetipps


 

Weg von der Röhrentechnik, über die Hybridtechnik hin zum Volltransistorfernsehgerät

Hier durchlief die Elektronik einen Entwicklungsschritt der seit einigen Jahren (2026) an der Automobilindustrie rund 70 Jahre verzögert mitbeobachtet werden kann und was in den Details ein eigenes Thema wäre.

Wie das Ende aussehen wird läßt sich parallel für beide Welten weitgehend vorhersagen:

Damals sprach folgendes an Argumenten für die neue Halbleitertechnik:

  1. Geringerer Energiebedarf und damit geringere Erwärmung der Bauteile und Schaltungskonstruktionen sowie einfachere Stromversorgungsschaltung

  2. Weitgehende Unempflindlichkeit gegenüber Netzspannungsschwankungen

  3. Verringerte Brummanfälligkeit da die netzgespeisten Heizfäden der Röhren wegfielen. Damit auch deutliche Reduktion der Verkopplungsgefahr.

  4. Wegfall der Mikrofonie z.B. im Zeilenoszillator

  5. Damit höhere Betriebssicherheit und Langlebigkeit

  6. Theoretisch kein Verschleiß der Halbleiter

  7. Geringeres Gewicht und höhere Packungsdichte möglich durch Wegfall der Fassungen

  8. Schnellere Fertigungsdurchläufe am Prüffeld durch Wegfall der Anheizzeit der Röhren

  9. Preisliche Vorteile bei (vorerst noch) bestimmten Transistortypen z.B. im HF Bereich sowie auch Bauteile wie Elektrolytkondensatoren die in geringer benötigter Spannungsfestigkeit ebenso günstiger waren.


Das Umfeld anfang der 1960er Jahre zeigte eine weitgehende Marktsättigung mit den Rundfunkempfängern.

Sowie bezogen auf Österreich eine langsamere Steigerung der Fernsehteilnehmerzahlen und damit Gerätekäufer aufgrund der als ungenügend empfundenen ORF Programmqualität.

In [Radioschau Heft 3/1963] anläßlich der Wiener Frühjahrsmesse 1963 wird auf die Thematik der erst bei den österreichischen Firmen RADIONE wie auch MINERVA erfolgten Teiltransistorisierung eingegangen, wonach sich Minerva mit der Ton-ZF und Ton-NF Vorstufe begnügt, Radione jedoch seinen bereits weiter fortgeschrittenen Weg mit der Bild-ZF bis in die Impulsaufbereitung mit einem ausgewogenen Verhältnis von anfangs 12 zu 5 (RT48 & RT49) und später dann bei etwa 9 Röhren und 8 Transistoren (Modell RT 140) angelangt war. [Radioschau Heft 1/1962, S8 & 4/1962, S142ff]

Der Wettbewerb, was auch die Deutschen Hersteller betrifft, Transistoren als ein Risiko wirtschaftlich wie auch technisch sehen das sie (derzeit) noch nicht zu tragen bereit sind.

Auch der Hersteller GRUNDIG gab sich mit wenigen Teilbestückungen vorerst zufrieden.

Japan wird als unter anderen Voraussetzungen agierend angeführt.

Eine Entwicklung die sich in Monatsschritten bereits überholt hat, da mit der Herbstmesse 1963 weitere Hersteller naheliegend ebenso die Teiltransistorisierung deren Fernsehgeräte aufgenommen haben.

Als auch in der Designsprache außergewöhnlich passt hier der mit schwenkbarer Bildröhre einzigartige WEGA Wegavision 2000 mit 18 Transistoren und 8 Röhren dazu. [Quelle: Radioschau Heft 9/1963]


Zu den Begriffen:

Primär unter Portable, also Tragbar wollen wir hier die Fernsehgerätschaft betrachten die wenn auch anfänglich an Gewicht noch schwer so aber doch von einer durchschnittlichen Person mitsamt dem empfohlenen Batteriesatz transportiert werden konnte und OHNE Netzstromanschluß sprichwörtlich in der Pampa in Betrieb genommen werden konnte.

Bild: Werbeschaltung des Deutschen 1963er Loewe Optaport 305. Quelle: LOEWE

Was ab den späten 1980ern der "Schlepptop" Computer wurde, das trug man als moderne emanzipierte Frau von Welt spielend in den 1960ern als Zeitgeistartikel in Form eines Fernsehers herum.

Mobil oder auch nur transportabel waren die Geräte hingegen schon viel früher.

 

Bild: Der 1937/38 Lorenz FSE Kraftwagenfernsehempfänger mit Umlenkspiegel was dem gleichen Prinzip wie dem ersten PHILCO Safari Volltransistor TV entsprach um die damalig langen Bildröhren verwenden zu können. Die Stückzahlen werden wie bei fast all diesen Vorkriegsgeräten bescheiden gewesen sein sofern es überhaupt ein echtes Seriengerät war.

Am Beispiel des Deutschen Vorkriegsfernsehgerätes der Firma Lorenz aus 1937/38 gab es schon einen Fernseher der mit KFZ Batterien zu speisen war. Später kamen in Deutschland wie auch den USA die militärische kompakt gehaltene mobile Fernsehausrüstung hinzu.

Siehe den Beitrag zu Tonne/Pressimist.

Theoretischer Mobilbetrieb

Ebenso konnten zumindest theoretisch schon immer fast alle Radio- wie auch Fernsehgeräte mittels Motor-Dynamo-Einankerumformern die eben aus 6, 12 oder 24 Volt Batteriespannung die benötigten 220V bzw. 110V erzeugte Spannung zum Betrieb des Fernsehers verwenden was ob des Aufwandes, der Kosten und des Gewichtes und der geringen Batterievorhaltezeiten und des hohen Stromverbrauches jedoch wenigen Sonderanwendungen vorbehalten blieb.

Bilder: Links ein Radio-TV Systemaufbau um auch in noch nicht mit netzstromversorgten Gegenden am sozialistischen Fortschritt in der UdSSR teilhaben zu können. Siehe zum UdSSR TV HIER.

Rechts: Die US Variante die mehr auf den Freizeitgenuss abzielte mit einem experimentellen 3" TV Empfänger anno 1948 (Quelle: Popular Mechanics September 1948). Beides natürlich noch als Vollröhrengeräte konzipiert.

 

Wesentlich war dabei die hohe Leistungsaufnahme die bei Röhrengeräten aufgrund der benötigten Heizleistung gut 100 Watt und mehr bedurfte.

Transistorgeräte jedoch in einer Größenordnung von rund 10 bis max. 30 Watt lagen.


Verwirrung durch den Begriff "Portable"

Dann gab es noch die ebenso "Portable" genannte Gerätegeneration, deren Eigenschaften eine kompakte Bauform und Bildröhrengröße bis ca. 40 cm (~17"), jedoch ein Vollröhren- bis bestenfalls ein Hybridchassis und NUR einen Netzanschluß bot.

Schon viel weiter war man in den USA was eben einen "Zweitfernseher" für die Küche aber auch tragbare Geräte die kompetitiven Marktsegmente erweitern ließ und womit wir nun voll in medias res wären.

Bild: Noch ein reines Vollröhrengerät, aber es zeigte einen aufkommenden neuen Markt für eher kleinere kompakte Fernsehgeräte alias einem "Second TV" eben für die Küche, das Kinderzimmer oder zukünftig auch mobil. Nachvollziehbarerweise beginnend in den USA.

Stellvertretend der zudem schön anzusehende 8" RCA "Personal TV" Model 8PT7030, RCA Werbung 1956.

Bild: Als die Fernseher zu laufen begannen. US RCA Werbung 1960

Für das Mitnehmen ins Wochenendhaus war dazu der Werbeaufhänger.

Die Geräte waren zwar schon leistbarer geworden jedoch immer noch teuer. Und wurden so im heimischen Schlafzimmer, vielleicht auch Kinderzimmer oder der Küche genutzt und am Wochenende eben ins Wochenendhaus mitgenommen.

Und dann auch wieder mit heimgebracht, nicht zuletzt auch als Schutz vor dem Risiko des Einbruchdiebstahls in der nicht anwesenden Zeit der häufig exponiert gelegenen Anwesen.

Den Bock abgeschossen in der Formulierung hat diesbezüglich der österreichische Erzeuger EUMIG schon 1958 (!) mit dem 36 cm EUMIG TV310 als tragbaren TV "so handlich, das er bequem ins Weekendhaus am Stadtrand" mit der Straßenbahn mitgenommen werden kann....

Quelle: EUMIG Prospekt um 1960

Man lag da aber hierzulande mit dem Thema noch ein paar Jahre zu früh was den Bedarf aber auch die Kaufkraft betraf.

Der Satz hätte da bestenfalls zum Transistorradio jener Zeit gepasst,

Noch kompakter gab es dann ab 1960 den Deutschen Kaiser Prinz mit einer 8" (~20 cm) Bildröhre und ebenfalls nur für den Netzbetrieb.

 

Bild links: Weiteres Beispiel ist der TELEFUNKEN FE103P, wobei P für Portable steht [Quelle: Österreichische Radioschau 8/1963, S.327] und dem man für den Transport eine Schutzdeckel spendierte.


Blick in die Weiterentwicklung:

Eine Kategorie, die bereits sehr engagiert und anschaulich von Herrn Frank Günthör auf seiner Website bis hin zu DVB-T hin präsentiert wird und auch die zunehmende Erweiterung des Themas mit den Farbfernsehportables ab etwa Mitte der 1980er Jahre eingeht.


Die Transistorentwicklung und Fertigung als Voraussetzung

Noch war alles in Röhrentechnik gehalten, als die Mitte der 1950er Jahre beginnende Transistorisierung, die zugleich eine Miniaturisierung war und vorerst bei den Radiogeräten nun einfachere tragbare Geräte ermöglichte.

Zuerst beschränkt auf die Niederfrequenz und bestenfalls auf die um 500 kHz liegende Zwischenfrequenz, während UKW "Hochfrequenzstufen" nach wie vor noch mit Batterieröhren bestückt wurden.

Als Beispiel diene der heimische RADIONE R25T. Der ebenso schon elektronische "Zerhacker" alias einem Spannungswandler war da noch für die Erzeugung der Anodenspannung erforderlich.

Noch war es wirklich ein echter "Koffer" in Sachen der Größe.

(C) Bildquelle von Sammlerkollegen Herrn Stummer, siehe saintsummers.at. KI freigestellt 

Bild: Der RADIONE R25T der als österreichisches Hybridradio "zweigleisig" fuhr oder besser gesagt Radio auf MW und UKW mit 5 Batterieröhren und 6 Transistoren spielte.

©Bildquelle von Sammlerkollegen Herrn Stummer, siehe saintsummers.at zu seinen Beiträgen. KI freigestellt

Eine Technik deren sich auch die Autoradiohersteller bedienen mussten ehe alle Empfängerstufen mit den nach und nach erschienen (leistbaren) Spezialtransistoren bestückt werden konnten.

Mit etwas Verzögerung gelang dies auch für das neue UKW Band für das eben höhere Frequenzen im 100 MHz Bereich zu verarbeiten waren.

Als heimischer Vertreter sei das schon kompaktere Volltransistor Radiomodell Ingelen TRV1001UKW genannt.

(C) Bildquelle von Sammlerkollegen Herrn Stummer, siehe saintsummers.at

Bild: ©Bildquelle von Sammlerkollegen Herrn Stummer, siehe saintsummers.at. KI freigestellt

Ingelen war einer der österreichischen Traditionshersteller der recht früh und konsequent auf die Transistorisierung zumindest beim Radio setzte. 

Parallel zu obig beschriebenem fand in Europa wenngleich um wenige Jahre zeitlich different die Einführung des Fernsehens statt.

Es war ja nicht nur der Transistor selbst

Zu den neuen Halbleitern, es waren ja nicht nur Transistoren sondern auch die Halbleiterdioden und Gleichrichter die bis auf die Hochspannungsgleichrichtung bereits auch in Röhrengeräten zunehmend und medial nicht so intensiv wie der aktiv verstärkende oder zumindest schaltende Transistor begleitend eingesetzt wurden.

Vorerst die Germanium Transistoren, in Japan schon recht früh die Siliziumtransistoren.

PNP sowie NPN Typen. MESA Transistoren. Diese Themen sind anderweitig bereits mit ausreichendem Tiefgang wie auch deren chronologischer Entwicklung dargestellt worden.

Was ebenfalls mit in die Entwicklung einfloß war die manuelle, idealerweise automatische Umschaltung zwischen Ladebetrieb, Batteriebetrieb oder eben Netzbetrieb ohne die Schaltung oder Batterien zu schädigen.

Hinzu kommt, das in dieser technischen Phase der stetige Übergang von US Know-How hin zu Japan in Sachen Entwicklung wie auch der Fertigung vollzogen wurde. 


Der erste Meilenstein in Sachen Volltransistor TV: Der US PHILCO SAFARI, Modell 2010L, 1959

mit dem Chassis 10AT10 darf als erstes kommerziell vertriebenes Serienmodell eines bereits Volltransistorisierten Fernsehempfängers gelten.

Bild: PHILCO war ein früher Hersteller von Transistoren und konnte es sich leisten in dieses Abenteuer einzusteigen.

Angekündigt am 1. Juni 1959 mit der Serienfertigung ab 6. Juni 1959 [Los Angeles Times, 2. Juni 1959] und nachvollziehbarerweise ein Meilenstein der Fernsehtechnik der alle relevanten Medien der Zeit dessen Einführung begleiten ließ.

In Details in Sachen der Gerätegestaltung erlag es dem Nachteil "der Erste" zu sein, da der zeitlich zweitplazierte Sony ab 1960 etwas mehr dem später üblichen Design und Gebrauchsverhalten dieser Geräteklasse entsprach.

Was aber dem Innovationsgeist, in diesem Fall der US Amerikaner keinen Abbruch tun soll.

Bild: Der auch in Sammlerkreisen wohl behütete PHILCO Safari aus der Saison 1959/60 (!) mit dem VHF Tuner gab in Sachen tragbar schon eine Wegmarke vor, ehe ab 1960 das aufstrebende japanische Unternehmen SONY mit dem Modell 8-301(W) das Ruder für dieses Marktsegment übernahm. Quelle: Time Magazine, 20. Juli 1959.

Wobei wir auch später hinsichtlich des Begriffes Volltransistorisiert tolerant sein wollen:

Die stets obligatorische Bildröhre, im obigen Fall gar eine Projektionsröhre mit einem Umlenkspiegel, aber auch die anfänglich noch nötigen Hochspannnungsgleichrichterröhren lassen wir ebenso noch in diesem Begriff gelten.

Sie waren nötig, da Halbleitergleichrichter noch nicht für die über 8.000 V Anodenspannung geeignet waren ehe die Industrie auch Hochspannungsgleichrichterstäbe haltbar herzustellen vermochte.

Aufgebaut mit 21 PNP Transistoren rund um die ebenso von Philco stammende 2" 2EP4 Projektionsröhre, sowie den beiden noch benötigten Anodenspannungsgleichrichterröhren Typ 5641, konnte das Gerät mit 110 V Netzbetrieb wie auch einem speziell dazu geschaffenen 7,5V Akku betrieben werden.

Das bei nur 7 W Leistungsaufnahme (11 W lt. Photofact) und lediglich 7 kg Gewicht mit den Maßen 216 x 419 x 140 mm.

Um $250,- Dollar war man dabei. $5,25 waren für die bis zu 20 mal wiederaufladbare Alkaline Batterie zu bezahlen die rund 4h vorhielt.

Technisch gesehen arbeitet das Gerät im US NTSC s/w Standard. Die elektromagnetisch abgelenkte 5 cm Projektionsröhre benötigte rund 6-7 kV Anodenspannung und ergab subjektiv wahrgenommen etwa ein 35cm (14") Bild gespiegelt am herausklappbaren Deckel.

In den Feinheiten der Technik mussten Abstriche gemacht werden. So war auszugsweise die AGC - Automatische Verstärkungsregelung nicht getastet sondern von der Helligkeit des durchschnittlichen Bildinhalts abhängig.

Alle Baugruppen finden sich bereits auf Printplatten wieder.

Zu guter Letzt gab es wenig überraschend Änderungen im Schaltungsdesign was sich in einer frühen 1959 und späteren 1960er Schaltungsvariante niederschlug und in Summe zwei Modelle und vier Varianten je nach Farbausführung ergab.

Der PHILICO SAFARI darf als erstes kommerziell vertriebens Serienmodell eines bereits Volltransistorisierten Fernsehempfängers gelten.


Der US MOTOROLA Astronaut,

der Dritte all-Transistor am Markt,

aber der zweite US all-Transistor TV,

oder aber der ERSTE all-Transistor mit Großbildschirm 

Bild: ©Motorola Werbeschaltung

Der Modellname kam wenig überraschend aus dem Metier des grenzenlosen Fortschrittsglaubens zu dem Anfang der 1960er Jahre die Ansage des US Präsidenten Kennedy gehörte, wonach bis zum Ende des Jahrzehnts ein Mann auf den Mond und wieder zurück gelangen sollte.

Das dieser Mann dann im Fernsehen zu sehen sein würde, war gewisserweise schon 1960 mit dem Motorola Astronaut vorbereitet worden.

Wobei der Begriff tragbar hinsichtlich der mechanischen Dimensionen etwas ausgereizt wurde.

Der US Hersteller Motorola, vielfach auch für seine Autoradios und Funkausrüstungen bekannt war ebenso auch ein Schlüsselhersteller der ersten Transistoren die in einem Volltransistorfernseher zwangsweise vonnöten waren.

Wie im Bild ersichtlich widmete man dem Gerät eine große 19" (43cm) Typ 19AEP4 Bildröhre mit einem 1S2A Hochspannungsgleichrichter für rund 15.000V, um die sich 23 Transistoren und 10 Dioden gesellten.

Zwei integrierte Akkus (Silber-Kadmium Batterie mit 2,3 kg) garantierten rund 3h Batteriebetrieb (Soll: 5h bei 18V) und 2.500 Betriebsstunden der mit einem Netzbetrieb ergänzt werden konnte.

Das Schaltungskonzept erforderte im Tunerbereich noch einen manuellen Empfindlichkeitsschalter um ein Übersteuern bei starken lokalen Sendern zu vermeiden.

Das UHF Band wurde dabei mit einem UHF Streifen mit Tunneldiode integriert im dafür ausgelegten VHF Tuner empfangen.

Für uns Europäer sieht es am ersten Blick daher aus als wäre es ein reines VHF Gerät.

Bild: Rechts nur der übliche VHF Wahlschalter am ersten Blick erkennbar wiewohl er auch UHF tauglich war.

Der Vorfahre für sein späteres Pendant in Europa. Zu studieren war er schon einmal in der [Quelle: Radioschau, 1961, Heft 3, S.102ff].


Der SONY Transistor-Television 8-301,

als der ZWEITE voll-Transistor TV am Weltmarkt (nach dem Philco Safari), jedoch der ERSTE am Markt mit Direktbetrachtung der Bildröhre.  

Der Beginn einer Modellfamilie, wobei SONY gleich in Weltmärkten dachte und Versionen für alle relevanten Märkte bzw. deren unterschiedliche Fernsehnormen herausbrachte. Dies noch mehr als andere dies taten.

Das Potential für den möglichen Erfolg leitete der Sony Gründer vom 1957 erschienenen Sony TR-63 Transistorradio ab. So hatte man 1958 bereits die nötigen Spezialtransistoren perfektioniert und mit April 1959 den ersten TV Prototypen gefertigt.

Angekündigt mit dem 25. Dezember 1959 ging das Gerät mit Mai 1960 tatsächlich in den Verkauf.

In Sachen Marketing bzw. der generellen Auffassung zum Markt unterschieden sich die USA und mit ihnen der "Westen" etwas von der Sicht der japanischen Konzernlenker.

In den USA wurde der Markt vornehmlich nach seinen Bedürfnissen befragt und dazu passende Produkte angeboten.

Sony hingegen sah sich in der Rolle einen neuen Markt den es noch gar nicht gab erstmals zu schaffen. Das es in diesen Ansichten zwangsweise Überlappungen gibt bestätigt nur das unterschiedliche Mindsetting dazu.

Bild: So fügt sich alles; Der japanische Manager beim Fernsehen mit dem "Executice TV", idealerweise die NHK Education Programme vom damals neuen "Tokio-Tower" Fernsehturm direkt empfangend. Hoffentlich störte ihn dabei nicht ein wichtiges Dienstgespräch. [Quelle: Sony Pressemitteilung]

Die 8" Typ N 0858 Bildröhre, später 210HB4 mit 20 cm Diagonale wird mit 23 PNP und NPN Transistoren sowie noch 2 x 1DK1 Hochspannungsgleichrichterröhren angesteuert.

Das Chassis in gedruckter Schaltung. Der Betrieb mit einer 3Ah Batterie (2 x 6V) oder Netzstrom.

Am 12 Jänner 1960 wurde in Tokio das Gerät der Öffentlichkeit in der japanischen Version (anderer VHF Tunerbereich, 100V Netzspannung bei 15W) vorgestellt.

$ 200, in etwa öS 5.000,- Schilling soll der Werkspreis lauten. Daraus wurden letztlich $ 250,- als Verkaufspreis.

5,9 kg Gewicht bei 200 x 180 x 230 mm.

Am März 1960 soll die Produktion mit 1.000 - 1.500 Stück anlaufen und mit Jahresende 1960 auf 10.000 Stück erhöht werden. [Radioschau Heft 1/1960. S51]. Das Modell lief bis 1962 vom Band.

Die nach dem japanischen Inlandsmarkt leicht abgewandelte Version lautete 8-301W für den wichtigen US Markt.

Die Europa Version nach CCIR B (nur VHF) hieß 8-301E, mit 13/19 W Leistungsaufnahme.

Das Gerät soll noch recht defektanfällig gewesen sein. Auch die Bildgeometrie ließ Verbesserungspotential erkennen.

1962 folgte der kleinere TV 5-303. Der Rest ist Geschichte.


SANYO 8-P2 Transistor Television - mit 1962 schon zur zweiten Generation zählend

Bei uns in Europa kam er jedoch in der CCIR B Ausführung als einer der ersten (VIER) Volltransistor TV's an.

 

Einer der frühen Anlässe war seine Vorstellung auf der Wiener Herbstmesse gemäß [Radioschau Heft 9/1962, S.343].

Die ebenso auf CCIR B basierende Version mit leicht geändertem VHF Kanalraster für Australien wurde im [Mingay's Electrical Weekly, 21.12.1962] vorgestellt.

Mit der 8" Bildröhre eiferte man damit Sony knapp zwei Jahre später nach, als sich Sony bereits noch weiter auf 5" verkleinerte.

Eine 210FB4 Bildröhre (8"/ 20cm) sowie zwei Typ 5642 HS Gleichrichterröhren und 25 Germanium Transistoren bot die Technik auf.

12V Batteriebetrieb für 3,5h oder Netzbetrieb bei 220 x 170 x 280 mm.

Um öS 8.775,-zuzüglich öS 370,- für den Batteriesatz war man in Österreich über den Vertriebspartner H. Jordan, Wien 4, dabei.


Der Imperial/Kuba astronaut 1514, ab Ende Juli 1962 der ERSTE in Deutschland gefertigte Volltransistor TV

Angepriesen als der ERSTE 36 cm (14"), Volltransistorfernseher der Welt für alle VHF/UHF Programme.

Wir stellen fest, dass der Begriff "der Erste" viele Interpretationen zuläßt und man genau lesen muß um zu verstehen und einordnen zu können. Andererseits überschlugen sich die Ereignisse zum Thema und es lieferten sich die Hersteller zunehmends ein Kopf an Kopf rennen. 

Weiters ist zwischen auf Messen gezeigten Prototypen, Ankündigungen und echten zu kaufenden Serienmodellen am Markt zu unterscheiden.

In den USA als Motorola Astronaut bekannt, brachte als erstes die Fa. KUBA/Imperial den Astronaut 1514 vorgestellt auf einer Pressekonferenz Ende Juli 1962 auf den deutschen Markt.

Ein Volltransistorgerät mit dann einer etwas geschrumpften 36 cm Bildröhre und mit 15 kg (inkl. 2 x 9Ah Bleibatterien) ebenso an der Grenze des Begriffs Portable aber immerhin.

Bis zu 7h Spieldauer bot der Batteriemodus.

Eine Westinghouse WX4991 Bildröhre, 29 Transistoren und eine DY80 Hochspannungsgleichrichterröhre für 10 kV bemühen sich um die Technik bei Außenmaßen von 410 x 320 x 290 mm und bei 15 W Leistungsaufnahme.

Preis in Österreich: öS 9.880,- zuzüglich öS 1.480,- für den Batteriesatz.

[Radioschau, Heft 9/1962, S.339]


Warum in die Ferne scheifen, wenn gute Ingenieure waren so nah...

Schon vor vielen Jahren hat sich der Autor mit der Arbeit und damit einer Pionierleistung im Jahr 1960 des damals österreichischen Studenten Herrn Heinrich Lhotak beschäftigt, der einen ersten Volltransistorfernseher EIGENSTÄNDIG als Forschungsobjekt und Machbarkeitsstudie entwickelt und gebaut hatte.

Siehe dazu HIER.

Quelle: Öst. Radioschau 1960

Das zu einer Zeit, als in Österreich noch der VOLLRÖHRENFERNSEHER vom Band in Richtung heimisches Wohnzimmer lief, ehe auszugsweise die Firma RADIONE mit den ersten Hybrid-Röhren-Transistorfernsehgeräten die Technik weiter trieb.

 

Bild: Der Radione RT48 & RT58 als Beispiel für erste Hybridlösungen in Sachen österreichischer s/w TVs anno 1962. Schraffiert gezeichnet die bereits transistorisierten Baugruppen. Quelle: [Radioschau Heft 1/1962]

Wieder waren es Baugruppen die in Sachen Frequenz und Leistung mit den jeweiligen Transistorgenerationen bereits wirtschaftlich effizient und technisch stabil beherrscht werden konnten um das Risiko eines Ausfalls beim Kunden möglichst gering zu halten.

Hinzu kam, dass die Fernsehreparaturtechniker naturgemäß noch alle aus der alten Schule der reinen Röhrentechnik waren und erst nach und nach, manche davon schlußendlich auch nicht mehr sich in die neue Transistortechnik hineinarbeiten mussten.


SHARP TRP-801 1961

Die Anfänge einer schönen Formensprache zeichnet das japanische Unternehmen Hayakawa Electronic Co. Ltd., uns später besser bekannt als SHARP.

Eine 8" Typ 210EB4 Bildröhre mit 2 x 5642 Gleichrichterröhren mit 26 Transistoren.

Ebenfalls etwa ab 1961/62 dabei.

In Österreich wurde er zur Wiener Herbstmesse gar als billigster Volltransistor angeboten um "nur" öS 8.000,- inklusive dem Batteriesatz und der Hülle über die Fa. Interelektronik, Wien 7 [Radioschau, Heft 9/1962. S.343].

Der Verwirrung dienend gab es das Gerät über einen längeren Zeitraum bis etwa 1966 auch in anderen Versionen jedoch mit gleicher Type u.a. auch als 625/819 Zeilen Dual-Standard Version für Frankreich.

Die Nachfolger sind chronologisch besser dokumentiert mit dem


National TT-21RE, 1963

Nicht unerwähnt bleiben soll auch das Engagement weiterer japanischer Firmen wie etwa dem Matushita Konzern mit dem "National TT-21RE" Portable TV aus 1963, den es auch mit einem optionalen damals noch seltenen UHF Tuner gab.

Bild: Ebenso zu den ersten Volltransistorfernsehern zählend, der National TT-21RE

Vorgestellt wurde er in der deutschen FTZ Zulassung in der [Funkschauausgabe, Heft 17, 1. September 1963] mit den Eckdaten der A23-10W, 23 cm 90° Bildröhre, 4,8 kg Gewicht und 195 x 230 x 220 mm Maßen.

Er begnügte sich mit 9,5 W Leistungsaufnahme bei Batterie- und 17W bei Netzbetrieb.

27 Transistoren, und drei Hochspannungsgleichrichterröhren Typ 5642,

789,- DM galt als Verkaufspreis.


Erste Trittbrettfahrer - Der SINGER Transistor Television TV6 - TV6U

Nicht mehr zu den allerersten zählend, nennen wir sie fiktiv die "dritte Generation", aber ziemlich vorne in der Liste noch Anfang der 1960er Jahre primär für den US Markt dabei.

In technisch für den europäischen CCIR Standard adaptierter Version gab es das Gerät später auch in Österreich zu kaufen.

Zuerst in den USA als Singer TV6 mit reinem VHF Empfang, spätestens ab dem 30. April 1964 mit dem inkrafttraten des FCC UHF Acts der einen UHF Tuner verbindlich machte, gab es ihn mit dem UHF Zusatz als Singer TV6U für die die nicht nur die Nähmaschine vom bekannten US SINGER Konzern kaufen wollten, sondern neben dem Nähen auch gleich dazu Fernsehen wollten...

Neben der eingebauten Teleskopantenne für VHF Sender gab es die TVA 6U UHF Antenne als Zubehör. Das Batteriepack hängte man sich in einer eigenen Ledertasche um die Schulter für das es auch eine eigenes Ladegerät gab.

Das Gerät selbst war jedoch made in Japan.

Eine 150AB4 Bildröhre sowie ein 5642 Hochspannungsgleichrichter wurden von 26 Transistoren angesteuert. 27 waren es mit dem UHF Tuner.

Höchstwahrscheinlich zu einem der 3S - Sony, Sharp und Sanyo als japanische Exporthersteller gehörend, mitunter auch Matushita mit National/Panasonic.

Später in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre kamen die bekannten japanischen CROWN Portables und deren Derivate vertrieben unter UNIVERSUM im Quelle Versandhauskatalog und deren "Brüder" bei Neckermann hinzu.


In der Heimat:

Der zweite Volltransistor TV in Deutschland: LOEWE OPTAPORT 305 (1963/64)

Formal aber der ERSTE mit auch einem (optionalen) Radioteil.

Und dann legte das einstige deutsche Traditionsunternehmen LOEWE, seinerzeit schon 1935 vor dem Krieg mit einem "Volksfernseher" präsent ab etwa August 1963 für die Westeuropäische Industrie den Anker in Sachen Volltransistor mit dem LOEWE OPTAPORT 305, Type 43 305 fest.

Bild: Die Hauszeitung, der "Loewe Opta Kurier" stellt mit einem Sonderheft im August 1963 deren Volltransistor TV vor. Rechts im Bild das UKW Nachrüstmodul. Anklicken für den LOEWE Prospekttext

Er bot vereint alles was es in Sachen Portable bedurfte und was sich in Sachen Leistung und Komfort mit einem herkömmlichen Röhren Heimgerät weitgehend vergleichen ließ.


Nicht erst am Ende, schon früher gab es den NORDMENDE Transvisa, (1963/64)

ein etwas weniger beachtetes Gerät, das aber ebenso eine Erwähnung schon 1963 [Quelle: Radioschau, Heft 5/1963, S.206] sowie eine ausführliche Beschreibung in [Funkschauausgabe der Funktechnik, Heft 17/1963. S621ff.] hatte, zudem die neue Lorenz A25-10W 10"/90° Bildröhre nebst 35 Transistoren darin Anwendung fand.

Eine 5642 diente als Hochspannungsgleichrichterröhre.

 

 

Die 12V Heizspannung für die Röhre für den zudem geringen Heizstrom war dabei auf die 2 x 6V Akkus angepasst.

Ebenso ein Gerät mit wie beim Optaport vorhandenen Vorzügen wie VHF/UHF Empfang mit Netzbetrieb und 6/12 V Betrieb, nur ist der UKW Radio jetzt gleich fest integriert worden.

7 kg Gewicht ohne Bleigel Batterien, 10 kg mit. 265 x 230 x 290 mm Maße.

Bis zu 7h Batteriebetrieb bei 10 Watt Leistungsaufnahme. 22 W bei Netzbetrieb..

Quelle: Nordmende Katalog 4/1964 (Anklicken für den Prospekttext)


Mehr als nur die Technik - Neues Design wird möglich deren (vorläufige) Grenzen nur die Bauform der Bildröhre definiert

Japaner aber auch Italiener verstanden es diese neue Gerätegattung mehr als andere gleich zu Designikonen abseits deren reinen Funktionalität hinzutrimmen.

So ist der algol 11", hergestellt ab 1964 von der italienischen Firma Brion-Vega und entworfen vom Industriedesigner Marco Zanuso bis heute eine Designikone die in dieser Form und Kompaktheit ebenso erst mit der Volltransistorisierung realisiert werden konnte.

So etwas Besonderes, das er Jahrzehnte später 2004 gar eine Neuauflage, nun mutiert zum Farbfernseher mit Fernbedienung als Retromodell erhalten hat. 

 

Quelle: Brionvega Werbung

Dabei darf man sich die Chronologie dahinter keinesfalls linear vorstellen.

So waren parallel immer noch Vollröhrenradioempfänger am Markt.

Ebenso als ab etwa 1973 die Masseneinführung der Volltransistor FARBFERNSEHHEIMGERÄTECHASSIS wie das bekannte PHILIPS K9 Chassis wie auch GRUNDIG Super Color Serie etc. auf dem Markt gab, es parallel nach wie vor Hybrid s/w TVs am Markt gab, da es sich eben um bewährte (billige) zudem einfach beherrschende Technik handelte und beim s/w Heimgerät verhältnismäßig gesehen weniger Vorteile für die Anwendung eines Volltransistorchassis standen.


Das tat sich auf der Britischen Insel

Großbritannien leistete nicht minder seinen Beitrag zum Thema, wenngleich deren Geräteverbreitung auf das Europäische Festland oder gar International betrachtet eher nur "unter Ferner liefen" den Markt begleiteten.

Selbstredend, das jede Nation bzw. Sprachgruppe das Thema Volltransistorisierung für sich, wenngleich letztlich im internationalen Kontext der Entwicklungen stehend begleitete.

Was der Innovationskraft der Ingenieure und Hersteller in unserer Retrospektive keinen Abbruch tun soll.

Die etwas einfacher beherrschbare 405 Zeilen Technik der CCIR Norm A, mit deren (lediglich) AM Ton und reinen VHF Band I & III Nutzung machte es ein wenig leichter im Sinne von weniger Aufwand.

1961, also rund 1-2 h Jahre nach den Amerikanern wie auch Japanern kamen der


Pye TT1 TransPortable - All Transistor Television Receiver (1961)

Ebenso zwei Röhren, die britische C14-23A (ähnlich der AW36-21) in 70° Technik gehalten, also ein "großes" 14" 36 cm Fernsehgerät, mit 26 Transistoren ebenso wie alle bisher bekannten Geräte schon in Leiterplattenbauweise gefertigt. Eine EY51 Röhre für die HS Gleichrichtung.

Netz oder Akkubetrieb mit 9 zusammengeschalteten NiCd DEAC Zellen oder ext. Autobatterie.

Bild: Pye TT1 TransPortable Werbeschaltung. KI Bearbeitet

Ein Design, das als "Kastengerät" eher einem Verkehrsüberwachungsmonitor als dem eines Lifestyle Produkts gleicht, jedoch einen ernsthaft großen Bildschirm bot.

So wie der Ferguson bereits 1960 vorgestellt, kam er jedoch erst 1961 auf dem (britischen) Markt.

15 kg Gewicht. Bei 109,- gns Kosten plus 15 für das Batteriepack.


FERGUSON Transvista 743T (1961)

 

Drei Röhren, und 25 Transistoren erzeugten das 7" 405 Zeilen Bild.

Bild: Ferguson Werbebild

Netz- und Batteriebetrieb.

Bei 81,- gns Kosten plus 16 für das Batteriepack.


Gewissermaßen ebenso als 1. Generation (bei den Briten) darf der PERDIO Portarama (Mark 1) 1961 gelten (auch Portorama)

Mit einer 8,5" Bildröhre und 25 Transistoren mit 13 Dioden sowie einer Hochspannungsgleichrichterröhre.

Bild: Vorgestellt auf der vom 23. August bis 2. September 1961er stattgefundenen Radio Show, Earls Court, London

Mit 12V Batteriebetrieb per interner oder externer Batterie und 200-250 V Netzbetrieb.

Rund 10 kg waren zu schleppen und 99 gns dafür zu löhnen.

PERDIO Electronics Ltd. war ein Londoner Unternehmen das sich selbst als "The Transistor Specialists" im Sinne einer Vorreiterrolle dieser neuen Technik bezeichnete.

Schwammig bis heute auch in der britischen Sammlerszene bleibt jedoch die exakte Zuordnung des Erstmodells das man nur über bisher 3-4 Fotos kennt und man eventuell als reinen Messe-Prototypen abtun muß.

Bis Weihnachten 1961 hoffte man damit am Markt zu sein gemäß [1961 National Radio Show, Souvenir Catalogue, S.113].


PERDIO Portarama (Mark 2 - Mk II), ab August 1962

Bild: Quelle: PERDIO Prospekt, alias .."und ewig lockt der tragbare Volltransistor Fernseher".  KI Bild Korrektur.

Das obige zudem sehr populäre Modell war das Resultat um für BBC I und die ITV Stationen das 405 Zeilen VHF Signal Empfangen zu können.

Eine spätere Version bot auch die Option für das BBC 2, 625 Zeilen Signal auf UHF

Zu erkennen am reinen koaxialen VHF Antenneneingang und dem Dreifachstecker.

Eine 7,5" AW21-11 und eine DY86 Hochspannungsröhre arbeiteten im Verbund mit 25 Transistoren europäischer Spezifikation.

Dieses Massenmodell war mit 59,- gns zuzüglich 12,- für das Silber-Cadmium Batteriepack noch besser auch leistbar. [Schaltung als Supplement to Wireless & Electrical Trader, 16 May, 1964]

Bild: Perdio Prospekt mit KI Bild Korrektur.

Als vollständiges Dual Standard VHF/UHF, also 405/625 Zeilen Gerät gab es ihn nur in geringer Stückzahl.

Bild: Erkennbar der Aufsatz bzw. an der Zwischenbaugruppe mit dem UHF Tuner und angenommenerweise auch den erforderlichen Schaltungsdetails. KI verbessert.


Ein Modell das mit dem

"PERDIO Portarama Three" (auch Mk III),

dann schon serienmäßig als 405/625 Zeilen Dual Standard Gerät, wenngleich nicht mehr so elegant wirkend seine Fortsetzung ab etwa 1964 fand.

Bild: Vermeintlich als Markenlos angeboten im günstigen Abverkauf nachdem Perdio bei aller Innovation insolvent wurde. KI Bild Korrektur.

Das Innovative wurde dann später von Sir Sinclair in den 1970ern übernommen was eine eigene Geschichte wäre.


COSEM 47cm Volltransistor Heimempfänger 1962

Ebenso Frankreich an dem Thema arbeitete, mit dem Handikap noch anspruchsvollere Horizontalablenkschaltungen wie auch ZF, und Videoverstärker (bis 10,5 MHz) bedingt durch deren 819 Zeilen Standard zu haben was sich dann um Details mit der Notwendigkeit von Dual Standard Geräten für deren 2. Programm auf UHF mit 625 Zeilen erweiterte.

Weiters hinzu kamen noch Mehrnormengeräte für den grenznahem Empfang aus CCIR Ländern.

Bild: Der Konzeptfernseher sowie das Schaltungskonzept. Die meisten, jedoch noch nicht alle Transistoren, u.a. UHF taugliche wären 1962 auch in Deutschland erhältlich gewesen.

Quelle: Radioschau 1962

Ein Volltransistor Labormuster wurde u.a. auf der Deutschen Industriemesse Hannover 1962 in [Radioschau, Heft 9, 1962, S.316] vorgestellt.

Das Konzept des französischen Bauteileherstellers COSEM sah eine 47 cm Bildröhre, mit der EY86 Hochspannungsgleichrichterröhre gedacht als Heimempfänger vor, wiewohl die Schaltung selbst auf einer 12V Basis arbeitete.

Für damals noch etwas zu ambitioniert diesen hohen (Kosten & Risiken) Aufwand für einen Heimempfänger zu treiben. Zu Überraschung des Autors jedoch die französische Industrie wenngleich mit nur wenigen Modellen diesen Ball tatsächlich aufgenommen hat.

Ende 1963 boten gleich mehrere Hersteller Volltransistor Fernsehgeräte, kleine wie auch große, zudem solche mit integriertem Radio an.

Quelle: [Radio constructeur & depanneur TV, No 193, Nov. 1963]

Soweit bekannt dienten sie schwerpunktmäßig nicht als ein Exportgut sondern "nur" für den weitgehend lokalen Markt.

Von Bedeutung für Frankreich war auch die in den 1960er Jahren noch sehr aktive Selbstbauszene die in der Regel mit Beschreibungen, Anleitungen sowie Baugruppen und Bauteilen ideal versorgt wurde.

Noch eckte es jedoch Anfangs in Sachen Transistor TV durch die noch hohen Selbstkostenpreise der Bauteile aber auch der (passenden) Bauteilversorgung um die Vorschläge von COSEM, Sesco und La Radiotechnique zu realisieren.


EVER READY Mark 5, Prototyp 1964

Auf der NATIONAL TV & RADIO SHOW im August 1964 wurde der Prototyp eines Batterie betriebenen tragbaren Transistor TV mit einer 7" Rechteckbildröhre vorgestellt.

VHF, 405 Zeilen, Mazda V3271 Bildröhre (Entwicklungsmodell) mit 42° Ablenkwinkel. Einer Gesamtlänge von knapp über 12 Zoll.

Die Anodenspannung beträgt 8 kV, bei einem max. Strahlstrom von 150 Mikroampere (Durchschnitt 30 Mikroampere).

Die Empfindlichkeit beträgt 10 mikroV für eine vollständige Bildmodulation, was in etwa dem Durchschnitt eines Netzempfängers entspricht, und die Tuner-Einheit ist eine Standardausführung.

Das Gerät wurde von der dazu neu entwickelten TV1-Batterie auf Basis des Leclanché-Elements von Ever Ready betrieben.

Die Leistungsaufnahme beträgt bei 12 V drei Watt (!), und die Batterielebensdauer liegt bei etwa 40 Stunden bei einer Nutzungsdauer von zwei Stunden pro Tag.

3,3 Watt sollen es in der angedachten Dual Band Ausführung sein.

Quelle: [Wireless World, September 1964]

Im Forum [https://www.vintage-radio.net/forum/showthread.php?t=165236] aus 2005, wurde der Nachweis erbracht das es das Gerät tatsächlich gab und zudem auch überlebt hat und mit den 3 W auch spielbereit war.

Es dürfte aber beim Prototyp als Machbarkeit dieser Technologie für den Batterie Hersteller geblieben sein.

Ever Ready Co. (Great Britain) Ltd., Hercules Place, London, N.7


Der CICOR Cottage 1963

wird als ERSTER Französischer Portable Transistor TV von seinem Hersteller benannt.

Eine 36 cm Bildröhre, 110 & 245 V Netzteil sowie 12V Batterie für einen 6h Betrieb.

Quelle: Radio-Constructeur Heft 193, 11/1963

 


Célard mit dem Télécapte 59

realisierte 1963 das was wir oben 1962 noch als COSEM Machbarkeitsstudie sahen.

Ein gar 59 cm/110° Heimfernsehgerät mit 32 Transistoren und 22 Dioden.

819 & 625 Zeilen, VHF & UHF Tuner bei 24 W Batteriebetrieb und 50 W Leistungsaufnahme bei Netzbetrieb.

 

Quelle: Radio-Constructeur, Heft 193, 11/1963

 

 

 

 


Tragbar gab es den Célard Télécapte und Radio-télécapte (Sept. 1962)

Einmal als reinen TV Empfänger, und dann in fast identer Aufmachung aber mit integriertem Radioteil.

Eine 21 cm/90° Bildröhre AW21-11 und der DY86 Gleichrichterröhre, mit 32 Transistoren und 21 Dioden. (27 Transistoren/8 Dioden).

Für 819 Zeilen im VHF Band.

Option für UHF/625 Zeilen.

Ein reines AM Radioteil für MW und LW. (Ein UKW Radio hätte eines bei TV nicht benötigten Ratiodedektors bedurft).

Bei 365 x 330 x 210 mm Maßen bei 10kg Gewicht.

110 V & 250 V Netzteil sowie 12 V Batteriebetrieb für 4 bzw. 7h.

 

 

 

Gleiches Modell aus 1963, jedoch mit kleinen anderen Details bei den Bedienelementen was die höhere Transistorzahl (31 bzw. 32) erklären mag.

[Quelle: Radio-Constructeur Heft 193, 11/1963]

Anzunehmen das es oben 1962 nur das TV Modell war, 1963 dann das Serienmodell mit Radio war. 

 

Stellvertretend für eine Weiterentwicklung als Mehrnormengerät lesen Sie HIER zum SONOLOR Traveller 41.


Gab es sowjetische Prototypen eines Transistor TV's 1959?

Zumindest erwähnen wollen wir die [UdSSR Magazin Radio, Nr. 11/1960] Aussage, wonach es 1959 und 1960 vorgestellte Volltransistor TV Modelle, den "Sputnik 1" (30 Transistoren, 9 Germaniumdioden und 9 Selengleichrichter) und "Sputnik 2" (28 Transistoren 7 Dioden und 8 Selengleichrichter), gegeben haben soll./p>

Und die in der Sowjetunion nach deren Schlüsselereignis, dem Start des ersten unbemannten Satelliten benannt wurden.

Konzipiert nur für dem Empfang des Ersten OIRT Fernsehkanals (49,75-56,25 MHz). 12 V Akkubetrieb war möglich bei 14 W Leistungsaufnahme bei 214 x 207 x 288mm.

Anders als der Sputnik Satellit der nachweislich tatsächlich geflogen ist, kennen wir von den UdSSR Volltransistor TV dieser ersten Modelle nur Bilder die vermutlich im Zusammenhang mit einer Moskauer Radioausstellung VDNH sowie der Brüsseler Erfinder Ausstellung "Eureka" entstanden sein könnten.

Ebenso sollen spezielle nicht-standardisierte außerhalb der Serienfertigung stehende Bildröhren, eine 23LK2B, mit der Bildgröße 140x180 mm, und im zweiten eine 25LK1B mit Bildgröße 153х192 mm eingesetzt worden sein. Angenommenerweise Bauarten die mit einem geringeren Heizaufwand wie auch Ablenkungsströmen auskommen konnten.

[https://rw6ase.narod.ru/index1/tw/tw_chb_mal/sputnik12.html]

Wie [https://telesputnik.ru/materials/telesputnik-uik-end/article/operatsiya-sputnik] ausführt, nahmen sowjetische Ingenieure die Aktivitäten und Ankündigungen der Japaner, allen Voran von SONY zum Anlass um ebenfalls dieses technische Neuland zu betreten das wie im Westen als auch im fernen Osten an die damals weitgehend gleichen Hürden stieß.

Dort werden auch die Namen der mitwirkenden Ingeneure des übergeordneten Moskauer Forschungsinstituts genannt.

Der Prototyp soll es zum Anlass der Erfinder Ausstellung 1959 (Eureka) nach Brüssel geschafft haben und dort zudem eine Goldmedaille erlangt haben.

Zurück in Moskau soll der "Sputnik 1" zum "Sputnik 2" weiterentwickelt worden sein.

Anders als seine westlichen und fernöstlichen Pendanten kamen sie jedoch nie in die Massenfertigung.

Nicht zuletzt der zwangsläufig hohe Preis für den man in der UdSSR vorerst noch keine "Arbeiterkäuferschaft" sah, wie auch für die aus dem Konzept basierende Anwendung, z.B. als Fernseher im Auto, was weder praktikabel war und in Ermangelung einer breiten privaten Automobilnutzung ebenso nicht erfolgversprechend wirkte.

Was in der Aufzählung fehlt, das wäre der tatsächlich passende Nutzwert als portabler "Weekend TV" gewesen, da die "Datscha" als ureigene Institution für sowjetische Großstädter gelten müsste. Hierfür war jedoch die erzielbare Empfangsempfindlichkeit als zu gering bewertet. 

Alles Punkte, die mit gut 10 Jahren Verzögerung auch in der UdSSR, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die nunmehrigen Exportchancen solcher Geräte einer Neubewertung unterzogen wurde.  

In einem Fachbuch aus 1971 sehen wir dann alle auch im Westen zutreffenden Klischees erfüllt was aber schon außerhalb unseres Betrachtungszeitrahmens liegt. 1967 gab es auch schon den "Tourist" [UdSSR Zeitschrift Radio, Nr. 11/1967], bzw. die "Junost" Portables.

Wichtig ist zu wissen, das die Modellnamen "Sputnik" für Radios wie auch TV's verwendet wurden. Eine exakte Zuordnung für einen Transistor Prototyp daher genaueste Quellenlage erfordert.


Der DDR RFT Stassfurt K67 - Ein Blick in die Technik des Ostens

Nicht vergessen wollen wir, wonach es ebenso am Puls der Zeit stehende Techniker und Entwicklungsingenieure im Osten, vom Westen getrennt durch eine Mauer gab, die an ähnlichen Themen arbeiteten.

Was dort leider, und dafür konnten die Techniker nichts, am Materialmangel scheiterte und eine Serienfertigung deren erste Volltransistor TV's um Jahre verzögerte und dann gänzlich pausieren ließ.

Die Rede ist vom RFT Stassfurt K67, wobei das >K< für Kofferfernseher und die 67 für das öffentliche Debütjahr steht. Für 1.680,- Mark der DDR war man dabei soferne man es schaffte an ihn heranzukommen.

Die DDR Fachzeitschrift [FERNSEHEN Heft 12, Juni 1964] beschrieb unter dem Titel "Wir könnten, wenn..." jedoch bereits das zur Leipziger Frühjahrsmesse 1964 vorgestellte Labormodell des DDR VEB Fernsehgerätewerkes Staßfurt 1964 sehr detailiert in der Schaltungstechnik aber auch den Herausforderungen an die nötigen Bauteile.

So war man nebst bestimmten verstärkungsstarken Transistortypen die man eben nicht einfach aus dem Westen importieren konnte (Devisenthema/Embargothema) auch bei der Toleranz der Elektrolytkondensatoren wie auch der Bereitstellung von NiCd Akkuzellen ausreichender Kapazität noch in der Entwicklung.

Das Erfordernis vier anstatt nur drei ZF Verstärkerstufen zu benötigen da die inländischen HFO Transistoren noch nicht die ausreichende Verstärkung boten.

Was hier ebenso bezogen auf ein Weltmarktniveau noch fehlte, war der in der DDR zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingesetzte Übertragungsbereich im UHF Band der im Westen schon mit Mitte der 1960er Jahre eine starke Bedeutung und damit auch einer Nachfrage erlangte.

Im Namensgebenden Jahr 1967 wo er sein Debüt haben sollte kam es auch gleich wieder zur Einstellung der Fertigung nachdem im Rahmen der RGW Vereinbarungen "weisungsgebunden" die Fertigung von Volltransistorfernsehgeräte hinkünftig in der Sowjetunion beheimatet sein sollte.

Bis dahin schaffte man in der Fertigung zwischen 6 und 26 Stück täglich was das Gerät zur Rarität werden ließ. 

Wenig besser ging es der DDR PKW Industrie die ein ähnliches Schicksal ereilte (Stichwort P240) was aber hier keinen Platz hat.

JUNOST und andere Gerätemodelle kamen so nicht nur in den Export des sozialistischen Osten und seiner "Bruderländer" sondern als zumeist günstiges Exportgut auch in den Westen was aber nicht mehr die Phase der ersten Transistorgeräte betreffen würde.

 Ebenso erst 1967 kam in der "brüderlichen" Tschechoslowakei der "Camping 28" auf den Markt.


 

Übersicht der Chronologie der ersten s/w Volltransistor-Portable Fernsehgeräte (Auszug)

Bild Hersteller Typ/Modell Markt-vorstellung Details Preis
           
Philco Safari 1959 ERSTER Volltransistor TV, US Version, VHF, Projektionsröhre $ 250,-  
  Sony 8-301 & (W) 1960 ZWEITER Volltransistor TV jedoch ERSTER mit Direktbetrachtung, Jap. & US Version, VHF, $ 250,-
US Motorola Astronaut 1961 DRITTER,
US Version, VHF/UHF, 19" Röhre,
  Sony 8-301(E) 1962 CCIR B Europaversion, Vertrieb Goess & Co., Wien 9,  
KUBA/Imperial Astronaut 1514 1962 ERSTER in DEUTSCHLAND,

Europaversion, VHF/UHF, 36 cm Röhre,
 
Sanyo All Transistor ~1962  Vertrieb H. Jordan, Wien 4, öS 8.775,-
Hayakawa (Sharp) TRP-801 1961 Vertrieb Interelektronik Wien, öS 8.000,-
  BRD Loewe Optaport 305 1963  ZWEITER in DEUTSCHLAND,

28cm, VHF/UHF, UKW nachrüstbar,
 
BRD Nordmende Transvisa (1963 vorgestellt) 1964  25cm VHF/UHF/UKW  
National TT-23 1963 Made in Japan, UHF optional, ab September 1963 in der CCIR B Ausführung in D erhältlich,  
Singer  Transistor Television TV6  ca. 1963  Made in Japan   
Singer  Transistor Television TV6U   ca. 1964  UHF integriert, ein Muß ab dem 30. April 1964 in dne USA.  
  IT Brion-Vega argol 11"  ab 1964 Design TV bereits mit Festsendertasten   
  DDR RFT Stassfurt  K67  (1964 Vorgestellt)/ Fertigung ab 1967  VHF,   1.840,-Ostmark 

 


Vorläufiges Fazit:

"Ah, das kann man auch kleiner machen?" waren die mit einem Hauch Sarkasmus vorgebrachten kritischen Worte meines einstigen Berufschullehrers Oskar V. zu den Gepflogenheiten der lokalen wie auch letztlich europäischen Industrie die er selbst parallel zu seinem Berufsleben wie auch der Geräteentwicklungen feststellen musste und damit zunehmend den Anschluß an die internationale Entwicklung meist erst verspätet erreichte.

Was nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass es von Nischenherstellern aber auch großen Markenherstellern Bemühungen in Sachen kleinerer Bauteile wie etwa den Miniaturquetschdrehkondensatoren, Filtern und anderem gab.

Bild: Werbeschaltung für Bauteile kleinerer Baugröße wie am Beispiel von ZF Filtern in [Radioschau Heft 8/1963]

Es war das konsequente Vorantreiben und Schaffen eines neuen Marktsegments das fernab etablierter traditionsreicher Hersteller auch und insbesondere von den "neuen" am Markt, allen voran den japanischen Firmen innovativ angegangen wurde.

Der Sony Mitgründer Akio Morita führt dies in seinem Buch [Made in Japan] in seinen Zusammenhängen interessant dargestellt aus.

Kleine Geräte waren einfacher zu exportieren.

Zudem diese auch den japanischen Heimmarkt mit der 36 cm Bildröhrengröße beherrschten und dieses Segment ehe man sich im Ausland versah, die lokale Industrie der Exportmärkte vorerst noch nicht allzu sehr störte, da die ihr Geschäft mit den 63 cm Wohnzimmer TV's machte.

Die Kleingeräte (anfangs) als eher unbedeutendes reines Nischensegment wahrgenommen wurden.

Zitat vom damaligen WELTKONZERN Telefunken, der zweifelsohne fast alle erdenklichen Resourcen in Sachen Bildröhrenfertigung aber auch in der Halbleiterherstellung hätte aufbringen können:

"Der Kreis der Fernsehfreunde die ein tragbares Gerät ...(unterwegs)... benützen wollen wird immer sehr klein bleiben..." [Radioschau, 9/1963].

Wie man erfuhr verschob Telefunken die Mittel in Richtung der Großrechnerfertigung was auch das Thema Farbfernsehen dort auf Sparflamme zurück stellte wäre da nicht an entscheidender Stelle ein gewisser Herr Walter Bruch gewesen....

Und als man begann dort aufzuwachen war es schon zu spät was eine eigene Thematik darstellt.

Die Voraussetzung lag in der Verfügbarkeit entsprechender Halbleiter sprich Transistoren die eine neue Miniaturisierung in den Geräten, zum Teil auch mit einer in neuem Design geführten Gestaltung einhergehen ließ.

Als Achilesferse galt die Bildröhre als elektronisch-mechanisches Bauelement, das in späterer Folge im Rahmen der echten Taschenfernsehgeräte durch Spezialbauformen, Stichwort Sony mit seiner speziellen s/w Knickhalsbildröhre, mehr aber durch die neue TFT Flachbildschirme wieder ein eigenes Segment belegte, das letztlich zu den uns bekannten LED TV's, OLED und Plasma TV's ab den späteren 1990er Jahren auch für den Heimbereich führten.

 

Bild: Die Sony Watchman's mit der markanten Knickhalsbildröhre ideal geeignet für die bequeme tragbare Bauform am Beispiel des Sony FD42E aus den späteren 1980ern.


Auszug aus Literatur und Quellen (Auszug):

  1. Digitalarchiv Scheida 

  2. https://messui.polygonal-moogle.com/valves/SC201401.pdf

  3. popular science august 1959

  4. https://www.worldradiohistory.com/Archive-Electronics-Illustrated/Electronics-Illustrated-1959-11.pdf

  5. Hefte Österreichische Radioschau 1960 bis 1963

  6. https://www.bvws.org.uk/publications/bulletins/pdf/BVWS_Bulletin_44_3.pdf

  7. https://www.pamphonic.co.uk/Radio_Show_1961.pdf

  8. https://www.retronik.fr/DOCUMENTS/revues/radio-constructeur/1963/RC193_11-1963.pdf


Suchbegriffe: Erste Volltransistor TV, Philco Safari, Sony 8-301, Motorola Astronaut, Nordmende Transvista, Teiltransistorisierung, Perdio, Cosem,


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Letzte Überarbeitung: 10.08.26