
Für den der schon alles hat gab es dann noch BEOSAT.
Nach Beogram, Beolink, Beocord, Beolit, Beosystem, BeoVision, Beolab, Beocomp, Beocom und dem Beocenter kam nun BeoSAT* als logische Konsequenz des anhaltenden Booms des Satellitendirektempfanges um 1990, allen Voran mit dem Satelliten ASTRA 19° Ost von dem dänischen Technik-, oder besser gesagt Design Traditionsherstellers Bang & Olufsen hinzu.
*Betreffs der Markenrechte aller Bezeichnungen seitens B&O wird auf den Hersteller verwiesen.
Und es gab sie wirklich:
Die Käuferschicht, die auch wenn sie eigentlich wirtschaftlich nicht in die primäre Zielgruppe gehörte sich letztlich "alles" aus diesem Hause kauften wie mir die Multimedia Ausstattung eines ehemaligen Arbeitskollegen belegte. Besagter war jedoch am Kabelnetz und nicht an einer SAT Anlage angeschlossen.
Zum Thema gehörend führt uns die Szene gegen Ende der 1990er Jahre am Vorabend des parallel aufkommenden und sich bald durchsetzenden Digitalen SAT TV's in die noble Wiener Vorstadtgegend, wo etwas hügelig gelegen die weitläufig angelegte Botschaftsresidenz eines südamerikanischen Landes befindlich war und immer noch ist.
Vor der Tür zwischen den mit „nur für Diplomaten“ gekennzeichneten Parkplätzen stand der damals recht populäre VW New Beetle als lebendige Abwechslung zur diplomatentypischen in schwarz gehaltenen Mercedes E-Klasse als privates Fahrzeug der jungen „Assistenz“.
Die Modernität und Lebendigkeit fand sich auch beim damals neuen Botschafter wieder der die von der Gesandtschaft zur Verfügung gestellten privaten Gemächer entsprechend mit neuem technischem Equipment ausstatten ließ.
Hierzu half ein im selben Bezirk damals angesiedelter exklusiver B&O Händler gerne weiter, der u.a. einen designstarken BeoVision Fernseher mitsamt dem analogen SAT Tuner BeoSat, wie er sinngemäß formulierte „als Rundumblick“ zu dem möglichen Programmangebot dem Botschafter offerierte.
Ein Gerät, und das war eben B&O typisch, welches bei allen möglichen Anschlüssen meiner Meinung nach letztlich in gewisser Weise proprietär geblieben war.
Und dann entgegen der B&O Philosophie mit dem „vermeintlich alles verbindenden“ Beolink System eben doch damals dann mit von B&O nicht erhältlichen Digital SAT Receivern kompatibel war.
Diese zudem Mehrfach angeschlossen, da es noch kein geeintes Pay TV Zugangssystem gab.
Nebst der A/V Umschaltung kamen eben auch noch Spielereien mit der dann nötigen Antennenumschaltung hinzu die eine bestimmte Schaltreihenfolge beim Bedienen nötig machten.
In Summe letztlich wieder ein Komfortverlust zugunsten des hier gewünschten breiten mehrsprachigen Programmangebotes in Spanisch (PayTV), Deutsch (Analog), Englisch (Sky Digital) und Französisch (PayTV).
Wobei eben das spanische wie französische Paket zwar jeweils die baugleichen Receiver verwendete, jedoch es eben kein (legal verwendbares) kompatibles Verschlüsselungssystem gab.
Die junge Assistenz tat sich mit dem Bedienen da naturgemäß leichter denn der am Ende der Karriereleiter befindliche Botschafter.
Wenig Wunder das nach der jeweils zeitlich beschränkten Einsatzzeit der Botschafterberufungen, der nachfolgende Botschafter gleich einen der ersteren Generationen an Flachbildschirmen aufstellen ließ und Medial die Programmflut dann schon fast vollständig digital Verfügbar zudem etwas abgespeckt wurde.
Der BEOSAT Receiver selbst war ein Einbaumodul für die einstige SAT Analogtechnik wie eben ASTRA 1A, 1B etc. 19° Ost oder Eutelsat/Hotbird 13° Ost bereits in der 14/18 Volt Umschaltversion und 2.050 MHz Tuner.
In Erinnerung habe ich noch die elegante Darstellung des SAT Radio analogempfangs.
Dort wo es nach der ersten Beosat Tuner Generation ab Anfang der 1990er Jahre zur Erweiterung des Ku Übertragungsbandes kam, gab es ein per 12V Schaltsignal aktivierbaren Umsetzervorschaltmodul Typ BEOSAT LM/AV Frequency Extender TE4/BAO.
Für die die wirklich den Orbit abscannen wollten, und dafür gab es zweifellos spezialisiertere Marken und Receiver wie etwa Echostar und andere gab es einen ansteckbaren Positioner.
Blieb man jedoch bei dem seitens B&O empfohlenen Systemkonzepten und "üblichen" Satelliten ohne eigene extra bedienbare Pay-TV Decoder (damals PREMIERE, VCII Sky Analog oder das im skandinavischen Raum beliebte TV1000) dann ging das edle Design und komfortable Bedienkonzept elegant auf.
Im Design Wettbewerb wäre die Marke damals u.a. mit LOEWE, vielleicht noch mit METZ oder BLAUPUNKT gestanden.
Bekannte Modelle:
Bestandteil der privaten Hobbywebsite
https://www.scheida.at/scheida/Satelliten_Receiver_Museum/Satelliten_Receiver_Museum.htm
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Updated: 12.07.25