
Bild: To be on Top war sein Job. In LA und auch in Wien... (frei nach EAV)
Ich hatte ihn schon etwas allgemein in der Auflistung meiner Geräte der Unterhaltungselektronik erwähnt.
Diesmal möchte ich hier aber etwas tiefer in die Materie gehen.
Dies angesichts der Frage, ob ich ein so großes Gerät mit dem man "nichts praxistaugliches" mehr anfangen kann und das "zu modern" ist um es auf Dauer unter letztlich immer limitierten Lagermöglichkeiten behalten zu können es Wert ist aufzubewahren.
Zwar hatte ich als junger Erwachsener mit meinem damalig noch in der Lehrzeit gekauften zudem erst rund 5 Jahre alten 36 cm Nordmende Farbfernseher grundsätzlich mein Auslangen.
Der Wunsch aber nach einem größeren Bild wie auch einem besseren Ton hatte sich zunehmend verstärkt.
Hinzu kam, das ich für sehr günstiges Geld einen optisch fast gleich aussehenden fabrikneuen Grundig M70-580 IDTV mit dem damals aktuellen Digi 3 Chassis, also einem 70cm TV mit einen Serienfehler über das Grundig Service erwerben konnte den ich zudem rasch für wenig Aufwand selbst reparieren konnte.
(Das St.by Netzteil für den eigentlichen Netzteil IC hatte in der Fertigung einen falschen da im Wert zu geringen Leistungswiderstandswert verbaut gehabt. Das Gerät schaltete daher immer sofort in den Schutzmodus wegen der zu hohen anliegenden Versorgungsspannung).
Natürlich dachte ich zuerst dieser TV sei nun für wenig Geld mein neuer Großer.
Doch ich sollte mich irren. Zwar funktionierte an dem Gerät alles wie es sein sollte.
Ich konnte ja mit anderen Geräten in der Grundig Werkstatt und wenn ich wollte auch im Hauseigenen Schauraum vergleichen.
Dazu gehörten allerlei Spielereien die damals die neue sogenannte 100 Hz Technik in einem Fernseher möglich machte wie u.a.:
Flimmerfreies Bild,
Standbild und Multibild,
einfaches Bild im Bild von einer externen AV Quelle oder gar dem 2. Tuner im Gerät je nach Ausstattung,
einstellbare Bildrauschunterdrückung, usw.
All das aber konnte mich nicht Blenden, das im Gegensatz zu einem "flimmernden" herkömmlichen 50 Hz Fernseher dieser 100 Hz Typ noch nicht die Brillanz, Konturschärfe und allem voran die Auflösung des bisher bekannten technischen Niveaus hatte.
Es ergab sich, das ein Freund den Fernseher anstelle des von mir ihm überlassenen Philips K9 TV's haben wollte, und der TV für wirklich faires Geld den Besitzer wechselte wo er, mit einem Betriebsstundenzähler versehen, das Gerät in Folge für viele Jahre zudem sehr intensiv nutzte.
Auch dieses wurde eines Tages defekt. Ich hatte ihm jedoch zuvor noch ein komplettes Ersatzchassis samt Digi-Box zukommen lassen.
Bild: ©Grundig Prospekt 1990 by HiFi Archiv.info
So führte es bei mir zum Kauf des analogen 70 cm Grundig Monolith Flaggschiffs mit einem damaligen Goingpreis von über 20.000,- Schilling ebenso zum vergünstigten Kurs aber immer noch mit 14.400,- Schilling eigentlich recht hohen Kaufpreises den ich mir am 20. Dezember 1990 gewissermaßen als "Weihnachtsgeschenk" selbst gönnte.
Bild: Originalrechnung & Lieferschein zur korrekten Ausfolgung mit der strikten Anweisung, wonach das Gerät zu Mitarbeiterkonditionen angeschafft nur für den persönlichen Bedarf zu nutzen ist. Ein Passus an dem ich mich nachweislich genau gehalten habe....
Das war immer noch deutlich mehr als mein Netto Monatsgehalt in jener Zeit als Servicetechniker aber gleichzeitig etwas was ich einfach haben wollte.

Bild: Der Grundig M70-590/9 TOP, Monolith Flaggschiff der angehenden 1990er Jahre. Neben der Multinorm Tauglichkeit, dem 32 Seiten Teletext TOP/FLOF Speicher und vor allem, den Stereoton, den beiden Scart Anschlüssen sowie dem S-Video Eingang bot das Gerät so einiges.
Nach dem Vorjahrsmodell mit dieser Bildschirmdiagonale, dem Monolith 70-490/9 S/text kam die ausstattungsmäßig verbesserte Version auf den Markt.
70cm Black-Line Bildröhre (110° Ablenkung sowie erhöhte Fokus und Leuchtschirmspannung) bei 66cm sichtbarem Schirmbild
Getönte Monolith Frontscheibe
2 x 60 W Musikleistung über 2 Zweiwege-Exponentialboxen
Kopfhörerlautstärke getrennt regelbar
TOP/FLOF Videotext mit 32 Seiten Speicher und Cursorbedienung
Bildschirmanzeige der Sendernummer-/Namen sowie Bild- und Tonwerte, Uhrzeiteinblendung
Multifunktionsdisplay auch für die Normanzeige
Anschlüsse 2 x Scart, S-Video, Kopfhörer, DIN Buchsen f. ext. Lautsprecher, Cinch Audio -Out
Multinorm
für Bild: PAL, SECAM Ost-West, NTSC 4,43 und US 3,58 NTSC,
für Ton, 4,5; 5,5; 6,0 & 6,5 MHz sowie A2 Stereo Ton
CTI Conturenschärfe
Kabeltuner mit Sonderkanälen und Hyperband, 99 Senderspeicher
130 W Leistungsaufnahme
B-H-T: 79 x 52,7 x 46,1 cm bei ca. 44,5 kg Gewicht

Und wer braucht das alles?
Ich, zumindest bildete ich mir damals das so ein.
SECAM für den Empfang der da gerade im Umstellen befindlichen grenznahen Ostsender die ich mit meiner terrestrischen Drehantenne u.a. aus Ungarn, und der nicht mehr existierenden CSSR empfangen konnte.
Dazu bedurfte es des 6,5 MHz OIRT Osttons.
Was er nicht konnte, dass war die Sondernorm des OIRT
Stereotons was aber nicht verwunderlich ist, kam diese doch zudem als
Insellösung am Sender Bratislava erst danach auf.
Bild: Drehbar angeordnet die WISI EA95 Multibandantenne um "alles" empfangen zu können.
Möglich waren u.a der Kanal:
PAL CCIR 05 ORF 1 Wien-Kahlenberg
PAL CCIR 10 ORF 1 Sonnwendstein (Bevorzugt, da ohne Bildreflexionen zu empfangen)
PAL CCIR 24 ORF 2 Niederösterreich Sender Wien-Kahlenberg
PAL CCIR 34 ORF 2 Regionalprogramm Wien-Kahlenberg
PAL CCIR 02a ORF 1 Jauerling/NÖ
PAL CCIR 21 ORF 2 Jauerling/NÖ
SECAM OIRT 03 STV1 Bratislava
SECAM OIRT 27 STV2 Bratislava
SECAM OIRT 31 STV 1 Bratislava
SECAM OIRT 08 CTV 1 Brünn
SECAM OIRT 26 CTV 2 Brünn
SECAM OIRT 09 MTV1 Sopron
SECAM OIRT 22 MTV2 Sopron
PAL OIRT 50 Mischprogramm Bratislava
PAL CCIR 56 nur sporadisch STV2 Slovenian TV Laibach
PAL ??? Markiza TV Bratislava (Privat TV)
Seine Kompetenz in Sachen Kabeltauglichkeit konnte er erst gut 15 Jahre später gegen Ende seiner aktiven Nutzungszeit beweisen, als UPC Telekabel, eigentlich nur wegen dem benötigten Internetzugangs eingeleitet wurde.
Hinzu kam nun, wie schon vom Nordmende bekannt, die Möglichkeit Speicherungen z.B. der Abstimmung ohne dazu aufstehen zu müssen von der Fernbedienung aus durchzuführen.
Selbst die Sendernamen konnten manuell eingespeichert werden und wurden für einige Sekunden am Bildschirm eingeblendet.
Sogar für Grundig SAT Programme vom externen SAT Receiver war dies bei Anwahl mit der Grundig Fernbedienung möglich, ehe die Logo Dauereinblendungen durch die Fernsehanstalten selbst dies ohnedies obsolet machte.
Originär wäre damit in der Analog-TV Zeit an allen Orten Europas trotz unterschiedlichster Fernsehnormen voller Empfang möglich gewesen:
Bild: Es gab verschiedene Multi-RGB Modulausführungen. Hier die noch mit Glasverzögerungsleitung. Links die umschaltbaren Quarzoszillatoren für PAL & NTSC, rechts oben die SECAM FM Diskriminatoren. Rechts die adaptive integrierte Verzögerungsleitung für die Konturanhebung bzw. Korrektur. Letzteres im Gegensatz zu den sonstig verwendeten fest vorgegebenen elektromechanisch arbeitenden Philips 550 - 900nS Verzögerungsbaukomponenten.
Innerhalb Deutschlands ehe in der DDR die Farbe von SECAM ebenso auf PAL umgestellt war.
An den Grenzen zu Frankreich mit SECAM West,
an den Standorten der Westlichen- wie Östlichen Militärmächte in Deutschland wie etwa das AFN in der US Norm, dem Britischen TV Service, Belgischen und den sowjetischen Truppensendern.
Hinzu kam das Wiedergeben von originären US Bildplatten bzw. in erster Linie VHS (ßMax) Videokassetten aus Übersee.
Alles Möglichkeiten für die man noch wenige Jahre zuvor einzeln zu integrierende Adapter und Umsetzer kaufen musste und die wenige Jahre später durch die Digitalumstellung erneut obsolet wurden.
Bild: Auszug aus dem Multi-ZF Modul - Zu erkennen von links nach rechts:
Die I²C Bus Speicher IC's in denen die Kapazitätsdiodenabstimmspannungswerte je nach Norm seitens des Werksabgleichs abgelegt waren. Im Reparaturaustauschfall einer Kapazitätsdiode die zwangsläufig eine leicht andere Kennlinie haben wird, konnte man als freie Werkstatt eine korrekte Einstellung real nicht mehr hinbekommen.
Es hätte aber auch fachlich die Kapaziät "gewöhnlicher" Servicewerkstätten gesprengt.
Die Kapazitätsdioden die jeden ZF Kreis und damit die Durchlaßkurven frei Abstimmbar machten. Mittig das OFW Oberflächenwellenfilter. Oben der für den CCIR Standard Ton 5,5 & 7,74 MHz für den 2. Tonkanal mittels je doppelter (!) Keramikfilter fest vorgegebene ZF Tonkreis. ©Grundig Schaltplan.

Die PHILIPS Typ A66EAK21X01 Bildröhre (made in Germany) wurde durch eine dunkle Kontrastfilterscheibe formschön abgedeckt. Für sie gab es eigene Garantiebedingungen per Garantiekarte.
Wie schon vom alten ITT TV des Urgroßvaters bekannt, hatte auch dieses Gerät hinter der linken öffenbaren Lautsprecherabdeckblende einen gesicherten "Parkplatz" für die Fernbedienung auch wenn ich dies nur sehr selten nutzte.
Bild: Die Grundig TP 661 TOP Telepilot Fernbedienung
Auch die Fernbedienung selbst besaß eine zu schiebende Abdeckblende für weniger häufig benutzte Funktionen was zu intensiven Fingergeschicklichkeitsübungen führte. Die Teletext/Videotextfunktionen waren unter dieser auch abnehmbaren Schiebeblende verortet.
Die farbhinterlegten Tasten waren für die damals neuartige TXT TOP/FLOF Komfortsteuerung.
Hatten einfache Teletext Module keinen Seitenspeicher, was immer ein langes Warten auf das "kommen" der gewünschten Aufgerufenen Seite hatte, so hatte auch unser "alter" Grundig Wog´hnzimmer TV bereits einen programmierbaren 8 Seiten Speicher.
Hier war es gar schon ein 32 Seitenspeicher der zudem dynamisch arbeitete und "mitdachte" was der Zuseher nun sehen will.
Teletext war in der Zeit vor dem Internet, und auch die ersten Jahre parallel für mich und viele andere ein sehr beliebtes Medium für einen raschen Informationsüberblick, über die ausländsischen Sender auch über den österreichischen Tellerrand hinaus.
Hinten unter einer Klappe gab es das Fach für die obligatorische 9V Blockbatterie der Fernbedienung.

Bild: Umfangreiche Dokumentation hat sich erhalten, von der Bedienungsanleitung, über die Rechnung, Auslieferschein, Bildröhrengarantiekarte, Gerätegarantiekarte bis zum TOP/FLOF Nutzerwerbeblatt einer Fernsehanstalt,
Die Ton und Bildeinstellung einschließlich des TINT Farbtons bei NTSC war nun fernbedienbar. Letzteres war zuvor bei den Multinormmodellen lediglich unter einer Abdeckklappe rein manuell einstellbar gewesen.
Es konnte als Spielerei verwendet werden, da doch die ersten Digital SAT Receiver wie u.a. die modifizierte D-Box auch in den NTSC Ausspielformat umschaltbar waren.
Letztlich denoch bereits überholt, da auch per RGB direkt die volle Qualität vom Zuspielgerät zum TV genutzt werden konnte. Was dann aber anders als bei PAL/NTSC nicht passte war der eher flaue Kontrast dabei.
Es waren aber auch unsere Zuseheraugen noch nicht an das nun neue linealglatte Digitalbild gewöhnt was einen Vorzug an die leichte Grobkörnigkeit der PAL Bilder gab.
Nur einmal hatte ich eine reale Anwendung für die S-Video Hosidenbuchse, die es am Gerät eben für S-VHS Recorder bzw. Camcorder gab.
Auffällig, das diese exklusiv nur mit S-VHS tituliert ist, Das 1989 erschienene Hi8 Format von Sony die neutrale Systemformulierung S-Video Eingang gefordert hätte.
Einmal borgte ich mir im Service so einen Grundig-Matsushita Camcorder Clon zum Experimentieren aus was einen leichten Unterschied in der FBAS und getrennten Y/C Darstellung ausmachen ließ. U.a. mit weniger wahrnehmbaren Farbmoiree.
Etwas was aber selbst im FBAS Modus der stetig weiterentwickelte Grundig CTI Farbschaltung bereits auch so recht gut beherrschte ehe noch später u.a. eben bei den Digitalchassis das digitale Kammfilter diese Probleme noch besser abarbeiten vermochte.
Die zum Teil verwendeten (austauschbaren) RGB Bausteine hatten bereits die glaslose CCD "Eimerkettenschaltung" für die Signalverzögerung des Farbartsignals integriert.
Hi-Fi für die Aktivierung des Cinch Audio Einganges einer externen Quelle.
Die PIP (Bild im Bild Funktion) war bei meinem Gerät nicht ausgeführt.
Die leicht abgenutzte VIDEO Taste zeugt von der Verwendung der Doppelebene mit unserem GRUNDIG VS-410 VPS VHS Videorekorder über einen zudem selbst gebauten Infrarotsignal Repeater der "durch die Wand" ins Wohnzimmer hinein senden konnte.
Die SAT Taste wäre für die ebensolche Steuerfunktion eines GRUNDIG SAT Receivers, wie etwa unseren Grundig STR12 gewesen, wobei ich hier schon "autonom" mit eigenen Geräten wie dem Philips STU-804 auf Empfang war.
Auch wollte ich "alles" sehen, und stellte das Gerät bewusst in einer Art "underscan" Modus ein wie es sonst nur bei Studio- und Kameramonitore üblich war.
Damit ließen sich Bildinhalte noch sehen die sonst "unter Ausschluß der Öffentlichkeit" liefen.
Dies schloß das Sichtbarmachen des sonst nicht sichtbaren rund 0,5 bis 1 cm Bildinhalts links/rechts sowie oben wie unten ein.
Der Nachteil war, je nach Sender konnten dann schon einmal die Austastsignale des Fernsehbildaufbaues leicht störend sichtbar werden.
Ich benutzte das Gerät relativ viel.
Einmal nach rund 6 Jahren wurde es defekt, es müsste die Hochspannungskaskade gewesen sein, die den dann damals geschuldeten Umständen von einem bekannten Techniker getauscht wurde.
Bild: Spannende Einblicke auf den Hochspannungsteil

Bild: Der dänische ERNITEC Halterahmen für die Deckenmontage mit gar einem "eigenen" Satelliten.
Zeitgleich als ich die Halterungen für meine Lautsprecherboxen aus der Philips Lagerräumung bekam, war dabei auch eine professionelle Ernitec TV Halterung für die hängende Deckenmontage eines Monitors dabei die ich ebenfalls montierte.
Nun hing der Apparat platzsparend und elegant an der Decke wie ich es erstmals um 1987 in der Grundig Lehrwerkstätte oder in Filmen zuvor gesehen hatte.
Was an dem Fernseher leider ein "Schuß ins Knie" war, das war der Gedanke damit nun einen schönen Stereoton vom terrestrisch empfangenen ORF zu erhalten.
Gepasst hatte es zweifach nicht:
Die Ton-Endstufe, wenn ich beispielsweise ein SAT Programm zudem mit guter WEGENER Ton Entzerrung per AV Scart Kabel ansah hatte immer eine Art Netzteilzirpen im Ton.
Bild: An der Leistung der TDA2050 Verstärker IC's selbst lag es ja nicht. Selbst für ausreichende Kühlung war gesorgt. Das "Feintuning" des Tonkreises aber war Verbesserungswürdig. Vorsicht beim Abstecken der zweipoligen Stecker da Verwechslungsgefahr.
2. Wie ich erst später in Dänemark bei einer Konferenz erfuhr, ging dies in Zusammenhang mit dem in skandinavischen Ländern verwendete NICAM Tonsystem die Thematik ähnlich weiter.
Was dazu führte, das ich den TV Ton über die externe Stereoanlage führte und die Grundig Lautsprecher vollständig abschaltete.
Der zweite Fehler bzw. eine unbefriedigende Qualität war der A2 Stereoton selbst, wenn er vom ORF bei einer entsprechenden Sendung mitausgestrahlt worden ist.
Bild: Auszug der Schaltung von zwei der vier Tonendstufen mit einer symmetrischen Versorgungsspannung +G & -G gespeist. Schon am Ende der Popularität würde ich die Verwendung von DIN Lautsprecherbuchsen werten.
Der einzige Vorteil war die im Idealfall immer richtige Polarität sowie die automatische Abschaltung der eingebauten Lautsprecher.
Auch hier war ein noch stärkeres Zirpen, ähnlich dem bekannten "Intercarrierbrumm" im Ton zu hören was ich auch einmal beim Freddy Mercury Tribut Konzert mit aufgenommen habe.
Ob es für diese Mängel vielleicht später Modifikationen gab habe ich nicht mehr erfahren.
Gleich am Anfang kaufte ich einen SIEMENS Spezial IC für den Teletext Baustein. Dies um auch die Ostsprachen bzw. Schriftzeichen des z.B. slowakischen Teletextes korrekt am Bildschirm wiedergeben zu können.
Es lief seinerzeit auf einen Kompromiss hinaus:

Der richtige Schriftsatz, aber dann generell keine Textseitenspeicher, oder "nur" der deutsche Standard Schriftsatz mit dem 32 Seitenspeicher.
Letztlich hatte ich mich für zweiteres entschieden.
Bild: Das GRUNDIG TOPTEXT 29504-108.71 Modul mit dem TXT IC SAA5243P/H.
Ebenso zu erkennen das mit einer Kühlfahne versehene Längsreglernetzteil wohl von 12V auf 5V, die beiden Systemtaktquarze 13,875 MHz sowie 6,0 MHz, als auch der Einstelltrimmer für den Frequenzgang bei den höheren Frequenzen insbesondere wenn es Probleme in der Antennenanlage gab.
Nach seiner Zeit der intensiven Alltagsnutzung kam das Gerät als Zweitfernseher Mitte der 2000er Jahre in Altersteilzeit ins Schlafzimmer ehe er später bei einem Freund bis in die 2020er Jahre zumindest Gelegentlich eine Bildwiedergabe bot wenngleich es auch da aufgrund der Abschaltung der SD Satellitenübertragung nicht mehr ganz zeitgemäß war.
2025 bot sich der Anlass noch einmal das Gerät genauer unter die Lupe zu nehmen, um zu erforschen wo er denn nun in seinem Inneren nach rund 35 Jahren stand.
Bild: Die größte Hetz fand sich im Netz(teil)
Basics:
Es traf damals wie dann bei mir selbst aktuell nicht nur Grundig, dass die verbauten Netzschalter von Preh wahlweise elektrische Defekte an den Schaltkontakten oder mechanische Fehler aufwiesen.
Ich erinnere mich an Ex-Kollegen Ludwig W. der schon vorsorglich für seine Feierabend Privatkunden die er mit der Mercedes S-Klasse anfuhr die Schalter aus Altchassis nicht ohne Grund ausschlachtete. Auch ich hatte einmal einen ITT 36cm TV wo der Netzschalter Ursache des Hauptübels war.
Hier konkret rastet er mechanisch warum auch immer nicht mehr in der Einschaltstellung ein, was temporär für den Test durch das Einklemmen eines Kartonstücks gelöst wurde.
Fachfreunde
unter sich, allen voran mit dem befreundeten Profi Josef H. mit dem sofortig
richtigen Blick für die relevanten Bauteile, zudem Grundig Fertigungswerk Wien
12 Veteran, machte gleich einen defekten Elko in der Sekundärnetzteilseite aus
dessen Austausch mit einem ähnlich verfügbaren Wert den TV umgehend starten
ließ.
Die Sicherheitsschaltung des Netzteils ließ ihn zum Glück zuvor nicht starten was die zudem nicht zu Hause lagernde Einlötsicherung damit rettete.
Bild: Der gute Kontrast und die Zeichenschärfe 2025 legte schon einmal eine Latte seitens der Bildröhre vor...
...die von den realen Messwerten mit dem MÜTER BMR 95 Messgerät mit gut 1 mA plus bei fast identen Werten aller drei Systeme bestätigt wurden.
Und das, wiewohl das Gerät in Sachen Betriebsstunden für mindestens gut 10 Jahre nicht geschont wurde, wenngleich stets mit der Kontrasteinstellung sorgsam umgegangen wurde.
Bilder: Grundig Modelnummer und Chassis CUC 5860 Typennummern sowie die Seriennummer im Inneren. Max. 130 Wh Verbrauch.
Bild: Das Schaltnetzteil mit je nach Ausführung unterschiedlicher Detailbestückung. Die seit Grundig Gedenken (© Willibald Penzinger) stets +A genannte Horizontalendstufenversorgungsspannung wird als Regelgröße per Optokoppler in den Netzteil IC rückgeführt.
Rechts ein defekter Elkos im Sekundärnetzteil an meinem Gerät. ©Grundig Schaltplan
Bild: Das übersichtliche Chassis mit den Grundig typischen Steckmodulen u.a. für Audio sowie Teletext und Vertikalablenkung nebst Tuner und Multinorm-ZF. Zwei geschlossene Kunststoffboxen beinhalten den Bass wie auch Hochtonlautsprecher. Lediglich die Kunststoffhaltebügel für die Module und Kabel sind schon etwas brüchig geworden.
Bild: Übersichtliche bereits vollintegrierte Schaltung der 110° Vertikalendstufe. Lediglich an der Batterie an Einstellreglern musste man sich zu orientieren wissen. ©Grundig Schaltplan
Bild: Links und rechts im Gehäuse oben sind die Bedienteile mit dem bereits integrierten Telefunken IR Empfänger und die Siebensegment Display, Stereo Indikator sowie Farbnormanzeige.
Bild: Bildröhrensockelplatte - Die Fassung wurde gleich beim Geräteerhalt getauscht.
Bild: Es gab zwei Schaltungen: Einmal bereits mit IC Treiber und die noch analog-diskret aufgebaute Treiberstufe wie in meinem. Drei Regler galt es für die Arbeitspunkte der Katodenansteuerung und der Schirmgitterspannung einzustellen. ©Grundig Schaltplan
Damals bekannte Kinderkrankheiten wie auszugsweise eine fallweise durchschlagende Bildröhrenfassung tauschte ich noch in der Grundig Werkstatt ehe es damit zu den Fernseh-Weihnachtsfeiertagen nach Hause ging.
Ein damaliges Topgerät was ich mir geleistet habe und nun in der Erinnerung zwar nostalgisch, aber wie ich denke real hinsichtlich seiner Eigenschaften verbleibt.
Lediglich die Sache mit der Tonqualität bleibt als zum Teil deftiges Manko auf der Soll Seite.
Nicht ohne Grund wechselte ich an der Grenze zum Übergang zu LCD Fernsehgeräten noch zu einem gebrauchten SONY Trinitron TV anstelle des funktionierenden GRUNDIG was der besseren Auflösung, dem Kontrast und der Schärfe geschuldet war.
Die Eingangs gestellte Frage jedoch, was ich nun mit dem Gerät anfangen soll bleibt bis auf weiteres unbeantwortet. Noch hat er seinen Platz....
Eigenes Originalgerät mit Ser. Nr. 024900 aus 1990 stammend
Diverse Originalunterlagen und Dokumente zum Gerät
https://obsoletetellyemuseum.blogspot.com/2011/08/grundig-m70-5909-top-monolith-year-1990.html; abgerufen am 1.7.2026
CUC 5860 Schaltbild von Elektrotanya, abgerufen am 1.7.2026
©
Textzusammenstellung 8/2025 - 7/2026; W. Scheida/Wien Medienhistoriker, zu www.scheida.at gehörendLetzte Überarbeitung: 03.07.26