Das Mittelwellen Heimsenderlein mit Dual-Gate FET Technik; 

Ein Gerätenachbau mit Modifikationen nach Roschy & Heigl

Vorwort: Mit 2011 war man schon mittendrinnen in der Zeit, in der nach und nach die bisher bekannten AM Sender für den Mittelwellen, den Langwellen aber auch Kurzwellenbereich abgeschaltet wurden, da aufgrund des zumeist guten UKW aber auch der vermehrten Internet Verbreitung die Verantwortlichen die Notwendigkeit für den Unterhalt und oftmals auch teuren Instandhaltungsarbeiten nicht mehr sahen.

Paradebeispiel für Wien war die Sprengung der beiden schon jahrelang stumm gebliebenen Sendermasten am Bisamberg im Jahr 2010. Damit war vielfach Schluß mit einem hineinhören in eine Radiosendung mit alten reinen AM Radios.

Dem Wunsch nachkommend, bei meinen geplanten Radioseminaren auch praktische Vorführungen von Radio „Sendungen“ zu zeigen anhand derer selbst reine Mittelwellen AM Geräte wie auszugsweise erwähnt den "Österreichischen Siemens Grazioso" oder mein Selbstbau Nachkriegs Notradio wieder zum Leben erwachen, motivierten mich einschlägige Vorschläge hinsichtlich "Heimsender" & Modulatoren im RM.org zu studieren.

Der dort angeführte aktuelle (2011) Einfachvorschlag aus der „gleichen Schmiede“ kam leider zu spät für mich weshalb es etwas umfangreicher wurde.

Achtung: Der Autor beschreibt die theoretisch technisch mögliche HF Ankopplung von einem Modulator mit einem Rundfunkgerät. Für den tatsächlich praktischen Einsatz falls fernmeldebehördlich zugelassen, sind die einschlägigen Vorschriften zu beachten.

Nachdem zuvor gemachte eigene Versuche mit einem induktiv rückgekoppelten Oszillator zwar funktionierten, hinsichtlich der Modulationsqualität aber deutlich zu wünschen übrig liesen, wandte ich mich den Verschlägen von Herrn Roschy hin.

„Auf die Schnelle“ war dort aber das mechanische Maß des Prints bzw. eine Lochrasterplattenübereinstimmung nicht herauslesbar, sodass ich mich dem Vorschlag von Autoren und Sammlerkollegen Herrn Heigl anschloss, der auch gleich Hinweise zur „Print Herstellung“ lieferte.

Bei dieser Gelegenheit sei beiden Herren für ihre Arbeit gedankt, da mir und sicher auch anderen Bastlern mit Erfahrung bei all den Modifikationen der Unterschied zwischen einer kompletten Neuentwicklung und einem Nachbau durchaus bewusst ist.

Nachstehend zeige ich Fotos des entstandenen Werkes.

 Selbstbau AM Mittelwellen HF Modulator, alias "Heimsenderchen" mit Beschriftung

Bild: Der HF Modulator, alias "Heimsenderchen" mit Beschriftung

Was fehlt, ist noch das Einkleben der Schaltung und event. das Einbauen einer DC Buchse für einen Netzteilbetrieb sowie einem „Typenschild“.

Aufbau:

Es sollte alles mechanisch stabil in einem Kleingehäuse platz finden das auch mobil eingesetzt werden kann.

Um eine Alternative zu einer vordefinierten Festfrequenz zu haben brachte ich einen Umschalter mit einer weiteren Parallelkapazität an, mit dem Resultat, dass die zweite Frequenz seltsamerweise nun höher denn niedriger wird?

Das Drehen an der FET Arbeitspunkteinstellung brachte in der Praxis nichts. „Optimaler“ Punkt blieb stets der Anschlag auf Masse.

 

 Innenaufbau des Mittelwellen AM Heimsenderleins - HF Modulators zum Testen von AM Röhrenradios

Bild: Innenaufbau des AM Heimsenderleins

"Printplatte“ nach dem Muster von Herrn Heigl:

Da ich mit Chemikalien etc. nichts am Hut haben wollte, zudem zu erwartende Modifikationen letztlich ein mehrmaliges Ätzen erforderlich gemacht hätten entschied ich mich die Variante von Herrn Heigl nicht nur für die Schaltung sondern auch für den „Printaufbau“ zu wählen.

Mein Fehler war einmal die Wahl einer Lochrasterplatte mit Lötaugen anstelle der empfohlenen ohne Lötaugen. Meine Altbauteile erforderten zudem ein vereinzeltes Aufbohren der Normlöcher.

Bei aller Einfachheit würde ich dennoch diese Variante nur empfehlen wenn man etwas 1:1 nachbaut und alle passenden Teile wie im Original hat. Ein späteres Abändern ist eine ziemliche Prozedur – auch und gerade dann wenn man Bauteile wieder austauschen will oder muss.

Hier würde ich zwar den Platzierungsvorschlägen und Layoutempfehlungen weiter folgen, aber ohne „Leiterbahn“ Entwurf an die Platte geklebt arbeiten.

So würde ich Bauteile wie bei mir früher üblich direkt auf die Lochrasterplatte löten und die Verdrahtung mit eigenen Schaltdrähten und nicht mit den Überlängen der Bauteile herstellen um im Fehler-/Reparaturfall leicht einen Austausch oder ein Umplatzieren zu ermöglichen.

Teile:

Ich war bemüht, möglichst auf bereits vorhandene Teile, zum Teil gar noch aus meiner Ausschlachtbastelzeit als Kind stammend zurückzugreifen.

Lediglich bei den Widerständen legte ich mir vor Jahren ein Neusortiment zu das hier seinen Dienst verrichtete. Die Hauptinvestition war weiters ein 500 Teile Kondensatorsortiment von Conrad Electronic, da ich mir das ewige zudem meist erfolglose Suchen nach den gefragten Kleinkapazitäten ersparen wollte.

Den Mosfet bekam ich bei Technotronic in 1100 Wien, ein Geschäft dessen Auftritt bei aller Freundlichkeit eher den späten 1970er Jahren zuzuschreiben ist. Dort fand ich auch sehr preiswert das Gehäuse mit Batteriedeckel. (PS: Die Filiale 1210 Wien gibt es nicht mehr)

Hauptthema sind trotz der Einfachheit und der Wahl eines kapazitiven Teilers beim Oszillator dennoch die Induktivitäten für Spule und Drossel, wobei erstere in Form einer alten Grundig ZF Filterspule vorhanden war, und bei der Drossel empirisches probieren mit Lagerbeständen angesagt war. Und kurz vor der verzweifelten Resignation endlich eine halbwegs brauchbare gefunden war wenngleich hier wahrscheinlich noch nachbesserungen Sinn machen werden sofern man einen besseren Klirrfaktor erreichen will.

Dieser ist auf nachstehenden Bildern zu erahnen. Ohne der „Last“ des 1 zu 10 Tastkopfes wird er womöglich noch einen Hauch besser sein.

Modulationsbild des Heimsenders Modulators sowie sichtbare Verzerrungen

Modulationsbild, Hüllkurve des AM Heimsenders Modulators mit sichtbaren Verzerrungen

Bilder: Modulations X/Y Darstellungen sowie Hüllkurve mit Verzerrungen


Das aktuelle Modell wurde im Ausgangsschwingkreis verbessert. Weiters wurde eine induktive Antennenankoppelung über einen Ferritstabantenne erfolgreich durchgeführt.

 

 

Bilder & Text © W. Scheida 1/2013; Textupdate 4/2022

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