Die EUMIG >Eumigette< Typen 382 / 384

 

Viel bestaunt – wenig bekannt. Den Legenden zum österreichischen Wirtschaftswunder-Radiobeitrag auf den Zahn gefühlt.

 

Der österreichische Radiogerätehersteller EUMIG und die EUMIGETTE als rundfunktechnischer Beitrag österreichischer Ingenieurskunst

 

(!) Geteilter Beitrag: HIER finden Sie den Teil zum Unternehmen EUMIG

 

 

Eumig Eumigette 382W

Bild: Die Eumig Eumigette Typ 382W als den Bestseller jener Tage um 1955 ebenso auf Verkaufsplattformen

 

Einleitung

 

„Eumigette“? Kennen wir ohnehin wird ein österreichischer Radiosammler sagen. Von der müsste ich zwei, drei Geräte im Keller stehen haben.

So dachte auch der Autor, als der Zufall ihm dieses Thema zuspielte und er sich mit der Aufgabe konfrontiert sah all das, was man „ohnehin wusste“, einmal etwas genauer zu hinterfragen.

Aus einem kurzen Nachmittagsartikel wurde so eine Arbeit die sich gar über viele Monate hinzog. Dabei konnte ich nette und interessante Menschen als Zeitzeugen, die zudem einst selbst am Gerät Hand angelegt hatten, interviewen.

 

Doch lesen Sie selbst.

 

Was den hiesigen Auto-Oldtimersammlern der PUCH 500 (alias FIAT 500) ist, das darf für den österreichischen Radiosammler das Radiogerät Eumigette 382 des Herstellers EUMIG sein. So gibt es als Gemeinsamkeit die hohe Marktpräsenz einst wie auch noch heute, jedoch mit dem Unterschied, dass die Eumigette in der beschreibenden Literatur kaum Platz gefunden hat.

 

Dieser Beitrag soll das ändern, denn kaum eine Internetauktionswoche oder ein Fachflohmarkt kommt ohne sie aus. Vor wenigen Jahren lagen die Preise in der Bandbreite einer bescheidenen Anerkennung, neuerdings können dreistellige Beträge erzielt werden [1], wenngleich die Filmgerätschaften des gleichnamigen Hauses ungleich häufiger vertreten sind.

 

So steht sie natürlich auch bei mir zu Hause und löst, bei all ihrem Verzicht auf überflüssiges vielleicht gerade deshalb bis heute eine stille Faszination aus.

 

Ein unaufdringliches kompaktes Äußeres, und der ausgewogene Klang, der irgendwo zwischen AM und Hi-Fi angesiedelt ist und sich vom heutigen Digitalprasseln gefällig unterscheidet, sind die überzeugenden Merkmale dieses Radiogerätes.

  

So kommt mitunter der Wunsch auf, etwas mehr über die Ära in der das Gerät „seine Zeit“ erfahren zu wollen, aber auch wie man es fachgerecht instand setzen und spielbereit halten kann ohne dabei die Substanz zu schädigen oder der darin konservierten Aura verlustig zu gehen.

 

Dieser Beitrag soll diesem Unterfangen dienlich sein und alle nötigen Informationen möglichst gebündelt bieten.

   

Inhaltsverzeichnis zum Radiogerät "EUMIGETTE":

Die Eumigette:

 

 

  

 

Der Wettbewerb:

 

Zum Vergleich sei AUSZUGSWEISE das Angebot des inländischen Wettbewerbs gefiltert nach (fast) gleicher Röhrenbestückung, Wellenbereichen und Ausstattung angeführt:

 

 

Nach diesem großen Markterfolg dem vielleicht noch 1959 der >EUMIG OK< Transistorradio mit rund 200.000 Stück folgte lief wohl die Summe der verkaufbaren Innovationen der EUMIG Radio/Fernsehabteilung aus. 

 

1962 war dann bei EUMIG Schluss mit der Radiofertigung. Diesem Beispiel folgte auch das ganze Unternehmen im August 1981 [8] mit seiner Insolvenz als klassischer Prototyp für viele anderen der übrigen europäischen Filmgeräte und Unterhaltungselektronikindustrie. Als späte Highlight´s sind auszugsweise das EUMIG Metropolian und das FL-1000µP als High-End Kassettendecks zu nennen. Abgerundet wurden die Hi-Fi Serien mit Fernost Zukäufen u.a. von Verstärkern und Tunern. Im Programm gab es auch die EUMIG Fernsehüberwachungsgeräte. Auch s/w Handvideokameras für erste USA Videocassettenrecorder wurden leider kommerziell ob des Wechselkursrisikos nicht erfolgreich exportiert.

Die Marke wurde aber wie so manche andere auch ob ihres guten Images zwischenzeitlich reanimiert und bietet vom Funk-Türgong bis hin zum Energiezähler auch in der unteren Preisklasse Artikel an [16].

 

Der 500.000. Eumigette wurde in einer mehrmals aufgelegten Sonderbriefmarke im Jahr 2009 vom Förderverein EUMIG Museum Guntramsdorf gedacht. Ein Verein der in Sonderausstellungen Österreichweit dem elektronischen- wie vermehrt auch den optischen Produktionszweigen sowie den einst wirkenden Mitarbeitern gedenkt und mit März 2012 ein eigenes Museum in Wiener Neudorf erhalten hat.  

 

Das Gerät:

 

In den Händen haben wir ein Gerät mit echt furniertem Gehäuse wahlweise in den Ausführungen mittelhell bis dunkel glänzend sowie der seltenen Ausführung hell-matt [2].

 

Hier finden wir eine einfachste Bedienungsführung mit insgesamt sechs Funktionen vor wovon eine verdeckt angebracht ist.

So bleibt es bei der Bandwahl MW und UKW (natürlich nur bis 100 MHz, später 104 MHz), dem AUS Schalter, der rechts angebrachten Senderwahl sowie dem linken Lautstärkeregler welcher durch Ziehen des Knopfes eine Tonblende (Höhenabsenkung) zuschaltet.

 

Die Sendernamen auf der Skala zeugen vom nun freien Österreich nach den vergangenen 10 Jahren der Fremdbesatzung. Die jeweils regionalen UKW Sender I & II sind ebenso eingezeichnet (Ö3 folgte erst ab 1. Oktober 1967 also nach der Eumigetten Ära).

 

Sogar ein magisches Auge respektive einer Fächeranzeigerröhre hat er symmetrisch mittig angeordnet. Dessen angenehm grün schimmerndes Leuchten, neben der Skalenbeleuchtung und einem kompakten leicht „putzig“ wirkendem Gehäusedesign sind wohl mit ein Grund seiner noch heute großen Beliebtheit.

 

Der angemessene Klang kommt dabei aus einem 15x10 cm Ticonal-Ovallautsprecher aus dem Hause PHILIPS, der zudem die einfach ablesbare Fertigungszeitangabe (Woche/Jahr z.B. 22/56) aufgestempelt trägt was bei jeder Eumigette zumindest Grobzuordnung des Herstellerzeitpunktes ermöglicht.

 

Philips Ticonal Lautsprecher

Bild: Der Philips Ticonal-Ovallautsprecher mit der Angabe von Fertigungsjahr und Woche

Was fehlt, und ihn damit von größeren und höherpreisigen Zeitgenossen unterscheidet, sind wie sie bemerkt haben, der LW & KW Bereich, einem Ausgang für einen Zweitlautsprecher sowie ein Phono-Eingang der bei den Wechselstromausführungen erst im fortgeschrittenen Serienfertigungslauf hinzu kam.

Ebenso gibt es kein UKW Einbaudipol und keine AM Ferritantenne. Diese ist durch eine innenseitig eingeklebte als >Dachantenne< bezeichnete Aluminiumfolie „ersetzt“.

Viele damals übliche Features konnte technisch natürlich auch EUMIG anbieten wie auszugsweise im bereits zuvor erschienenen optisch ähnlichen Modell Eumigo 380W/380U.

Eumig Eumigo Bild: Eumig Eumigo 380

Da die Chassis grundsätzlich ident mit der >Phono-Eumigette< sind, gibt es zwar die Ausnehmungen für die dort vorhandenen Zweitlautsprecher Buchsen, die in der normalen Eumigette als Phono Buchsen ausgeführt sein würden.

Jedoch in der ersten Eumigetten Serie keine Verschaltung für den Phono-Eingang vorhanden ist die dort über gemeinsames Drücken der MW & UKW Taste erfolgt.

Abzuliefern war seitens EUMIG auch hier stets der Obolus für die Patent-Lizenznahme an die Aga-Hazeltine für dessen Nachweis ein Wasserabziehbild an jedem Chassis Zeugnis ablegt [3],[6].

AGA-Hazeltine Lizenzaufkleber auf Österreich Radios

Bild: Der AGA-Hazeltine Lizenzaufkleber, obligatorisch auf jedem Gerät

Welche Detailerfindung sich konkret hinter der Lizenz verbirgt, angesichts dem Umstand, dass die hauptsächlich genannte Neutrodyne Schaltung bereits in den 1920er Jahren erfunden wurde ist nicht bekannt.

In jedem Fall war sein Erfinder, respektive das dahinter stehende Vermarktungsinstrument von Dr. Alan Hazeltine für gut 1.000 fachbezogene Patente seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart verantwortlich wie uns eine Kurzrecherche beim Deutschen Patentamt bestätigt.

Technik:

 

Mechanik:

 

Aufgebaut ist das handverdrahtete Gerät auf einem soliden Aluminium Chassis das mit sieben Standard Novalröhren auf eingenieteten Pressstofffassungen bestückt ist.

 

Eumig Eumigette W 382W Chassis

Bild: Das Chassis der Eumig Eumigette W, die EZ80 wurde gegen einen reversiblen steckbaren Halbleitergleichrichter ausgetauscht

 

Die Anordnung der Filterabdeckungen und Transformatoren folgt dem elektrischen Aufbau weitgehend unspektakulär.

 

Lediglich der Netztransformator gleich bei den Antennenbuchsen verortet und am anderen Chassisende der NF Verstärker fallen auf.

 

Das Gehäuse weist die Abmessungen 347 x 249 x 186 oder 191 mm B/H/T bei einem Gewicht von 5,9 kg auf.

 

Rückseitig sind die Anschlüsse für die MW Hochantenne, Erde, dem UKW-Dipol bzw. einem Lambda ¼  Drahtstück und dem Phono-Tonabnehmereingang der wie geplant, ab etwa der Serie 2 auch elektrisch ausgeführt wurde.

 

Elektrisch:

 

Die jeweilige Röhrenbestückung unterscheidet sich naturgemäß vom Verwendungszweck, da es auch die Eumigette, geschuldet den noch weit verbreiteten Gleichstromnetzen in Österreich natürlich ebenso als Allstromausführung geben musste.

 

Mittelwelle: 510 – 1.620 kHz mit 7 AM-Kreisen, davon zwei veränderbar durch C - Kondensatorabstimmung,

 

UKW: 86 - 100 (101) MHz, später 104 MHz, mit 9 FM-Kreisen, davon zwei veränderbar durch L - Induktivabstimmung,

 

Eumig Eumigette W UKW Abstimmung Bild: Das Chassis von unten

 

und eine ZF von 480 kHz /10,4 MHz, später ab Serie 2 die üblichen 460 kHz /10,7 MHz.

 

Auffällig dafür ist, dass das Allstromgerät bereits den Phonoanschluß ausgeführt hatte wiewohl die zusätzlichen Kondensatoren im Vergleich zur Wechselstromvariante einen Mehraufwand darstellen. Im Gespräch mit ehemaligen EUMIG Mitarbeitern [15] wurde mir die unbeliebtheit der Allstromvariante in der Fertigung ob des erforderlichen Sicherheitsaufwandes geschildert, wie auch der Serieneinbau der Phonobuchsenbeschaltung aus selbigen Gründen um möglichen „Schlampereien“ in Fremdwerkstätten, die die „nächstbesten“ greifbaren Koppelkondensatoren einbauen würden hintanzustellen. So lief eben die U Version auf „Sparflamme“.

 

Auch konnte die Allstromvariante nie die Stabilität der Wechselstromausführung erreichen [15].

 

Eumig intern:

 

[15] berichtet über die anfängliche Ablehnung im Ausmaß eines Boykots des Fachhandels die Eumigette in das Verkaufsprogramm aufzunehmen da deren Preis zu billig und die damit verbundene Handelsspanne zu gering ausfallen würde.

 

Bild: Für damals ein gar unverschämter Preis mit nur öS 999,- Schilling für ein UKW Gerät!

 

Der Erfolg kam letztlich über den „Druck der Straße“ in der Form, dass die stetige Kundennachfrage nach diesem Gerät mehr und mehr Händler bewog lieber ein paar Eumigetten zu verkaufen als auf diesen Umsatz weiterhin verzichten zu wollen. Der Rest ist Geschichte.

  

Was die Fertigungskosten betrifft so konnten öS 130,- netto für das zugekaufte Gehäuse in Erfahrung gebracht werden das ein Unternehmen das auch im Sportflugzeugbau tätig war lieferte.

 

 

Der Fertigungsablauf:

 

Es wurden bei EUMIG in der Regel jeweils 10.000er Chargen der einzelnen Typen aufgelegt die entsprechend abgearbeitet wurden.

 

Vom Band wurde das Chassis übernommen, die Röhren eingesetzt und ein Vorprüfer kontrollierte „ob es geraucht hat“ und man gleich reparieren konnte. Wenn nicht, dann wurde erneut in ein Regal abgestellt wonach Reparaturtechniker z.B. Zinnschlüsse und andere Fertigungsfehler behoben. 

 

Am zweiten Arbeitsplatz erfolgte die ZF Einstellung für UKW und MW.

 

Am dritten kam es zum Skalenabgleich (Gleichlauf) für MW & UKW.

 

Es folgte bei Funktion die „Hochzeit“ mit dem Chassiseinbau in das Gehäuse.

 

In einer Prüfkabine nahm dann eine geschulte Mitarbeiterin mit Gummihammer ausgerüstet als stellvertretender späterer Kunde das Gerät in Betrieb wo die Funktionen getestet wurden und mögliche Fehler wie etwa störende Rückkoppelungen etc. registriert werden konnten.

 

Es folgte das Verpacken, mit zuvor angebrachter Rückwand, der Bodenplatte, der Fußleiste, und dem Garantiekärtchenanhänger.

 

Eumigette Garantiekärtchen Anhänger

Bild: Der etwas schlampig unvollständig ausgefüllte Garantie bzw. Prüfanhänger

 

Zur Kontrolle gab es ein Kistchen mit Klebeetiketten mit Seriennummern und einem gleichlautenden Abriss.

 

Eumig Radiokarton Abrisszettel

Bild: Der Klebezettel am Beispiel einer Eumigette U 382U

Auf Basis der Chassisseriennummer wurde die zugehörige Klebeettikette herausgenommen und an den Karton aufgeklebt.

Der zugehörige Abriß wurde bei der Lagerübernahme entfernt und in ein eigenes Seriennummernbuch eingeklebt. Diese Tätigkeit wurde akribisch von einem gewissenhaften Mitarbeiter (Herrn Macholder) übernommen.

 

 

Bevor die Geräte später von Wr. Neudorf nach Wien ins Fertiglager versand wurden, kam der Abgleich der Seriennummern der Geräte mit den Garantiekärtchen sowie dem Seriennummernbuch wo nach Ablauf der 10.000er Chargen Fehler wie etwa Zahlendreher (u.a. 96 mit 69) gnadenlos ans Licht kamen wenn plötzlich Geräte ohne Nummern oder Nummern ohne zugehörigem Gerät aufschienen.

Und das bei 400 – 500 Radiogeräten zu Spitzenzeiten am Tag für alle Modelle.

 

Dann hieß es ab ins Fertiglager nach Wien, wo die ganze Mannschaft sich auf die Suche nach dem fehl nummerierten Gerät zu machen hatte und das Gerät wenn gefunden umgepackt bzw. ausgetauscht werden musste. Schlimm wurde es wenn es schon ausgeliefert war und eine Art juristische Konsequenz nach sich zog.

Womöglich wegen steuerlichen Gründen.

 

Eleganter konnte man sich helfen, indem man einen privaten Draht zur Buchhalterin hatte und in einem dem wachsamen Auge entgangenem Moment dort ohne buchstäblichen Gerätehandling nur die Zettel umkleben lassen konnte.

 

 

Die Schaltung mit den Funktionsstufen und Röhrenzuordnung:

 

Chassis Draufsicht

Bild: Chassis Draufsicht

 

(1/1) ECC85/UCC85 = FM-Vorstufe

 

Der UKW Tunerteil arbeitet mit einer Induktivabstimmung die mittels zusätzlichem Seilzug über ein Plexiglasstäbchen mit Kern betätigt wird.

Die Eingangsstufe arbeitet in Gitterbasisschaltung wo ihr auf die Kathode wahlweise als Lambda ¼ oder symmetrisches 300 Ohm Antennensignal eingespeist wird und im Anodenkreis die Vorabstimmung statt findet.

 

Antennenanschlußplatte der Eumig Eumigette W

Bild: Die Antennenanschlußplatte. Für heutige Begriffe "etwas" zu nahe an den Lötfahnne des Netztransformators!

 

Etwas komplexer ist die Eingangsfilterstufe bei den Modellen bis 104 MHz aufgebaut.

 

(1/2) ECC85/UCC85 = selbstschwingende FM-Mischstufe

(2/1) ECH81/UCH81 = AM-Oszillator

(2/2) ECH81/UCH81 = 1. FM-ZF Stufe / AM-Mischstufe, geregelt

(3) EF89/UF89 = 2. FM-ZF Stufe / AM-ZF Stufe, geregelt

(4/1) EABC80/UABC80 = AM-Demodulator

(4/2 & 3) EABC80/UABC80 = FM-Demodulator

 

(5) EM80/81/UM80/81 = Abstimmanzeige

 

Es folgt die Triodentreiberstufe 

 

(4/4) EABC80/UABC80 = NF-Vorstufe

 

Und die Endstufe wo in unterschiedlichen Variationen eine Gegenkopplung auf eine Zusatzanzapfung des Lautstärkepotentiometers führt.

 

(6) EL84/UL84 = NF-Endstufe

 

 

(7) EZ80/UZ80 = Zweiweggleichrichter

 

Im Netzteil ist lediglich die sogenannte Brummkompensation in Verbindung mit der Endstufe erwähnenswert.

Der Ausgangstransformator erhält eine Zusatzwicklung.

Im Detail wird durch diese Wicklung nicht der Brumm herausgesiebt, sondern das hörbare Brummen im Lautsprecher "kompensiert".
Am ersten Siebelko liegt eine gewisse Brummspannung an. Diese moduliert den Anodenstrom der Endröhre und würde dadurch hörbar.
In dieser Kompensationswicklung fließt nun dieser Brummstrom genau gegenphasig, sodass man kein Brummen hört.

 

Das funktioniert übrigens nur, weil der Innenwiderstand der Endröhre recht hoch ist. Der Innenwiderstand für die Brummkompensation ist dieser Siebwiderstand (1.3k, 2k, ...).

 

Pentoden haben recht hohe Innenwiderstände, daher kann sich ein hohes Wicklungsverhältnis von der Anodenwicklung zur Kompensationswicklung ergeben - und nur dann funktioniert es.

[]

Eumigette Glasrohrsicherung

Bild: Die zur Korrosion neigenden Anschlussfassungen der Glasrohrsicherung (Der Halbleiterdiodenstecker (ohne Kompensationswiderstand) ist nicht original)

 

 

Allgemein werden 8 FM sowie 6 AM Kreise genannt wobei die ECH81/U(C)H 81 als erster FM-ZF Verstärker arbeitet dem die EF89/UF 89 folgt.

 

Demoduliert wird mittels eines Ratiodetektors der wie das restliche Gerät ohne jegliche Halbleiter auskommt. Damit haben wir für UKW drei ZF Verstärkerstufen, für MW hingegen nur deren zwei.

 

Das standardmäßig aufgebaute Netzteil mit Elkosiebung, ausgerichtet für rund 50 W Leistungsaufnahme bietet in der einfach abgesicherten Wechselstromausführung die ganze Bandbreite von 110, 120, 150, 220 bis 240 V auf, während die zweifach abgesicherte Allstromvariante 110, 130 und 220 Volt aufbietet und hierfür auch zwei NTK Widerstände für den Heizkreis verwendet. Wie jedoch die praktischen Geräteleistungen bei nur 110 V Gleichspannung ausgesehen haben entzieht sich meiner Kenntnis und wohl auch der vieler anderer.

 

Eumig Eumigette W Spannungswahl

Bild: Anpassungsfähig für damalige Netzspannungen, aber auch für heute wo wir bis zu 235 V Spannung an der Steckdose anlegen haben.

Überhaupt scheinen deutlich weniger Allstromgeräte überlebt zu haben was womöglich auf die starke Erwärmung und Geruchsintensität dieser Bauart herrühren könnte. Zumindest wäre auch ich eher ein Sammler der den Wechselstromausführungen den Vorzug nicht zuletzt wegen der Netztrennung gibt und dafür gerne die Allstromvariante abstößt die viele Jahre sicher wegen ihrer Gewöhnlichkeit in der Aufbewahrung einen zweiten Platz einnahm.

 

Nachtrag: Es hat sich für den Autor ein Abgebot was er nicht ablehnen konnte ergeben. In Form einer EUMIG Eumigette 382U mitsamt Originalkarton und bekannter Herkunft sowie Reparaturrechnung!

 

 

 

Übersicht: Die EUMIG Eumigette Typen

 

Baujahr(e)

Bezeichnung/Type

Serienzuordnung

Unterscheidungen

Bestückung

1955-?

Eumigette W (382W)

 

Erste Serie bis 542.055

480 kHz /10,4 MHz

ECC85 ECH81 EF89 EABC80 EM80 EL84 EZ80

1955-?

Eumigette U (382U)

Erste Serie bis 551.955

480 kHz /10,4 MHz

UCC85 UCH81 UF89 UABC80 UM80 UL84 UY85

~1956-

Eumigette W (382W)

 

Zweite Ausführung ab 542.056

Tonblendenregelung in der Anodenleitung der Triode EABC80 und Gleichrichterröhre vertikal angebracht.

Wie oben

~1956?

Eumigette U (382U)

ab 551.956 - 607.960

 

Auch UM81 möglich

 

Eumigette U (382U)

ab 607.961

Tonblendenschalter im Rückkopplungskreis

Auch UM81 möglich

1960/61

Eumigette W (382W)

 

Dritte Ausführung ab 597.392

AM ZF 460 kHz und Tonblendenregelung in der Gegenkopplung und Gleichrichterröhre ist horizontal angebracht. Buchsen für Phono Eingang.

Auch EM81 möglich

~1957

Eumigette Phono 384W

 

bis 594.439

Mit Plattenspieler Dual 295T1

 

~1957

Eumigette Phono 384W

 

ab 594.440

Mit Plattenspieler Dual 295T1

LS Buchsen

1958

Musikschrank W

 

 

Plattenspieler Dual 295

Mit Eumigetten Chassis W

1955?

Eumigette als Sonderausführung für Norddeutschland zum Seefunkempfang (mit LW/Seefunkbereich ~150 – 400 kHz? anstelle UKW)*

?

10.000 ? Geräte aufgrund der üblichen 10.000er Blockvergaben genannt [15]

 

1955?

Eumigette als Sonderausführung für Südafrika mit Kurzwellen und MW Bereich ( ev. auch 2 x KW möglich?)

?

30.000 Stück [15]

 

Es folgen zum Teil parallel abgewandelte Modelle wie etwa der Eumigo, Eumagnus und Eumigett mit identer Röhrenbestückung, teilw. mit Trockengleichrichter, 3D Klang, Wunschklangregistern und anderen Wellenbereichen für den Export wie dann auch schon gedruckten Schaltungen. 

 

* Es werden empirische Problemlösungen hinsichtlich der Untauglichkeit bei der Verwendung der Standard AM ZF genannt [15] da am Exportmarkt mitunter Sender direkt oder durch Interferenzen in die ZF (480 kHz?) einschlugen die dann abgeändert wurde. Vergleiche die Wahl unterschiedlicher ZF Werte auch bei anderen Herstellern in Abhängigkeit des jeweiligen Exportmarktes wie etwa Philips mit seinen /xx, sprich Strich XX Variantennummern.    

   

 

Die Varianten im Detail [4]:

 

Zusätzlich zu den oben angeführten Modellvarianten gibt es rund 30 Änderungen die als Fertigungsdetails die Sammlerfreude abrunden können.

 

Auszugsweise nenne ich:

 

 

 Eumigette Tonblende Eumigette Tonblende

 

Bild: Tonblende Variante A;

 

  

 Folgt

 

Bild: Phono Buchsen Serie I & II im Treiberanodenkreis sowie ab Serie III im Rückkoppelkreis, Quelle: EUMIG

 

Geänderter

 

Bild: UKW Spule

 

Bild Skalenlogos und erweiteter Frequenzbereich

 

UKW Tuner Abdeckung

 

EZ80 Befestigung

 

 

  

Zur Praxis:

 

Ein Gerätetyp der einst 260.000 mal über den Ladentisch ging findet sich bei einer Bevölkerungszahl von rund 7 Millionen im Jahre 1960 damit bei circa jedem 26. Einwohner wieder. Dies natürlich nur theoretisch. Auf der anderen Seite der Mensch insbesondere damals unter engeren Wohnverhältnissen mit anderen Menschen zusammenlebte, so dass ich vorsichtig formuliert annehme das in jedem fünften österreichischen Haushalt eine Eumigette stand, zumal Exporte von dieser Type kaum bekannt sind [5].

 

Dies deckt sich zumindest subjektiv mit meinen Radioerfahrungen, wo mir ab etwa Anfang der 1980er Jahre fast „an jeder Ecke“ solch eine begegnete und auch bei meinen aktuellen Artikelrecherchen Sammlerkollegen zumeist jeweils gleich mehrere Geräte als ihr Eigen nannten. Auch diverse Online Verkaufsportale im Jahr 2022 mit jeweils gleich zweistelligen Angebotsuahlen aufwarten kann. Viele davon sind als funktionierend deklariert. 

 

Andere, sich der Nostalgie nicht verpflichtet fühlende Bastler schlachteten auszugsweise die Geräte um daraus Röhren NF Verstärker für die Beschallung ihres Erfrischungsladens zu gewinnen (um 1984).

 

 Eumigette Abstimmung UKW

Bild: UKW Abstimmung induktiv mit dem Plexiglasstab

 

Arbeiten am Gerät:

 

Sicherheitshinweise:

 

Da bei den Allstromausführungen auch das Chassis spannungsführend ist, da nicht galvanisch getrennt, sei einmal mehr dem Nachrichtentechniker die Verwendung eines Vorschalttrenntrafos zumindest während der Reparaturarbeiten ans Herz gebracht. Der strichliert eingezeichnete Phono-Eingang ist daher hier mit 50 nF abgekoppelt.

 

Neben ästhetischen Gründen kann man auch aus sicherheitstechnischen Aspekten heraus zusätzlich Filzunterlagsplättchen auf die in die Presspappenbodenabdeckung eingelassenen „Füße“ kleben. Somit verhindert man ein mögliches Scheuern auf den Möbeln, aber auch ein Durchscheuern und damit im schlimmsten Fall das Berühren eines spannungsführenden Chassisteils.  

 

 

Chassisausbau:

 

Der Chassisausbau erfolgt durch Entfernung der drei Schlitzschrauben an der rückseitigen Abdeckung, sowie der am Geräteboden angebrachten Kartonabdeckung die zugleich die eingepressten Gerätefüße beinhaltet. Damit kommen die Chassisbefestigungsschrauben zum Vorschein. Vor deren lösen und dem Herausziehen soll man sich im klaren sein, dass zwar die EM80 leicht abschraubbar ist, die Lautsprecherleitungen und die Folienantenne aber zuerst abgelötet werden sollen sofern man das Chassis gänzlich vom Gehäuse trennen möchte was bei vielen Fehlern und Abgleicharbeiten womöglich gar nicht erforderlich sein wird.

 

To do´s:

 

 Eumigette Chassisausbau Eumigette Folienantenne

Bild: Vorsicht beim Chassisausbau, die Skalenzugrolle sitzt knapp, die eingeklebte Folienantenne ist abzulöten!

  

Ich erhielt selbst als Hobbybastler den Auftrag zur Reparatur einer Variante 2 oder 3 für den Weinkeller eines Bekannten. Damals noch ohne zugänglicher Schaltungsunterlage und ohne wirklich mit Röhren etwas anfangen zu können war es mir möglich durch 1:1 Vergleichsmessungen an meinem eigenen Gerät das Problem, UKW spielt nur extrem leise, durch herausmessen eines hochohmig gewordenen ZF Schirmgitterwiderstandes zu beheben.

 

 

Was mich damals jedoch störte war die horizontal angebrachte Gleichrichterröhre bei der ich stets ein Herausfallen aus der Fassung bei stärkeren Transporterschütterungen vielleicht zu unrecht befürchtete. Als Anlass dieser Änderung in der Serie sehe ich die hohe Temperaturentwicklung die sich letztlich am Gehäuse durch erhöhte Hitze und ablösenden Lack ergeben musste, während in der liegenden Ausführung etwas mehr „Luft“ zwischen Gehäuse und Röhre verbleibt.

 

Lautsprecherdatum

 

Bild: Mein aktuelles W Gerät weist als Stempelung Woche 24.(19)56 lt. Lautsprecher auf und ist mit der Seriennummer 534.512 der ersten Serie noch mit stehend angebrachter EZ 80 zuzuordnen.

Diese wurde seinerzeit von mir reversibel durch Halbleiterdioden auf einem Novalstecksockel jedoch ohne Längswiderstand ersetzt. 

 

Kratzende LS Potis bedürfen hier keiner gesonderten Beschreibung. Ein als sehr dumpf empfundener Klang bei gezogener Klangblende fällt zudem auf. Dies tut aber dem Nostalgiefeeling mit einem spielenden Gerät an einem kurzen Drahtstück als Antenne keinen Abbruch.  

 

An Reparaturhinweisen ohne Anspruch auf Vollständigkeit verweise ich auf

 

 

 

Eumigette Kondensatoren Eumigette Kondensatoren

Bilder: Kondensatoren die "in die Jahre" gekommen sind und "nicht mehr richtig kondensieren" ;-)

 

 

 

 

Eumigette Skalenlampe

Bild: Eumigette Skalenlampe

"Geheime" Kennzeichen:

 

Bilder: "Geheime" Kennzeichen bzw. Nummerierungen /Stempel Datumsangaben lassen sich mehrfach an Chassisteilen wie auch dem Gehäuse finden! Weiß jemand mehr darüber?

 

Pflege:

 

 

Literatur:

 

 

 

EUMIG Eumigetten Seriennummerntabelle:  Letzter Nachtrag im Juni 2022 - Danke an meine Leser!

 

Um eine Übersicht über die Seriennummernvergabemodalität bei EUMIG Radio zu erhalten erstellte ich nachstehende Tabelle mit allen „greifbaren“ EUMIG Radio Seriennummern und Baujahre anhand der verwendeten Philips Lautsprecher welche die Fertigungswochenangaben (in der Annahme es seien die original LS/ Ablesefehler von unscharfen Bildern vorbehalten) anführen.

Es leitet sich die Kernaussage ab, wonach sich eine fast kontinuierliche Vergabe der Seriennummern vom Anfang bis zum Ende nachvollziehen lässt:

 

 

 

Serie

Type

Ser Nr.

Datum

Quelle

 Fertigungszahlen lt. EUMIG Literatur

Hazeltine Kleber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2475

2.910

1926-28

Rm.org

 

 

 

 

 

 

2175 Baby

3.143

1925-28

Rm.org

„Einige tausend Geräten“ [17]

 

 

 

 

 

2275

3.199

1926-28

Rm.org

 

 

 

 

 

 

2275

4.243

~1926

Ebay

 

 

 

 

 

 

2475

4.554

1926-28

Rm.org

 

 

 

 

 

 

4475

4.879

1927-28

Rm.org

 

 

 

 

 

 

Fremes a

6.931

1944 !

Eumig Museum

Außerhalb des Rasters

 

 

 

 

 

Hartley Bausätze

 

~1928

 

„Einige 10.000 Stück“ [17]

 

 

 

 

 

5375

7.574

1929/30

Rm.org

 

 

 

 

 

 

6375

15.394

1931/32

Rm.org

 

 

 

 

 

 

4375

22.174

1929/30

Rm.org

„20.000 Geräte“ [17]

 

 

 

 

 

9375

25.629

 

Ebay

 

 

 

 

    7475 25.660   Willhaben        

 

 

9375

26.030

 

Rm.org

 

 

 

 

 

 

3275

26.127

 

Eumig Museum

 

 

 

 

    7475 29.188   Willhaben        

 

 

3275

35.415

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

131

50.260

1932/33

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

132

53.344

1932/33

Rm.org

 

 

 

 

 

 

132

54.848

1932/33

Rm.org

 

 

 

 

    363 57.853   ebay 2022        

 

 

243

58.321

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

133

59.496

1932-34

Rm.org

 

 

 

 

 

 

133

59.775

1932-34

Eumig Museum

 

 

 

 

    133 61.724   Ebay 161226210053        

 

 

323

62.820

1933/34

Rm.org

 

 

 

 

 

 

423

63.218

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

343

66.349

1933/34

Rm.org

 

 

 

 

 

 

553

68.978

1933/34

Rm.org

 

 

 

 

 

 

330 GW

74.252

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

543

75.746

1933/34

Rm.org

 

 

 

 

 

 

633

84.561

1934/35

Rm.org

 

 

 

 

 

 

733

93.883

1934

Rm.org

„Von Oktober bis Dezember (1934) 18.000 Stück“ [17]

 

 

 

 

 

733

100.000

1935 ?

Eumig Lupe 11/12 1957 S.3

 

 

 

 

 

 

923 Bakelit

80.694

1934/35

Rm.org

 

 

 

 

 

 

923 Holz

82.672

1934/35

Rm.org

 

 

 

 

 

 

633

91.181

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

633

91.824

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

5023

102.620

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

1123

102.967

1935/36

Rm.org

 

 

 

 

 

 

1123

103.247

1935/36

Rm.org

 

 

 

 

    933 106.826   Ebay 2022        

 

 

1123

110.213

1935/36

Rm.org

 

 

 

 

 

 

5153

111.878

1935/36

Rm.org

 

 

 

 

 

 

943

112.943

1935/36

Rm.org

 

 

 

 

 

 

933

114.755

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

933

118.107

 

Eumig Museum

 

 

 

 

    5033 118.525   Willhaben        

 

 

933

119.336

1935/36

Rm.org

 

 

 

 

 

 

3043

120.937

1935/36

Rm.org

 

 

 

 

 

 

933

122.261

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

5231 (5233)?

123.994

 

Eumig Museum

Polizeiradio

 

 

 

 

 

1143

126.399

1936/37

Rm.org

 

 

 

 

 

 

5133

130.805

1936/37

Rm.org

 

 

 

 

 

 

1342

131.635

1936/37

Rm.org

 

 

 

 

 

 

1133

132.697

1936/37

Rm.org

 

 

 

 

 

 

5133

133.809

 

Josef H.

 

 

 

 

 

 

933

134.280

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

3043

135.894

1936/37

Rm.org

 

 

 

 

 

 

1533

136.073

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

48 W

141.329

1937/38

Rm.org

 

 

 

 

 

 

48 B

141.x45

1937/38

Rm.org

 

 

 

 

 

 

300 W ?

146.096

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

4 U Type 1938

146.789

1937/38

Rm.org

 

 

 

 

 

 

329 GW ?

155.537

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

329GW Type 1939 Holzgehäuse

190.374

1938/39

Rm.org

 

 

 

 

 

 

329 W

190.894

 

Eumig Museum

 

 

 

 

    329GW 192.771   Ebay 400434793542        

 

 

VE301DynGW

205.649

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

330 GW

?

1942/43

[9]

Wonach die Geräte bei Horny gefertigt wurden und 13,2% = 16.678 Geräte unter Eumig vertrieben wurden.

 

 

 

 

 

430B Type 1940

225.756

1940

Rm.org Lill/Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

430B

226.133

1939/40

Rm.org

 

 

 

 

 

 

430B Type 1940

228.452

1940

Rm.org

 

 

 

 

 

 

430WB

233.194

1939/40

Rm.org

 

 

 

 

 

 

530W

235.069

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

430 GWH

243.682

 

Eumig Museum

 

 

 

 

    530W 246.766   Willhaben Type 1940      

 

 

530GW

249.361

 

Eumig Museum

 

 

 

 

    530GW 249.411   Willhaben Type 1940      

 

 

430W(B)

252.312

1939/40

Rm.org

 

 

 

 

 

 

DKE

277.249

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

530GW

285.297

1940

Rm.org

 

 

 

 

 

 

530W Type 1942

322.516

1942?

Rm.org

 

 

 

 

 

 

430WH Type 1942

31x.310

1942?

Rm.org

 

 

 

 

 

 

DKE Spar.

286.269

1940-45

Rm.org

 

 

 

 

 

 

DKE 38

303.574

1938-40

Rm.org

 

 

 

 

 

 

DKE Spar.

323.655

1940-45

Rm.org

 

 

 

 

 

 

422GW-MK

47x.xxx

1941-43

Rm.org

 

Nein

 

 

 

 

447U

324.217

1946/49

Rm.org

20.000 Einheiten ALLER Radiofabriken außer Horny, Minerva und Radione [10]

Nein

 

 

 

 

320

 

 

 

„Einige tausend Apparate“ (Materialknappheit) [17]

 

 

 

 

 

321W

332.xxx

1948/49

Rm.org

 

Ja Gelb/Grün

 

 

 

 

322U

336.821

1949/50

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

323U

351.222

1949/50

Eumig Museum

„36.000 Stück“ [17]

 

 

 

 

 

323U

356.494

1949/50

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

323U

362.227

1949/50

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

323U

366.375

 

Eumig Museum

 

 

 

 

    323U 377.0xx   Willhaben 2022        
    324GW 381.272   Ebay 111270110472        

 

 

324GW

385.484

 

Eumig Museum

„46.000 Stück“ [17]

 

 

 

    325W 396.415 1950/51 Ebay 111270111161        

 

 

325W

398.07x

1950/51

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

325 ?

399.358

 

Eumig Museum

 

 

 

 

    325 399.981   Willhaben 2022        

 

 

326U

401.586

1951?

Rm.org

„33.000 Stück“ [17]

Ja

 

 

 

 

326U

418.296

1951x

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

326U

4x4.xxx

1951?

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

326U

425.766

1951?

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

327 ?

428.452

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

327

428.985

1951?

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

327

43?2?.0?10

 

P. Jermolow

 

Ja

 

 

 

 

350

43x.xxx

1951?

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

326K

44.x.x92

1952?

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

350

441.285

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

360

442.301

1952?

Eigen

 

Ja

 

 

 

 

329

444.711

 

Eumig Museum

 

 

 

 

                   

 

 

326

461.488

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

362

473.856

1952

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

363

476.746

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

326

480.532

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Bel Ami 355

481.422

1953

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

Bel Ami 355

48x.xxx

?

Rm.org

 

Ja

 

 

 

 

355

481.859

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

355

483.878

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

380 x

486.464

 

Breitenfurt 4/12

 

 

 

 

 

 

380 W

487.780

 

Eumig Museum

„Eumigo 10.000 Stück“ [17]

 

 

 

 

 

380

489.504

 

Eumig Museum

 

 

 

 

    380 490.443   Willhaben        

 

 

Eumigo 380U

494.xxx

1954?

Rm.org

 

 

 

 

 

1

382W

495.648

Ab Sommer 1955

D.Grö

 

 

 

 

    382W 496.645 1955 Willhaben 2        

 

 

382U

500.000

 

Fr. Seemann

Keine Phonobuchsen

 

 

 

 

1

382U

500.037

39/1955

G. Gol.

Phonobuchsen

 

 

 

 

 

382W

502.553

 

Hr. Skor

 

Ja

 

 

 

1

382W

504.783

44/1955

Rm.org

 

 

 

 

 

1

382W

505.497

10/1956?

Rm.org /W.B.

 

 

 

 

 

1

382W

508.769

46/1955

Rm.org

 

 

 

 

 

 

382x

513.82x

?

Poysdorf Lager

 

 

 

 

 

 

382U

514.723

52/195x

S.Ju.

Phonobuchsen

 

 

 

 

 

382W

515.84x

?

Ebay IT

Ohne Phono, stehend EZ, hohe Osz.

 

 

 

 

 

?

516.114

3/1956

P.Heus.

 

 

 

 

 

1

382W

523.583

10/1956

S.Ju

 

 

 

 

 

 

382W

528.098

 

Josef H.

 

 

 

 

 

1

382W

533.125

10/1956

imageshack.us

 

 

 

 

 

1

382W

534.512

24/1956

Eigen

 

 

 

 

 

 

Phono 384W

53x.x4.

?

Poysdorf Lager

 

 

 

 

 

 

382W

537.75x

?

P. Jermolow

Ohne Phono, stehend EZ, hohe Osz.

AGA

 

 

 

 

Eumagnus 383W

538.018

1956

Rm.org

 

 

 

 

    382W 540.178 34.1956 Sammler Heinrich S.        

 

 

382W

545.291

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

382W

547.156

?

Ebay 310365336673

Phono Teilausstanzung in Rückwand

 

 

 

 

 

382U

550.865

47/1958

W.B.

 

 

 

 

 

 

382W?

555.519

?

Poysdorf Lager

 

 

 

 

 

 

382W

556.693

 

Breitenfurt 4/12

 

 

 

 

    383W Eumagnus 557.474   Ebay 111270111274        

 

 

382W?

560.101

50/1956

G.Den.

Phono Teilausstanzung in Rückwand

 

 

 

 

 

383 Eumagnus

565.019

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

382W

582.375

?

Hr. Sache

Hell, // Mit November 1957 nach 28 Monaten Fertigungszeit sind die 100.000ste Eumigette gefertigt. [17]

 

 

 

 

 

Phono 384W

587.950

7/1958

W.B.

 

 

 

 

 

 

384 W Phono Eumigette

588.806

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

382U

592.611

?

Rm.org

 

 

 

 

 

2

Phono 384W

595.515

?

Rm.org

 

 

 

 

 

 

Phono 384W

696.135

?

Ebay

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1

382W

601.694

?

radiohistoria.sk

Phono Buchse ohne Beschriftung, GL stehend, altes Logo

 

 

 

 

 

382U

608.896

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Phono W

611.095

?

Breitenfurt 4/12

LS Buchsen

 

 

 

 

3

382W

617.950

47/1957

Email

 

 

 

 

 

 

382W

620.632

46/1957

W.B.

 

 

 

 

 

3

382W

62x.246

7/1958?

Rm.org

Ohne LS Buchse

 

 

 

 

 

382W

630.089

11/1956 or 8?

180851206220

Mit LS, liegende R, versenkte Osz.  LD3x81X

 

 

 

    384W Phono Eumigette 632.382   Sammler Bernhard S. Helles Gehäuse      

 

 

384W Phono Eumigette

635.812

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

3 D ???

637.049

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

382U

642.xxx

?

Photobucket

 

 

 

 

 

 

382W

647.793

33/1958

S.Ju

Ohne LS Buchse

 

 

 

 

 

382W

648.263

40/1958

Ebay/Prenner Lager

LD3461 , liegend Z, versenkte Osz., keine Buchsen,

 

 

 

 

 

Musikschrank W

653.x68

2x/1958?

Rm.org

 

 

 

 

 

 

Phono 384W

654.562

11/1958

J.Ber.

 

 

 

 

 

 

385W 3D

659.973

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

TV310

663.003

 

Eumig Museum Ex.

 

 

 

 

 

 

TV 310

663.788

1959?

Rm.org

[5] nennt 14.000 Stück Gesamtfertigung

 

 

 

 

 

382U

664.415

39/1958

S.Ju

Phonobuchsen

 

 

 

    385W 666.461   Willhaben 2022        
    385W 3D 666.559 1/1959 Eigengerät        
    382W 672.506   Willhaben 2022        

 

 

382W

672.847

33/1958

Radiobote Koll.

Helle Skala. Bespannstoff

 

 

 

 

 

382W

674.32x

?

Ebay

Ohne Buchsen, versenkte Osc.& ECC

 

 

 

 

 

382W

674.708

?

Ebay

detto

 

 

 

 

 

382W

676.298

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

3

382W

678.194

47/1958

Rm.org

 

 

 

 

    382W 681.541 50/1958 Sammler Ulfried V.        

 

 

382W

682.246

11/1958

B.Sac.

Keine Phonobuchsen

 

 

 

 

3

Phono 384W

684.345?

?

proradioantic.ro

 

 

 

 

 

 

382W

688.385

6/1959

B.Sac.

Keine Phonobuchsen

 

 

 

 

 

382U

688.974

5/1959

W.B.

 

 

 

 

 

 

TV 310

<689.561

1959?

Rm.org

[5] nennt 14.000 Stück Gesamtfertigung

 

 

 

 

 

TV 310

>689.562

1959?

Rm.org

[5] nennt 14.000 Stück Gesamtfertigung

 

 

 

 

 

TV310

691.263

 

Eumig Museum ex.

 

 

 

 

 

 

382U

697.163

35/1959

D. Grö.

 

 

 

 

 

 

382W

697.610

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

3

382W

698.371

26/1959

Rm.org

 

 

 

 

 

3

382W

698.760

26/1959

P.Heus.

 

 

 

 

 

 

382W

700.400

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

382W

702.234

41/1960

Ebay/Prenner Lager

Phono, LD 3461x, liegend Z, versenkte Spule.

 

 

 

 

 

382W

72x.xxx

?

Ebay

Mit Buchsen

 

 

 

 

 

382W

723.x13

?

Ebay IT

 

 

 

 

      725.640 48/1959 Sammler Franz M.        

 

 

Phono 384W

735.808

10/1960

P.Heus.

 

 

 

 

    384 Phono Eumigette 736.050   Dorotheum Wien 5/2022        

 

 

382W

742?.794

?

Pe.Jermolow

Phono

 

 

 

    382W 742.910   Ebay 
111270110350
Phono      

 

3

382W

747.x64

1960?

Hirt

 

 

 

 

 

 

3D Phono ???

752.524

 

Hr Skor

 

 

 

 

    386W 752.569   Willhaben 2022        

 

 

382U

753.412

52/1959

Reinhard E.

Ohne Phono!, LD 3461x

 

 

 

   

3D385W

754.158 6/1960 Willhaben        

 

 

Okay 331

762.170

?

F Cap.

Gitt. Rot, G Schw. RW: rot

 

 

 

 

 

Okay 331 (331/1)

765.855

1959-62?

Rm.org

 

 

 

 

 

 

Okay 331 ???

767.091

?

Hr. Skor

 

 

 

 

 

 

Okay 331 (331/1)

773.609

1959-62?

Radiobote F Cap.

Gitt. Elfenb., G Schw. RW: elfenb.

 

 

 

 

 

385W 3D

776.401

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

382W

787.675

1/1959

G. Gol.

Phonobuchsen

 

 

 

 

 

382W

790.210

?

Ebay 2005

 

 

 

 

 

 

382W

791.763

 

Radiowelt

Phonobuchsen

 

 

 

 

3

382W

795.424

25/1960

J.Ber.

 

 

 

 

 

3

382W

797.575

1/1959

Rm.org

 

 

 

 

 

3

382W

7xx.xxx

2x/1960

Rm.org

 

 

 

 

 

 

Okay 331

802.987

?

F. Cap.

Gitt. grau, G elfenb. RW: grau

 

 

 

 

 

Excellent 31x

806.899 (80x.x99)

3/1961?

Eumig Lupe 4/1961 Fertigung

 

 

 

 

    382W 824.365   Willhaben Phono, 104 MHz      

 

 

382W

825.353

50/1960

G. Gol.

Phonobuchsen

 

 

 

 

 

Okay ???

830.943

?

Hr. Skor

 

 

 

 

 

 

Exzellent 59 (TV)

837.751

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Okay 331 (331/1)

864.948

38/1961

Rm.org

 

 

 

 

 

 

Eumigett 300

866.518

?

Hr. Skor

 

 

 

 

 

 

Eumigett 300

868.61x

?

Ebay/Prenner Lager

 

 

 

 

 

 

300 W Eumigette 387 ?

872.732

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Phono-Eumigett 300 388W

<880.417

1961?

Rm.org/Eumig Schaltplan

 

 

 

 

 

 

Okay 331

892.951

?

F. Cap.

Gitt. grau, G rot RW: grau

 

 

 

 

 

Eumigett 300

897.181

?

Breitenfurt 4/12

 

 

 

 

 

 

Eumigett 300 387W

<898.993

1960?

Rm.org/Eumig Schaltplan

 

 

 

 

 

 

Eumigett 300 387W

>898.994

1960?

Rm.org/Eumig Schaltplan

 

 

 

 

                   

 

 

300 Phono Eumigette?

903.368

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

300 W Eumigette 387

916.032

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Eumigett 300 387E Export

919.608

1962?

Rm.org

 

 

 

 

 

 

Okay 331

932.988

?

F. Cap.

Gitt. Elfenb. G grau RW: Elfenb

 

 

 

 

 

Okay 334

935.671

?

F. Cap.

Gitt. grau G rot RW: grau

 

 

 

 

 

300 Phono Eumigette ?

940.523

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Eumigette 300, T 388

940.869

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Okay 334

943.184

?

F. Cap.

Gitt. Elfenb. G grau RW: elfenb.

 

 

 

 

 

Okay Luxus 334

?

19/1962

Rm.org

 

 

 

 

 

 

332

946.365

1962

[11]/ F. Cap.

HEA Fertigung/Hea Trixi 220 UN/ Gitt. grau, G dunkelgrau RW: grau

 

 

 

 

 

335

-

 

1962

[11]

Nur Vorbereitung

 

 

 

 

 

T5 575

07?

1962

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

T5 575

000.035

1962

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

T5 575

1.052.057

1962

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

T5 575

1.082.061

1962

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

T5 575

1.082.826

1962

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

T5 575

1.082.884

1962

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

T5 575

1.123.370

1962

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

T5 575

1.123.384

1962

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Phono 3D ?

11.428

 

Eumig Museum

Nummer richtig ??

 

 

 

 

 

T-1000

0.003.034

?

Ebay com

Schwarz

 

 

 

 

 

653 Videokamera OE

T2.792.91A

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

551 Videokamera

4.936.310

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Metropolitan CC

6.799.162

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Metropolitan CCD

6.803.294

1977

Magnetofon.de

1. Generation

 

 

 

 

 

Metropolitan CCD

6.803.831

1978

Magnetofon.de

2. Generation

 

 

 

 

 

Metropolitan CCD

6.810.365

1980

Magnetofon.de

3. Generation

 

 

 

 

 

Metropolitan CCD

6.811.077

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

4QDNG1A

7.907.616

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

4QDNG1A

7.907.885

 

Eumig Museum/Beck

 

 

 

 

 

 

VCM Monitor

7.970.558

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

FL 1000 HC

8.205.108

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Überwach. Kamera

8.455.997

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Überwach. Kamera 500 XL

8.555.653

 

Eumig Museum/Beck

 

 

 

 

 

 

554 Videokamera

9.003.185

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

T500

9.021.241

 

Eumig Museum

Zukaufteil Japan

 

 

 

    T500 9.021.497   Willhaben        

 

 

A500

9.032.088

 

Eumig Museum

Zukaufteil Japan

 

 

 

 

 

FL-900

9.043.931

~1982

Ebay

Silber

 

 

 

 

 

FL-900

9.046.432

~1982

Ebay

Silber

 

 

 

 

 

673 Videokamera OE

66.B57.177

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

553 Videokamera OE

66.B57.799

 

Eumig Museum

 

 

 

 

 

 

Detektivarbeit – Geklärte (Un-)Gereimtheiten:

 Es sind folgende Fragen aufgetaucht:

 

Der Autor wurde durch die vom Förderverein aufgelegte Sonderbriefmarke zur „500.000. Eumigette“ veranlasst etwas genauer hinter die Kulissen zu blicken.

Zuerst hielt ich unbedarft das auf der Marke abgebildete Radio mit dem Goldschriftzug 500.000 als eine selbst gemachte Photo-Shop Bearbeitung was sich als Irrtum herausstellte.

Blieb die 500.000 als für österreichische Verhältnisse „sehr ausgereizte“ Zahl einer Fertigungskapazität für nur eine einzige Gerätefamilie übrig.

 

So galt es herauszufinden was die kolportierten und nachgewiesenen Zahlen 100.000 und 500.000 tatsächlich bedeuten.

 

Dabei stellte sich natürlich auch die Frage: Na und, was soll’s? Ob 500.000 oder mehr oder weniger je gefertigt wurden wen kümmert das über 60 Jahre später bei einem ohnehin nicht mehr existierenden Unterenehmen.

Da eine solche Denkweise leider im Alltag, in der Politik und in der Finanzwirtschaft immer mehr Einzug gehalten hat sehe ich es gerade deshalb als Notwendigkeit Fakten und Nachweisbares von durch Eigendynamik entstandener Verklärung zu trennen.

Gleichzeitig halte ich fest, keinen der Beteiligten nahe treten zu wollen oder absichtliche Falschangaben zu unterstellen sondern kann dazu eine wenn auch unbestätigte Chronik der im Laufe der Zeit entstandenen Unklarheiten abliefern.

 

Dazu habe ich alle greifbaren EUMIG Seriennummern einmal in einer Tabelle (siehe oben) mit dem Schwerpunkt der Eumigette zusammengefasst um einen Zahlenpool und Größenordnungen zu erhalten. Mit wenigen Ausnahmen ist eine mehr oder weniger lineare chronologische Vergabe der Seriennummern erfolgt was es einfacher macht.

 

Dann wurden alle greifbaren Fachartikel als Primärliteratur wie die EUMIG Lupe studiert, und in selbiger Abweichungen beim Rezitieren der Zahlen gut 15 Jahre später festgestellt. Zahlen, die in der vom einstigen EUMIG Pressesprecher und späteren EUMIG Lupen Redakteur Herrn Dr. Gerhard Friedrich erstellten Eumig Chronik nochmals abgerundet für immer zementiert wurden.

 

Was heißt das konkret?:  

 

Gemäß [17] wurde bereits im November 1957 nach nur 28 Monaten Fertigungszeit die 100.000. Eumigette, und lt. Aussage des EUMIG Fördervereins 1958 schon die 500.000. Eumigette wofür es jeweils „Bildnachweise“ gibt ausgeliefert.

 

Wenn 1955 die allgemeine EUMIG Seriennummernfolge mit etwa 495.000 beginnt [Tabelle 2] ( Also in diese NummernGRÖßENordnung mitte 1955 die ersten EUMIGETTEN vom Band liefen), so müsste sie dann folglich 1958 bereits bei rund 1.000.000 angelangt sein, nimmt man an, das zu Weihnachten 1958/Frühjahr 1959 bereits 500.000 Eumigetten gefertigt waren.

 

Dies ist nicht der Fall, sondern die Nummernfolge, und hier sind bereits Parallelmodelle der Eumigette inkludiert (Phono-Eumigette, Musikschrank), endet etwa 1961 bei 800.000 was anhand der Seriennummerntabelle „großzügig gerechnet“ rund 300.000 Eumigetten und Konsorten ergibt.

Rechnen wir den Eumigett 300 der jedoch gänzlich anders aufgebaut ist in allen Varianten dazu, dann kommen mit viel Phantasie weitere 40.000 Seriennummernfolgen ~880.000 – 920.000 hinzu.

Das hat aber alles mit einer halben Million gefertigter Eumigetten nichts zu tun, geschweige denn alleine bis 1958, selbst wenn alle weiteren Radiomodelle hinzugerechnet werden.

 

So werden für den ebenfalls sehr geläufigen EUMIG Okay 331 Transistorradio 200.000 Stück inklusive der Skandinavien und Großbritannienexporte mit rund 30.000 Stück genannt [5; EL 1&2 1965]. 

 

Auch kommt zur hoch gegriffenen Jubiläumszahl das Fragezeichen ob es sich dabei um den 500.000. EUMIG (Nachkriegs) Empfänger gehandelt haben muss.  [2] nennt ebenso lediglich mehr als 200.000 Eumigetten was ich auf rund 250.000 Geräte, also der Hälfte der kolportieren halben Million eingependelt sehen würde.

 

Die Tabelle 2 zeigt vielmehr, das EUMIG kontinuierlich Nummernblöcke an alle in der Fertigung laufenden Modelle vergab (10.000er Chargen sind bekannt – wahrscheinlich auch kleinere bei TV´s etc.). Die plausible Zusammengehörigkeit der Nummernabfolgen lässt ein Fehlen einer siebenten Zählernummer die höhere Stückzahlen zugelassen hätte ausschließen.

 

 

Gemäß [15] wird die Zahl 500.000 auf der Jubiläums-Eumigette als das 500.000ste Eumig Nachkriegsgerät erklärt.

Dieses 500.000 Gerät müsste demgemäß nach obiger Seriennummerntabelle etwa den Seriennummernbereich um die ~824.000 haben, um damit das 500.000ste Nachkriegsgerät zu sein da man nach dem Krieg bei etwa Seriennummer 320.000 Stand.

Diese Seriennummer ~824.000 ist aber erst etwa 1960 erreicht worden.

Denn die reguläre Seriennummer 500.000 nach kontinuierlicher Abfolge war ja bereits 1955 vergeben worden. Und das Gerät mit der Seriennummer 500.000 an der Front weist diese auch auf der Rückseite auf.

 

 

Bild 10: Das 500.000. Eumig Radiogerät das Unklarheiten aufwirft hinsichtlich der Frage ob es das 500.000. Nachkriegsgerät oder gar die 500.000. Eumigette war. Bild: EUMIG Förderverein

 

Wie sah es eigentlich mit der Fertigungskapazität bei Eumig aus?:

 

Im Gespräch mit ehemaligen Eumig Mitarbeitern [15] wurden zwei Fertigungsstraßen für die Eumigette genannt mit einer Tages Kapazität von je 120 (125) Stück. Hinzu kommen 100 Stück „3D“ Modelle.

 

Was generell die Radiostückzahlen bei Eumig betrifft so kann bei aller Begeisterung die Zahl als überschaubar bezeichnet werden.

 

So schreibt Herr Ing. Leopold Kreutz im November 1957 [17] eine Fertigung von der 100.000sten Eumigette in 28 Monaten.

Gleiche unveränderte Bedingungen vorausgesetzt, ergäbe dies für den Gesamtzeitraum, beginn im Juli 1955 bis zum letzten Gerät am 17. März 1961 [15] bei 68,5 Monaten Fertigungsdauer 244.643 Geräte als Größenordnung was auch den nachvollziehbaren Angaben und Seriennummern in etwa entsprechen würde.

 

Herr Ing. Leopold Kreutz nennt 1965 gewissermaßen in seinem Schlussplädoyer zum Ende der Radiofertigung bei Eumig die Eumigetten Stückzahl von 260.000 Stück [19].

Diese Zahl deckt sich erneut mit der Wahrnehmung und Erinnerung des Zeitzeugen und einstigen Eumig Radio Mitarbeiters Herrn Dipl. Ing. Wolfgang Skorsch der sich wie folgt auszugsweise sinnhaltig äußerte [20]:

 

„Der Eumigo (380 W/U; Erstes Eumig UKW Gerät) wurde von Sommer 1954 bis zum Sommer 1955 mit 10.000 Stück gefertigt.

 

Ich war von Mitte 1955 bis Herbst 1957 direkt am Radioprüffeld tätig.

Im ersten Fertigungsjahr hatten wir noch die 48 Stunden Woche (Samstag) und ab 1956 die 40 Stunden Woche.

Zum bekannten Foto mit der 100.000. Eumigette war ich nicht dabei, da ich zu diesem Zeitpunkt meine Militärzeit hatte. Im Herbst 1958 waren wir dann in der neuen Fertigungsstätte in Wiener Neudorf wo ich mich erinnere, dass die ersten Tage die Mitarbeiter nach Hause geschickt werden mussten da die Heizung noch nicht fertig war.

 

An die Eumigette mit der deckungsgleichen Frontnummer wie auch Seriennummer 500.000 kann ich mich erinnern. Das war Ende1958/Anfang 1959 im Frühjahr in Wr. Neudorf. Da hat die Versuchswerkstatt die Schallwand bekommen mit der vormontierten 500.000er Nummer.

 

Am 17.3.1961 wurde die letzte Eumigette geliefert. Dazu hat die Montage eine Trauerszene aufgebaut die sinngemäß mit diesem Tag zu Grabe getragen wurde. Leider habe ich die Seriennummer nicht aufgezeichnet. Das Foto dazu stammt aus meinem Archiv.

Die „Trauerpate“ haben wir dann auch auf den Versandkarton geklebt wo über diesen Weg auch der Chef in Wien davon Kenntnis bekam.

 

 

Bild 14: Bisher unveröffentlicht die „Aufbahrung“ der letzten Eumigette am 17. März 1961.

 

 

Text Bild 15: >In tiefer Trauer geben wir allen Freunden Nachricht von dem Dahinscheiden unserer unvergesslichen

EUMIGETTE

Sie wird am Freitag den 17.3.1961 um 12h zu Grabe getragen. Die Hinterbliebenen ersuchen von jeder Feierlichkeit abzusehen. Sie wird uns stets in guter Erinnerung bleiben.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen.<

 

 

Ab dem 100.000. Gerät ab November 1957 wurde noch drei Jahre und drei Monate mit zwei Fertigungsbändern mit je 125 Stück/Tag gefertigt. Das ergab 250 Stück/Tag bei 200 Arbeitstagen im Jahr. Das sind gesamt 650 Arbeitstage im betreffenden Zeitraum mit 162.500 Stück zuzüglich der zuvor gefertigten 100.000 Stück die überschlagsmäßig 262.500 Stück ergeben und damit geht die Rechnung mit der schriftlich überlieferten Zahl von 260.000 dakor. (Dem gleichmäßigen Laufen der Bänder steht entgegen, dass das Radiogeschäft ein Saisongeschäft war bei dem zu Weihnachten Leute aufgenommen und danach wieder freigestellt wurden).“

 

Erneut wären das aber „nur“ gut 50% von 500.000 Stück. 

 

Somit kann anhand der Seriennummern wie auch der Fertigungszeitzeugenerinnerung wie auch der vom damaligen techn. Ingenieur Leopold Kreutz genannten Zahl auf rund 260.000 Eumigetten geschlossen werden. Ebenso spricht er von inzwischen von („erst“) Hunderttausenden von Exemplaren [EL 5/1959 40 Jahre Eumig]

 

Wo sich Erinnerung und recherchierte Fakten trennen das ist die Frage wann das 500.000. Gerät gefertigt wurde, und ob es das 500.000 Eumig Radiogerät und dabei zufällig eine Eumigette war, oder ob es das 500.000. Eumig Nachkriegsradiogerät war und dabei zufällig eine Eumigette war.

 

 

 

Zum Rest der bisherigen (1957) Fertigung werden genannt [17]:

 

Baby

5.000

Einige Tausend

 

 

 

 

 

Hartley

50.000

Einige 10 Tausend

 

 

 

 

 

4375

20.000

 

 

 

 

 

 

733

18.000

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

93.000

Gesamt Vorkrieg Hohe Stückzahlen