Vergleich: Fernsehservice in den USA und in Europa

Alle ehemaligen Techniker und auch Sammler und Restauratoren von Fernsehgeräten kennen die standardmäßigen Reparaturwerkzeuge wie etwa den Wobbler, Testbildgenerator, Trenntrafo und das Bildröhrenregenerierungsgerät.

Über die Produkte der Fa. Dynascan http://www.radiomuseum.org/dsp_hersteller_detail.cfm?company_id=7605

alias B&K wurden mir Testgeräte für den Amerikanischen TV Reparaturmarkt ersichtlich wie man sie bisher für Europa nicht kannte. (Zeitraum etwa 1940 bis 1980)

Der „echte“ TESTBILDGENERATOR:

Um unabhängig von der Ausstrahlung eines Fernsehtestbildes zu sein, gab es die B&K Television Analyst Modelle 1075, 1076, 1077B die im wesentlichen einen Flying Spot Scanner (Bildabtaster) also eine Bildröhre mit beschriebenen Strahlraster (nach US Norm) hatten. Davor war ein einfaches Testbild als Folie eingelegt. Eine vor der Röhre befindliche Photomultiplikatorröhre lieferte den Bildinhalt an einen HF Generator mit dem der angeschlossene Fernseher getestet werden konnte.

Zusätzlich beinhaltet dieses Gerät auch noch Signalausgänge (wahlweise für Transistor und/oder Röhrengeräte) zum Test von Zeilentransformatoren sowie Rastersignale zur versuchsweisen Einspeisung in die Fernsehschaltungen.

Was mag der Grund sein weshalb dieses Prinzip in Europa als Testbildgenerator nicht bekannt ist?

Wir kennen nur die ersten Philips und Nordmende Linien-, Punkt- und Gittertestbildgeneratoren mit einem eigentlich höheren Röhrenaufwand als der B&K um die vielen Multivibratoren oder ähnliche Schaltungen realisieren zu können.

Oder war es in den USA erforderlich ein eigenes Testbild zu haben da die Sender keines (oder nur sehr kurz) ausstrahlten?

Bei uns wurde erst etwa um 1985/90 die Aktion rettet das Testbild ins Leben gerufen. Davor war es ebenfalls als stundenlanges Rahmenprogramm für Techniker und geometriebegeisterte Zuseher auf Sendung.

Solche Allroundgeräte die auch noch Zusatzfunktionen können dürften jedenfalls nicht in die Europäische Technikphilosophie passen. (Stichwort Die Tragbare Radiowerkstatt aus 1948).

 

Der VHF/UHF/ZF Wobbler:

Wie groß die Zahl der TV Techniker diesseits und jenseits des großen Teichs tatsächlich war die einen Tuner/ZF Verstärker wirklich verstehen und abgleichen konnte sei dahingestellt.

Faktum ist aber, dass der ZF Kreis und die Tuner mit Ehrfurcht betrachtet wurden an denen man möglichst nicht „herumdrehen“ sollte, da man sonst ein „Problem“ hat und wenn überhaupt dann maximal ein Techniker pro Werkstatt als allwissendes Orakel Rat und Abhilfe bieten konnte.

Auch hier zeigt B&K ein Niveau, welches bei Grundig und Normende jener Tage vergeblich gesucht wird:  Der B&K Television Sweep/Marker Generator Model 415

Ein Wobbler mit aufgezeichneter ZF Kurve mit festen Markenfrequenzen (gemäß US-Norm – bei uns wären es die 33,4/38,9 etc.) die als Lämpchen auf der Kurve aufleuchten und wahlweise ein- und ausgeschaltet werden können.

Hier lässt sich ebenfalls nachvollziehen, dass ein Techniker dieses Anwendungsprinzip einfacher beherrschen kann als die bei uns übliche endlose Herumkurbelei am Abstimmknopf.

 Bildröhrenheizung:

 

Erwähnen kann man in diesen Zusammenhang den in Europa üblichen Einbau von 8V Klingeltrafos um die Mobilisierung letzter Reserven aus der Bildröhrenkathodenemission zu erwirken.

Die Techniker in den USA brauchten dazu lediglich einen Adapter mit eingebauten Transformator – den sogenannten TV Britener (auch unter anderem Namen bekannt) dazwischenfügen.

http://www.radiomuseum.org/r/permapower_tv_tube_britener_c_402_c4.html

   Der Grund:

In Europa hatten wir zumeist 300mA Serienheizkreise – während in den USA Transformatorgeräte mit 6,3 V Parallelheizung üblich waren.

 

Wenn Sie vertiefende Hintergrundinfos wissen so teilen sie uns diese bitte mit.

 

© 2/2006  -by W. Scheida zu www.scheida.at/scheida/televisionen.htm

Updated: 15.06.08