Updated: 27.01.12 Eine Darstellung der Entwicklung des Fernsehens aus dem "anderen" Deutschland - der DDR :
TV Developement in the "other" part of Germany - the GDR
Das DDR Fernsehen - DDR TV: Aufstellung aller DDR Fernsehgeräte ab 1946 bis 1989/91 und vieles mehr!
List of all television sets until 1989, which were manufactured after 1945 in the area of the former GDR
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Übersicht:
Technische Daten und Fakten zum DDR Fernsehen (Keine programmgestalterische oder dramaturgische Abhandlung!)
Die Sache mit dem Ochsenkopf - Ost West Konfrontation über den Bildschirm - Weitverkehrsfernsehempfang unter schwierigen Bedingungen
Fernsehsender der Westalliierten & Besatzungsmächte in und um Berlin
| 1947/48 | Im Rahmen von Reparationsleistungen für die UdSSR werden Fernsehgeräte entwickelt und gefertigt | ||||||||
| 04.06.1952 | Beginn täglicher Programmausstrahlung des Fernsehens der DDR (nicht offiziell) | ||||||||
| 21. Dezember 1952 |
Beginnt das DDR- Fernsehzentrum in Adlershof mit der regelmäßigen öffentlichen Ausstrahlung eines zweistündigen Versuchsprogramms [4]
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| 6. Oktober 1955 | Der erste Übertragungswagen der Englischen Firma
Pye wird in Betrieb genommen.
Er beinhaltet 3 Super Orthikon Kameras und fünf
Monitore (lt. TV Doku Aktuelle Kamera 11.3.2010 Phoenix [5]) [6] |
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| 1955 | In der DDR wird nun Fernsehen einer breiteren Masse durch Vorträge, Vorführungen und Teilzahlungsangeboten nahe gebracht [37] | ||||||||
| um 1955 | Das DDR Fernsehen begann in der Sendenorm
>OIRT D< d.h. mit 6,5 MHz
Tonträgerabstand im Gegensatz zur BRD mit 5,5 MHz Tonträgerabstand. Gearbeitet wurde im Kanalraster des OIRT Bandes I & III sowie dem Band II das eigentlich für den UKW Hörfunk vorgesehen ist. |
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| um 1955 | Eine Ost-Eurovision, später als Intervision bekannt ist in Planung bzw. im Aufbau: Moskau-Warschau-Ostberlin-Leipzig-Prag-Pressburg-Budapest-Bukarest [7] | ||||||||
| 21. Dezember 1955/3. Januar 1956 | Nach dreijährigem Versuchsbetrieb wird zum Anlass des Geburtstages von Präsidenten Wilhelm Pieck in den offiziellen Programmbetrieb übergegangen [37]; Leiter ist Heinz Adameck; gleichzeitig ist das Ende der vielen Filmwiederholungen angedacht und ein Studio in Leipzig neben Adlershof geplant. | ||||||||
| 1956 | Mit 1956 bis 1972 arbeitete man als "Deutscher
Fernsehfunk" (DFF)
Das DDR TV hat jetzt ein 28,5 h Wochenprogramm [9] 50.000 Fernsehgeräte in der DDR Zone, Aufklärungslokale der Nationalen
Front sind jetzt besser besucht, da dort Fernsehgeräte aufgestellt sind [10]. Auf Weisung Ulbrichts wurden an Jugendheime und Herbergen u.a. 700 FS Empfänger verteilt, die Finanzierung erfolgte aus Haushaltsmitteln zur „Förderung der Jugend“ [11]. |
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| Ende 1950/1960 | Um dem "Klassenfeind" in der BRD dennoch nun auch noch den (Ton-)Empfang der DDR Programme zu ermöglichen, wurden in den späten 1950er Jahren bis Anfang der 1960er Jahre die Sender von der OIRT Norm auf CCIR umgestellt. | ||||||||
| IV. Quartal 1957 | Anlässlich des 5. Jahrestages des Bestehens des DFF`s wurde erstmalig das Programm von Fernsehstationen der CSR, Polen, Ungarn, Rumänien und der Sowjetunion übernommen [37] | ||||||||
| 03.10.1969 |
Eröffnung des 2. Fernsehprogramms mit mehrstündigen Farbsendungen (in SECAM) an den Wochenenden - (vom neuen Berliner Fernsehturm - Berlin Alexanderplatz) Es standen rund 1.000 Stück RFT Color 20 Farbfernsehempfänger aus heimischer Produktion zur Verfügung.
Zeitgleich wurde das zweite DDR Fernsehprogramm des DDR Deutscher Fernsehfunk - nachmals unter Honecker als Fernsehen der DDR >DDR 2< bezeichnet in Betrieb genommen, und mit dem Senderausbau begonnen. 5 Stunden Farbprogramm pro Woche galten für den Anfang. Ein Blick in die Fernsehzeitung
"Tele Star" vom Sonntag dem 20.8.1972 weist wie
folgt aus [20]: Lediglich das 2. Programm hat die mit F gekennzeichneten
Farbsendungen: (Die AK jedoch, die auch im ersten lief und zumeist auf 16
mm Film produziert wurde war daher auch im Zweiten nur s/w.
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| 1972 | Umbenennung von DFF in Fernsehfunk der DDR | ||||||||
| 1975 | Die Unterzeichnung der KSZE Schlußakte in Helsinki am 1. August 1975 führte nach und nach in Folge zur Lockerung (Nicht Verfolgung) beim Empfang von ausländischen Programmen (Westfernsehen) sowie zu serienmäßigen PAL-SECAM Farbfernsehgeräten ab der 2000er DDR FarbTV Serie um 1980. | ||||||||
| 12. März 1990 |
DDR-F1 wurde DFF 1
DDF-F2 wurde DFF 2 |
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| 14. auf 15.12.1990 | Eingliederung von DFF 1 in die ARD (Verlust der Eigenständigkeit) und Umschaltung von SECAM auf PAL. DFF 2 bildet die Länderkette. | ||||||||
| 31.12.1991 | Abschaltung des DFF. Mit der letzten Sendung des DFF's nach 39 Jahren und 10 Tagen hat der DFF die DDR um 15 Monate überlebt. Das Vermächtnis findet sich auf MDR beizeiten wieder. | ||||||||
Die Zentralsteuerung des DDR Fernsehens:
Walter Ulbricht machte auf der 3. Parteikonferenz der SED (1958) richtungweisende Ausführungen zur Produktionssteigerung von Fernsehgeräten, da das Fernsehen ständig an Bedeutung für Wirtschaft, Kultur und Bildung der Bevölkerung gewinnt [54].
Auch am V. Parteitag der SED forderte Ulbricht erneut nebst dem Ausbau des Fernsehsendernetzes auch das Problem mit der ausreichenden Versorgung mit Fernsehempfängern zu lösen. Als Lösungsansatz wurde die Massenfertigung von Standard-Fernsehempfängern ausgemacht. Man solle sich vor Verwirrung stiftenden oberflächlichen Zahlenangaben aus der Tagespresse hüten [65].
Um den Unterschied zwischen dem politischen und kulturellen Auftrag des DDR Fernsehens (den auch weitgehend der Rest des Europäischen Fernsehens zu erfüllen hat) und den USA TV zu veranschaulichen bringt man eine Reportage unter dem Titel "Fernsehen in Amerika" dem ein dreimonatiger Aufenthalt von Hans Sutaner vorangegangen ist.
Der Bericht ist nicht allzu sehr von denen die u.a. auch im Österreichischen Radiomagazinen veröffentlicht wurden zu unterscheiden. Man mokiert sich über die US Fernsehkultur die den Apparat ganztags in Betrieb hält und selbst bei Einladungen schon nach 10 Minuten den Ton hinzukommen lässt was Unterhaltungen stark erschwert. Interessant wird für New York der Empfang von 11 tadellos empfangbaren Kanälen geschildert sowie ein Lob für die Ed Sullivan Show. Geist und Kultur vermisste ich... bei einem spürbaren rücksichtslosen Geschäftssinn [65]. Willkommen in der realen Welt.
Bild: Schul und Lehrprogramme im DFF 1961 die den Anspruch des Mediums auch auf diesem Gebiet bekräftigt [79].
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Bewegter wurde zwar nicht das Bild, aber die zweifelsfrei stets neutrale Auseinandersetzung mit der Qualität westlichen Einflusses auf die DDR Bevölkerung war deutlich |
| Damit man heute (2010) versteht warum man Westfernsehen
brauchte um sich mental gestärkt mit der "anderen" Realität
auseinanderzusetzen zeigt stellvertretend dieser Auszug der Erfolgsserie
des DFF's >Der schwarze Kanal< stets von und mit dem beliebten
Karl-Eduard von Schnitzler in 1.518 Folgen jeweils am Montag seit dem 21.
März 1960. Einer der schon früh all den Unrat des televisionären Westens mit klarem Spürsinn für das Wesentliche aufzeigte... Damals war es der DDR Staat, der mit diesen Sendungen bei der Bevölkerung eine psychische Selbstzensur, dort wo es die topografischen Gegebenheiten durch Fernbleiben des Westfernsehens nicht vermochte veranstaltete. Heute 2010 wird dieses einst als Bestandteil des kollektiven Volksvermögens zu betrachtende Archivgut des DFF durch eigens geschaffene Institutionen verwaltet, die nun unter dem Deckmantel "Urheberrecht" auch Karl-Eduard von Schnitzler "gepachtet" haben und erneut Informationssperren moderner Art verhängen. Diesmal aber nicht von West nach Ost oder umgekehrt sondern gegen die eigene Bevölkerung. Wenn man die einstige Polemik, wonach alles in der DDR gut war und alles im Westen zwangsläufig schlecht sein musste verlässt, dann bietet sich anhand der realen Lebensentwicklung gut 20 Jahre nach DDR Ende genug Potential die einstigen Aussagen neu zu beleuchten und Versäumnisse aufzuzeigen. Zum Beispiel, wie eine kapitalistische Volkswirtschaft, selbst wenn sie als Exportweltmeister auftritt es sich leisten kann beständig ein Heer von Arbeitslosen zu generieren das in einer durch Arbeit definierten Gesellschaftsordnung von selbiger nicht mehr absorbiert werden kann? |
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Adlershof - Das Herzstück des DDR Fernsehens:
Fernsehen lebt nicht vordergründig nur von der ihr anhaftenden Technik, sondern vom Programm.
Die DDR Führung ließ zum Zweck der Programmgestaltung in Berlin-Adlershof ein umfangreiches Fernsehzentrum errichten.

Bild: DFF 1953 - Die fahrbare Kamera ähnelt stark dem Stil des Vorkriegsfernsehens der RRG
Für Außenübertragungen wurden im Oktober 1955 zudem erste Übertragungswagen der Englischen Firma Pye in Betrieb genommen.
Sie beinhalteten 3 Super Orthikon Kameras und fünf
Monitore [6].
Mit 1958 bestand die Ausrüstung in der Studioanlage Adlershof aus den Filmabtaster, Diaabtaster, Epidiaabtaster und den Kamerazügen.
Zentrale Taktgeber versorgten alle Geräte mit den Synchronisiersignalen.
Für Reportagen hatte die DDR viele Jahre länger als im Westen die 16 mm Filmkameratechnik noch eingesetzt.
Bis Mitte der 1960er Jahre für Studiobetrieb und etwa 10 Jahre später im Außenbereich gab es aber auch anderswo kaum Alternativen dazu. Der Ton kam über tragbare Reportagemagnetbandrecorder [65]. So behalf man sich noch in den 1980er Jahren vielfach mit Standfotoeinblendungen.
Das DDR Fernsehsendernetz DDR Fernsehkanäle, Fernsehsenderstandorte
Das DDR Fernsehen begann in der Sendenorm >OIR< d.h. mit 6,5 MHz Tonträgerabstand, im Gegensatz zur BRD mit 5,5 MHz Tonträgerabstand.Gearbeitet wurde im Kanalraster des OIR TV Bandes I & III sowie dem Band II das in Westeuropa eigentlich für den CCIR UKW Hörfunk vorgesehen ist.
Der Beginn ab 1952 mit dem Ausbau des DDR Fernsehsendernetzes;
| Zeitangabe | Kanal | Frequenz | Sender |
| 21.12.1952 | Fernsehsender am Berliner Stadthaus (von Rafena) | ||
| III. Quartal 1953 | OIR 2: 59,25/65,75 MHz siehe Rembrandt D | Fernsehsender Leipzig | |
| IV. Quartal 1953 | Sonderkanal: 145,25/151,75 MHz siehe Rembrandt D | Fernsehsender Dresden | |
| I. Quartal 1954 | Fernsehsender Berlin-Grünau-Müggelberge | ||
| II. Quartal 1955 | Versuchssender Hartmannsdorf bei Karl-Marx Stadt | ||
| III. Quartal 1955 | Sender Berlin-Stadtmitte (Berlin-Stadthaus wird außer Betrieb gesetzt) | ||
| IV. Quartal 1955 | Sender Marlow & regulärer Sender Katzenstein bei Karl-Marx Stadt | ||
| IV. Quartal 1956 | Berlin-Stadtmitte (Band I) wird außer Betrieb gesetzt & Aufschaltung Sender Helpertberg | ||
| IV. Quartal 1957 | Sender Schwerin |
Die DDR Ausführung des frühen Fernsehempfängers Leningrad T2 besaß 3 Fernsehkanäle im Band I & II und UKW auf 94,5 MHz mit einem engen Abstimmfenster (keine Senderwahl im heutigen Sinn!)
| Schalterstellung | Kanal | Frequenz | Sender |
| 1 | Außerhalb des Rasters CCIR/OIR 1 | 41 - 49 MHz = 41,75 - 48,25 MHz | Berlin-Grünau-Müggelberge;
Übergangssender in Betrieb seit 1.1.54 - Stilllegung IV. Quartal 1956 |
| 2 | OIR 2 | 58 — 65 MHz = 59,25 - 65,75 MHz | Leipzig; in Betrieb seit 30.8.53 |
| 3 | außerhalb CCIR & OIR = | 99,9/106,4 MHz (heutiges UKW Radio) | Berlin Stadtmitte? |
Der Rembrandt FE 852 D hat bereits zusätzlich den 4. Kanal bestückt, die übrige Trommel war frei als Reserve sofern es kein Exportmodell war,
| Schalterstellung | Kanal | Frequenz | Sender |
| 4 | Außerhalb des Rasters CCIR/OIR 1 |
145,25/151,75 MHz |
Dresden |
Fernsehsendernetz der Anfangszeit um 1955:
Die jeweiligen Schalterstellungen bei DDR Fernsehgeräten - Beachte die in Leipzig und Dresden verwendeten Kanäle:
| Schalterstellung | Kanal | Frequenz | Sender |
| 1 | Außerhalb des Rasters CCIR/OIR 1 | 41 - 49 MHz = 41,75 - 48,25 MHz | Berlin-Müggelberge; Übergangssender in Betrieb seit 1.1.54 - Stilllegung IV. Quartal 1956 |
| CCIR 3 | 55,25 - 50,75 MHz | Helpertberg um 1957 auf CCIR umgestellt, neues Kanalsegment erforderlich [35] | |
| 4 | OIR 2 | 58 — 65 MHz = 59,25 - 65,75 MHz | Leipzig; in Betrieb seit
30.8.53
Um 1957 Umstellung auf Gleichkanal CCIR [35] |
| 5 | Außerhalb des Rasters OIR 6- / 7+ | 174 — 181 MHz, davor 185,25 - 191,75 MHz | Berlin/Inselsberg (50
kW [43]), in Betrieb
seit 1.9.55
Um 1957 Umstellung auf CCIR 5 mit neuem Kanalsegment [35] |
| 6 | Außerhalb des Rasters OIRT 7+ | 184 — 188 MHz /169,25/175,75 | Brocken; in
Betrieb seit 1.8.1955
Umstellung auf CCIR 6 mit 1957 [35] ein neues Kanalsegment war erforderlich |
| 7 | CCIR 7 | 188 — 195 MHz | |
| 8 | CCIR 8 | 195 — 202 MHz | Marlow & (später) Karl Marx Stadt Sender Katzenstein ab 1957 in CCIR |
| 9 | CCIR 9 | 202 — 209 MHz = 201,25 - 207,75 | Hartmannsdorf; in Betrieb seit 1.2.55 |
| 10 | CCIR 10 | 209 — 216 MHz = 209,25/215,75 | Berlin Prenzlauer Berg; in Betrieb seit 15.7.55 |
| 11 |
Absoluter Sonderkanal der weder in der OIRT noch CCIR definiert war, da hier der 2 m Amateurfunkbereich etc. liegt |
144 — 151 MHz = 145,25 - 151,75 MHz | Marlow & Katzenstein Dresden; in Betrieb seit 1.6.54 |
um 1957
Mit März 1958 [37] sieht die DDR Kanalwahlschalterbelegung und Senderlandschaft so aus (Bzw. wurden in Gebieten in denen die Kanalumstellung von OIR auf CCIR erst im Anlaufen war KEINE Geräte ausgeliefert!
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Zu erkennen sind noch 2 Sonderkanäle, die jedoch bereits auf CCIR Tonfrequenz umgestellt wurden [37]. |
im Detail:
| Schalterstellung | Kanal | Frequenz | Sender |
| 1 | Leer | ||
| 2 | Absoluter Sonderkanal der weder in der OIRT noch CCIR definiert war, da hier der 2 m Amateurfunkbereich etc. liegt, jedoch 5,5 MHz CCIR Ton | 144 — 151 MHz | Dresden |
| 3 | CCIR 3 | Helpertberg (ab IV. Quartal 1956) | |
| 4 | OIR 2 jedoch 5,5 MHz CCIR Ton | 59,25 - 64,75 MHz | Leipzig |
| 5 | CCIR 5 | Inselsberg & Berlin Köpenick | |
| 6 | CCIR 6 | Brocken | |
| 7 | CCIR 7 | - | |
| 8 | CCIR 8 | Marlow & Katzenstein bei Karl-Marx Stadt | |
| 9 | CCIR 9 | - | |
| 10 | CCIR 10 | - | |
| 11 | CCIR 11 | Schwerin (ab IV. Quartal 1957) | |
| 12 | Leer |
Bild: DDR Fernsehsendernetz gegen Ende 1957 [37]
Der Sender Inselsberg mitten im Thüringer Wald auf dem 916 m hohen Inselsberg beherbergt den 46 m hohen Betonturm mit aufgesetzten 50 m Stahlgittermast. Das Richtfunkgerät RVG 905 von Rafena ist unter anderem Eingesetzt. Als Videobandbreite werden 4 bis 4,5 MHz angegeben []
Seit August 1958 versorgt ein 200 mW Rafena Fernseh-Frequenzumsetzer FSU 896 A als Versuchsanlage [41] auf dem Hochwald im Zittauer Gebirge die Stadt Zittau mit dem DFF. Er wird mit der Sonderkanalfrequenz Dresden gespeist und sendet auf CCIR 10 erneut aus, was etwa 70 - 150 µV Antennensignal in der Stadt Zittau gemessen am Dipol ergibt.
Mit Ende 1958 & 1961 läßt sich folgende DDR Fernsehteilnehmerdichte ableiten:
Grafik: Das Feld über Magdeburg - das so wie Cottbus mit keinem DDR Sender erreicht wird spricht Bände: Doppelt so viele Fernsehteilnehmer im Raum über Magdeburg (die am Westfernsehen hingen) im Vergleich zum Deutschsprachigfernsehsenderlosen Cottbus [41]. Fazit: Das Angebot schafft die Nachfrage. Zum Vergleich die Dichte im Jahr 1961 in der rechten Grafik [47]. Links: Aufschlüsselung der 200.000 1958er DDR Fernsehteilnehmer [64/S.372].
Im ersten Quartal 1958 erreichte das DDR Fernsehen 11,5 Fernsehteilnehmer pro 1.000 Einwohner.
Zum Vergleich die Stationen anderer Länder: 15,9 in Frankreich, 24,5 in Holland, 3,5 in Österreich, 14,8 in Schweden und 7,8 in der Schweiz. (Deutschland West fehlt!) [64/S.372].
Mit Januar 1960 wird die nunmehrige Frequenzumstellung der DDR Fernsehsender Leipzig und Dresden von den bisherigen Sonderkanälen hin zu CCIR Band III Kanälen 9 bzw. 10 erläutert [44]. Wobei alle ab Mai 1957 zum Verkauf gekommene Rafena Fernsehgeräte bereits diese Kanalstreifen im Tuner haben, was so nur noch ein Umschalten nötig macht. Beachte, dass diese Senderfrequenzumstellung NICHT im Zusammenhang mit der OIR - CCIR TONfrequenzumstellung ist
Vergleichstabelle: OIR und CCIR Kanäle die zumeist durch Nachgleichen von OIR auf CCIR gebracht werden konnten [44]
| DDR Kanäle | In DDR Literatur genannte frühe OIR
Rasterung
|
Spätere OIRT Raster | CCIR Raster | |
| 1 | 41,75/48,25 | 48,75/56,25 | 41,25/46,75 | |
| 2 | 99,9/106,4 | 59,25/65,75 | 48,25/53,75 | |
| 3 | 145,25/151,75 | 77,25/83,75 | 55,25/60,75 | |
| 4 | 169,25/175,75 | 85,25/91,75 | 62,25/67,75 | |
| 5 | 185,25/191,75 | 93,25/99,75 | 175,25/180,75 | |
| 6 | 193,75/199,75 | 175,25/181,75 | 182,25/187,75 | |
| 7 | 201,25/207,75 | 183,25/189,75 | 189,25/194,75 | |
| 8 | 209,25/215,75 | 191,25/197,75 | 196,25/201,75 | |
| 9 | 199,25/213,75 | 203,25/208,75 | ||
| 10 | 207,25/213,75 | 210,25/215,75 | ||
| 11 | 215,25/221,75 | 217,25/222,75 | ||
| 12 | 223,25/229,75 | 224,25/229,75 |
Vergleichstabelle: CCIR Kanäle mit den DDR OIR Kanälen und der späteren OIR Rasterung
Die zur Auslieferung gelangenden Geräte haben folgende Kanalprogrammierung [44]:
| Schalterstellung | Kanal ab 1. November 1959 durch Umstellung von Sender Leipzig auf CCIR 9 | Kanal ab 1. Mai 1960 durch Umstellung des Senders Dresden auf CCIR 10 - damit volle CCIR Kompatibilität! | Sender |
| 1 | Leer | Leer | |
| 2 | Leer | CCIR 2 | |
| 3 | CCIR 3 | CCIR 3 | Helpertberg (ab IV. Quartal 1956) |
| 4 | CCIR 4 | CCIR 4 | - (Ochsenkopf) |
| 5 | CCIR 5 | CCIR 5 | Inselsberg & Berlin Köpenick |
| 6 | CCIR 6 | CCIR 6 | Brocken |
| 7 | CCIR 7 | CCIR 7 | - |
| 8 | CCIR 8 | CCIR 8 | Marlow & Katzenstein bei Karl-Marx Stadt |
| 9 | CCIR 9 | CCIR 9 | Leipzig |
| 10 | CCIR 10 | CCIR 10 | Dresden |
| 11 | CCIR 11 | CCIR 11 | Schwerin (ab IV. Quartal 1957) |
| 12 | Kanal 14 Dresden Sonderkanal | Leer |
Tabelle: 1960 DDR VHF Fernsehfüllsender mit kleiner Leistung und örtlicher Begrenzung[35]
Das DDR Sendernetz 1961 - also im Jahr des Baues der Mauer sowie der vielzitierten Ochsenkopfaktion laut WRHB 1961 [2]:
Alle Sender arbeiten bereits in der auch in Westdeutschland üblichen CCIR Norm & Kanalraster
| Kanal | Senderstandort |
| E 3 | Helpertberg |
| E 4 | Cottbus |
| E 5 | Berlin & Inselsberg |
| E 6 | Broken |
| E 8 | Karl Marx Stadt & Marlow |
| E 9 | Leipzig |
| E 10 | Dresden |
| E 11 | Schwerin |
| E12 | Sonneberg-Bleßberg |
Mit etwa August 1961 kam der Sender Sonneberg-Bleßberg auf CCIR Kanal 12 hinzu, was für Bestandgeräte der nicht aktuellen Generation eine Nachrüstung des Kanalstreifens sowie einer leichten Modifikation für die Empfindlichkeitserhöhung im oberen Frequenzbereich bedurfte. [46]
UHF Kanäle für das DDR 2 Fernsehen
Aufschaltung erster Sender mit 3. Oktober 1969 für den Deutschen Fernsehfunk 2 mit seinem Farbprogramm.
Auflistung der UHF Kanäle 1969 [15] |
UHF Kanal | Sender |
| 22 | Leipzig | |
| 24 | Marlow | |
| 27 | Berlin | |
| 29 | Schwerin & Dresden | |
| 31 | Dequede |
Zum Empfang boten die Fernsehgeräte der aktuellen Generation einen eingebauten UHF Tuner für das UHF Band IV also bis Kanal 39.
Ältere Geräte konnten durch DDR Erzeugnisse mit Beistell UHF Umsetzer wie auch im Westen bereits Anfang der 1960er Jahre zuvor nachgerüstet werden.
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Bild: Set Top Box anno 1970
Der UHF Konverter - Linientreu zur Partei haltend natürlich nur bis Kanal 39 arbeitend ! Geeignet für die Umsetzung des DDR 2 UHF Programms in einen VHF Kanal den der nicht UHF taugliche Fernseher "verarbeiten" konnte. Das Gerät eignete sich in besser versorgten Gebieten auch für das ZDF. Zumeist aber nicht für die Dritten Programme der ARD da diese im Band V arbeiteten. |
Mit 1973 ging der neue Sender Geyer für Karl-Marx Stadt in Betrieb auf Kanal 32.
Der bisherige Sender Katzenstein wurde in der Folge abgeschaltet, was auch eine Neuausrichtung der bisherigen VHF Kanal 8 Antennen in bestimmten Wohnregionen zur Folge hatte [55]. Der Katzenstein wurde aufgrund von Empfangsproblemen die mit der auch geografischen Umstellung einhergingen mit einem Füllsender auf Kanal 10 beglückt, der die bisherigen Harz-West Zuseher auf dem gleichen Kanal erst einmal aus dem Rennen bzw. mit neuen Antennenanlagen auf den Ochsenkopf warf [56].
Bis wirklich alle DDR Fernsehteilnehmer auch ihr Inlands "Zweites" hatten, dauerte es noch geraume Zeit.
Die Farbe im Bild war noch bis etwa 1973/74 dem DDR 2 Programm vorbehalten, bis studioseitig, und mehr noch die Sendeeinrichtungen der DDR 1 Fernsehsenderkette nach und nach auf SECAM und damit Farbtauglichkeit nachgerüstet wurde [21].
Zum Vergleich: Die BRD leistete sich die Nachrüstung ihrer Sender auf Farbtauglichkeit (Stichwort: Differentielle Phase u.a.) gleich zu Anbeginn.
Anmerkung: In anderen Ländern Westeuropas, in denen das 2. Programm lediglich ein Ableger der Fernsehanstalt war die auch das jeweils "Erste" gestaltete, zog sich der Netzausbau für das 2. Programm ebenfalls hin (Österreich). Das Österreichische Fernsehen, dass als gebirgiges Land noch mit der technischen Empfangbarkeit seines 2. Programms zu kämpfen hatte legte die Farbe zu Beginn auf das gut empfangbare erste VHF Programm.
Das UHF Band V ist in der DDR nicht in Verwendung [3].
Damit Unterschied sich die DDR zur BRD lediglich in der Beschränkung auf das Band IV, also bis UHF Kanal 39, was für DDR Bürger Westkanäle die über Kanal 39 lagen erneut lediglich zum Inhalt ihrer Träume werden ließ (zum Teil das ZDF bei Umsetzeranlagen und div. dritte Programme).
Erst 1987 wurde auch DDR 1 nebst Band I Kanal 4 auf dem Sender Cottbus (Calau 1982 gebaut) auch auf UHF Kanal 53, und damit auf einem Band V Kanal ausgestrahlt. Die Kanal 4 Abstrahlung wurde dann im Dezember 1987 eingestellt. Da zuvor auch der Kanal E 3 des Senders Helpterbergs eingestellt wurde endete damit die Band I Ära in der DDR [81/S.39].
Auch das DDR Richtfunknetz, also die Einrichtungen zur Signalzuführung der Bild- und Tonsignale vom Studio zum Sender konnte mit heimischer Produktion bestückt werden.
Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1956 zeigt das DDR Sachsenwerk Radeberg seine Richtverbindungsgeräte RVG 904 mit 18,1 – 20 cm Bildzubringung, sowie den RVG 905 ein Tonzubringer mit 26.2 – 27,9 cm womit auch das Ostzonale Netz bestückt ist,
die Kabelverstärker KV 152 mit 6 MHz Videobandbreite werden ab 1957 lieferbar sein [12],
So fertigte 1958 das Unternehmen Rafena:
das Richtfunkverbindungsgerät RVG 908 als Bildzubringer im 1.480 - 1.600 MHz Bereich.
Das Richtfunkverbindungsgerät RVG 955 für 4 Rundfunk oder Fernsehtonkanäle im Bereich 1.700 - 1.775 MHz sowie
das Richtfunkverbindungsgerät RVG 934 für die Übertragung von 6, 12, 18 oder 24 Nachrichtenkanäle mit Impuls-Phasen-Modulation PPM von 2.450 - 2.700 MHz laut [38]
Mit dem 3. Quartal 1953 erfolgte die Inbetriebnahme der Richtfunkstrecke Berlin-Stülpe-Oschatz-Leipzig
Mit dem 4. Quartal 1953 erfolgte die Inbetriebnahme der Richtfunkstrecke Oschatz-Dresden
Mit dem 3. Quartal 1955 erfolgte die Inbetriebnahme der Richtfunkstrecke Leipzig-Petersberg-Brocken und Inselsberg
Mit dem 4. Quartal 1955 erfolgte die Inbetriebnahme der Richtfunkstrecke Berlin-Helperberg-Marlow sowie Oschatz-Katzenstein
Alle jeweils in Verbindung mit der Inbetriebnahme der angeschlossenen Sender
Mit 1959 wurde ein fahrbarer IFA Bus mit Richtfunkausrüstung angeschafft:
Bilder: IFA Bus mit Rafena Richtfunkanlage RVG 904 C für die Deutsche Post [41]
Um die wie in der Karte ersichtliche zu große Entfernung zwischen Stülpe und Oschatz zu verkürzen und die Betriebssicherheit zu erhöhen wurde 1958 der Richtfunkturm Roitzsch in Betrieb genommen [65/S.686]
Karte: DDR Richtfunksendernetz 1958 mit Richtfunkturm Roitzsch [65]
Um die mit bis dahin beweglichen Richtfunkeinrichtungen und Provisorien abgehaltene Anbindung an Nachbarländer in der Betriebsstabilität zu erhöhen, wird ebenso 1959 die Richtfunkstation Lugstein bei Zinnwald-Georgenstadt in Betrieb genommen. Die Mittel wurden in den DDR Volkswirtschaftsplänen 1958/59 dazu bereitgestellt.
Mit genannten Provisorien war ein gemeinsames Fernsehen DDR-CSR-Polen zum Anlaß der Friedensfahrt möglich. Am 6. Juni 1958 sendete man nach Prag und Budapest [64/S.372].
Bild: DDR - CSSR Übergaberichtfunkstation Lugstein bei Zinnwald-Georgenstadt in Bau 1958
1962 folgten die Dezimeternachrichtengeräte RVG 958, RVG 935 [49]
Das ausgebaute Richtfunknetz um 1985
Karte: Das DDR Richtfunksendernetz mit Sendeeinrichtungen um 1985
Die Sache mit dem Ochsenkopf I....

West - Ost Konfrontation über dem Bildschirm:
Man muss sich zurückversetzen in die Zeit, als auch und gerade Westdeutschland sich in einem Ranking mit der DDR maß, wer denn mehr Sender an der Grenze zum jeweils anderen Deutschland hatte. Und sofort Minderwertigkeitskomplexe auftraten, wenn es auch nur den Anschein hatte, dass der Osten, selbst wenn es die anderssprachige CSSR mit ihrem Sender Pilsen war zu einem Ungleichgewicht im Ost-Westsenderverhältnis führen würde.
So lautet als Gegenmaßnahme gegen den CS Fernsehsender Pilsen, dass der bayrische Rundfunk den Bau des Fernsehsenders Brotjacklriegel der erst für 1960 geplant war vorzieht, um eine Überdeckung des Westdeutschen Fernsehens zu verhindern (Kanal 7 V 100/20 kW) [16].
Von einer "Roten Pupille" war gar die Rede. Und man war erfreut, das dieses "Kainsmal" der Versorgungslücke mit der Betriebsaufnahme des BRD Fernsehsenders Dillberg mit 23.3.1956 ausgewetzt war [13].
Wenn es auch keine rationale Bestätigung gab, denn die Abdeckung Ostdeutschlands durch westdeutsche Sendereinstrahlung war stets größer als umgekehrt, so löste die ausschließliche Empfangsmöglichkeit des Ostzonensenders Katzenstein, (gelegen bei Karl Marx Stadt), in Oberbayern bei Hof starke Irritationen bei den Verantwortlichen im Westen aus.
Es tauchte um 1958 gar die Frage auf: "Kommt unser zweites Fernsehprogramm aus dem Osten?", nachdem der 112 m hohe DDR Fernsehturm Kyffhäuser-Kulpenberg dann soweit in BRD einstrahlen würde, wie es der Helpertberg, Dequede & der Brockensender bereits tun. In der Ostzone waren (1958) 10 Sender in Betrieb die bis auf Berlin noch gar nicht zu voller Leistung ausgebaut sind.
Der Aussage um 1958 eines Westdeutschen Journalisten nach einem Besuch im Refena Werk "Das Fernsehen ist ein Lieblingskind der östlichen Machthaber" wurde gleich gegenübergestellt das das BRD Fernsehen zwischenzeitlich zu einem Machtinstrument ausgebaut worden ist.
Man kann allerdings Kinder so oder so erziehen..... Nicht ohne Grund - so wird behauptet sehen in den Grenzgebieten immer mehr westdeutsche Fernsehteilnehmer unser Fernsehprogramm an ... und lernen das am Sozialismus doch was dran ist [65/S681].
Das es nicht nur eine technische Frage war mit der man sich im Westen beschäftigte, beweist der Umstand, das lange Jahre das ARD/ZDF Vormittagsprogramm lediglich über Fernsehsendeanlagen die entlang der Zonengrenze platziert waren abgestrahlt wurde.
Von 1961 bis 1966 strahlte die ARD ein eigenes Programm für die DDR über Sender an der Zonengrenze aus die dann in das ARD/ZDF Vormittagsprogramm übergingen [25].
Laut einer Hörzu-Nordausgabe von 1965. waren dies die Sender Meißner
(Nordhessen), Kreuzberg/Röhn (Bayern), Ochsenkopf (Bayern)
& Berlin [23].
Ein Blick in die Fernsehzeitung "Tele Star" vom Sonntag dem 20.8.1972 weist wie folgt aus: "zum Vormittagsprogramm steht dort folgende Anmerkung: Die Vormittagssendungen sind nur über die Fernsehsender des NDR, RB, SFB, Meissner (HR), Kreuzberg/Rhön (BR) - nur montags bis sonnabends und Ochenskopf/Fichtelgebirge (BR) nur dienstags, donnerstags, sonnabends zu sehen" [20].
Damit war dem Schichtarbeiter und DDR Fernsehteilnehmer der in Fertigung und Bergbau beschäftigt war die Möglichkeit geboten auch zu dieser Tageszeit den Westen anzuwählen anstelle der Wiederholung des DDR Abendprogramms im lokalen Fernsehen.
Das im BRD Hinterland diese Möglichkeit bis etwa 1981 durch die Abstrahlung lediglich des Testbildes stattdessen nicht geboten wurde kann daher kein Zufall gewesen sein [22].
Von der technischen Ebene her bestätigt dies Hans Rindfleisch mit dem Satz: "Die Forderung nach einer möglichst weit in die SBZ (Sowjetische Besatzungszone) reichende Wirkung war von Anfang an einer der maßgebenden Gesichtspunkte für die Planung der Fernsehsender in der Bundesrepublik"[24]
Bild: BRD-DDR VHF Fernsehsenderkartenauszug mit VHF Kanäle um 1960, [26]
Tabelle: West - Ost VHF Ranking (Relevant hier nur die Zonengrenze um 1960, also nur ARD-DFF)
| ARD Anstalt | Senderstandort | CCIR Sendekanal & Leistung | Senderstandort | DDR TV |
| ARD/SFB | Berlin-West-Scholzplatz |
VHF Band III Kanal 7 50/10 kW später 100 kW |
||
|
VHF Band III Kanal 5, 100 kW |
Berlin-Ost | DFF | ||
| ARD/NDR | Harz W./Torfhaus |
VHF Band III Kanal 10 100 kW |
||
|
VHF Band III Kanal 6, 100 kW |
Brocken | DFF | ||
| ARD/HR | Hoher Meißner |
VHF Band III Kanal 7; 100/20 kW |
||
| ARD/BR | Kreuzberg/Röhn |
VHF Band I Kanal 3 V;100 kW |
||
|
VHF Band III Kanal 5, 100 kW |
Inselsberg | DFF | ||
| ARD/NDR | Hamburg |
VHF Band III Kanal 9; 100 kW |
||
|
VHF Band III Kanal 11, 100 kW |
Schwerin | DFF | ||
| ARD/BR | Ochsenkopf |
VHF Band I Kanal 4 V/100 kW |
||
|
VHF Band III Kanal 8, 100 kW |
Katzenstein-Karl-Marx Stadt | DFF |
Unter dem Artikel "444 Sender des Ulbricht Regimes - Und was geschieht mit uns Mitteldeutschen?" aus der Zeitung "Das Ostpreußenblatt" vom 24. März 1962 klagt man in Wiedergabe eines Artikels aus dem „Rheinische Merkur" einmal mehr über das "ungeheure Mißverhältnis zwischen der Zonen-Runkfunkpropaganda und der Reichweite der Sendungen der Bundesrepublik für unsere mitteldeutschen Brüder".
Von den zehn großen Fernsehsendern der Zone weiß man, daß sie erheblich in den Westen ausstrahlen: der
Umgekehrt reicht der Sender Harz-West bis zur Elbe-Havel-Linie, also bis nach Magdeburg, Dessau, Brandenburg, Halle, Nauen, der Hamburger Sender bis in die Gegend von Schwerin, der Sender auf dem Hohen Meißner in das ganze westliche Thüringen.
Auf die Forderung den SFB in Berlin, der
aktuell (1962) bereits rund 80 Kilometer weit in die Zone strahlt, und der zum
Beispiel auf das Doppelte seiner Leistung auf dann 100 kW gebracht werden
könnte und damit 10 Kilometer weiter in die Zone hineinstrahlen ist man wie uns
die Geschichte lehrt letztlich eingegangen [57].
Mit Anfang der 1960er Jahre kam mit dem ZDF in der Bundesrepublik das 2. Fernsehprogramm und etwa zeitgleich auch die neu geschaffenen "Dritten" der ARD Anstalten auf den Bildschirm.
Mit dem Beginn der 1960er Jahre gingen im Westen des Landes das ZDF wie auch "die Dritten" auf Sendung was fürs erste das Gro der DDR Zuseher außen vor ließ.
Während das ZDF mit Stand 1965 nur Sendefrequenzen im neuen UHF Band IV zugewiesen bekam, so waren dies für die Füllender der ARD sowie deren Dritten zumeist auch Kanäle im UHF Band V.
Dies bedeutete für DDR Zuseher erst einmal eine telegene Abstinenz von diesem neuen Angebot, da entgegen den aktuellen Fernsehempfängern in Westdeutschland es eben in der DDR offiziell keinen Grund gab UHF in die Inlandsgeräte zu integrieren oder Beistellumsetzer zu fertigen.
Bastler und solche die sich medial zu den gut informierten Kreisen zählen wollten organisierten sich in dieser Zeit Material wie die Spezialtransistoren aus dem Westen (AF139 etc.) und gingen gar soweit, sich Drähte selbst zu versilbern um sich einen solchen Umsetzer die aber dann zumeist auf einen Kanal fest abgestimmt blieben zu bauen.
In Verbindung damit sei erwähnt, dass Selbstbaukonverter durch oftmals ziemlich unvollkommener Bauart auch dazu neigten erhöht Störsignale (Selbstschwingung/Oszillator) auszustrahlen, was seitens der Post auch bisweilen aufgespürt wurde und wie im Westen mitunter zur Beschlagnahmung des Geräts und einem Bußgeld geahndet werden konnte. Darin ist jedoch keine im politischen System verhaftende Vorgangsweise zu erkennen [75].
Alternativ ließen sich auch käufliche Geräte, sowohl Konverter wie auch Fernsehgeräte ("Staßfurt Stella" etc.) fallweise über den Kanal 39 hochdrehen. Sei es durch mechanische oder kombiniert elektrisch/mechanische Manipulation. Ab etwa Kanal 50 (~700 MHz) war jedoch auf Basis der eingesetzten Technik aufgrund der reduzierten Empfindlichkeit Schluss [75] mit dem Empfang.
Erst die Aufschaltung des 2. DDR Fernsehprogramms und der landesweite Ausbau der dabei nötigen UHF Sender im sogenannten Band IV (4) ab 1969 ließ Bastelanleitungen, Beistellnachrüstumsetzer und natürlich auch Fernsehempfänger mit serienmäßigen UHF Teil am DDR Inlandsmarkt erscheinen (UHF Selbstbau Antenne [82]).
In gut versorgten Gebieten, also mit starker ZDF Einstrahlung war damit auch der Empfang dieses Senders sichergestellt.
Die Sache hatte nur einen Haken:
Mit zunehmender Verbreitung der UHF tauglichen Fernsehgeräte und Beistellumsetzergeräte wurde auch bis in die 1970er Jahre hinein nach und nach das UHF Fernsehnetz der DDR auf- und ausgebaut.
Mit der Konsequenz, dass vielerorts das bis dahin, wenn auch mitunter leidlich empfangbare ZDF, wegen der neuen DDR UHF Sender mit dem DDR 2 Programm plötzlich nicht mehr zu sehen waren, da diese mitunter auf dem gleichen Kanal wie zuvor das ZDF einstrahlten.
Selbiges gilt für die Zuseher, die mit Gleichkanal oder zumindest starken Nachbarkanalstörungen aus der CSSR, die ebenfalls nach und nach eine zweites Sendernetz aufbauten zu kämpfen hatten.
Für die Zuseher, die im Norden an den UHF ARD Sendern ARD/NDR Bungsberg im UHF Band V, auf Kanal 50 mit 260 kW, sowie ARD/NDR Dannenberg im UHF Band V auf Kanal 43 mit 250 kW "dran hingen" blieb die Notwendigkeit, im Fall das auf VHF kein Empfang möglich war, auch nach der Verfügbarkeit von UHF Umsetzern in der DDR auf Bastelware zurückzugreifen.
Dies deshalb, da das DDR Fernsehen nur UHF Kanäle im UHF Band IV - also bis Kanal 39 zugewiesen bekam, oder auch nur diese auswählte. DDR Inlandsgeräte also nur bis Kanal 39 Fernsehsender technisch empfangen konnten. Dies hatte für die inländische Elektronik & Bauteileindustrie den Vorteil damit im Besonderen auch Transistoren mit einer niedrigeren Grenzfrequenz einsetzen zu können und nicht auf Importware, diese zudem mitunter mit einem West-Exportembargo belegt angewiesen zu sein. Als Beispiel sei stellvertretend das ~1970 DDR Fernsehgerät INES 1701 U angeführt, mit dem AF139 Transistor (550 MHz ~Kanal 30) im UHF Teil.
Von Einzelfällen abgesehen, war damit für den DDR Individualfernsehteilnehmer zumeist Schluss mit dem ZDF, da der Antennentechnische Aufwand auch hinsichtlich der mechanischen Ausmaße kaum für einen mehr tragbar gewesen wäre. Für Antennengemeinschaften sah dies natürlich anders aus, konnte diese die Kosten des hohen Aufwandes auf die Zahl der Teilnehmer herunter brechen und auch hinsichtlich der Durchsetzung solcher Vorhaben "anders" auftreten als dies einem Einzelnen möglich gewesen wäre. - siehe Details bei Kapitel Antennengemeinschaften-Kabelgemeinschaften.
Folgt
Bild: BRD-DDR VHF UHF Fernsehsenderkartenauszug um 1975 - 1989, []
Neu im Vergleich zu den Anfangsjahren hinzugekommen sind die Sendeanlagen Dequede mit Kanal 12 & 31, was mitunter bisherige Zaungäste auf Kanal 12 ? entlang der Westberlin ARD Versorgungsachse Höbeck-Schäferberg aus dem Rennen geworfen hat, sowie die Anlage Sonneberg mit Kanal 12 & 33, was endgültig das Aus in dieser Region für das gleichkanalige ZDF per Weitempfang aus Berlin bedeutete.
Kurz vor Torschluß startete mit 22. August 1988 das RIAS-TV in Berlin im Timesharing mit SAT 1. Als Reichweite wird Wittenberg-Dessau angegeben [27].
Die Fernsehsender der Besatzungsmächte in und um Berlin:
Zu erwähnen wären noch die Fernsehsender, die im Zusammenhang mit den Besatzungsmächten aus Ost und West zu betrachten sind.
Dass die Fernsehsender der Besatzungsmächte wie die US Forces Europe AFN in Berlin Dahlen, oder Forces Francaises Berlin k eine breitere Zuseherschaft - alleine angesichts der Fremdsprache sowie nicht immer kompatiblen Fernsehnormen gefunden hat darf als gesichert angenommen werden. Auch im Westen waren es nur einer kleinen Zuseherschaft mit wahlweise Kompromissen bei der Bildqualität oder mit dem kostspieligem Einsatz von Mehrnormenempfängern (Grundig etc.) oder auch Nachrüstteilen von z.B. von EGIS möglich "dabei" zu sein.
Es gab sie aber natürlich, die Zuseher die sich auch dem technischen Hürden stellten und sich z.B. den AFN zum Betrachten besonderer Sportarten ins Haus holten.
Dabei war nicht die Antennentechnik die Herausforderung, sofern man im recht eng gezogenen versorgten Gebiet lag, sondern man musste mit externer Gerätschaft wie z.B einem Autoradio etc. sich den Ton der bei auf auf 4,5 MHz anstelle 5,5 MHz lag irgendwie künstlich umsetzen.
Die im Web kursierende "Anleitung": Wenn man ein eingeschaltetes UKW-Radio (RK670 von RFT belegt) auf den Fernseher stellte (bei laufendem AFN-Betrieb) und am Kanalwähler des Radios die Skala abgesucht hat, dann gab es bei einer bestimmten UKW-Frequenz (auf dem Radio) ein Streifenmuster auf dem Fernsehbild, das dieses stark überlagerte. Gleichzeitig kam der Ton von AFN (und zwar aus dem Fernseher; um so unsauberer das Bild, desto besser der Ton). Mit etwas Fingerspitzengefühl konnte man es so einstellen, das das Muster fast verschwand und der Ton trotzdem noch gut zu hören war [75].
Alternativ war die Begleitmoderation so man ihr sprachlich folgen konnte auf dem AFN Mittelwellensender zu hören.
Ähnlich erging es denen, die in der DDR die OSTfernsehsender - sprich Polen oder Tschechien empfingen, da dort z.B. Sportübertragungen wie Motorradrennen aus Brünn liefen oder mit zeitlicher Versetzung der Westdeutsche Beatclub und später Musikladen von der ARD vom TVP 2 übertragen wurden. Dem Nachrüsten zum 2 Normenempfänger (Tonumsetzer von 6,5 auf 5,5 MHz) gingen auch hier kostengünstige Alternativen siehe oben einher [75].
AFN
mit 525 Zeilen und 60 Hz Bildwechselfrequenz verlangte nach gutmütige Fernseher
die daraus ein synchronisiertes Bild machten. Es liegt auf der Hand das die
Spielerei "den hineinzubekommen" vorwiegend von der Jugend betreiben
wurde, und da z.B. bei den beliebten Junost Kofferfernsehgeräten die das Land
überschwemmten wie auch heute 2011 noch Ebay beweist. Ein herumdrehen am
Wohnzimmerapparat wird auch in der DDR nicht immer gerne gesehen worden
sein.
Tabelle: West - Ost VHF/UHF Ranking (Relevant hier nur die an der Zonengrenze um 1975 bis zum Ende aktiven Fernsehsender, also ARD/ZDF/Dritte/DDR 1 & DDR 2)
| BRD TV Anstalten | Senderstandort | CCIR Sendekanal & Leistung | Senderstandort | DDR TV |
| ARD/SFB | Berlin-West-Scholzplatz |
VHF Band III Kanal 7, 100 kW |
||
| ZDF | Berlin |
UHF Band IV Kanal 33, 500 kW - Gleichkanalnutuzung ! ebenso 500 kW |
Sonneberg | DDR 2 |
| SFB | Berlin Schäferberg |
UHF Band IV Kanal 39, 200 kW |
||
| Rias TV/SAT1 | Berlin |
UHF Band IV Kanal 25, 20 kW (1988) |
||
|
VHF Band III Kanal 5, 100 kW |
Berlin-Alexanderplatz | DDR 1 | ||
|
UHF Band IV Kanal 27, 1.000 kW! |
Berlin-Alexanderplatz | DDR 2 | ||
| ARD/NDR | Harz W./Torfhaus |
VHF Band III Kanal 10, 100 kW |
||
|
VHF Band III Kanal 6, 100 kW |
Brocken | DDR 1 | ||
| ZDF | Harz W./Torfhaus |
UHF Band IV Kanal 23, 500 kW |
||
|
UHF Band IV Kanal 34, 1.000 kW! |
Brocken | DDR 2 | ||
| ARD/HR | Hoher Meißner |
VHF Band III Kanal 7, 100/20 kW |
||
| ZDF | Hoher Meißner |
UHF Band IV Kanal 32, 390 kW - Gleichkanalnutzung !500 kW |
Katzenstein Karl-Marx Stadt | DDR 2 |
|
VHF Band III Kanal 8 |
Katzenstein Karl-Marx Stadt | DDR 1 | ||
| ZDF | Coburg |
UHF Band IV, Kanal 22 190 kW - Gleichkanalstörung! 1.000 kW |
Leipzig | DDR 2 |
| ARD/BR | Kreuzberg/Röhn |
VHF Band I Kanal 3 V, 100 kW |
||
|
VHF Band III Kanal 5, 100 kW |
Inselsberg | DDR 1 | ||
| ARD/NDR | Hamburg |
VHF Band III Kanal 9, 100 kW |
||
|
VHF Band III Kanal 12, ? |
Dequede | DDR 1 | ||
| ZDF | Hamburg |
UHF Band IV Kanal 30 500 kW |
||
|
UHF Band IV Kanal 31, 500 kW |
Dequede | DDR 2 | ||
| ZDF | Höhbeck |
UHF Band IV Kanal 21 330 kW |
||
|
VHF Band III Kanal 11 |
Schwerin | DDR 1 | ||
|
UHF Band IV Kanal 29 |
Schwerin | DDR 2 | ||
| ARD/BR | Ochsenkopf |
VHF Band I Kanal 4 V/100 kW |
Letztlich (1988) standen bei einem BRD zu DDR Flächenverhältnis von 2,3 zu 1
bzw. einem BRD-DDR Bewohnerverhältnis von 3,76 zu 1
in der BRD an VHF/UHF Großsenderfrequenzen ab 25 kW Sendeleistung ungleich mehr Sender bei 247 ! aktiven Sendekanälen
der DDR mit VHF/UHF Großsenderfrequenzen ab 25 kW Sendeleistung 20 Sender bei 31 aktiven Sendekanälen gegenüber,
was einem groben Senderverhältnis BRD zu DDR von 8 : 1 entspricht. - Keine weiteren Fragen Eurer Ehren?!
Exkurs: Wenn man dieses Zahlenspiel auf die Raketen und Waffenpotentiale umlegt, und eine ähnliche Hysterie, von wegen Gleichgewicht des Schreckens annimmt, dann kann man Annehmen welchen Luxus man sich mit dem "Gleichziehen" geleistet hat.
Umgekehrt noch deutlicher gelang es mit dem Fernsehsender am "Ochsenkopf" (Fichtelgebirge/Bayern) ab 1958/59 - ein 163 m Senderbauwerk, das zugleich das am höchsten gelegene Betonbauwerk seiner Zeit darstellte, dem Osten nachzurücken, der noch in Leipzig auf 140 km Entfernung hin gut zu empfangen war [14].
Und während in anderen Teilen der Ostzone, die fachlich Band III genannten Fernsehantennen des Westempfanges sich kaum von denen des DDR Zonenfunks unterschied, so war es bei den Ochsenkopf Antennen aufgrund zum Einen der vertikalen Ausrichtung und zum Anderen aufgrund der großen Bauart bedingt durch die Wahl des niedrig gelegenen Band I Kanals 4 schon von weitem als solche für den Westempfang bestimmte Antenneneinrichtung erkennbar.
Für die Ausbreitung jedoch war gerade die Wahl eines Fernsehkanals im Band I ein Garant dafür möglichst weit in die DDR hineinstrahlen zu können.
Empfangsverbote und Restriktionen zum Fernsehen in der DDR
Um sich diesem komplexen Thema nähern zu können, muß man sich veranschaulichen, dass es die DDR 40 Jahre lang gab. Und daraus resultierend, auch in Abhängigkeit der politischen Großwetterlage eine Restriktion oder ein Verbot - eher eine Ächtung des Westempfangs zu bestimmten Zeiten UNTERSCHIEDLICH gehandhabt wurde.
1949 gegründet, wurde das Fernsehen Ende 1952 eingeführt, und wohl erst nach der Mitte der 1950er Jahre zu einem breitenwirksamen Medium was die Option auf einen Westempfang einschließt.
Bild: Statistik zu den DDR Fernsehteilnehmerzahlen von 1952 bis Anfang 1958 mit 150.000 Gerätebesitzern [37]
Ende der 1950er Jahre gab es auch erst den erweiterten Senderausbau - sowohl in der Bundesrepublik wie auch in der DDR. Somit betrifft die Zeit des Westempfangs (beim Fernsehen) im besten Fall "nur" etwa 35 Jahre bis zum Ende der DDR.
Und es gehörte wohl zur Propaganda beider Seiten, ebenso wie die der Medien das jeweils extremste Beispiel in der Kommunikation nach Außen zu publizieren. Sei es als psychologische Abschreckung, sei es als reißerische Aufmachung einer Zeitung.
So konnte man in der österreichischen Zeitschrift "Radio Österreich" von November 1958 lesen: "Das Anhören/sehen westlicher Rundfunk und Fernsehsender fällt in Ostzone unter die Strafbestimmungen. Es drohen Gefängnisstrafen von mehreren Monaten und die Einziehung des Empfängers" [17].
Wie der Autor in seinem Artikel zum Feindsenderhören im Dritten Reich ausführt, waren das Feindsenderhören - ohne hier die DDR mit dem Dritten Reich 1:1 vergleichen zu wollen, oft "nur" eine Begleiterscheinung zu anderem als staatsschädlich angesehenem Tun[32].
Begleiterscheinungen, die man im "sozial auffälligem Verhalten des Täters" nebenbei und zumeist zusätzlich zu seinen sonstigen "Taten" ausmachen konnte und bei dieser Gelegenheit mitunter auch gleich die technische Ausrüstung beschlagnahmt wurde [31], dies selbst noch 1968!
In einem Web Thread berichtet Herr Paul G. wonach er in den 1960ern in Zürich mit TV-Antennenbau für Österreich-Empfang beschäftigt war und eines Tages in der Zeitung einen Satz sinngemäß las: "... wurde in der DDR ein Elektromeister verhaftet, der Fernsehantennen erstellte, mit denen ein Empfang des Westfernsehens - eine technisch hervorragende Leistung - bis ins obere Erzgebirge möglich war." Den Respekt für seine technische Leistung war dem Meister zwar im Westen gesichert. Inwieweit er als Elektromeister die Befugnis überhaupt zum Antennenbau hatte und was konkret ihm zur Last gelegt wurde bleibt unbeantwortet [75].
Gesetzesblatt: DDR Rundfunkordnung vom 3. April 1959 - Es ist kein Hinweis auf Empfangsverbote auszumachen![44]
In einer Gerichtsverhandlung von 1. Oktober 1970 - eine Filmaufzeichnung ist überliefert [18] wird nebst dem straffälligen Jugendlichen auch dem erziehungsberechtigten Vater vorgeworfen, sich bewusst das Westfernsehen angesehen zu haben um sich eine eigene Meinung bilden zu können, was als ein verantwortungsloser Standpunkt hingestellt wurde. Auch hier spielt das konsumierte Medium letztlich nur eine untergeordnete Rolle an der sich, da ja im eigenen Land ein Abdriften der Jugend gar nicht möglich sein darf, elegant die übergeordnete Schuld dem Westen zuzuordnen war. (Vergleiche die DDR Hilflosigkeit beim Neonazi Unwesen gegen DDR Ende).
Da es - eben um einen Vergleich mit dem Dritten Reich nicht vom Zaun zu brechen in der DDR kein definitives Verbot für den Empfang von "Feindsendern", also Sendern aus der BRD bzw. Westallierter Mächte gab, wird kurzerhand der geneigte Protagonist mit einer Anklage wegen "staatsgefährdender Propaganda und Hetze" - dem dehnbarsten Tatbestand im DDR-Strafrecht - bedacht [33]. (Zum Vergleich durfte man erfahren, was nicht alles passieren kann wenn die Sicherheit der USA gefährdet sind, so geschehen nach 9/11, selbstverständlich demokratisch und nicht totalitär fundiert).
Zur politischen Großwetterlage sei der schleichende Übergang von dem selbst gewählten Anspruch den Westen bis 1961 gar überholen zu wollen [Radio Österr] bei gleichzeitig sichtbarer Abschottung vor dem Westen (August 1961 Mauerbau & Ära Ulbrichts), bis zu einem Kämpfen um internationale Reputation für die teilw. die Ära Honecker bis zum Schluss stehen kann.
Ab den späten 1970er Jahren, als Ermüdungserscheinungen im realen Sozialismus immer offensichtlicher wurden besann sich der Staat darauf, Westfernsehen mehr oder weniger bewusst als ein Ausgleichsventil für die Stimmung in der Bevölkerung zu sehen was in Verbindung mit einem neuen Vereinsrecht [18] eben auch Antennengemeinschaften und kleine Kabelnetze zuließ.
Was blieb, das ist die Schwierigkeit seitens der Parteigenossen mit dieser neuen Freiheit wie auch Quantität des westlichen Einflusses in der Praxis umzugehen.
Die Bandbreite reichte dabei:
von einer in vorauseilendem Gehorsam geübten Ablehnung dieser Angebote.
Über Eingaben bei der Bezirksleitung gegen die Antennengemeinschaften die wie eine Spinne ihr Netz nun auch in Teilen des Tals der Ahnungslosen ausbreiteten und so arglose DDR Bürger mit westlicher Agitation befallen.
Von Parteifunktionären die sich anschließen ließen um sich in der Argumentation bei Diskussionen gerüstet zu sehen.
Dass der Anschluss solcher Teilnehmer sogleich als Freibrief für andere die sich sonst noch nicht so recht getraut hatten verwendet wurde darf als menschliche Reaktion gesichert gelten.
In offiziellen Einrichtungen wie Lehrlingsheimen, Kasernen etc. blieb der (offizielle) Westempfang jedoch eher die Ausnahme von der Regel wenngleich man sich nach Feierabends Freitags "Atomfreies Wochenende und gutes Westbild wünschte.
Ebenso war NVA Angehörigen und weiterer Kader der Westmedienkonsum untersagt, doch auch hier finden wir die ganze Bandbreite des Möglichen. Die, die im NVA Wohnblock keinen Westempfang technisch hatten zog es in der eigenen Gartenlaube auch bei schönem Wetter kaum mehr heraus. Von geteiltem Haus war die Rede wo NVA Angehörige verbotener Weise Westfernsehen sahen, während z.B. die Ehefrau sich getreu ans Gelöbnis hielt. Dann noch die Fernsehgeräte die in den Kasernen aufgestellt waren und zu den DDR Fernsehgerätemodellvarianten mit nur SECAM Farbempfang gehörten wenn sie nicht noch reine s/w Modelle waren. Je nach Standort konnte man technisch das polnische Fernsehen empfangen wo und durfte es als vom sozialistischen Bruderland kommend auch ansehen. Auf diese Weise kam man zum Tatort im Original mit polnischen Untertitel. Das Fernsehgerät muß dementsprechend einen Osttonumsetzer (6,5 auf 5,5 MHz) eingebaut haben [75].
bis zum TV-DXing um 1964 - also der bewusste nur sporadisch bei wetterbedingten Überreichweiten mögliche Fernsehweitempfang aus ganz Europa mit "einer Zaunlatte mit darauf befestigtem 2,40m Bandkabel vertikal unter unter Dach angebracht" als Hobby [81/S10] und damit verbunden der Erhalt von Empfangsbestätigungskarten der Sendeanstalten.
Konsequenzen hatten mitunter Antennenbesitzer so wie im Westen überall auch wie es in [81/S10] lautet: "Ärger hatte ich nur mit meiner Überdachantenne in einem 4 geschoßigen Neubau.... als 1965 der ABV (der Abschnittsbevollmächtigte eines Wohngebietes, der für Sauberkeit, Ruhe und mit Sicherheit auch für „politische Ordnung“ sorgte) in Uniform vor meiner Wohnungstür stand und mich aufforderte die Antenne zu entfernen. Aber nicht weil ich möglicherweise „Westsender“ hören oder sehen könnte, sondern weil mich Nachbarn angezeigt hatten, ich hätte durch meinen Draht das „Gesamtbild des neuen, schönen Wohngebietes“ gestört."
Und auch sonst lag es an der örtlichen Kreisleitung, ob und wie weit Westfernsehen im Sinne einer öffentlichen Ächtung geahndet wurde oder eben stillschweigend geduldet wurde.
Viel zitiert in diesem Zusammenhang war die Anfang der 1960er Jahre veranstaltete Dachkletterei der FDJ, die Fernsehantennenanlagen für den Westempfang demontiert oder sonstig unbrauchbar gemacht hatten und die als "Aktion Ochsenkopf" stellvertretend für alle Westfernsehsender in die Geschichte und vielen DDR Bürgern zumindest einige Zeit ins Mark gingen.
Wie der - der DDR nicht gerade nahe stehende Verlag "Der Spiegel" mit seinem 1961er Artikel "Aktion Ochsenkopf" wiedergibt [33] spannte man angesichts der anderwärtig nicht ausreichend vorhandenen geeigneten Kräfte der SED Parteiorganisation deren Vorfeldtruppe - die Freue Deutsche Jugend ein um in der "Diskussion mit ideologischen Grenzgängern" selbige nach der physischen Sperre an der Grenze nun auch der letzten optisch-akustischen Westkontakte zu berauben.
Interessant in dem Zusammenhang der Umstand, das ZUVOR der FDJ Leiter jener Erich Honecker war, der ab seiner Ernennung zum Ersten Sekretär 1971 und Vorsitzenden des Staatsrats 1976 mit 1973 [28] eine freizügigere Haltung zum Westfernsehen verkündete: "Jeder könne in der DDR ein und ausschalten was er wolle". In seine erste Zeit fiel auch die Programmoffensive des nunmehrigen DDR Fernsehens, ehemals Deutscher Fernsehfunk.
Soweit bekannt, war die Aktion Ochsenkopf eine Einmalaktion mit zweifelhaftem Erfolg, die deshalb in der Retrospektive auch richtig ins Verhältnis zur praktischen Auswirkung gesetzt werden muss. Nach etwa drei Monaten war Schluß mit der direkten auch mit Handgreiflichkeiten begleiteten Aktion und man ging in dieser Phase mehr der Verunglimpfung und psychologischen Ächtung der Westzuseher über.
"Lieber Hörer sei kein Tropf, runter mit dem Ochsenkopf!", mag ein Warnspruch gewesen sein, da ja auch Rundfunkteilnehmer gewarnt werden sollten die regelmäßig auf UKW der Welle der Freude rüber machten.
Das Resümee sah wie folgt aus:
Demontierte Ochsenkopfantennen, sei es von außen aufgetragen oder selbst in vorauseilendem Gehorsam oder auch nur aus Angst vor Repressalien entfernt.
Mitbürger, die ihre Westantennen nicht freiwillig abbauen, finden sich unter Angabe von Namen und Adressen in den Lokalseiten als Agenten und Spione angeprangert [33] was zumindest in den Anfangsjahren der DDR oftmals eine soziale Ausgrenzung zur Folge haben konnte.
Vorsichtigere Wiedermontage von Antennen nun vermehrt auf
Dachböden, durch etwas andersartige Bauformen in ihrer Funktion verschleiert
oder gar im Schlafzimmer mitten im Doppelbett aufgestellt. Versteckte
Kabelzuführungen zu der Wohnung des Teilnehmers um Nachverfolgung
zumindest zu erschweren [28]. Wo Möglich sollen sich manche damit Abhilfe
geschafft haben, indem sie vertikal polarisierte Band I - Antennen aus dünnem
Draht für Kanal E4 vom Ochsenkopf eintapeziert und das Flachkabel dann an
der Sesselleiste zum Fernseher geführt haben.
Am meisten wirksam wenn dann eher die "freiwillige" Selbstzensur das Gift aus dem Äther nicht in der eigenen Stube wirken lassen zu wollen. Dies gefördert durch die in allen Medien der Republik kommunizierte Wechselbeziehung zwischen Ochsenkopf-Antennen, Staatsverleumdung und Gefängnis [33].
Vorsichtigere Kommunikation des Gesehenen nach außen um Probleme und Angriffe zu vermeiden
Verärgerte Bevölkerungskreise die damit eher mehr Grund hatten ihrer Staatsmacht zu misstrauen bei ungleich hohem Aufwand zum Erfolg
Mehr oder weniger freiwillige Selbstbeschränkung der Fachleute keinerlei Westantennen und damit verbundene Einrichtungen zu installieren oder Hausgemeinschaften sich keine Westprogramme bei Gemeinschaftsanlagen aufschalten zu lassen.
Selbstkritische Äußerungen wie die des zur Rede gestellten Ellenburger Fleischermeister Arno Laux: "Wir haben bisher vor der falschen Röhre gesessen."[33]
Stellvertretendes Beispiel: Aktion Ochsenkopf beim Kohlenhändler Roland Ahnert aus der Limbacher Straße in Karl-Marx Stadt:
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Am in den Medien der Vergangenheit wie auch Gegenwart kommunizierten Beispiel des Kohlenhändlers Herrn Roland Ahnert aus Karl Marx Stadt zeigt sich die ganze Bandbreite des Möglichen. Zeitungsartikelauszug: Zeitung aus Karl-Marx Stadt 1961; Aus der Arbeit der Nationalen Front In dem Artikel: >Kohlenhändler Ahnert auf dem falschen Gleis<, wird selbiger kritisiert "sich dem gefährlichen Gift der Westsender die er mit seiner Feindantenne empfängt" nicht ausreichend zur Wehr zu setzen. Zudem er "als hartnäckiger Bürger nicht zur Einsicht" gekommen ist. Gleichzeitig muß gesagt sein, das nicht jeder DDR Bürger diesen Mut und auch die Argumentationsfertigkeit hatte sich so gegen die Vertreter der Staatsmacht zu stemmen: Ein Kohlenhändler - vermutlich selbstständig und mit einem mit lebenswichtiger Brenn-Energie handelnden Gut im Vergleich zu Arbeitern und Angestellten hinsichtlich seiner Freiheit vielleicht etwas besser gestellt. Der Aufforderung des ABV - Abschnittsbevollmächtigten Organs der Volkspolizei zur selbsttätigen Demontage seiner um 300 Mark beim VEB Radio und Fernsehen gekauften und montierten Ochsenkopfantenne war er nicht nachgekommen. Gegen FDJ Dachkletterer - von ihm als Rowdies bezeichnet die unter seiner Berufung auf die DDR Verfassung nach dem Schutz von Privateigentum gegen geltendes DDR Recht verstießen, wehrte er sich nicht zuletzt auch mit der Androhung solche durch Handgreiflichkeit (Kohlenhändlerstatur) von deren Ansinnen zu hindern. In der Folge wurde er nebst einer namentlichen ächtlichmachung seiner Person/Denunzierung gewissermaßen als Feind der DDR in der Zeitung gebrandmarkt um danach eine "Einladung" zur Aufforderung einer Rechtfertigung nachkommen zu müssen. Bei der lokalen Einwohnerversammlung musste er sich sich für den Konsum des ideologischen Giftes verantworten. Seine Argumentation darf man sich auch heute 2010 knapp 50 Jahre später auf der Zunge zergehen lassen: Sinngemäß: "Haben wir den diese Unruhe nötig gehabt? Vor 3 - 4 Wochen wurde doch mit überlegenem Ergebnis bei der Volkskammerwahl für diesen Staat entschieden. Das wenige Gift das jetzt noch über den Fernseher ankommt prallt an meinem sozialistisch gestählten Körper ab." Die Verantwortlichen entschieden zu seinen Gunsten was den Anfang vom Ende dieser Art der Agitation einleitete. |
Um also dem geistigen "Grenzgängertum" der dem Regime untreuen Bürgern einen Riegel vorzuschieben, wurde in einer physisch - psychischen "Zangenbewegung" den rund 900.000 Teilnehmern mit technischer Westfernsehempfangsmöglichkeit (von 1.3 Mio Teilnehmer in der DDR 1961) an den Bildschirm respektive der Antenne gegangen.
Soll offiziell zwei Drittel der bisherigen Westfernsehteilnehmer, also 600.000 (mit wahrscheinlich geschönten Zahlen) durch die getroffenen Maßnahmen technisch das AUS beschieden worden sein, so musste man sich jetzt noch um die mindestens 300.000 DDR Fernsehteilnehmer kümmern, die an den Zonengrenzen und um Westberlin in Grenzentfernung von rund 50 km selbst mit einer Zimmerantenne noch weiterhin Westfernsehempfang haben würden [33].
Westfernsehen als der Blick in die Welt, der Zugang zu einer Vergleichsmöglichkeit gegenüber dem zensierten Staatsfunk der DDR. Aber sicher nicht jeder sah Westen aus politischen Gründen.
Nein, ein großer, wenn nicht der größte Teil wünschte sich auch nur leichte Unterhaltung zur Entspannung am Abend die durch damalige Publikumslieblinge wie Peter Frankenfeld, Hans-Joachim Kulenkampff mit seiner EWG Sendung, Hans Rosenthal mit seinem "Dalli Dalli", Robert Lembke mit seinem heiteren Berufe raten und später im ZDF "Wetten dass" mit Frank Elstner nachmals mit Thomas Gottschalk das als Samstag Abend Unterhaltung geboten wurde. Die DDR Jugend sehnte es auch eher nach dem Bremer "Beatclub" ab 1965 als Alternative zum Ulbricht´schen "Lipsi Schritt"[34].
Auch bei der Verbrechensbekämpfung sah man gerne den "Alten" und andere westdeutsche Polizeikollegen, die zwar unter der gleichen Telefonnotrufnummer 110, jedoch etwas anderer Vorwahl erreichbar waren, und mit BMW und Mercedes anstatt Wartburg, Wolga und Lada ausgestattet in München anstelle Ostberlins oder Karl-Marx Stadt ihre Arbeit in zum Teil etwas gediegenerer Vorstadtatmosphäre nachgingen.
Etwas befremdlich müssen sich mitunter die Zuseher des "Schwarzen Kanals" von und mit Karl-Eduard von Schnitzler gefühlt haben, die, wenn sie tatsächlich kein Westfernsehen gesehen hatten in dieser allwöchentlichen Sendung die verwerfliche Agitation des imperialistischen Westens mit ausgewählten Bildszenen die dem Herrn Schnitzler ins Konzept passten künstlich nachvollzogen bekamen. Genau genommen konnten sich doch nur solche Betroffen fühlen die den Westen tatsächlich auch gesehen hatten.
De fakto nahm jedoch auch dieser in Medienfragen aktive Teil der Parteiführung zweifellos an, das eben ein großer Teil der Bevölkerung der anderen Seite der Fernsehprogrammlandschaft mitunter mehr glauben schenken würden was durch gezielte Argumente den Boden entkräften sollte.
Im Volksmund soll jedoch dieser, keinerlei Quoten unterlegene Programmpunkt die Fingerfertigkeit bzw. Reaktionsbereitschaft des versehentlich einschaltenden Zusehers herausgefordert haben, dann wenn selbiger blitzschnell auf einen anderen Kanal umschaltete. Und das an die 1.500 mal bis zum Ende der DDR.
Das es jemand mit einer "charismatischen Ausstrahlung" eines Eduard v. Schnitzlers für die lange Dauer zur Publikumszulassung im Westen gebracht hätte darf zumindest bezweifelt werden.
Die DDR Bürger die aus örtlicher Gegebenheit heraus kein Westfernsehen hatten, aber darauf "scharf" waren deckten dann mitunter in den entsprechend gewählten Urlaubsdomizilen ihren Nachholbedarf und hofften dabei auf schlechtes Wetter.
Von einem Domizil etwa 15 km Nördlich von Berlin wird berichtet: ....wir vermieteten damals unsere Laube an Urlauber aus Dresden, der Sächsischen Schweiz usw. die offensichtlich nur hier Urlaub machten um in Ruhe und reichlich! Westfernsehen zu sehen und in der Hauptstadt täglich (!) einkaufen zu gehen. Die kamen oft mit einem Trabant-Kombi und Anhänger. Immer dabei waren "Bestellzettel" der Daheimgebliebenen (Bekleidung, Nahrungsmittel, Werkzeug, ...), die äußerst gewissenhaft abgearbeitet wurden...... [75]
Auch gibt es Erzählungen von solchen, die zum Feierabend-Westfernsehen fallweise gar "Einpendelten". Zumindest wenn es dort "was besonderes" gab.
Sich also im Trabant aus dem Elbtal heraus mit einem Auto-Batteriebetriebenen Kofferfernsehgerät, stellvertretend genannt einer aus der sowjetischen Junost Serie, Richtung Berlin auf den Weg machten. Dann an einer topografisch geeigneten Autobahnraststätte parkten, vielleicht noch eine Antennengewinn bringende Yagi Antenne aufs Dach legten und sich dem medialen Vergnügen hin gaben, während der Stasi Typ sich draußen vor dem Auto im Regen eine Erkältung holte..
Bild: Fernsehantenne die auch als "getarnter Ochsenkopf" durchgehen könnte, sofern sie nicht wirklich nur für den Sender Cottbus Kanal 4 oder Helpterberg Kanal 3 gedacht war.
Wie hältst du es denn mit dem Westfernsehen? Oder anders gefragt nach dem 1967er DDR Schlager "Sag mir, wo du stehst":
Technisch lautete die Antwort seitens des Erzeugerwerkes etwas schwülstig:
So schreibt bereits im Oktober 1956 in den Rafena Informationen Nr. 3 [36]:
"Zur Klarstellung: In den Randbezirken der DDR hat es Diskussionen gegeben über den Empfang von Sendern der CCIR mit dem Fernsehgerät Dürer und Format.
Diese sind aber nur für die Sender der DDR abgeglichen (OIR Norm). Nur die Geräte für Westexporte sind für CCIR ausgelegt". Es folgt eine Warnung über den Garantieverlust wenn nachgeglichen wird. "Das Kurvenblatt zur Information Nr. 2 war natürlich nur für die Partner der Westexportempfänger ausgelegt..... Selbstverständlich liefern wir die (benötigten) Materialien in die DDR nicht."
Was nichts anderes hieß, als dass die Industrie natürlich fähig war eine entsprechend brauchbare Gerätschaft zu erzeugen, aber steuernde Eingriffe seitens übergeordneter Stellen von Fall zu Fall die Sprachregelung und das Lieferprogramm zum Volk wieder auf Linie brachten.
Ein anderes Thema war die Frage, woher man erfuhr was gerade im Westfernsehen spielte.
Von denen Abgesehen die wahllos einschalteten, und dann ohnehin nur auf vielleicht ein verfügbares Programm gab es solche die fleißig mitschrieben wenn "sich eine Ansagerin die Mühe machte, das Programm der nächsten Woche vorzulesen". N 3 bot Texttafeln mit den Programmen und man hat in den 80ern Samstag oder Sonntag morgens immer fleißig mitgeschrieben haben und die Sendungen in einen Kalender übernommen die nahe dem Fernseher lagen. In der DDR TV-Zeitschrift "FF-Dabei" wurde ja nur das DDR-TV abgedruckt. Später mit den Gemeinschaftsantennen kamen noch von Rentnern ins Land gebrachte Programmbeilagen die eifrig auf Kopiergeräten von Betrieben oder Institutionen vervielfältigt wurden.
Heftauszug: Westfernsehmagazin 1968, das auch den DFF angeführt hat. In DDR Fernsehzeitschriften suchte man jedoch Westprogramme vergeblich. Beachte die wenigen mit Farbe gekennzeichneten Programme, jedoch in beiden Westprogrammen [80]
Das man sich mit dem Status Quo auch während der Phase der Entspannungspolitik nicht so recht abfinden wollte belegt der ganzseitige Beitrag in der DDR Zeitschrift Funkamateur von 1985 mit dem Titel "Imperialismus: ARD - Das erste BRD Fernsehen" [83] . Neben der Feststellung, wonach 7 ARD Hauptsender in die DDR einstrahlen und weitere 3 in die CSSR mangelt es nicht an Vorwürfen die Ziele des Sozialismus durch das Vorspielen einer "heilen friedlichen Konsumwelt" und anderen Maßnahmen direkt wie auch indirekt zu sabotieren. Selbst die alte Platte der Faschismus sei in der ARD natürlich im Gegensatz zur DDR nicht aufgearbeitet worden wurde nicht vergessen aufzulegen, was aber hier nicht weiter ausgeführt werden soll. Wenngleich auch nicht indirekt der Empfang der ARD als verboten bezeichnet wurde so zielte der Beitrag darauf ab die Reputation dieser Anstalt anzuschwärzen.
Noch deutlicher geschah dies im Beitrag des Funkamateur mit dem alles sagenden Titel "Imperialismus: Ein Blick hinter die Kulissen RIAS-TV - neuer Fernsehsender mit altem Zopf" [84], als man in West Berlin den RIAS TV aufschaltete und nach der Feststellung das die Reichweite lediglich Berlin umfasste man mit einer Richtantenne nachhalf. Wessen Kind der Rias war ist allerdings unbestritten - es war eben ein Kind seiner Zeit geschuldet.
Das DDR Farbfernsehen: Zum Thema SECAM und mehr !
Einführung:
Im Osten wie im Westen geisterte der Begriff Farbfernsehen schon in den Köpfen der potentiellen Käuferschichten, als man 1956 von einer praktischen und ökonomisch vertretbaren Umsetzung noch nicht einmal träumen konnte [36].
So fragen in Österreich wie auch in der DDR willige Käufer von s/w Fernsehgeräten ob sie denn besser gleich auf das Farbfernsehen warten sollen.
Die im wirtschaftlichen Interesse stehende Antwort hieß natürlich nein, die zum Einen, da man wusste von einer im Besonderen Europäischen Normung des Fernsehens noch weit entfernt zu sein. Zum anderen da Farbfernsehempfangsgeräte rund 3 mal so teuer wie s/w Fernseher sein würden, was die mögliche Kaufkraft der Bevölkerung im Nachkriegseuropa zumeist weit übersteigen würde.
Im DDR Jargon wurde auf ein Zeitfenster mit frühestens dem Ende des 2. Fünfjahresplanes (1956-1960) verwiesen. Eine Richtgröße, die in der Praxis um eine gute Dekade zu optimistisch war, wenn man sich auch im Vergleich mit westlichen Prognosen zum Thema nicht allzu sehr unterschied.
Ebenso 1961 wird bereits auf die Vorbereitung zum Farbfernsehen bei Rafena hingewiesen da auf dem s/w Gerätesektor kaum mehr Qualitätssteigerungen denkbar sind [47]. Dies deshalb da die großen Industrieländer wie die Sowjetunion und die USA bereits Farbfernsehen besitzen. Bei ersterem viel man der selbst geschaffenen Propaganda auf den Leim (UdSSR nur mech. Farbenrad Farbfernsehversuche auf CBS Basis) .
So nimmt man in der DDR um 1957 Bezug auf die Einführung des Farbfernsehens in Industrieländern wie der UdSSR und den USA (beachte die Reihenfolge der Nennung), dabei vergessend zu erwähnen, das es in den USA ein unvergleichlicher Kraftakt bis Anfang der 1960er Jahre war Farbfernsehen aufs Gleis zu bringen. Und bei der UdSSR vergaß man zu erwähnen, das deren Farbfernsehen auf einem eigenen dritten Kanal in Moskau auf der Basis des in den USA bereits eingestellten elektronisch-mechanischen Farbrad Farbfernsehen, das zudem inkompatibel zum s/w Fernsehen war im wahrsten Sinn des Wortes schon gelaufen ist.
Nichts desto trotz, liegt es in der Natur der Sache, das sich alle Fernsehtechnisch interessierten Kreise um die theoretische wie auch praktische Umsetzung des Farbfernsehens bemühten und verschiedentlich Ansätze lieferten.
Um es vorweg zu nehmen: Die DDR hat kein Farbfernsehen erfunden, sondern in all den Jahren auf Basis der bereits mehr oder weniger bekannten Parameter die das 2. NTSC der USA vorgab Versuche und Entwicklungen an den zum Farbfernsehen nötigen Gerätschaft durchgeführt.
Auf einen lange andauernden Versuchsbetrieb beim Farbfernsehen wird verwiesen [47].
Das DDR Farbfernsehforschungsprogramm:
Herzstück des Farbfernsehens war diesseits wie jenseits der Mauer die Kompetenz zur Fertigung von Farbbildröhren. Die Frage nach der Art der Signalübertragung, die letztlich in eine Normierung münden mussten war dabei untergeordnet, und wurde wie anderweitig umfangreich ausgeführt von der Wahl zwischen einem auf dem Europäischen 625 Zeilen Standard angepassten 2. NTSC aus den USA geprägt. Als Alternative war das französische SECAM System und die Westdeutsche PAL Entwicklung, die vereinfacht ausgedrückt eine wesentlich auf dem NTSC basierende Verbesserung durch Komponenten die bei SECAM (Laufzeitleitung) zur Anwendung kamen darstellt.
Bei Rafena habe man vorausschauend die Bedeutung des Farbfernsehens "bereits erkannt und schon 1954 ein Entwicklerkollektiv innerhalb der Fernsehentwicklung beauftragt die Unterlagen zum Bau von Farbfernsehempfängern auszuarbeiten" [47]. Dabei konnte man sich nur auf spärlich ins Land eingedrungene Veröffentlichungen zum Thema stützen, mit letztlich beachtenswerten Erfolgen. Wie die Bilder zeigen, war man in der Lage ein Farbfernsehchassis, zudem bereits in gedruckter Schaltung mit einheimischen Röhren zu bestücken. Lediglich bei der Farbbildröhre und den farbspezifischen Röhrenfunktionen scheint man US RCA Fremderzeugnisse wie die 12BH7 eingesetzt zu haben, ebenso bei der Hochspannungserzeugung (3A3, 6AU4, 6BK4) [48].
Bild: Rafena Farbfernsehentwicklungsmuster (1961) mit Rundbildröhre [47] - Die markante Bildausschnittssilhouette finden wir später wieder bei Stefan Raab auf Pro 7
Im VEB Werk für Fernsehelektronik Berlin widmete man sich der Entwicklung der Farbfernsehbildröhre, und war so bereits 1961 in der Lage Musterfarbbildröhren, die B43G4C, die jedoch als Resultat der in den RGW Ländern angepeilten Spezialisierung nicht zu einer Fertigung gelangte [86] fertigen zu können.
Parallel dazu betreute eine Gruppe von Ingenieuren im Betriebslaboratorium für Rundfunk und Fernsehen Berlin-Adlershof das umfassende Gebiet der Aufnahmeeinrichtungen.
Praktische Erfahrungen sammelte man dann mit der Übertragung bei Sendeversuchen über 200 km von Adlershof nach Radeberg mit gutem Erfolg [47].
In den Rafena Informationen finden sich drei ausführliche Abhandlungen in den Ausgaben
Und hier hat man den Eindruck, das sich Wunschdenken und reale Erfolge in ein und demselben Artikel der Fachmagazine widersprechen.
Nebeneinander, als wäre es das gleiche, werden Rundbildröhren und Rechteckbildröhren vorgestellt, wobei die Rundbildröhre doch letztlich die aus den USA bekannte 21AXP22 darstellt, bei zeitgleicher Literaturangabe "Color TV by C.P. Oliphant & Verne M. Ray"
Die sonstige Technik basierte auf der Europa 625 Zeilen Variante des US Amerikanischen 2. NTSC Verfahrens mit einem 4,429 MHz Farbhilfsträger bei Halbzeilenoffset.
Bild: Rechteckfarbbildröhrenlochmaske, laut Beschreibung aus dem VEB Werk für Fernsehelektronik Berlin (~1961)
Bild: Im nächsten Punkt wird dann anhand einer Rundbildröhre vermutlich der 21AXP22 oder einem Nachbau mit 43 cm Bildschirmdiagonale argumentiert

Bild: Spärliche Informationen die zum Thema Farbfernsehen in die DDR eindrangen, waren, selbst wenn sie aus der UdSSR kamen letztlich US Amerikanischer Herkunft wie die russische Übersetzung von Milton Kiver's Buch "Color Television" beweist.
Wie bei der in den 1950er Jahren getroffenen Entscheidung, als man den CCIR Standard von Westdeutschland übernahm, nicht zuletzt um mit den DFF DDR Fernsehsendungen auch die Zuseher im Westen des Landes zu erreichen hoffte man, als es um die europäische Farbfernsehnormenfrage ging auch seitens der DDR Techniker, dass das PAL System im Lande übernommen wird.
Dem war aber aus politischen Kalkül nicht so, und so war die DDR das erste Land, das den Französischen Secam Standard SECAM III(opt.) außerhalb Frankreichs und zudem im CCIR Fernsehsystem übertrug.
Bei der Studiotechnik ranken sich die Legenden, wo zumindest gegen DDR Torschluß im Studio und auf den Richtfunkstrecken nur mehr in PAL gearbeitet wurde, und nur bei der Aufschaltung auf den Sender ein SECAM Farbcoder die Farbe fürs Publikum entsprechend mischte.
Den Beginn machte das DDR Farbfernsehen ab dem 3.10.1969 mit 5 Fernsehwochenstunden in Farbe am zeitgleich neu eröffneten DDR 2 Fernsehkanal auf UHF.
Anders als im Westen, war man erst etwa Mitte der 1970er Jahre soweit, dann auch im Ersten auf VHF gesendeten Fernsehprogramm Farbe technisch übertragen zu können. Der hohe Kaufpreis der Geräte verzögerte die breitere Akzeptanz der DDR Fernsehteilnehmer in den Anfangsjahren, und nahm erst zu, als die Möglichkeit zu nahm fürs PAL Westfarbfernsehen ins Land geschmuggelte PAL Dekoderbausteine oder deren Selbstbauten nachrüsten zu können. Auch die Option, heimische VEB Stassfurt Farbfernsehgeräte jetzt erstmals auch mit einem PAL Decoder bzw. kombinierten PAL-SECAM Decoder um etwa 600 DM Aufpreis gegen Ende der 1970er Jahre kaufen zu können taten ihr übriges um die Motivation zur Geräteanschaffung zu erhöhen.
Hinzu kam die Schwierigkeit der DDR bis in die 1980er Jahre hin Farbbildröhren mit brauchbarer Standfestigkeit (aus der UdSSR) zu importieren, was angesichts des häufigen und zudem kostspieligen Serviceaufwandes potentielle Käufer lange Zeit eher zurückschrecken ließ. Die Rede war von offiziell zugesicherten 1.000 Betriebsstunden die in der ersten Zeit oft nicht erreicht worden sein sollen und nach Eingaben der Gerätebesitzer auf Westimportröhren gewechselt wurden.
Auch im Westen dauerte es seine Zeit, bis eine namhafte Durchdringung des Marktes mit Farbfernsehgeräten erreicht wurde. Mit dem Aufkommen der ersten Service und wartungsfreundlichen Volltransistorchassis und den selbstkonvergierenden Farbbildröhren Anfang der 1970er Jahre ging es jedoch im Vergleich zur DDR etwas schneller und breitenwirksamer. Vergleiche auch die Zeitverschiebung der Farbfernseheinführung in der DDR am 3.10.1969, mit der 26 Monate zuvor erfolgten PAL Farbfernseheinführung in der BRD.
Nach der UdSSR war auch im sozialistischen Lager die DDR bereits das zweite Land, das sich ob ihrer Wirtschaftskraft das Farbfernsehen auch leisten konnte! Polen, Ungarn, die CSSR, Rumänien, Bulgarien usw. folgten oft erst Jahre später in den 1970er Jahren.
Umfangreich über den Teller der Thematik Fernsehen hinausgehend schildert der Autor Peter Salomon in seinem Buch
"Die Geschichte der Mikroelektronik/Halbleiterindustrie der DDR" die elektronischen Komponenten die DDR Fernsehgeräte und deren Konzeption zumindest zu Beginn - also Ende der 1960er bis Anfang der 1970er Jahre im Vergleich zu vielen Westprodukten ihrer Zeit etwas besonderes sein ließen.
Dazu zählt in Pole Position stehend das Volltransistorchassis des Color 20 im Jahr 1969 wenn auch noch mit RGW Halbleitern bestückt. Daraus folgte die Abkehr vom geplanten Thyristorendstufenkonzept der Nachfolgegeneration wie sie in jenen Tagen z.B. von Grundig in Westdeutschland breitenwirksam eingeführt wurde, hin zu einem vergleichweise einfach gehaltenen Transistorkonzept wie es stellvertretend auch Philips mit seinem K9 Chassis getan hat.
Die Entwicklungsfreigabe und Schaffung der Produktionskapazitäten waren dabei keine Selbstverständlichkeit, sondern etwas das Herzblut und Engagement der verantwortlichen Stellen gegenüber vorgesetzten Plänen und Meinungen verlangte [88].
Getragen bzw. unterstützt wurde diese Forderung durch den omnipräsenten Materialmangel in der DDR in der am erwähnten Beispiel eingespartes Kupfer bei den Transistorendstufen ein Votum zum Hochspannungs-Leistungstransistor ermöglichte.
Gegen Ende der DDR gab es noch die Entwicklung einer CCD-Verzögerungsleitung (Eimerkettenverzögerung) wie man sie beim PAL wie auch SECAM Verfahren für die Zeilenspeicherung benötigte. Damit hätten die CV-20/CV-40 Piezzoelektrischen Glasverzögerungsleitungen ersetzt werden können [89].
Nur hier: Liste aller auf dem Gebiet der DDR hergestellten Fernsehgeräte ab 1946 bis 1989 als pdf
List of all television sets until 1989, manufactured after 1945 in the area of the GDR
(Die vollständige aktuell gehaltene Auflistung siehe am Seitenanfang!)
DDR Fernsehsenderkennungen am Bildschirm
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DDR T 101 Monoskop Testbild |
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DDR Test Nr. 4 Monoskop Testbild |
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DDR - Deutscher Fernsehfunk; Senderkennung |
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DDR TV Sender Kennung für den Fernsehsender Brocken VHF Band III Kanal 6 - GDR Testpattern |
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DDR TV Sender Kennung für den Fernsehsender Karl-Marx-Stadt VHF Band III Kanal 8 - GDR Testpattern
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DDR TV Sender Kennung für den Fernsehsender Berlin UHF Band IV Kanal 27 am Alex. - GDR Testpattern |
| Frühe Kennung bei Farbfernsehsendungen (Falsche Bildproportion!) | |
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DDR Pausenfüller - Wir schalten um |
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DDR DFF F 1Kennung |
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DDR 1 SECAM Farbtestbild - vergleiche mit dem FuBK Testbild in Westdeutschland |
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DFF 1 Senderkennung |
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DDR F 1 Kennung |
Authentischer, was die Bilddokumentation aus dem Jahr ~1980 betrifft, geht es in nachfolgenden Bildern zu:
Zu dieser Zeit war der "Empfang ausländischer Sender" als Teilresultat der KSZE Schlussakte ab 1975 mit wenigen Ausnahmen für z.B. Angehörige der NVA zumindest stillschweigend geduldet.
Der Begriff Antennengemeinschaften ist vielsagend, daher der Versuch einer Definierung für unser gewähltes Thema:
In der Regel gab es wie im Westen und anderswo auch die mehrheitliche und zugleich unökonomisch wie unästhetische Art, für jeden Fernsehteilnehmer eine eigene Antenne am Dach zu errichten. Alternativ gab es in besser versorgten Gebieten natürlich auch den Zimmerantennenempfang sowie individuelle Fensterantennen.
Sich privat zu organisieren und eine Gemeinschaftsantenne am Dach zu errichten die dann über Verstärker verfügend alle daran angeschlossenen Teilnehmer versorgt scheiterte hier wie dort oft am eben nicht immer so friktionsfreien Nachbarschaftsverhältnissen, und im Fall der DDR mitunter auch an der Schwierigkeit geeignete Antennenverstärker bzw. Umsetzer beziehen zu können.
Die Platte:
Bild: DDR Plattenbau mit mehrfach gestockten Antennen: Achterfeld für das ZDF und zweier gestockt für ARD. Der Aufbau deutet auf eine Ausrichtung nach Berlin oder nach der Westgrenze wie Hamburg und Hannover, nicht aber nach Bayern. Die Abwesenheit weiterer Individualantennen bestätigt eine Antennengemeinschaftsanlage.
Dies änderte sich mit dem Aufkommen der Plattensiedlungen diesseits und jenseits des eisernen Vorhangs, wo seitens des kommunalen bzw. staatlichen Wohnbauträgers zumeist eine Gemeinschaftsantennenanlage für den Empfang der "örtsüblichen" Sender Bestandteil des Gesamtobjekts wurde.
Im Wesentlichen bestand eine solche Anlage aus einer oder mehreren am Dach montierten Antennen auf einem dafür ausreichend für bestimmte Windstärken befestigten Mast. Elektrisch wurden zumeist bei einfachen Anlagen nur ein oder mehrere Verstärker (Kanalgruppenverstärker) nebst obligatorischen Frequenzweichen an die Antennen angeschlossen und das Signal in einer kombinierten Parallel-Reihenstruktur an die Teilnehmer weitergegeben.
In der Praxis hieß dies: Das Signal wandert vom Dachboden bzw. Kellergang von einem Stockwerk in das Nächste, jeweils von einer Antennensteckdose im Wohnzimmer der Mieter zur nächsten.
Wenn dann einer beim Tapezieren plötzlich auf die Idee kam das Ding in der Wand "was keiner braucht" zu entfernen, sahen nicht nur die weiter an diesem Strang angeschlossenen Teilnehmer nichts mehr, nein, bedingt durch sogenannte Stehwellen und Fehlanpassungen - die Anlage geriet dadurch gewissermaßen außer Tritt, hatten zumeist auch alle anderen Teilnehmer plötzlich ein schlechteres Bild, was sich durch Unschärfen, erzeugt durch ganz leichte Reflexionen (Schatten) im Bild äußerte.
Diese serienmäßigen Antennengemeinschaften hatten vereinzelt auch das Glück, das unter ortsüblichen Empfang selbst im Raum Dresden eben auch ARD & ZDF mit eingespeist wurde, und somit Westfernsehen für diese Bewohner ein selbstverständliches Allgemeingut war, das später von der Anschaffung eines PAL tauglichen Farbfernsehers abgesehen, keiner weiteren Aufmerksamkeit bedurfte.
Wo dieses Glück den Bewohnern nicht hold war, konnte man sich in besser versorgten Gebieten das DDR Fernsehen über die Hausantennen "holen", und für den Westen entweder eine selbst am Dach, im Zimmer oder sonst wo angebrachte Antenne wahlweise umschaltbar machen oder umstecken.
Der sozialistische Gemeinschaftsgeist kam dann auf, wenn wie andernorts beschrieben der Aufwand für einen einzelnen wirtschaftlich und oder "duldungsrechtlich" zu groß wurde und eine namhafte Anzahl an westhungrigen Fernsehteilnehmern die ERWEITERUNG der bereits bestehenden DDR Fernsehen Antennengemeinschaftsanlage für die ARD und das ZDF forderten, und durch Schaffung einer Gemeinschaftskassa auch finanzierten.
Ein örtlicher Antennenbauer, mitunter auch Feierabendaktivisten, taten dann das technisch Erforderliche im Gegenzug gegen das wirtschaftlich Notwendige.
Technisch erforderlich hieß im Fall des ZDF nebst der üblichen Verstärkung, auch den hochfrequenten UHF Kanal wie z.B. 33 aus Berlin in einen niederfrequenten VHF Kanal z.B. 12 umzusetzen wofür eigene Anlagenteile erforderlich waren.
Das Bild zeigt in Kombination einen solchen "ZDF Retter", mit dem stellvertretend aus einer technisch am untersten Grenzbereich liegenden Signalstärke (unter <30 dB/µV an der Langyagi) zuerst mit dem Selbstbau Verstärker (links) bestückt mit Westimporttransistoren das Signal angehoben, und dann über dem rechts abgebildeten Umsetzer auf Kanal 12 in einer Antennengemeinschaftsanlage im Raum Saale dennoch das ZDF gesehen werden konnte [28]. Der Respekt für eine solche Leistung war und ist dem Erbauer der Anlage sicher. Die real erzielbare Bildqualität im Vergleich zu den heutigen linealglatten Digitalbildern war der Analogzeit und den Umständen geschuldet.
Karte: Eingezeichnete Westfernsehzubringerstrecken nach Halle zu obigen Beispiel
Nur bei kleineren Anlagen war eine direkt Einspeisung mit bestenfalls nur einem Verstärker direkt im UHF Frequenzband möglich, da technisch bedingt in West wie Ost die Kabeldämpfung für UHF einfach zu groß war.
Die Sache hatte nur einen Hacken: Da die "serienmäßigen" Antennengemeinschaftsanlagen in Ost wie West aus einer Reihenverteilstruktur bestanden bedeutete dies, das automatisch auch all die angeschlossenen Teilnehmer zum Nutzen der Zusatzprogramme kamen die sich gar nicht an der Aufrüstung beteiligten und womöglich sogar vorgaben dagegen zu sein.
Ein Interview mit einem damals mehr oder minder involvierten Beobachter berichtet von "sozialisierenden Maßnahmen" gegen solche Zaungäste, die man durch Beobachten der Lichtänderung am Fenster infolge des Bildschirminhalts als Westzuseher entlarvte und in der Folge postwendend zum Beitritt "einlud". Das dabei nicht immer fein umgegangen wurde darf anderswo analysiert werden [18].
Die Alternative, wie sie im Westen gepflegt wurde war für die DDR keine:
Im Zuge des Ausbaues von Antennengemeinschaften oder eher dann schon Kabelfernsehnetzen in den späten 1970er/Anfang 1980er Jahren zog man dort einfach eine eigene von der bisherigen Anlage abgekoppelte Verteilstruktur mit Kupferkabel hoch.
In der DDR, die zeitlebens unter Materialengpässen zu leiden hatte war der freie Bezug der Kabel nicht möglich, was diese Option zumeist verhinderte.
Neben Selbstbau Geräten gab es natürlich die DDR Industrie wie den VEB Meßgerätewerk Zwönitz oder der VEB Antennenwerk Bad Blankenburg, das auch Umsetzer herstellte, die aber immer schon aufwendig und damit auch teuer waren.
Bild: Beleg des Sortiments der DDR Industrie auch für Antennengemeinschaftsanlagen [29], "Linientreu" auch der DDR Antennenverstärker der nur bis Kanal 39 tauglich war und damit "die Dritten" die höherkanalig lagen vielerorts außen vor ließ [30]
Neben ARD und ZDF versuchte man natürlich wenn möglich auch die empfangbaren "Dritten" ab Anfang der 1960er Jahre einzuspeisen. Mit dem Aufkommen der Privatsender in den 1980er Jahren kam SAT 1 und RTL wie Tele 5 hinzu.
Die Ausrüstung wurde entweder über Ungarn geschmuggelt oder halboffiziell die russische Alternativtechnik eingesetzt um damit mit dem Sender Sky Channel und Musik Box einer MTV Vorgängervariante sich zumindest im Fernsehen weltoffen zu geben [75].
Leipzig mit dem Aufwand
von Gemeinschaftsanlagen:
-Torfhaus K10 gut .Mit 13 Element Antenne und Vorverstärker
-ZDF Großer Waldstein (Hof) K23 mit 4er Gruppen in Zeile wegen
Nachbarkanalstörungen vom Sender Leipzig K22 auch aus Südrichtung
mit Sperrkreisfilter und gutem Vorverstärker wetterabhängig mäßig bis
sehr gut
- Bayern 3 Großer Waldstein K57 mit 1 bis 4 Antennen gut bis sehr
gut auch wetterabhängig
- N3 Berlin K39 mit 4er Gruppen, um Gleichkanalstörungen aus-
zublenden mäßig bis sehr gut auch wetterabhängig
- ZDF Berlin K33 mit gleichem Aufwand wie K39
Gleichkanalstörungen von Sonneberg,
- Hoher Meißner K55 HR3 mäßig bis gut mit 1 bis 4 Antennen
An allen Gruppen Eigenbau Verstärker mit KT Transistoren ( russ.
besser als MosFet ) und transformatorische Verteiler in umgekehrter Richtung
betrieben. Natürlich alle Empfangsergebnisse je nach Stadtlage verschieden gut
Der Winkel zum Sender Leipzig K22 im Süden war im Zentrum 0 Grad , d.h.
es zog sich durch Leipzig ein Streifen, in dem K23 ZDF von Hof nicht lösbar
war. Auf Wohnhäusern ab 10 Etagen war immer Berlin oder Hof machbar.
-K32 ZDF Hoher Meißner war durch Chemnitz DDR2 K32 unmöglich.
-K4 ARD Ochsenkopf ist auch machbar gewesen aber Torfhaus K10
war der geringere Antennenaufwand und stabiler. [75]
Damit soll über Westberlin oder der BRD das SAT 1und RTL noch bis Köthen Anhalt auf einigen Neubaublöcken von Wohnungsgesellschaften gekommen sein. Ebenso der Sender Bungsberg/Eutin in Rostock [75].
Wo terrestrisch das Signal nichts mehr hergab, sind solche Antennengemeinschaften auch mit SAT Antennen bestückt worden wo man die Programme vom Satellit ASTRA oder ECS "holte".
Da war Selbermachen bestenfalls noch bei den mechanischen Teilen und des Spiegels möglich. Die SHF Umsetzer sprich LNB/LNC´s mussten importierte werden, ebenso zumeist die SAT Receiver.
Hier knüpft dann das Werk derer an, die von Haus aus eben
A) in keiner Platte wohnten, und/oder
B) in einem extrem schlecht oder gar nicht versorgten Gebiet waren, und
C) nicht nebeneinander wohnten sondern individuell z.B. in Einfamilienhäusern verstreut:
Die Kabelfernsehgemeinschaften in der DDR:
Zuvor jedoch galt es in diesen topografisch für die Ausbreitung von Fernsehsignalen nicht gerade günstig gelegenen Ortschaften überhaupt erst einmal dafür sorge zu tragen das das DDR Fernsehen bei der Bevölkerung empfangen werden konnte.
Ein Leser schreibt mir unbekannter und dennoch dankenswerter Weise, das zum Beispiel in seinem Heimatort Lauscha im Thüringer Wald seit Anfang/Mitte der 1960er Jahre von einer Empfangsanlage auf dem Berg eine Freileitung durch den ganzen Ort an den Häusern entlang führte. Mittels einer Schleife konnte man das Signal auskoppeln und seinem Fernsehgerät zuführen. (Eine andere Variante war eine Umsetzeranlage auf dem Berg, wo gute Empfangsbedingungen herrschten, der das Fernsehsignal auf einen anderen Kanal umsetzte und in den Ort im Tal abstrahlte. - siehe auch das Kapitel regulärer Fernsehsendernetzausbau in der DDR)
Für die zusätzliche Aufschaltung ausländischer Sender bedurfte es neben der erforderlichen Technik auch noch etwas Mut:
Als Orte machen wir wieder "ARD - Außer Raum Dresden" aus, wo wir in Thüringen und Umgebung bzw. dem Erzgebirge aus dem Vereinsrecht heraus Personen finden, die sich gewissermaßen "selbst die Befugnis zur Tat" am Stammtisch erteilten.
Selbstinitiative, denn ein offizielles "jetzt geht's los" gab es nicht. Aber als gelernter DDR Bürger wusste man, wie man zwischen den Zeilen des >Neuen Deutschland< zu lesen und zu deuten hatte. Man hatte gewissermaßen gespürt, dass die Regierung nichts mehr dagegen hat und ein solches Ansinnen stillschweigend geduldet werden würde auch wenn es so in keiner Zeitung stand. Die Veröffentlichung einer KabelTV Anlage mit eingespeister ARD in der DDR Zeitschrift Radio und Fernsehen wird dann noch das übrige getan haben.
Stellvertretend für den Umgang mit dem "heißen Thema" der Bericht, wo es zum Start einer Anlage 1983 eine Rundschrift gab in der auf die TV-Programme (UKW blieb unerwähnt) hingewiesen wurde. Sinngemäß: "Kanal A DDR 1, Kanal B DDR 2. Auf den Kanälen XYZ existieren weitere Empfangsmöglichkeiten". So versteckte man das Westfernsehen hinter "weiteren Empfangsmöglichkeiten". Und im Statut der Antennengemeinschaft stand "Die Mitglieder sind über das Gesetz zum Schutze des Friedens vom ... belehrt worden" [75].
Wie es Hans Modrow formulierte war zunehmend alles erlaubt was nicht explizit verboten war [18].
Die Tat bestand aus dem Sammeln von einigen hundert Einwohnern, die willens waren Geld locker zu machen und mitunter auch bereit waren Mühen wie aufwendige Grabarbeiten auf sich zu nehmen um sich Westfernsehen endlich beschaffen zu können.
Ein oft außerhalb der Agglomeration liegendes Kleingrundstück wurde als geeigneter Standort für eine Kopfstation ausgemacht, sprich empirisch durch Messungen bzw. Erfahrungswerte definiert.
Dann stellte man ein kleines Häuschen auf, das die technischen Einrichtungen wie hier dann obligatorisch eben Verstärker und Umsetzereinheiten beherbergte. Daneben hin kam der große Mast, auf dem mit "siebenerlei" Antennen nebst dem DDR Fernsehen endlich das ersehnte ZDF aus Berlin kommen würde. Das oftmals damit auch das DDR 2 Fernsehen erstmals brauchbar in die Stuben kam nur so nebenbei.
Dann war in Feierabendmanier das Ausschachten von Gräben zu jedem Haus hin erforderlich die an die Kabelgemeinschaft angeschlossen werden wollten.
Am Beispiel der Antennengemeinschaft Oberfrohna haben, wie die Erinnerung der Aktivisten belegt, die meisten tatkräftig mit angepackt, wenngleich es wie überall sonst wo auch Zweifler gegeben hat.
Ein fester Kern von rund 70 Mitgliedern bei rund 150 Teilnehmern vermochte dann schon den einen oder anderen Ärger in der Dorfgemeinschaft wenn etwa in Fremdgrundtücken gegraben wurde auszugleichen.

Bild: Oft mangels geeigneter Gerätschaft per Hand ausgeschachtete Gräben querfeldein für die Kabelzuführung zu den angeschlossenen Dörfern
Diese Zahl der möglichen Teilnehmer war kontingentiert, und zwar dahingehend, inwieweit man die erforderlichen Mengen des schwer beschaffbaren Kupferantennensignalkoaxialkabels besorgen konnte (6 dB Erdkabel).
Bild: Geografische Lage der Antennengemeinschaft Limbach-Oberfrohna in Zwickau eingezeichnet mit den Fernsehsendern der Begierde: ARD 100 km Ochsenkopf & 30 km Sender Geyer Karl-Marx Stadt DDR 1 & 2 sowie 140 km Coburg fürs ZDF und ev. BR 3
Besorgen, das hieß mitunter Abliefern einer bestimmten Menge an Altmetall, um im Gegenzug nebst Aufzahlung zur ersehnten Ware zu kommen.
In anderen Fällen machte man sich mit Westgeld und einem Passierschein für die Grenzregion Vacha/Röhn in der das VEB Kabelwerk Vacha lag auf, und verdoppelte sich so "individuell" das ursprüngliche Kontingent der Kabelmenge, mit der man dann auch was anfangen konnte.

Werbeschaltung: VEB KAVA 1958 für HF UKW Kabel [65]
Während für die ARD das passende Gegenstück zum Ochsenkopf - also eine mannshohe vertikale Antennenkonstruktion, diese mitunter kombiniert mit einer ebensolchen zweiten reichte, war für das ZDF, speziell dort wo der "neue DDR Sender Sonneberg" sein Zweites auf dem gleichen Kanal wie das ZDF aus Berlin ausstrahlte ungleich mehr Aufwand erforderlich.
Nebenbei: Selbst für den Fachmann ist eine nur gering höhere Antenne die auf Kanal 3 und damit auf den Kreuzberg/Röhn/Bayern ausgerichtet war kaum zu unterscheiden.
Mehr, bedeutete die Konstruktion eines sechs Meter großen parabolartigen Abschirmspiegels der die einheimischen Störwellen fernhalten sollte. Man spricht fachlich von einem damit verbesserten weil vergrößertem Vor/Rückverhältnisses bzw. Nebenkeulendämpfung der Antenne.
Bild: Antennengemeinschaft Hallbach: Zu sehen alte Bekannte aus längst vergangenen Zeiten: Der Lada Shiguli als bereits gehobenes Transportmittel aller Art, der große Spiegel ist nicht für das Satelliten C-Band sondern als Rückschirmung zu dem ZDF gleich kanaligen DDR 2 Fernsehen aus Leipzig und/oder einem CSSR TV Kanal erforderlich. Der Gittermast mit dem "Krähennest" und links das gemauerte Kleinhäuschen als Kabelkopfstelle. Oben links die ARD Ochsenkopf bzw. Kreuzbergantenne.
Bild: Antennengemeinschaft Halbach im Erzgebirge um 1982: Geografische Lage der Antennengemeinschaft eingezeichnet mit den Fernsehsendern der Begierde (der rechte Punkt)
Wo die Infrastruktur (noch) nicht vorhanden war, dort durfte mitunter auch ein Flugkapitän der Interflug einen Helikopter zum Errichten eines Stahlgittermastens in den Dienst der Sache stellen.
Als SAT Receiver - letztere meist erst zum Ende der DDR zum Thema geworden, kamen auch die Grundig STR-201 Flaggschiffe in die Kopfstelle, wie auch Kathrein UFD 77er Receiver, die Linien-Streckenverstärker dann von SEL, jeweils aus Westdeutschland.
Übergabe unter anderem dann an der Autobahnstrecke nach Berlin, mittels Geldkoffer von polnischen Transitbürgern die Bezugsquelle waren.
Ähnliche Zusammensetzungen, jeweils der geografischen Lage und dem möglichen Westimportkontingent notwendiger Bestandteile geschuldet, wiederholen sich in den wesentlichen Punkten und unterscheiden sich dann nur mehr im Detail.
Bild: Größere Kopfstelle, die in den Jahren nach der Wende fast vollständig "satellitisiert" wurde, da die Bedeutung und Notwendigkeit des terrestrischen Fernsehempfangs verloren ging. Umso mehr die des aufwendigen und nicht immer stabilen Fernsehweitempfanges. Nicht unerwähnt bleiben soll auch die Bedeutung der West-UKW Radioprogramme, die mit einer solchen im Bild ersichtlichen Spezialyagiantenne "eingefangen" wurden. Am Beispiel der Antennengemeinschaft Hallbach im Erzgebirge.
Das Antennen aus technischen Gründen die sich unmittelbar auf die Empfangsqualität auswirken auch einen Mindestabstand in Abhängigkeit zur Frequenz aufweisen sollten nur so nebenbei.
Mit den Kabelanlagen kam dann auch UKW Radio. Vorher musste man sich in den schwierigen Versorgungsgebieten mit Mittelwelle begnügen.
Dann gab es noch Kabelgemeinschaften oder eben auch nur Kabelnetze "ohne Gemeinschaft" die ins Leben gerufen wurden um den Antennenwildwuchs auf den Dächern und damit verbundene Ortsbildstörungen, mehr aber noch die Gefahr von Dachsubstanzschädigungen zu verringern.
Netzgebiete & Empfangsberichte:
Als geografische Zuordnung soll hier die Innenstadt von Frankfurt/Oder und deren Neubaugebiete wie Neuberesinchen genannt sein [74].
Wie von Zauberhand sollen in den Berliner Ostbezirken Marzahn und Hellersdorf bei Neuaufschaltung von Westsendern auch der Kabelkanal nachgerüstet worden sein ohne dies groß publik gemacht zu haben [74].
"In Weißwasser/Oberlausitz, wo auch kein terrestrischer Empfang per Antenne möglich war (außer ein durch Tschechen gestörtes ARD, dagegen baute man "Tschechenfallen" - Zum Ausblenden des störenden OIR Bildträgers im CCIR Signal), baute man Mitte der 1980er Jahre ein Kabelfernsehnetz auf. Jeder Bewohner der Südstadt von Weißwasser musste 30 Ostmark bezahlen. Als "Leckerbissen" gab es neben ARD, ZDF und ein bis zwei Dritten auch Sat.1, RTL plus sowie den Schweizer Teleclub geknackt für alle. Der Empfang der Sender erfolgte über eine Satantenne auf dem 13-Stockwerke hohen Plattenbau in Weißwasser Süd." [75].
Umfangreich in allen Details, wie etwa Verweigerung von Strombezug, SAT Antennenselbstbau, Probleme mit ZDF Kanal 23 von Hof Bayern nach Aufschaltung des DDR Senders Calau (Vermutlich Umsetzer) beschreibt dieser Link der GAG Großgemeinschaftsantennenanlage-Kabelanlage Burgstädt mit mehr als 2.000 Mitgliedern http://www.gag-burgstaedt.de/history.htm [76]
Weiters
ist die Antennengemeinschaft Roßwein (westlich Dresdens) bekannt über die ein Artikel aus dem "Döbelner
Anzeiger" ausführt:
| "Keiner ging zur Demo,
alle wollten West-TV Vor 20 Jahren wurde die Antennengemeinschaft Roßwein gegründet. Reinhard Kästner Daran wird Vorsitzender Günter Winterlich auch auf der Wahlversammlung am 26. April erinnern. Viele Episoden weiß er aus jener Zeit zu erzählen, in der fast alle Roßweiner Westfernsehen wollten, aber auf Grund der topografischen Lage nur 70 Prozent das erste DDR- und nur 30 Prozent das zweite DDR-Fernsehprogramm empfangen konnten. Dies zu verbessern, war der offizielle Grund, den Antrag auf Errichtung einer „Großgemeinschaftsanlage zum Fernsehempfang“ zu stellen. Schon 1984 fragte Winterlich beim Ministerium für Post- und Fernmeldewesen an, ob die Stadt nicht in den Satellitenempfang einbezogen werden könne. Antwort: Das ist nur in begrenztem Umfang für die in der DDR stationierten Sowjetsoldaten möglich. Übrigens hatte Klaus Graf die Idee zur Schaffung einer Antennengemeinschaft, die vor allem durch den jetzigen Vorsitzenden Günter Winterlich mit weiteren Roßweinern vorangetrieben wurde. „Das größte Problem war die Beschaffung des Materials. Für das Erdkabel mussten wir beim Wirtschaftsrat der DDR die Dringlichkeitsstufe 1 beantragen. Doch auch dann hatten wir noch kein Kabel“, erzählt Winterlich. Erst als Minister Kleiber, der zum Schulfest bei seiner Schwiegermutter in Roßwein weilte, einbezogen wurde, ging es vorwärts. Winterlich erinnert sich an den ersten Arbeitseinsatz der Mitglieder zum Schachten der Gräben. Dieser war am 1. Mai 1987. Da alle mit der Schaufel arbeiteten, fiel die Mai-Demonstration sehr spärlich aus. Für Winterlich gab es daraufhin eine Vorladung zur SED-Kreisleitung. Um das Vorhaben der Großanlage bekannt zu machen, wurden sogar Wahl-Versammlungen und Zusammenkünfte der Wohnbezirksausschüsse genutzt. So hatten sich bis zum 9. Juni 1986 genau 2.086 Mitglieder (!) eingeschrieben. Der DDR-Staat unterstützte den Bau der Anlage mit einem Betrag von 900.000 Mark und bezuschusste die Gemeinschaft bis zur Wende mit jährlich 150.000 DDR-Mark. „Den Verantwortliche war schon klar, dass es dabei auch vor allem um den Westfernsehempfang ging. Doch sie sahen es als ein Ventil an, dass man durchaus öffnen könnte“, sagt Winterlich heute im Rückblick. Als dann die Kopfstation gebaut und die technischen Ausstattung gekauft werden sollte, war Westgeld nötig, denn Receiver und Verstärker gab es nur gegen harte Währung. Winterlich musste auf abenteuerliche Weise Geld tauschen, um die Technik anschaffen zu können. Nach dem Probeempfang in Wohnblöcken der AWG ging es 1988 los: Fünf Fernsehprogramm, zwei der DDR, dazu das ARD, das Zweite und das Dritte aus Bayern bzw. Berlin waren in Farbe zu empfangen und die Freude bei den Roßweiner war groß. In der Dresdner Straße wurde das Büro der Antennengemeinschaft eingerichtet, in der Hanni Heinze und Sonni Liebe die Mitglieder der „Antenne“ betreute. Übrigens wurde die Anlage von der damaligen PGH Rundfunk und Fernsehen Döbeln aufgebaut" [75]. |
Seifersdorf, südlich von Dresden startete um 1988 ein 'Versuchsprojekt der TU Dresden'. Auf einem nahegelegenem Berg wurde ein Empfangsmast mit diversen VHF und UHF-Gruppen sowie Satellitenantennen errichtet. RTL, SAT1, TELE 5, Eurosport und MTV kamen so in gestochen scharfer Qualität auf "dem Bauernhof". ARD und ZDF kamen über Berlin dementsprechend schlecht [75].
In der Gegend bis 1988
konnte man nur das 'Erste Ost' empfangen, und zwar auch nur über einen Umsetzer
(CCIR E3), weil ein Berg den Direktempfang aus Dresden verhinderte. Ab 1988 gab
es dann einen UHF-Umsetzer, der auch das Zweite ausstrahlte [75].
Die DDR Zeitschrift Radio und Fernsehen stellte in den 1980er Jahren eine Kabel-TV Anlage in Halle/Neustadt vor die für alle ARD vom Torfhaus auf K10 einspeiste.
Der Baukostenzuschuß für den Anschluß an DDR Kabelnetze las sich unter anderem so: 2 DDR- Mark und 25 Arbeitsstunden als gegenwert für den immer verfügbaren Westempfang von 4 Sendern (SAT1, RTL, Tele5 & Teleclub über SAT). Da eigentlich jeder Interesse am Westempfang hatte gingen die Vorbereitungsarbeiten oft unglaublich schnell.[75]
Die Kabelanlage im
Neubaugebiet Fritz Heckert Karl-Marx-Stadt speiste mit Stand September
1988 wie folgt sieben Programme ein:
K 2 Bayern 3
K 4 ARD
K 5 ZDF
K 7 DDR1
K11 DDR2
S 9 Sat.1
Beachte
SAT 1 auf dem Sonderkanal S 9 im unteren Sonderkanalband. Wiewohl im
Frequenzspektrum der Empfänger in Ost und West der Vorkabel TV Zeit nicht
vorgesehen kann praktisch
jeder Fernseher mindestens S9, S10 und S11 empfangen, sofern er eine
elektronische Abstimmung (mit Festsendertasten) hat. Ein Thema war dann schon
mit zunehmender Programmaufschaltung, das viele DDR Empfänger nur 6, 7 vielleicht
8 Programmspeicher hatten und man (wie im Westen) an den Abstimmknöpfen drehte
wenn man dann doch ein zusätzliches Programm umschalten wollte.
In Rostock wurde zudem das Dänische Fernsehen DR1 eingespeist, nebst
DDR1+2, ARD, ZDF & N3. Die sprachlichen Unterschiede werden es aber zudem
ohne Programmzeitschrift eher als ein Kuriosum geführt haben [75].
Sehr nett beschrieben findet sich im Internet auch die Geschichte der Antennengemeinschaft Mahlis-Liptitz, in deren Erzählung obige Themen und noch mehr wieder zu finden sind. Aus dem 1986 gegründeten Verein ist 2007 eine kommerzielle Unternehmung geworden [90].
Wie der Name schon sagt sind individuelle Empfangsanlagen eben individuell, wenngleich der Grundaufbau sich naturgemäß auch hier wiederholt.
Das begann bei der einfachen Zimmerantenne - "Libelle", die man einfach auf den Fernseher stellte, ging über eine Fensterantenne die meist mehr schlecht als recht auf den Bezirkssender ausgerichtet werden konnte und geht über Dachbodenantennen und Außendachantennenanlagen zu umfangreichen Aufbauten im Garten.
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Bild: DDR 1970er Jahre: Wenn eine Antenne für den Fernseher gut war .... dann sind doch zwei besser ! Warum wohl? ;-) |
Um nicht behelligt zu werden, baute sich stellvertretend für sicher auch einige andere ein findiger Fernsehteilnehmer einen Motorantrieb für seine Dachantenne. Immer wenn es dunkel wurde, konnte er so vom Wohnzimmer aus die Antenne elektrisch gesteuert Richtung Westsender drehen und nach dem Fernsehabend wieder zurück. Unter Tageslicht war für andere seine Antenne immer brav Richtung DDR Sender ausgerichtet zu sehen. - Dies ging natürlich nur dort wo die Antennenbauform und Ausrichtung für die DDR Programme weitgehend ident mit denen des Westsenders waren (Berlin, Hamburg etc., nicht jedoch Ochsenkopf/Bayern! - Fachlich formuliert: Horizontale Ausrichtung im VHF Band III)
Andere bauten sich im Garten zum Teil sehr umfangreiche Anlagen auf wovon dieses Beispiel wenn auch erst nach der Wende nachgebaut ein Bild abgibt:
| Ein Leser sendet mir seine mit zum Teil aus DDR
Restbeständen aufgebaute Antennenanlage in Dessau zu: Hier zwei Bilder von meiner Antenne im Garten. Die Antennen selbst sind schon weit über 25 Jahre alt. Errichtet ist die Anlage aber erst in den letzten zwei Jahren (~2008). www.andat.de/radio/radiomuseum.htm
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Die SAT Antenne denken wir uns weg, die vertikal polarisierten Antennen wären aller Wahrscheinlichkeit zu DDR Zeiten horizontal polarisiert gewesen da zumeist erst bei DVB-T Einführung auf vertikal umgestellt wurde. Interessant ist die drehbare UKW und UHF Antenne an der Mastspitze, die, wie es sie zu den FDJ Dachkletterzeiten (1960er Jahre) auch in der reinen VHF Ausführung gab wo man nach Einbruch der Dunkelheit zur allabendlichen Republikflucht "mal rüber nach dem Westen gedreht hat".... Von der elektromechanischen Stilllegung solcher Anlagen, mehr aber noch von der Bedeutung der mentalen Einschüchterung der Bevölkerung schreibt "Der Spiegel in seiner Ausgabe vom 6.9.1961". Als industrieller Hersteller kämen unter anderem der VEB Blankenburg mit seinen hochwertigen Erzeugnissen für unsere Genossen in der DDR in Frage.
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Karte: Hier das damalige Sendernetz mit ca. Entfernungsangaben auch für den Westen, 100 km Reichweite kann durchaus angenommen werden. |
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DDR Fernsehempfangsanlagen mit sehenswerten gestockten Antennenaufbauten zum allabendlichen "Rübermachen in den Westen" für den Ochsenkopf Empfang mit den vertikal Antennen im Band I. Bilder: DDR Dachsilhouette - Die "großen" Antennen sind für den Westempfang, die kleinen dazwischen reichen für's DDR Fernsehen. Rechts wunderschön zu erkennen das Viererfeld der UHF Antennenanordnung, auch gestockte Antennen genannt, für das später hinzugekommene ZDF Sammlerkollege Hartmut von
www.heliradio.de
schreibt mir hiezu auszugsweise:
"Die (oben) gezeigte Antennenkombination war
eindeutig für ARD-ZDF vom Ochsenkopf gebaut (VHF Band I Kanal 4 und UHF
Band IV Kanal 23) - eine solche Kanal-Kombination aus einer gemeinsamen
Richtung gab es nur einmal und diese Antennenaufbauten fand man in bis
zu 150km Entfernung vom Ochsenkopf, konkret bis Leipzig/Halle. Diese Konstruktion (die beiden Band-I und
Band-IV-Antennen) war aber so eindeutig für den Westempfang gebaut, die
brauchte man nicht erst am Abend auszurichten - wofür die gebaut waren,
war ohnehin klar." Bild: Aus dem Erzgebirge der Jahre
um 1986 ist diese Ochsenkopf Antenne mit einem etwas müden Reflektorstab
dokumentiert - Nicht minder von Bedeutung die marode Bausubstanz. Da war
es wirklich besser nicht davor länger zu parken! Eine thematische Abhandlung zum Westfernsehen siehe
auch auf Wikipedia.
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10/2011: Ein Zeitzeuge, Herr Siegmar Mey schildert mir dankenswerterweise, wie das denn so mit dem UHF Nachrüsten für das ZDF und dem dafür nötigen Antennenbau im DDR Lebensumfeld war: Hallo, hier mal eine kleine Geschichte über dieses Gerät (Der DDR UHF-Konverter II) Als ich erfahren habe, dass dieses Gerät morgen in Berlin (Ost) verkauft wird (und nur da), habe ich sofort Urlaub angemeldet und bin am nächsten Tag mit der Deutschen Reichsbahn nach Ostberlin gefahren. Das waren über 100 Km. Dort am Alexanderplatz angekommen, reihte ich mich in die Schlange ein. Es waren ca. 100 Leute. Man brauchte auch kein Geschäft zu suchen. Da wo die Menschenschlange steht, bist du immer richtig. Nach ca.1 Stunde hatte ich dann das Glück, dieses Gerät in den Händen zu halten. Und das Alles, um endlich das ZDF zu empfangen. Und zu Hause angekommen, ging es dann ans Antennenbasteln. Freudestrahlend zu hause angekommen, war jetzt das Antennenproblem zu lösen. Als erstes wurde von einen befreundeten Fernsehtechniker das Buch "Spindler-Antennen" besorgt und das Material berechnet*. Dann ging es an die Beschaffung. Da ich im sogenannten Chemiekombinat als BMSR-Mechaniker arbeitete, war das nicht das größte Problem. In der DDR half jeder jeden. Wie sagte Erich Honecker: Aus unseren volkseigenen Betrieben ist noch viel mehr rauszuholen. Da ich ja auch zum Volk gehörte, habe ich einen kleinen Teil meines Volkseigentums mitgenommen. Nach dem Vorbild aus dem DDR Antennenfachbuch "Spindler" wurde die Antenne gebaut. Im Buch sind alle Maße angegeben, und auch für den Laien verständlich. Zum Antennenbau war dieses das Bessere. Da ich aber nur Alu-Rohr hatte (kein Profil), wurden dort die Löcher gebohrt, die Alustäbe eingesteckt und mit Schrauben fixiert. Der ZDF Sender war in Berlin und mein Standort war bei Bitterfeld [rund 130 km entfernt]. Kanalangaben siehe Unterkapitel: Empfangsparadies Berlin. Bild: Spindler Antennenbuch mit einem als Vorbild dienenden Baumuster Dann wurde in der kleinen, aber gut ausgestatteten, Werkstatt bis Mitternacht gesägt, gefeilt und geschraubt. Dann lag diese wunderschöne Antenne vor mir. Am nächsten Tag war Freitag und da musste noch schnell das Koax-Kabel besorgt werden. Dann war noch das Problem mit dem Mast. Also noch ein paar Alu-Rüstrohre vom Volkseigentum (also auch wieder nur etwas von meinem Eigentum) besorgt. Endlich Wochenende und die Montage konnte beginnen. Nach einigen Stunden war dann erstmals das grießige Bild des ZDF zu empfangen. Am nächsten Tag wurde der Mast noch mal verlängert und das Bild wurde immer besser. Was für ein Erlebnis, endlich "Am Fuß der blauen Berge" in fast perfekter Schwarz-Weiß-Qualität. Auch das 3. Programm kam etwas schlechter rein. So ein "Abenteuer" kann heute kein Mensch mehr verstehen. Ich fand es spannend und interessant. Viele Grüße Siegmar Mey * Berechnen, dass hieß die einzelnen Elemente der Antenne wie den Direktor, Reflektor und Dipol angepasst an die zu erwartende Empfangsleistung und Frequenz eine Antenne zu kalkulieren bzw- bei Nachbauten die Materialmengen zu ermitteln und in der Folge zuzuschneiden und verarbeiten. Wo es an Aluminium fehlte, dort wurde auch normaler Eisendraht verwendet und zusammengeschraubt oder gar geschweißt. Wenn auch Sie Ihre Erlebnisse zum DDR Fernsehen (im Umfeld der damit verbundenen Technik) schildern wollen, dann schreiben Sie mir bitte einfach eine Email- Danke. |
Ein Leser aus dem Raum Magdeburg schreibt mir:
"Weil ich Ihre Darlegungen sehr interessant finde und vor allem das zum Fernsehen in der DDR aus eigenem Erleben kenne und bestätigen kann, greife ich hiermit zur Feder.
In der DDR musste man vieles mangels käuflichen Angebots selbst bauen, darunter eben auch Antennen. Die sog. Schweizer Antenne war bei geringem Materialbedarf recht leistungsfähig. Ich habe in Merseburg vom Balkon aus mit einer solchen Kanal 4 Antenne den BR (Ochsenkopf) empfangen. Übrigens war in der Gegend um Halle (Saale) und Magdeburg von Anfang an DDR und BRD TV empfangbar. In Magdeburg auch im UHF-Bereich. Da reichte als Antenne "ein nasser Strick, die Woche einmal gießen", was heißen soll, dass die West-Sendeleistung groß und der Harz nur 90 km Luftlinie weit entfernt war.
Ich kann mich auch noch gut an die Umstellung des DFF von OIRT auf CCIR (Fernsehnorm) Mitte der 50er Jahre erinnern. Begründet wurde das damals mit besserer TV-Versorgungsgestaltung.
Allgemein geht man davon aus, dass Radiowellen (UKW, UHF, VHF) keinen Über-Horizont-Empfang gestatten. Aber es gibt Ausnahmen. So war (wenn auch schwach) in Magdeburg (Balkon, freie Sicht zum Brocken, 16-Element Yagi für K41) ein Signal K 41 Habichtswald (ca. 180 km von Magdeburg entfernt), also hr3 zu sehen. Obwohl sehr schwach, gab der PAL-Dekoder die Farben korrekt wieder. Hier wirkte offenbar die Inversionslage der kalten Luft über dem Oberharz als Strahlenbrecher/ Reflektor.
Über Überhorizont-Richtfunkstrecken kann man auch im Internet lesen. Eine solche bestand zwischen Torfhaus (Harz) in der BRD und (Schäferberg) Westberlin. Sie arbeitete im K 24 oder 25 und man konnte manchmal Testbilder sehen, weil der eigene Antennenstandort genau dazwischen lag. In der Zeit nach der Einführung des Farbfernsehens war in der ARD wiederholt im Testprogramm ein Bericht über die Richtfunkstrecke Berlin – Torfhaus zu sehen. Darin hieß es, dass die Übertragungsqualität besser als erwartet ist."[101] (Um Bestätigung durch weitere Leser wird gebeten)
Der Autor sah auf seinen Berlin Reisen nach der Wende ~1990-95 aber auch noch in Sichtweite der Straßenführung rund um Dresden Häuser mit Gärten, die gar riesige Kurbelgittermaste im Garten stehen hatten um die Antennen aus dem Tal herausdrehen zu können!
Die höherkanaligen (UHF Band V) Kanäle der privaten Sender und so mancher "Dritten" stießen dort an Empfangsgrenzen wo nur UHF Breitbandantennen für Band IV bis Kanal 39 montiert waren.
Wie später ausgeführt, waren ab etwa Mitte der 1980er Jahre die Option auf den Satellitendirektempfang neu hinzugekommen.
Der Vorteil des SAT Empfangs war, das RTL und SAT 1 damit zuverlässig immer zu empfangen waren. (ARD & ZDF gingen erst Jahre nach der Wende auf Satellit!)
Dieser Vorteil musste allerdings durch die Aufbringung hoher Geldmittel und einem halb(l)egalen Import der Spezialkomponenten wie dem LNC/LNB und zumindest dem Satellitentuner wenn schon nicht des Receivers erkauft und organisiert werden.
Was die Anfertigung der Antenne betrifft so gab es auch in der DDR Tüftler die mit Glasfaser/Polyester sich selbst an die Herstellung einer SAT Antenne machten. Als Größe für den damals vor ASTRA relevanten Satelliten ECS waren 120 cm angesagt [91, 92, 93].
Bild: Musterbeispiel einer DDR SAT Selbstbauantenne aus Glasfaser/Polyester die auch das neue Jahrtausend noch erlebt hat und ausreichend Schlechtwetterreserven für ASTRA anbietet. Noch zu erwähnen ist, das die Metallarbeiten wie die Polarmounthalterung ebenso zumeist in der Garage nach Feierabend entstanden sind. [91]
Empfangsberichte & Möglichkeiten in der DDR:
Das "Empfangsparadies" rund um Berlin:
Wenn auch nicht dem DDR Fernsehen zuzuschreiben, so bot Berlin die bunteste Mischung an Programmauswahl auch ohne Kabel an.
Die Rede ist von der Zeit knapp vor und nach der Wende:
| Anzahl | Kanal | Bildträgerleistung | Sender West | Sender Ost |
| 1 | 5 | 100 kW | DDR 1 nachmals IA (1A) Brandenburg in Anlehnung an das alte Kfz Kennzeichenkürzel [81] | |
| 2 | 7 | 100 kW | ARD/SFB | |
| 3 | 11V | TSS UdSSR (seit Anfg. 1980er Jahre) | ||
| 4 | 22 | ZDF 2 zur IFA/ FAB - Fernsehen aus Berlin (Wendezeit) | ||
| 5 | 25 | 20/(125) kW | SAT1 im Timesharing mit RIAS TV (ab September 1987) [84] | |
| 6 | 27 | 1.000 kW | DDR 2 (seit Oktober 1969) | |
| 7 | 29 | 8 | USA-AFN in NTSC M | |
| 8 | 33 | 500 kW | ZDF (seit 1. April 1963) | |
| 9 | 31 | 17.8 kW | Franz. Besatzungssender in SECAM (seit 2.6.1980) | |
| 10 | 39 | 200 kW | SFB | |
| 11 | 41V | 200 W | Britischer Besatzungssender (in CCIR I) | |
| 12 | 59 | RTL Plus (noch vor November 1989) |
Lebendiges Empfangsbeispiel aus dem Grunewald 1971:
Die Situation außerhalb Berlins:
Schadeleben im Landkreis Aschersleben, bei Halle) soll mit Dachantenne
ohne Probleme in Ortssenderqualität die Sender vom Torfhaus empfangbar gewesen
sein:
ARD (VHF K 9)
ZDF (UHF K 23 Torfhaus 500 kW?)
NDR 3 (UHF K 53 500 kW Torfhaus)
Im Nachbardorf Neu-Königsaue konnte man zusätzlich Hessen 3 (vermutlich
UHF Kanal 55 mit 470 kW vom Hohen Meissner) empfangen.
Bei Troposphärenempfang war in Schadeleben um 1988 auch RTL Plus schwach
empfangbar.
In Halle gingen problemlos ARD (K9) und ZDF (K?), jedoch nicht mal
wahrnehmbar NDR 3 [75].
Eine Gemeinschaftsantennenanlage mit ZDF und Dritten und Satempfang im ganzen Wohngebiet hatten die Kommunisten in Halle/Saale erfolgreich verhindert und jeder musste seine eigene Antenne verwenden.
Entgegen
obigem Empfangsbericht bestätigt sich das auch innerhalb eines
Stadt/Siedlungsgebiets die Empfangsbedingungen UNTERSCHIEDLICH ausfallen können
- damals wie heute! Als
einziges Westprogramm konnte ARD von Harz/West auf K10 täglich in Farbe aber
nicht 100% rauschfrei empfangen werden. Dies mit einer 14 Element-Antenne und
einem Vorverstärker in der Dipoldose. Die UHF-Sender vom Torfhaus gingen überhaupt
nicht. Eher noch Troposphärenempfang für den UHF Kanal 23 von Hof/Bayern als K
23 vom Sender Torfhaus.
Mit einer 30 Element UHF-Selbstbau-Antenne nach Berlin, konnte man bei Troposphärenempfang
ZDF und N3 sehen, bei stärkerer Tropo auch Sat1/RiasTV (ab 1988). Unter
normalen Bedingungen war kein ZDF-Empfang damit möglich, das hätte mindestens
eine 4er Gruppe erfordert, da der Empfang von Berlin durch den Petersberg stark
abgeschwächt ist. Dies war aber vielen zu aufwendig und kompliziert.
Zur Veranschaulichung: Ein Nettoverdienst betrug bis zur Wende 720 Ostmark (nur
als Vergleichgrößenordnung) was eine SAT Eigenanlage um 20.000 Mark damit
unerschwinglich machte und soviel das Westfernsehen auch wieder nicht wert sein
konnte.
In Wolfen bekam man N3 (oder SFB?) von Berlin sehr gut herein (ARD Niedersachsen vom Brocken Kanal 6, ZDF ?).
Bis zum Zuschalten vom DDR 2 Sender Wittenberg ab ca. 09:30 konnte man Sat.1/ RIAS-TV sehen (UHF Kanal 25 aus Berlin) [75].
Rostock: ARD, ZDF und
N3. Mit etwas Bildrauschen aber trotzdem guter Qualität.
In der sächsischen
Schweiz im Dorf Wehlen, zudem in Tallage war kein Westempfang möglich
wenn man von unansehbaren Empfangsqualitäten absieht. Dort errichtete man schon
1987 eine SAT Antennen mit einem Durchmesser von 180 cm um eine größere Auswahl
an TV Programmen von Astra und Eutelsat zu erhalten. Der Receiver und ein Videorecorder
wurden über Ungarn geschmuggelt. Einzelaktivisten hatten damals "die ganze
Gegend" mit Sat Antennen versorgt. Selbstgebaute Gestelle und Halterungen,
und vermutlich auf Basis des Polyesterharz die Antennen selbst. Ein Receiver hat
damals um die 8.000 Ostmark gekostet [75].
Im Westen war dafür der SAT-Empfang
an eine Genehmigung gebunden die im September 89 DM 25.- und für den Empfang
russischer Satelliten noch eine Zusatz Genehmigung bedurften. Der Amtsschimmel
läßt grüßen.
Im
Nordosten schaffte es Sat 1 aus Berlin
bis Angermünde, ab Prenzlau war es aus mit ZDF und N3 (UHF), und
ab Pasewalk auch ARD.
Aus Flensburg
soll Kanal 4 mit 50 kW in Wolgast und Umgebung empfangen worden sein, da
Berlin K 7 von Osten durch OIRT Sender gestört war.
Bad Königshof - Hildburghaus (Süd-Südwestthüringen, Nordfranken) hat man in der Regel schon immer 6 TV Programme per Antenne bekommen [75]
Calau/Lausitz bot 1987 Kanal 4 Ochsenkopf, DDR1 Kanal5, Kanal 7 ARD/SFB, Kanal 11 russisches TV aus Cottbus mit vertikaler Richtantenne, Kanal 25 Sat 1, Kanal 23 & Kanal 27 DDR2 (Alexanderplatz), Kanal 29 TVP, manchmal AFN TV mit 525 Zeilen mit Schaltung für den Ton, Kanal 31 (oder 30?) CST 2, wenn die Antenne Richtung Berlin gerichtet war auch mal TV5 France, Kanal 33 ZDF (Berlin), Kanal 37 (TVP2), Kanal 39(SFB3) [75].
Raum Elsterwerda bot K 7 ARD, K 39 N 3, K 25 RiAS TV/SAT 1 und K 33 ZDF (bis 1974 störungsfrei - ab Dez.74 mit Bild des CZ 2 vom Sender Aussig und 5,5 MHz Ton ZDF, ab ca. 22 Uhr nach Aussig Abschaltung nur mehr ZDF) - alle West-TV Programme mit Bildrauschen und gewissen Schwankungen manchmal. (ca. 150 km Entfernung von Westberlin, weitere DDR, CSSR und Polen-TV Programme waren ebenso empfangbar.
Merseburg im Sommer 1989: ARD mit wechselnder Qualität, ZDF und anderes war nicht zu empfangen.
Burg/ Sachsen-Anhalt waren problemlos die ARD, ZDF und N3 über die Sender Berlin, Torfhaus und Dannenberg bzw. Uelzen zu empfangen werden. SAT 1 kam ab 1987 ebenfalls auf Kanal 25 aus Berlin recht gut herein. Zu Hause wurden auch fast ausschließlich nur die "West-" Sender gesehen (Ausnahmen waren die Ziehung der Lottozahlen) und einige Sportsendungen im "Ost-" Fernsehen). (Vergleiche diese Aussage mit 15% Zuseherquote bei AK und Schwarzem Kanal.
In Leipzig war in den 80-ern ARD vom Harz gut empfangbar, das ZDF weit weniger.
UHF Gruppen auf den Dächern taten Abhilfe. Ausgerichtet hauptsächlich nach Berlin, daneben auch Hof/Waldstein im Süden von Leipzig.
Der Sender Torfhaus K10 ging
in Leipzig recht stabil. Nur tageszeitliche minimale Feldstärkeschwankungen bei
nur leichter Wetterabhängigkeit. K10 kam gerade noch am Brockengipfel vorbei in
Richtung Leipzig. Je weiter man nach Süden kam um so stärker wurde das Signal.
Ab Naumburg in Sachsen Anhalt ging dann auch UHF K23 und K53 vom Telekommast,
der ja etwas nördlicher als der NDR Mast steht und damit für Leipzig und
Halle(Saale )
genau hinter dem Brockengipfel.
Ein ehem. DDR Antennenbauer Herr Klaus S. berichtet [75]:
"Der K 10 ging bei Hochdruckwetter morgens ein par Dezibel mehr und bei Tropo vielleicht 10 db mehr als im Durchschnitt. Der Nachbarkanal 9 vertikal aus Wiederau/Leipzig mit dem DDR 1, 100 kW (südl. von Leipzig ) brachte durch Seitenband-Reste der SECAM-Farbträger leichte Störungen (schmaler Balken und Umrisse von farbigen Konturen ) rein. Je nach Stadtlage sehr leicht bis störend. Den gleichen Effekt auch auf ZDF K 23 vom Hof/Waldstein durch Wiederau/Leipzig K 22 500 kW DDR 2. Diese Störungen durch K 22 auszublenden war nur mit 2 oder besser 4 Kanalantennen (ca. je 17 db auf K23 ) in Zeile möglich. Extrem selektive Sperrkreise und großsignalfeste Kanalverstärker mit tranformatorischen Zusammenschaltgliedern waren Voraussetzung um da überhaupt was zu bekommen. Im Südwesten ( zB. Grünau mit 6 bis 11 Etagen, ein Traum waren 16 Geschosser ) war K23 rauschfrei mit wenig störenden Farbträgerresten durch K22. Ich bin in 13 Jahren Antennenbau mit solchen Kopfstationen nie mit dem Staat angeeckt. Es wurde geduldet . Vielleicht habe ich eine Akte, na und. Die Nachbarkanalbelegung war sicher kein Zufall, konnte die DDR eigentlich sich die Frequenzen aussuchen, oder war das irgendwie koordiniert mit Europa? Wieso dann oft diese "Zufälle" mit Nachbarkanal und Richtung auch in anderen Gegenden?"
Die Gegend von Meißen bis nach Riesa ist beim Empfang der Berliner Programme deutlich besser gestellt gewesen, als die etwa gleichweit entfernte Lausitz. In Hoyerswerda, Weißwasser und Bad Muskau war es schwierig ZDF und N3 zu empfangen [75].
In Zittau war der
Ochsenkopf nur in einigen höher gelegenen Stadtteilen mit zweifacher Antenne
ein wetterabhängiger relativ schwacher Empfang möglich.
In Lübz waren dank Höbeck das ZDF und N3 mit aufwändiger Hochantenne auch bei ungünstiger Wohnlage klar zu empfangen. ARD jedoch nur mit starkem Bildrauschen vom Sender Zernien, dies auch in höherer Lage am Stadtrand. Dort war auch Uelzen mit ZDF und N3 als Alternative zu Höbeck jedoch verrauscht zu Empfangen.
Bei
Überreichweiten war die ARD auch über Kanal 9 (Moorfleet) sowie ZDF und N3 aus
Berkenthin zu empfangen. Im Mai 1988 waren so nachts bei Überreichweite erstmals
RTL (K 36) und SAT1 (K 42) am Bildschirm [75].
Auch Herr M. Starke sendet mir dankenswerterweise seine damalig gemachten
Erfahrungen zu verschiedenen Standorten aus dem Raum Dresden zu
[96]:
1.
Weinböhla PLZ 01689 (Hanglage):
ARD: - Kanal 4 (Ochsenkopf) - 2er Gruppe 5 Elemente Vertikal - je ein
Vorverstärker in der Dipoldose
Empfang täglich gut bis sehr gut - selten Grieß und Rauschen - ab und zu Störungen
durch Überreichweiten (Italien? - ist mir so in Erinnerung - war das möglich?)
ZDF: - Kanal 23 (Hof) - 4er Gruppe in Zeile + Vorverstärker - Probleme
durch DDR2 (Kanal 22 aus Leipzig)
Empfang Wetter abhängig - aber noch durchaus brauchbar - meine Oma liebte die
Serie Denver Clan und hat kaum eine Folge verpasst.
Bayern 3: - Kanal 57 (Hof) - 4er Gruppe + Vorverstärker
Empfang meist gut - am Tag mehr Grieß und Rauschen - Abends sehr gut
UKW: - 1 x 7 Elemente - Bayern 3 - 99,4 / Bayern 1 - 90,7 / Rias 2 Hof -
91,2 / Antenne Bayern - 103,2 / HR3 - 89,5 immer in Stereo
2. Kurort Volkersdorf PLZ 01471
ARD: - Kanal 7 (West Berlin) - 2er Gruppe 13 Elemente - je ein
Vorverstärker in der Dipoldose
Empfang täglich gut - am Tag etwas verrauscht - Abends, Nachts und am Morgen
meist besser.
Ab und zu Störungen durch russischen Militärfunk - Abhilfe brachte der "Russentot"
eine Kaffeedose aus Blech mit einer Spirale und einem "Regler?".
ZDF: - Kanal 33 (West Berlin) 2er Gruppe Mehrkanalantennen (K32-39?
Blankenburg) - je ein Vorverstärker in der Dipoldose
Empfang Ton perfekt - Bild sehr schlecht, oft Bild vom tschechischen
Fernsehsender welcher von Usti extrem stark auf dem gleichen Kanal sendete.
SFB3/N3: - Kanal 39 (West Berlin) - gleiche Antenne wie ZDF
Empfang täglich Abends, Nachts und am Morgen gut, teils sehr gut - am Tag
öfter heftig verrauscht mit viel Grieß.
UKW: - 1 x 5 Elemente nach West Berlin - alle West Berliner UKW Sender in
guter Qualität. - 1 x 5 Elemente nach Hessen - HR3 - 89,5 (Hoher Meißner) gut
bis sehr gut - manchmal Bayern 3 - 96,3 (Kreuzberg)
3. Moritzburg PLZ 01468 (am Schloßparkplatz - extrem schlechte Lage)
ARD: - Kanal 7 (West Berlin) 6er Gruppe je 13 Elemente mit je einem
Vorverstärker in der Dipoldose.
Jede Antenne wurde einzeln ausgemessen und entsprechend positioniert.
Empfang täglich mäßig bis gut manchmal auch sehr gut.
Die Tagesschau 20:00 Uhr konnte man jeden Tag ansehen.
An dieser Anlage hingen 7 Haushalte.
ZDF und 3.Programme waren nicht zu empfangen.
UKW: 2er Gruppe je 7 Elemente nach West Berlin - alle West Berliner UKW
Sender in guter Qualität.
Ungewollter 2 Normen Empfang:
Nahe Elsterwerda, sowie an der Grenze zur CSSR, also besagter Raum Karl-Marx Stadt - Dresden war auf Kanal 33 leider zu DDR-Zeiten ebenso das 2. Programm des CTV in Tschechien bei Usti aufgeschaltet, das jedoch in der OIRT Norm sendete und damit auf 6,5 MHz den Ton hatte.
Bei Fernsehgeräten wie bestimmten TV-Koffergeräten sowie Robotron-TV's die serienmäßig CCIR & OIRT Ton konnten sah man so mitunter das Bild des ZDF's, und hörte den Ton des Tschechen und umgekehrt. Dort wo dies anhaltend störte ließ man sich den OIRT Ton vom Techniker stilllegen bzw. manuell umschaltbar machen [75] wenn man sich bewusst die Option des Tschechen TV's insbesondere bei entsprechenden Sprachkenntnissen ob seiner Sportübertragungen etc. offen halten wollte.
Es gab auch die Situation wonach in der Regel nur der "Tscheche" ging und das ZDF nur bei Überreichweiten sporadisch empfangbar war.
Die DDR Fernsehempfangsgeräteindustrie:
Die Fernsehempfangsgeräte selbst finden Sie alle in den Jahreszuordnungen am Beginn dieses Beitrages abrufbar.
Den Auftakt für die DDR Fernsehgeräteindustrie machte bereits 1947 das Fernsehwerk Arnstadt, das Fernsehgeräte als Reparationsleistung für die UdSSR entwickeln und fertigen musste.
Mustergeräte baute auch das Werk für Fernmeldewesen OSW Oberspreewald.

Es folgte das VEB Sachsenwerk Radeberg (Rembrandt), um den Oktober 1956 umbenannt in Rafena Television - VEB Rafena Werke Fernseh- und Nachrichtentechnik Radeberg [36] mit der Fertigung des Leningrad T2 nach sowjetischen Baumuster ebenfalls als Reparationsleistung.
Bild: Einblick in die Haussenderzentrale mit 4 OIR Testkanälen, Taktgebern etc. [53]
Der VEB (K) Elbia (K - für Kreisgeleitet) zog um 1957 von Schönebeck an der Elbe nach Calbe Saale [].
Dann gab es mit dem offiziellen Beginn des DDR Fernsehens 1952 auch den Ausbau der Industrie, die mit dem VEB Sachsenwerk, nachmals VEB Rafena stark begann, jedoch der Nachfrage - insbesondere nach größeren Bildröhren bei kompakteren Gehäuseabmessungen schwerlich nachkam.
Bildröhren bezog die DDR kombiniert, das heißt die Glaskolben und Elektronensysteme für die 43 cm Bildröhren werden noch aus England für das OSW bezogen [12]. Den Rest baute man heimisch die ersten Jahre hinzu. Mit 53 cm Röhren hatte man dann ebenfalls zu kämpfen was Exportchancen zumindest nicht leichter gestaltete. Mit 1957 kommen die Bildröhren aus Berlin (OSW), die Glaskolben aus Weißwasser oder aus Importen [59].
VEB Werk für Fernmeldewesen WF lieferte die mit B23, 30, 43 xx bezeichneten Bildröhren [65/S.707].
Dann folgten CSSR Importe von Tesla, sowie auch Valvo Westimporte wie etwa 1956 [53] bei den Typen MW 43-64 und MW 43-69 wenn es Importkontingente gab und die Produktion deshalb schon stark gedrosselt lief.
Mit dem Farbfernsehen gab es die Inlandsfertigung, von Entwicklungsmustern abgesehen, von 1969 bis Mitte der 1980er Jahre nicht. Und man war auf ausfallbehaftete sowjetische Farbbildröhren sowie ebenfalls Westimporte angewiesen. Mitte der 1980er Jahre folgte der Lizenzbau nach Toshiba Vorbild im eigenen Land.
Unter ferner liefen kann man die Produkte um 1955 vom Funkwerk Halle Sonata sehen, denn der Sonata 55 FT wird wegen der Restriktionen gegen Privatbetriebe nicht mehr zur Fertigung gelangen [12]. Gleiches Unternehmen stellte ein Exportgerät mit Hausbar, Magnetophon und Plattenwechsler mit 36 cm später 43 cm Röhre und Formschönen Design vor.
Zu namhafter Verbreitung kamen dann die Geräte der RFT Betriebe VEB Sternradio Staßfurt & zum Teil vom VEB Sternradio Weißensee.
DDR Fernsehgeräte Fertigungszahlen und die Fernsehteilnehmerzahlen (Update 12/2010)
| DDR Fernsehteilnehmer | Jahr | Stückzahl | Bemerkung |
| 1950 | "Exportauftrag" f. Leningrad T2 nach sowj. Baumuster geht ein [] | ||
| 1951 | 9.500 | UdSSR Reparations-Export Typ Leningrad | |
| 12.1952 | 33.000 | Fertigung [59] 200 Export Geräte werden für den DDR Bedarf freigegeben | |
| 1953 | 39.000 | Type Leningrad /Rembrandt läuft an [59] | |
| 1.227 | 01.07.1954 | 41.000 | davon 7.000 Rembrandt von Rafena geliefert [59] insg. 100.000 Geräte von Rafena geliefert |
| 4.517 | 01.07.1955 | Das Kapazitätsvolumen der DDR Fernsehgeräteindustrie wird mit rund 40 000 Geräte jährlich (~1955) angegeben [12], davon Rafena 39.000 [59] !? | |
| 38.150 | 01.07.1956 | 55.400 | 38.150 Geräte meldet das Werk Rafena |
| 9.000 in Dez 1956 ausgeliefert Rafena [58] | |||
| 100.000 | 01.07.1957 | 108.800 | 91.000/100.000 Geräte meldet das Werk Rafena bei 400 Geräten pro Tag / Mit Anfg.1957 sind 235.000 Rafena Geräte ges. gefertigt worden |
| 150.000 | 01.01.1958 | 180.000 | 113.000 Geräte meldet das Werk Rafena |
| 1959 | 289.700 | 180.000 Geräte meldet das Werk Rafena [41] | |
| 1960 | 416.500 | 239.544 Geräte meldet das Werk Rafena [46] / In Prognose [53], gar nur 200.000 Sachesenwerk Radeberg prognostitziert, | |
| 1.300.000 [33] | 1961 | 1.000.000 Geräte bis 18. Juli 1961 bei Rafena gefertigt [47] | |
| 300.000 Geräte bei Rafena geplant/ 1.000 pro Tag [49] 305.000 erfüllt [50] | |||
| 1963 | 580.000 | 1200 Geräte pro Tag bei Rafena [50] | |
| 1981 | 618.600 | ||
| Jährlich folgend | 650.000 |
Wie auch andere Fernsehfertigungsstätten in aller Welt, unterhält das Rafena Werk einen eigenen Werkssender, mit dessen Hilfe ein Abgleich und eine technische Qualitätsprüfung der Erzeugnisse stattfinden konnte:
Bilder: Rafena Werkstestbildvorlagen um 1957/58 [] u.a. für Geometrie und Prüfung der Videoauflösung
Anschrift: VEB Fernsehgerätewerke Stassfurt Stammbetrieb im VEB Kombinat Rundfunk und Fernsehen 325 Stassfurt Löderburgerstrasse 94 (1979)
Die Geräte kamen nicht nur in den Inlandsmarkt, sondern es werden auch wiederholt Exportmärkte genannt:
Herbstmesse 1955 - Truhengeräte "Clivia" gingen nach Österreich über Herrn Neuschel Fa. Vienna Wien [53]
Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1956 war schon am 5. Messetag die Jahresfertigungskapazität von 1956 ausverkauft [53], bedeutende Exporte nach Polen und der CSSR sowie dem kapitalistischen Ausland Schweiz, Finnland - Der Fa. Radiotuonti & OY Laterna AB, Schweden und Westdeutschland. Lobend über die Bildqualität von Clivia und Claudia äußerten sich Geschäftsleute aus Hamburg und München, die im Vergleich zu Westfabrikaten besser sein sollen. Selbst Holland zeigt Interesse, Steigerung der Einkaufsvolumen im Vergleich zum Vorjahr bei Handelskontoren und der DHZ (Deutsche Handelszentrale), im Gespräch ein Fernsehgeräteabsatz nach Indien, so steigerte man Mustergeräteverkäufe auf der Frühjahrsmesse 1956 in nennenswerte Stückzahlen bei der Herbstmesse 1956, etwa 10 % der Produktionskapazität geht in den Export, selbst die Abgabe von 100.000 Prospekten während der 5 Messetage der 1956er Herbstmesse wertet man als Indiz für kommendes, um die Nachfrage 1957 decken zu können werden weitere bisher im Rundfunksektor tätige Fabriken die Fertigung aufnehmen um die Nachfrage zu decken,
1957 soll gegenüber 1956 eine Produktionssteigerung von 76% bringen.
Vorsichtig kündigt man gar schon Farbfernsehversuchssendungen frühestens Ende des 2. Fünfjahresplans an [36/S.]
Bis zum I. Quartal 1957 mit dem Erscheinen der Variante des Models Rubens, gibt es in der DDR KEINE Fernsehgeräte, die mit dem noch weit verbreiteten Gleichstrom arbeiten können (P-Röhren erforderlich) [36/S.7]! Der VEB Weißensee proklamiert mit gleichnamigen Modell f. Anfang 1958 selbiges [60].
Ankündigung: 1958 werde man auch UHF Band IV UND V zur Verbesserung des Sendernetzes bauen.
Forum, Atelier Cabinet haben Käufer auf der Frühjahrsmesse 1957 gefunden, Polen Schweden, Finnland, Holland und Österreich als Kunden [39]
Auf der Firato 1958 in Amsterdam sollen weitere Kontakte geknüpft worden sein die in den Aufbau einer holländischen Verkaufsgesellschaft mündete [42].
1960 versuchte man im aufkommenden Markt im Libanon Fuß zu fassen und stellte Rafena als ein DDR Hersteller neben sechs anderen Herstellern seine Modelle Atelier, Favorit und den Fernsehmusikschrank Cabinet vor. Libanesischen Technikern Herrn Simikian und Herrn El Kick hat man schon zuvor einen sechswöchigen Rafena Spezialkurs angedeihen lassen. Über die Rafena Vertreterfirma Eliet Kazan & Co. in Verbindung mit dem DIA Elektrotechnik hat man sich zuvor bereits an einer Gebrauchsgüterausstellung in Beirut beteiligt. Man baute auf den guten Ruf deutscher Wertarbeit, konnte aber ohne lieferbare 53 cm Geräte kaum punkten.
Bild: Verkaufsbemühungen von Rafena im nahen Osten 1960 [44]
1960 waren die Messeabschlüsse über das DDR Außenhandelsunternehmen Heimelectric GmbH zufriedenstellend da Weltmarktpreise erzielt werden konnten. Norwegen, Westdeutschland und der Irak sind neue Exportkunden neben Polen, Jugoslawien, Holland, Finnland, Iran und dem Libanon - Eine negative Beeinflussung der Planzahlen für den Inlandsmarkt sind nicht zu befürchten....[45]
Am Modell Rafena Record 4 (mit versperrbaren Klapptüren) wird indirekt auf den amerikanischen Exportmarkt nach dem RTMA System hingewiesen (abgesetztes Netzteil um Verkopplung mit Vertikalfrequenz zu vermeiden) [46]. (Es war aber der Iran & Kuba)
Mit einer Reise 1960 nach Jugoslawien Belgrad zum Vertragspartner Rapid der bereits einen bescheidenen jedoch ohne Kraftfahrzeugen ausgestatteten Rafena Kundendienst eingerichtet hat versuchte man die Beziehung zu intensivieren, nachdem Belgrad bereits Importe unter anderem auch von Rafena DDR getätigt hat. Der lokale Markt jedoch ist noch nicht so aufnahmefähig wie etwa der DDR Inlandsmarkt, zudem versucht Belgrad mit Lizenzverträgen wie bei Philips und Orion die Fertigung im eigenen Land zu halten. Man prüft den Wert von Bauteileexporte [45].
Mit 1. Quartal 1961 wird der Erweiterungsbau des Rafena
Werkes in Betrieb genommen [46] 
Mit 1961 als es im Westen mit dem Auf- und Ausbau von UHF Sendern losging finden wir auch erste Gerätemodelle die in der DDR UHF tauglich sein sollen. Als Tuner wird ein Typ mit 2 x PC 86 vorgestellt, der jedoch auf das Band IV bereits limitiert ist und in einer Spezialfabrik hergestellt wird [46].
Um die Exporterfolge nach Finnland zu festigen, wurden 10
finnische Fernsehtechniker zu einem 15 Tageskurs nach der DDR gesandt, wo
sie neben der fachlichen Ausbildung auch Land, Leute und Radeberger
kennenlernen durften. Der Abgleich der Geräte auch auf HF und ZF Ebene
wird ausdrücklich erwähnt. Vergleichbare Schulungen hat es für
Kundengruppen aus Holland, Jugoslawien, Polen, Libanon und Bulgarien
gegeben. Die finnischen Techniker können dann in den Servicewerkstätten
der Rafena Vertretung "Telagent" in Helsinki die Importe
Reparieren und Warten [46] 
Bei den Messen, wie der Frühjahrsmesse 1961 bedient sich Rafena u.a. des eigenen Personals das sie aus der Fertigung direkt zum Messestand hin delegieren mit dem Vorteil diese Messebetreuer dem Besucher zumeist als besonders kompetent und fachlich versiert präsentieren zu können (Hier tut sich ein Vergleich mit der Praxis bei Grundig zur Zeit des Autors bei der Wiener Herbstmesse auf). Der Messeauftritt bestand dabei oft aus einem Kollektivstand der VVB (Vereinigung Volkseigener Betrieb) RFT Rundfunk- und Fernsehen, zusammen mit privaten wie auch halbstaatlichen Unternehmen wie REMA, Apparatebau Hempel, Peter Plauen usw. mit dem Vorteil den In- und Ausländischen Besuchern übersichtlich auf einem Blick die wesentlichen Neuerungen zu präsentieren. Die tatsächliche Kaufabwicklung wurde (freiwillig?) mehr und mehr der DDR Außenhandelsgesellschaft Heim-Electric übertragen.
Exporte nach der VAR
Vereinigten Arabische Republik bedürfen der richtigen Farbtonauswahl
der Gehäuse, während die Exporte nach Kuba und dem Iran nach dem RTMA
(FCC) amerikanischen Standard erfolgen müssen, ebenso wie die Geräte nach der
OIR Norm für die Staaten der sozialistischen Bruderländer [47].
Bild: Messestand Frühjahrsmesse 1961 mit dem Stadion 5 als Exportschlager der nach der in Kuba und damals auch im Iran gebräuchlichen FCC-RTMA Norm arbeitete.
Zur Erinnerung: Revolution in Kuba und schwenk ins sozialistische Lager nach 1959. Der Iran war damals von US amerikanischer Dominanz so auch beim Fernsehstandard (US Armeesender zu Beginn) geprägt.
Man richtete selbst in der VAR in Kairo ein Rafena Informationszentrum ein, bildete Techniker aus um den Markt lokal mit bereits bestehenden speziellen Rafena Werkstätten zu betreuen, dabei lobte man die starke Präsenz u.a. auch von DDR Kraftfahrzeugen, hat aber bei der Wahl des Rafena Servicewagen wohl etwas daneben gegriffen
Bild: Rafena VW Samba Bus mit Panoramascheiben
Mit dem Modell Record stellte man sich erfolgreich im Wettbewerb zu Geräten der amerikanischen, holländischen und westdeutschen Konkurrenz, da die Rafena Geräte offensichtlich gut mit den lokalen Netzspannungsschwankungen umgehen können.
1961 ging es nach Bagdad in den Irak wo eine Lieferung von Rafena Geräte über Syrien den Weg in die Hauptstadt gefunden haben. Dies auf Basis eines Handelsabkommens zwischen dem nachrevolutionärem Irak und der DDR, da auch andere Firmen der Branche bereits ihren Fuß bzw. ihre Geräte im Land haben. Über die lokale Vertreterfirma Arabian Trading Co. mit Direktor El Erhayim hat man eine Kundendienstwerkstatt mit 3 Reparatur und Meßplätzen eingerichtet. Es trifft sich gut, das der Leiter der Werkstatt zugleich Cheftechniker des Fernsehsenders in Bagdad ist und so Testbildsendungen arrangieren kann. Bei den Modellen Favorit kam es zu Ausfällen aufgrund der hohen Betriebstemperaturen. Erfolg war dem Modell Record 2 beschieden.
Bild: Rafena Vertretung in Bagdad Irak 1961
Die Herbstmesse 1961 brachte erneut Abschlüsse mit bereits bestehenden Kunden der VAR, Irak, Libanon, Westdeutschland, Finnland, Schweden, Polen, Jugoslawien, Holland und der CSSR [48]. Dieses als Ausdruck der bereits erfolgten Anpassung von Rafena an Westnormen.
Man legt Wert auf die Standardisierung und damit Vereinfachung und Verbilligung der Geräteerzeugung [49] um mit den 5.000 Werktätigen 1962 den Plan erfüllen zu können.
1962: Im Rahmen der 1. Industrieausstellung der DDR in Habana Kuba stellte auch Rafena seinen Record 4 in der (FCC) RTMA Ausführung den rund 500.000 Messebesuchern für die Dauer von 4 Wochen aus. Der Kanal 4 & 6 wurde durch die Automatik gut abgestimmt und man wagte kaum nach 23h die Geräte abzuschalten wenn Fidel Castro seine Ansprache an die begeisterte Bevölkerung hielt [49]. Im tropischen Klima ist den damit verbundenen Anforderungen erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken um Ausfälle zu vermeiden. Das Modell wurde 102 Werkstättenleitern in kameradschaftlich kritischer Auseinandersetzung vorgeführt wobei man die herkömmliche Verdrahtung als positiv vermerkte.
Bild: Bildschirmaufnahme Fidel Castros 1962 vom Rafena Record 4 - Warum man die Maske größer als den Bildschirm darstellte?
Am Rafena Messestand Leipzig 1962 beschäftigte man sich mit der SEMKO Bedingungen um die Geräte nach Norwegen, Finnland und Schweden exportieren zu können, bei der DDR Inlandsnachfrage wird erneut auf das Bestellsystem mit Wartefrist verwiesen - die sich selbstverständlich auch bei vielen Exportaufträgen nicht verlängert.... [49]
Bild: Große Zahl an Messplatztischen im Rafena Fernsehwerk um 1962 [49]
Bis 1963 werden reine Regionalempfänger in der DDR nicht hergestellt
Mit der Herbstmesse 1962 wird die Lieferung einer größeren Menge an Fernseh-Phono Tischen in die VR Polen vereinbart [50].
Um die Geräte im Werk bei der Fertigung und dem Abgleich auch an die jeweilige Fernsehnorm hin prüfen zu können gab es bei Rafena wie auch in jeder anderen Fernsehfabrik einen Werkssender
Bild: Werkssender bei Rafena für CCIR, OIR & (FCC)-RTMA Ausstrahlungen [50]
In Arbeit Fortsetzung folgt .....
Natürlich wurde auch ein DDR Fernsehgerät defekt. Sei es, weil Fertigungsfehler schon immer dem Gerät innewohnten, oder aber natürlicher Verschleiß bei bestimmten Bauteilen zum Ausfall führten. Hinzu kamen der Verbrauch/Verschleiß der Bildröhren, die Anfangs eine nicht allzu hohe Standzeit hatten, was sich bei Einführung des Farbfernsehens dann leidlich wiederholte.
Die Nationale Industrie erzeugte Fernsehgeräte und gab auch entsprechende Begleitliteratur heraus, die heute fast vollständig im Internet [37 etc.] nachstudiert werden kann.
So finden wir Reparaturschaltpläne mit Abgleichanleitungen wie auch ausführliche Baugruppenbeschreibungen in den Schaltunterlagen sowie in den RAFENA Informationen - einer Art Kundendienstzeitschrift für die Fachleute. Dort sind auch Serienfehler und Verbesserungen während der Produktion angeführt und erläutert. Mit einer Auflage von Anfangs 3.000 über später 10.000 Stück pro Ausgabe kann auch eine nennenswerte Verbreitung bestätigt werden [41].
Bilder: Weil man sich selbst bei seinen Erzeugnissen am besten auskennt, hat der VEB Rafena gleich einen LKW zu einem Servicemobil ausgerüstet mit dem Tagelang in der Republik unterwegs hartnäckigen Fehlern kompetent zu leibe gerückt werden konnte [40].
Geprägt war aber auch der DDR Fernsehreparaturdienst von Mangel und Lieferengpässen. So konnte man zwischen den Reparaturorganisationen der HO und Konsum Verkaufsstellen oder einem freien Handwerker wählen, die zudem oft Vertragspartner von Rafena als Fernsehvertragswerkstätte waren. Bekannt waren auch Zusammenschlüsse von einst fünf freien Handwerkermeister in der Produktionsgenossenschaft des Handwerk Radio und Fernsehen in Karl-Marx Stadt [40] & [63/S. 536].
Bild: Produktionsgenossenschaft des Handwerk Radio und Fernsehen in Karl-Marx Stadt [40].
Das es bei den Arbeiten bzw. den damit verbundenen Abrechnungen zu Unregelmäßigkeiten bei Rafena Vertragswerkstätten kam, die zu jeder Reparatur sich zusätzlich Zeit aufschlugen und so bis zum Doppelten der tatsächlichen Arbeitszeit kamen, nebst falschen Fahrkosten-KM Abrechnungen nur so nebenbei [40].
Karikatur: Ob auch beim Tausch der Fernsehersatzteile immer alles mit rechten Dingen zugegangen ist? [40]
Diese Thema begleitet jedoch auch die westliche Servicewelt bis heute!
Bild: Fernsehservice Werbung von Radio-Popp in Halle um 1957 []
Hinzu kamen natürlich Feierabendaktivisten, die auf ihr hauptberufliches Fachwissen und mitunter auch auf dort vorhandene Mittel in Form von Werkzeug wie etwa dem Kundendienstkoffer FSK 1 und Material "zurückgreifen" konnten.
In Verbindung mit seiner Erzählung wie er zu DDR Zeiten zu seinem Eigenheim gekommen war schildert auszugsweise Herr Peter Salomon in seiner geplanten Veröffentlichung "Eigenheim made in GDR" wie folgt:
"...es kam der Umstand zu Gute, daß auf Basis einer abgeschlossen Facharbeiter-Ausbildung und
autodidaktisch angenommenen Wissens er in der Lage war, Radio- und Fernsehgeräte zu reparieren. Im
damaligen Zeitalter der noch recht anfälligen Röhrentechnik war der Bedarf bei diesen Geräten an
Reparaturkapazitäten von offiziell tätigen Werkstätten, insbesondere in den Wintermonaten und vor den
Feiertagen nicht zu decken, so daß sich damit eine recht einträgliche Einnahmequelle auftat, denn das
Fernsehgerät war schon damals - und das besonders in und um Berlin wegen der recht einfachen
Empfangsmöglichkeiten der Westprogramme - der wichtigste Unterhaltungsgegenstand.
Ein glücklicher Umstand, der hierbei jedoch ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte, war das
Vorhandenseins eines Telefons ...- ein Privileg, den damals nur sehr wenige hatten. So
konnte man tagsüber die Aufträge annehmen und abends und am
Wochenende auf Achse sein." Unterwegs war man dann mit dem Berlin Motorroller. [85]
Anmerkung: Ähnliches war dem Autor auch aus dem Westen bekannt, wo gar in der Vertragswerkstätte die Aufträge für die privaten Heimserviceaufträge entgegen genommen wurden.
Es sollen ganze Geräteserien erhebliche Mängel aufwiesen, dies durch unzureichende Qualität der Bauteile und Röhren der Zulieferbetriebe schreiben um 1956 die Westmedien [12].
1958 hatte die Handwerkskammer Dresden die 1000. Zusatzprüfung Fernsehtechnik abgenommen [41], was den Stand des Ausbildungsniveaus etwas erläutert. Dies als Resultat der seit 1955 laufenden 14 tägigen Schulungskurse bei Rafena. In Summe waren 1958 800 Werkstätten DDR weit für das Fernsehservice ausgerüstet [41]. Erst die Abhaltung dieser Zusatzprüfung berechtigt, in Verbindung mit der bisherigen Rundfunkmechanikermeisterprüfung eine Fernseh-Vertragswerkstatt zu leiten.
1960 legte man noch eine halbe Woche drauf und erläuterte auch die Geräte des VEB Weißensee & VEB Stern Radio nebst Antennen und Antennenbau [44].
Es macht den Anschein, als wären DDR Fernsehtechniker - die letztlich wie im Westen ebenfalls aus der Gilde der Rundfunkmechaniker herauswuchsen in vielen Fällen hochfrequenzmäßig sattelfester waren als ihre Kollegen im Westen die nach den ersten Anfangsjahren des Fernsehens oft keinen Grund mehr hatten sich intensiver mit Tunerproblemen oder dem ZF Abgleich auseinanderzusetzen da diese Baugruppen dort von der Werksvertretung betreut wurden.
Werbung: Wenn in der DDR Abstimmung gefordert wurde, dann kann es sich 1958 kaum um ein politisches Begehren sondern nur um technischen Abgleich z.B. an Fernsehgeräten gehandelt haben. Die hohen Kosten solcher Gerätschaften waren am besten von Produktionsgenossenschaften, die die Geräte auch auslasten konnten auch finanzierbar [65 & XX]
ZF Abgleich bedeutete zumeist einen hohen Zeitaufwand, nebst dem nötigen Ausrüstungsplatz der aus einem Wobbler und Oszillografen als Mindestmaß bestand.
Bild: DDR Lötknechte bei der Arbeit in der Werkstatt
Hinzu kamen wie übrigens auch bei den Westdeutschen Philips Leuten der Umbau einiger Geräte nach Kundenreklamationen vom Paralleltonverfahren auf das "neue" Zwischenferquenzträger-Intercarrierverfahren.
Die DDR jedoch hatte in den späten 1950er Jahren eine Umstellung der Sendenorm über sich ergehen zu lassen, die einen Nachgleich vieler - man spricht von rund 100.000 Empfängern erforderten.
Dem selbst Nachlaufen nach Ersatzteilen, kamen über die Kundschaft selbst durchgeführte oder organisierte Ersatzteilbeschaffungen aus dem Westen hinzu. So brachten Rentner und gut gesinnte Westbesucher insbesondere den einen oder anderen heiß begehrten Transistor zum Teil auf abenteuerliche Weise - etwa auch versteckt eingelötet im Autoradio mit [28].
Die Belieferung mit Ersatzteilen vom Herstellerwerk war ... 1956 oft schleppend... Die Verantwortung wird den FAB Leitstellen zugeschoben [36].
Erste Geräte (z.B. Rembrandt) sind in der laufenden Serie dann mit verbesserten Tunern ausgeliefert worden was scheinbar bei Kunden die dieses Upgrade auch an ihrem "alten" Fernseher haben wollten etwas verhärmte.
Lapidar hieß es seitens des Herstellers jedoch, das es keinen Grund für den Garantieumtausch von EF 80 auf ECC 84 Tuner gäbe und Kaskodeneingangsteile auch zum nachträglichen Einbau nicht lieferbar sind [36/S.10].
Bei den Garantiebedingungen wird zudem auf die Risikotragung durch den Besitzer hingewiesen im Fall des Fehlens von Elektroenergie! (Kontingente/Stromabschaltungen - Vergleiche chinesische Provinz wie in einer TV-Doku gezeigt, eine 3 stündige Anfahrt zum Kunden, um dann ~2009 festzustellen es gibt gerade keinen Strom...).
Weiters wird auf die Gefahr von Einbrennstellen in der Bildröhre bei stehenden Bildmotiven und großer Helligkeit gewarnt [36].
Die ungenügende Zahl an Fachkräften angesichts des gestiegenen Aufkommens an Fernsehteilnehmern und Geräten wird hinsichtlich der langen Reparaturzeiten bemängelt [45]. Um Abhilfe zu schaffen wurde mit 10 Fahrzeugen ein sogenannter Schnell Reparatur Dienst in Einsatz genommen der von Rafena finanziert wurde.
Bild: Fahrzeuge des RFT Schnell Reparatur Dienstes die helfen sollen lange Reparaturstandzeiten zu verkürzen [45]
Für Westwerkstätten auch eher ungewöhnlich ist die 1960 auf dem Markt gekommene Aufrüstsatz für den Derby Rafena Empfänger der bei Serienfertigung zumeist aus Bezugsproblemen heraus nur mit einer 31 cm Bildröhre erhältlich war. [46] beschreibt nun die limitierte Bezugsmöglichkeit im Jahr 1960 um mit einem Umbausatz das Gerät auf 17" oder 43 cm aufzurüsten was dann sinnvoll war wenn die Altbildröhre bereits in der Leistung nachgelassen hat. Vertragswerkstätten werden vom Versorgungskontor für Maschinenbau-Erzeugnisse Dresden A 21, Bärensteiner Straße 23/25 versorgt.
Normale Röhren waren schon zu Beginn 1956 z.B. von der Inlandssondertype P 50 auf die EL 81 beim Modell Rembrandt im Ausfallsfall umzurüsten [54/S.15].
1956 werden als Lebensdauer für die Bildröhren 2.000 - 3.000 Betriebsstunden angegeben, die auch noch länger halten können. Zur Verwirrung gesorgt hat ein Herstellergarantieblatt das letztlich nur 400 Betriebsstunden gewährleistete [36]. Das wäre bei rund 3h Fernseheinschaltdauer pro Tag nach rund 3 Jahren erreicht.
UKW Radiotuner Nachrüstsätze für bestimmte Fernsehgerätemodelle werden ebenfalls angeboten [46].
An Fachliteratur gibt es dann gesammelt in den "Kleine Fernseh-Reparatur-Praxis" Büchern [46] alles an Wissen und Erfahrungen zu den jeweils gängigen TV Geräte Serien der DDR. Ähnliche Bücher kennt man auch aus anderen Ländern des Ostblocks, so aus der UdSSR, Ungarn und der CSSR. Bücher im Westen konnten aufgrund der Vielfalt an Schaltungen und Geräten zumeist nur das jeweilige Prinzip erläutern und Fallbeispiele liefern das sich die einzelnen Geräte zu sehr unterschieden.
Erneut wird 1961 [47] gefordert die Qualität hinsichtlich des Vorbereitungsniveaus bei den Rafana Fernsehtechniklehrgängen zu heben damit das Mindestmaß an 60% richtiger Antworten bei Prüfungsfragen erreicht werden kann. Bemängelt wird die oft falsche Vorauswahl in den Bezirken die damit wirklich "Fähigen" den Platz blockieren.
Bilder: Ja das Fachrechnen und das Lesen sind auch in Leipzig nicht eines jedem Stärke gewesen; rechts die Altersaufteilung der Teilnehmer was einen Schwerpunkt junger Semester erkennen lässt die sich dem neuen Medium und seiner Technik stellen [47]
Materialausfälle werden 1961 z.B. bei den Röhrentypen ECF82, EL36 /Zeilenendstufe), ECL82 und der DY86 eingeräumt, wie auch dem Ausfall hoch beanspruchter Widerstände und Kondensatoren [47].
Zum Vergleich: Lt. Radio Mentor mussten in den USA zu Beginn des Fernsehens ab 1945 etwa 6 x im Jahr Reparaturen pro Fernsehempfänger durchgeführt werden, was bis 1956 auf 1,5 Reparaturen bei 60% Röhrendefekten zurück ging [36/S.12].
Bei Reparaturen während der Garantiezeit die länger als 14 Tage dauern verlängert sich die Garantiezeit entsprechend. Dies weil als Verzögerungsgrund meist nicht lieferbare Ersatzteile ausgemacht wurden.
Ebenso werden Beschädigungen an den Geräten durch Unachtsamkeit seitens der Vertragswerkstätten beanstandet [49]. Baugruppen wie etwa Kanalwähler-Trommeltuner wurden gar massenweise als Ersatzteilspender missbraucht, ehe sie dem Werk zum Garantietausch zugesendet würden.
Werke wie Rafena richteten den VEB Garantie- und Reparaturdienst ein der unter der Prämisse der sozialistischen Brigaden in der Bewegung "Meine Hand für mein Produkt" seine Stimme fand.
Bild: Ein Blick "auf die Hand" in die Rafena Vertragswerksatt Käfer in Radebeul
Erneut ist von falsch bzw. zuviel abgerechneten Wegzeiten die Rede als ob der Techniker jeden Kunden einzeln anfahren würde. Aber auch die Kunden wurden zum Teil als Mißbraucher von Garantiebedingungen ausgemacht, wenn selbige den Kundendienst am Ende der Garantiezeit (6 Monate nach Kauf) rufen nur um eine prophylaktische kostenlose Durchsicht ihres Gerätes zu erhalten was mit erneut falschen Angaben dann die Techniker zu Lasten des Erzeugerbetriebes gerne tun [49].
Rechnung: Dezember 1961 Fernsehreparatur an einem Record 4A mit der defekten EL36 und getunten Fahrspesen zu Lasten der Garantieabteilung des Herstellwerkes. Die Reparatur selbst unterlag der Pauschale von 10,50 DDR Mark. Den falschen Fahrkosten kam man mit Landkarte und Zirkel in einer eigenen Prüfabteilung auf die Schliche.
Ein bekanntes Bild an beiden Seiten des Eisernen Vorhangs: Belegprüfer die "saloppen" Abrechnungen hinterher laufen (noch ganz ohne MS Excel)
In einer weiteren Ausgabe der Rafena Informationen klärt sich dann ein Missverständnis mit der Vertragswerkstätte 9099 geleitet von Herrn Ottmar Schnee dahingehend das er zweimal zum Kunden fahren musste. Auch alle anderen Belege waren nun lt. VEB Garantie- und Reparaturdienst Halle sowie dem Rafena Werk in Ordnung [50]
In Einzelfällen wenn die beanstandeten Werkstätten nicht bereit waren ihr Verhalten zu Ändern und allfällig geforderte falsche Kostensätze zurückzuerstatten wurde auch mit Gericht und Gefängnis wegen Betrugs gedroht.
Die Ausrüstung der Reparatur und Meßplätze konnte durchweg mit heimischen Erzeugnissen von statten gehen.
Oszillografen, den Bildmustergenerator BG 255 A [48] und weitere Messinstrumente lieferte die DDR selbst. Auch Meßgeräte größter Präzision die den Rahmen des Fernsehservices überschreiten wie der DMS 542, 524 oder DME 492 gingen 1962 in Produktion [49].
Karikatur: Wie man sieht gab es neben dem Trinkgeld im Heimservice auch "schöne" Seiten [50]
Als es mit dem Farbfernsehen losging, und der Wunsch aufkam auch und insbesondere die Westsender, die jedoch in PAL Farbe anstelle des DDR Secam`s sendeten in Farbe sehen zu wollen gingen die Lötkolben in den Bastlerstuben auf Bestform hoch und produzierten oft mit nur wenigen zugekauften Westteilen ganze Dekoderplatinen, die den SECAM DDR Geräten wie auch den sowjetischen Importgeräten die PAL Farbe brachten.
(Zu prüfen wäre, inwieweit in der DDR verfügbare SECAM Laufzeitverzögerungsleitungen auch für PAL das eine höhere Laufzeitkonstanz erfordert einsetzbar waren? - Bitte um ein EMail wenn Sie mehr wissen!)
Zum Vergleich: In den 1980er Jahren wurden etwa 600 Mark als Aufpreis für den optionalen PAL Decoder des DDR Fernsehgeräteherstellers in Rechnung gestellt.
Auch hier war im Westen schon mehr die Wegwerf- und Modultausch Mentalität der dortigen Wirtschaftseffizienz geschuldet als das man sich auf den letzten Transistor hin hineingemessen hätte. Man darf aber überzeugt sein, das es Westtechniker wenn sie von der Materie her gefordert gewesen wären sicher ebensolche Leistungen zusammengebracht hätten. Die Ausbildung hätte dann wie in der DDR nochmals vermehrt auf die Vermittlung der elektronisch technischen Grundlagen Bezug nehmen müssen.
Vom Tal der Ahnungslosen, zum Tal der Farblosen war ein Artikel betitelt, der nach der SECAM Umstellung auf PAL die Situation in den Gegenden der DDR beschrieb in die bis vor "Torschluß" noch reine SECAM Farbfernsehgeräte verkauft wurden. Dies Betraf natürlich Raum Dresden sowie Institutionen und Anstalten wie Krankenhäuser, Schulen und Kasernen [75].
Ein ebenfalls aus der "DDR Asche" wiedererstandenes Unternehmen namens Technisat stellte nnebst anderen Unternehmen Beistellumsetzer her, die dann sowohl fernbedienbar waren, Teletext/Videotext konnten und einen Farbumsetzer? hatten nebst dem Vorteil Sonderkanal tauglich zu sein für die Kabelnetze)
Wiewohl die DDR auch eine Antennenindustrie hatte, so waren auch diese Bezugsquellen vom steten Materialmangel geprägt.
Das Antennenbauunternehmen der VEB Bad Blankenburg fertigte 1955 rund 30.000 TV und 140.000 Rundfunkantennen [12].
Als Haus und Hoflieferant wird der VEB Fernmeldewerk Bad Blankenburg oft angeführt, der 1956 nachfolgendes im Programm hatte [36]:
| VHF Fernsehband | Kanal | Type | Art |
| I | 1 (Berlin) | 1187.730 | Zweifach gestockter Schleifendipol |
| I | 2 (Leipzig) | 1187.731 | Zweifach gestockter Schleifendipol |
| I | 3 (Helpertberg) | 1187.732 | Zweifach gestockter Schleifendipol |
| III | Einkanalantenne | 1187.740-745 | 9-Element-Yagiantenne |
| III | Einkanalantenne | 1187.760-765 | 13-Element-Yagiantenne |
| III | Einkanalantenne | 1187.750-755 | zweifach gestockte 9-Element-Yagiantenne |
| III | Einkanalantenne | 1187.770-775 | zweifach gestockte 13-Element-Yagiantenne |
| III | Breitbandantenne | 1187.676-658 | vierfach gestockte 16-Element-Antenne |
| I - II - III | Breitbandantenne 40 - 216 MHz | 1187.780 | Doppel V Antenne |
Bild: Musteraufbau einer Individualfernsehempfangsantenne (oder UKW Radio)[36]
Da es die in ihrer Bauform und Größe andernorts der DDR kaum benötigten Ochsenkopfantennen offiziell zumindest die ersten Jahre nicht zu kaufen gab liegt auf der Hand.
So war auch hier der Selbstbau angesagt, was in der Praxis eine Spenglerarbeit war die man mit den spärlichen Rohmaterialeinkäufen dann zu brauchbaren Antennengebilden veredelte.
Bild: Selbstherstellung einer Antenne bei der Produktionsgenossenschaft Radio und Fernsehen Karl-Marx Stadt [40]
Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass die Bibel der Antennenbauer - Der Rothammel originär aus der Ostzone kam (siehe Literatur).
Werbung: 1958 wirbt EWT Elektro-Wärmetechnik Halle mit seiner FEBA 3H 16 G-4 Breitbandantenne mit der wohl "einiges ging" wenn man sie denn tatsächlich auch geliefert bekam [65].
Neben den offiziellen Verkaufsorganisationen VEB Radio und Fernsehen in der DDR, gab es auch hier privatwirtschaftlich organisierte Antennenbaubetriebe und natürlich Heimwerker die nicht schlecht daran verdienten, wenn sie sich um ein "besseres DDR 2 Bild" bemühten. Später sprach man etwas direkter von Ausländischen Programmen. Gemeint waren natürlich immer die BRD Sender.
Auch die Deutsche Post wird als Antennenerbauer angeführt [36/S.11]. Aus nicht ungefähren Grund muß der Fernsehgerätebesitzer darauf aufmerksam gemacht werden, das man nicht mit einer Antenne zwei aus verschiedener Richtung einstrahlende Sender einwandfrei empfangen kann. (Was wohl der zweite Sender war?!).
Da zudem in der DDR damals in OIR Norm, im Westen jedoch mit der CCIR gesendet wurde, waren selbst verursachte ZF Nachstimmungen bei Fernsehgeräten Anlass selbigen Apparat wegen nicht Gelingens in die Vertragswerkstätten bei zeitgleichem Garantieverfall zu bringen.
Für einen "Ochsenkopf" bezahlte man um 1960 in Karl-Marx Stadt 300 Mark inklusive Montage [18]. Und Jugendliche besserten Ihr Taschengeld mit Selbstbau UHF Konverter samt Selbstbau Yagi-Antenne auf. Preispaket um die 200 DM [28/35].
Zum Antennenbau gehörten zum Teil auch die Beschaffung oder auch der Selbstbau von Umsetzern (UHF Konverter) und Verstärker hinzu, die insbesondere beim UHF Empfang technisch benötigt wurden.
Den Besonderheiten Rechnung tragend wurden ab 1959 [41] alle Geräte mit einer umschaltbaren Antenneneingangsbuchse - wahlweise 240 Ohm symmetrisch oder 60 Ohm koaxial ausgeliefert. Dies kennt man ansonsten zu dieser Zeit nur von Britischen Geräten. Jedoch wurde beim Einstiegsmodell xxx (wird nachgetragen) gleich wieder eine Ausnahme von der Regel gemacht.
In der Rafena Literatur wurde u.a. auch auf die Besonderheiten beim Bau vertikal polarisierter Antennen hingewiesen, wobei zeitgleich die vertikale Polarisierung als technisch problematischer denn die der horizontalen Abstrahltechnik in der Praxis erwähnt wurde [47]. Ebenso wurde Wert auf die theoretische Abhandlung des Themas Blitzschutz und Erdung bei Antennenanlagen gelegt. Ob Angesichts des Materialmangels (Metallerdungsdraht etc.) dabei das oft selbst im Westen vorhandene schleißige Niveau erreicht worden ist darf bezweifelt werden [47]. Von praktisch durchgeführten Erdwiderstandsmessungen ganz zu schweigen.
Das am Thema stetig Nachholbedarf war beweist der erneute Antennenkurs in [48] 1961. Mit dabei die Ankündigung von Empfangsschwierigkeiten beim UHF Empfang.
Tabelle: Das waren die Kabeltypen und deren Eigenschaften mit denen der DDR Antennenbautechniker um 1960 zu arbeiten hatte [48]. Die Angaben sind zeittypisch noch in Neper anstelle dB/µV angegeben.
Abbildung: Nicht ohne Grund sind die Zusammenschaltung von Dipolen ausführlich erklärt, für den neuen UHF Bereich wird gar die Bauform einer Spiralantenne empfohlen [49]
Um die Antenennanlage richtig dimensionieren zu können ist es erforderlich über die sogenannte Eingangsempfindlichkeit des Empfangstuners bescheid zu wissen. Je nach Fertigungsqualität unterschied die Standardisierung im Ostblock drei Geräteklassen die sich auch in der Empfangsempfindlichkeit niederschlugen:
Hochleistungsempfänger - Mittelklasseempfänger (Standard) - Regionalempfänger (letztere zumindest bis 1963 in der DDR nicht hergestellt [50/S.1].
Mit dem mit 1. Juni 1963 verbindlichen DDR Standard TGL 12461 ist ein normierter Vergleich der Tuner Eingangsempfindlichkeit gegeben worden in der das Rauschmaß ebenso Berücksichtigung fand [50]. Demnach hat das Modell Stadion mit 200 µV die größte Eingangsempfindlichkeit.
An Meßmitteln für den Antennenbau stand dem DDR Antenennbautechniker neben einem Fernsehgerät, idealweise das des Kunden, zur Bildkontrolle u.a. auch der Resonanzmesser RM II - ein sogenannter Grid-Dipper für den Bereich 1.7 - 250 MHz zur Verfügung [50/S.16].
So war bei Individualanlagen auch oft der Selbstbau von Verstärkereinrichtungen angesagt die auszugsweise in den Fachzeitschriften Radio & Fernsehen 1958 Heft 16 S 510, oder R & F 1956, Heft 20, Seite 613 als Nachbauanleitungen beschrieben waren.
Wie im Westen, so waren auch in der DDR Antennen auf Seiten der Vermieter nicht immer beliebt. Deshalb stellte Herr Heinz Cramer bereits in Radio und Fernsehen Heft 3, 1956 beide rechtlichen Aspekte, die sich von denen der westlichen Welt wenig unterschieden, klar um eine Rechtsgrundlage für die Arbeit des Monteurs und der Kunden zu bilden [50]. Das sogenannte Antennenrecht für den Mieter wurde dann auch im Post- und Fernmeldegesetz - der neuen Rundfunkordnung welche am 1.8.1959 in Kraft getreten ist festgehalten [50]. Der weitgehende "Freibrief" betraf dann eben die Kollegen des Elektrohandwerkes der Fachgruppe Rundfunkmechanik die die einschlägigen VDE Bestimmungen und Blitzschutzvorschriften zu beachten hatten.
Technische Sonderlösungen: "Russentot" & "Tschechenfalle"
Um unliebsame Störfrequenzen die sich u.a. als Moiré oder Jalousie bemerkbar machten von einem zu empfangenden Kanal fernzuhalten sind bisweilen entsprechende Filter erforderlich die das Nutzsignal vom Störsignal zu trennen hatten. Die Detailmaterie (Stichwort Kreuzmodulation) ist hiezu zu umfangreich als das hier darauf eingegangen werden soll und wird u.a. in oben angeführten "Rothammel" ausführlich erläutert.
Als eine Ursache für Störungen werden Kommunikationseinrichtungen der Warschauer Pakt Staaten, auf gut Deutsch russische Militärsender etwa aus dem Raum Chemnitz genannt.
Ob diese tatsächlich direkt auf einem CCIR VHF Kanal sendeten (ARD Kanal 7 [96] (Trägerfrequenzgrenzen 189,25 - 194,75 MHz [97]), oder aber eher anhand deren damals genutzten Gerätepark nachvollziehbar im Bereich der genormten Fernsehzwischenfrequenzen (zwischen 33,5 und 38,9 MHz) arbeiteten und so in den ZF Verstärker einstrahlten ist noch zu prüfen (Ähnliches kannte man mit den 27 MHz CB Funk im Westen der fallweise "durchschlug" wofür es TVI Filter gab, ebenso wie mit einstrahlendem Taxifunk etc.).
Abhilfe schaffte hier der sogenannte "Russentot", eine leere Kaffeedose aus Blech mit einer Spirale darin und einem Einstellregler [96]. Es gab natürlich auch technisch elegantere Lösungen deren Grundprinzip stets eine Filteranordnung bestehend aus einem auf die Störfrequenz hin abstimmbaren Schwingkreis bestand auch Topfkreis, Sperrfilter, Bandsperre bezeichnet (Vergleiche auch mit der "Wellenfalle" bei AM Rundfunkgeräten bis in die 1950er Jahre). Häufig jedoch erinnert der Aufbau der Arbeit dem Stil eines Installateurs/Klempners.
Für den interessierten Leser ist ein solcher "Russentot" mitsamt
Beschreibung unter diesem
Link [98] abgebildet.
Technisch beschrieben findet er sich im Forumsbeitrag des Users "Nohab" vom 08.12.2008 [99]:

"Ein Parallelschwingkreis wird induktiv in die
Antennenleitung eingekoppelt. Primärseitig ist es eine Schleife, die in der
Antennenleitung eingefügt ist, Sekundär ist der Schwingkreis, bestehend aus
Spule und Plattenkondensator. Sobald über die verstellbare Platte die Resonanz
erreicht ist, sinkt die Belastung des Primärspule auf der Resonanzfrequenz ab,
die Spule wird hochohmig. Alles andere ober- und unterhalb der Resonanzfrequenz
wird weiterhin durchgelassen, für diese Frequenzen wirkt das Ganze wie ein
sekundärseitig kurzgeschlossener Transformator, der in Serie eingefügt ist."
Ebenso sind Bildträgerstörungen von OIRT TV Sendern die versetzt zum CCIR
Raster arbeiteten und damit "mitten" im Bildfrequenzbereich standen
wie es bei einem Tschechischen Sender der in die südliche DDR einstrahlte der
Fall war bekannt. Diese Filter sind, da für das VHF Band III gefertigt dann
baulich etwas kleiner.
Der Forum User Jürgen Martens vom 9.12.2008 [99] schreibt auszugsweise:
"So eine "Tschechenfalle" wurde vor Jahren mal
in der Zeitschrift "Radioscanner" beschrieben,
allerdings ohne Frequenzangaben. Solche schmalbandigen Sperrfilter wurden in der
südlichen DDR zum Empfang des ARD-Senders Berlin CCIR-Kanal E-7 benötigt.
Gestört wurde dieser Kanal offenbar vom Sender Liberec auf dem OIRT-Kanal R-8.
Die Bildträgerfrequenz für den Kanal E-7 betrug 189,25 MHz, der Bildträger
des Kanals
R-8 lag auf 191,25 MHz, also voll im Bildsignal des Kanals E-7."
DDR Fachliteratur zum Thema Fernsehen und Antennenbau:
Als Fachzeitschrift mit Tiefgang kann die >Radio und Fernsehen<, herausgegeben ab etwa 1951 vom Verlag die Wirtschaft Berlin genannt werden. Polemische Kommentare wenn es ins politische ging waren nicht ausgeschlossen, dürften sich aber in Summe auch in der Retrospektive in Grenzen gehalten haben. Tiefgang bedeutet, das auch den umfangreichen theoretischen Abhandlungen Platz eingeräumt wurde.
Der Praktiker bekam hingegen ein Instrument mit Basis und fortgeschrittenen Kurse in Radio und Fernsehtechnik nebst Antennenbau und anderem.
Wie im Ostblock üblich, gab es Bücher als zusammengefasste Schaltungsunterlagen der jeweiligen Gerätegeneration die am Markt vertreten war. Dies wurde durch Herstellerinformationen wie z.B. den Rafena Kundendienstschriften die an die Vertragshändler bzw. Werksvertretungen und Reparaturdienste ausgegeben wurden ergänzt.
Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass die Bibel der Antennenbauer - Der Rothammel originär aus der Ostzone kam. Wie der Aufbau, auch und insbesondere die Ausführungen mit mehrfach gestockten Antennen zu berechnen und zu bewerkstelligen waren, finden sich auszugsweise ebenfalls auch in den Rafena Informationen des Jahres 1957 [39]. Auch in der Zeitschrift Radio und Fernsehen Heft 23/1958 [65] finden sich umfangreiche Anleitungen bzw. Vorschriftshinweisen.
Fernsehgeräteverkaufsstellen in der DDR
Der Bedarf an Geräten war nicht immer einheitlich. So wird für 1955 konstatiert das sich der Geräteverkauf mangels Nachfrage schleppend (unbefriedigend [54]) vollzogen hätte. Hingegen bereits 1956 sich die Situation angespannt hätte und auf Vorbestellung (Wartelisten) verkauft werde. Dies unter dem Gesichtspunkt, das 1956 erst etwa 2/3 der Bevölkerung mit Fernsehen technisch erreicht werden konnte.
Das Preisniveau für die Empfänger um 1955: Rubens: 1.350 DM, Clivia 3.200 DM, Dürer 1.850 DM, Claudia 5.300 DM [12].
Nichts dem Zufall überlassend werden wie bei den Technikern auch beim Verkaufspersonal 14 tägige Schulungskurse von Rafena angeboten um die Verkaufskultur zu heben. Der Konsum definierte zudem, das kein Fernsehgerät von einem nicht geschulten Verkäufer verkauft werden darf [36]. Dabei kommt es zur grotesken Situation das von der HO angemeldete Teilnehmer nur zu 60% erscheinen und der Rest der Kursgebühren damit ungenutzt verfallen.
Neben den HO (Handelsorganisation) Geschäften, VEB Radio und Fernsehen, mit Westmark zu bezahlende GENEX Artikel aus dem gleichnamigen Katalog führte stellvertretend das Fernsehwerk Rafena 1963 das ein, was man heute 2011 als Flagshipstore umschreiben würde, das tat der VEB Rafena Werke Radeberg mit der Eröffnung eines Fernsehspezialgeschäfts in Dresden
Die Motivation war hier aber nicht Marktwirtschaftlich geprägt, sondern der Gedanke entsprang dem Bemühen der Regierung hochwertige Bedarfsgüter warengerecht und schnell ohne Umweg über den Großhandel anbieten zu können. Dies zudem durch Fachkräfte. Dresden wurde ausgewählt um diese Stadt zu einer sozialistischen Großstadt zu entwickeln. So wurde das bisherige Radio und Fernsehgeschäft der HOWA (Handelsorganisations Warenhaus) in der Thälmannstraße umfunktioniert. Dem Bedürfnis nach dem Bezug von Fernseheinzelteilen und Bastlerbedarf, sowie Ersatzteilen wurde ebenso Rechnung getragen.
Bild: DDR Rafena Fernsehgeräte Flagshipstore in Dresden 1963
Gekoppelt wurde das Geschäft mit einer entsprechenden Kundendienstabteilung die sich um Service und Gerätelieferung kümmerte.
Als Inlandsverkaufsgespräch! wird als Szene 1959 wie folgt angeführt: Kunde: Ich habe eine Benachrichtigung bekommen und möchte mein Gerät abholen.... [43] was auf lange Lieferzeiten hin deutet und nicht nach der Möglichkeit eines Spontankaufes.
Bild: 1963 - So fanden auch Messen in Kaufhäusern statt die die jeweils aktuellen Produkte anpriesen..[51]
Bild: Ein Blick außerhalb und innerhalb eines RFT Radio und Fernsehen Ladens in der DDR um 1988 im Bezirk Brandenburg
Der DDR Fernsehgeräteselbstbau:
Aus England und Frankreich waren Bauanleitungen bekannt, die nach der beliebten Radiobastelei auch den Selbstbau von Fernsehgeräten - zum Teil vollständig selbst nach Vorlagen gebaut oder auch nach Bausätzen nachgebaut und damit einer Nutzerschicht zugänglich machen würden die sich sonst noch kein Fernsehgerät hätten anschaffen können.
Auch aus der UdSSR ist diese Disziplin etwas ausführlicher bekannt. Alle drei angeführten Länder, Holland gehört noch dazu ergänzt, hatten den Vorteil ihre televisionäre Exploration mit VHF Band I Fernsehsendern begonnen zu haben.
Dementsprechend einfacher gestaltete sich der Aufbau der HF Kreise. Aus der BRD sind dazu im Vergleich nur wenig Literatur bekannt und die österreichische Fachliteratur um 1955 stellte sich direkt gegen Nachbaupläne angesichts des Aufwandes und Risikos für den Bastler.
1951 erschien in der noch in beiden Teilen Deutschlands beziehbaren Zeitschrift Funk-Technik eine umfangreiche Bauanleitung auf Basis einer Oszillografenbildröhre.
In [68] aus 1998 beschreibt Herr G. Ahrens unter dem Titel "Eine alte Fernsehgeschichte", wie ihm noch als Student ein "zufälliger Fundus" an Bauteilen, sowie eine verwandtschaftliche Westbezugsquelle im Beschluss bestärkte dieses Gerät nachzubauen.
Es entstand auf dem heimischen Wohnzimmertisch und lediglich bei Abgleicharbeiten legte ein befreundeter Diplom Physiker sowie bei den Blecharbeiten ein benachbarter Schlosser Hand an.
Wie aus oben angeführter DDR Fernsehsenderausbautabelle ergeht begann der rund 30 km entfernte DDR Fernsehsender Leipzig im Band I ab 30. August 1953 seine Versuchssendungen und da war dann das 1951 begonnene Gerät auch pünktlich fertig!
Zu dieser Zeit hat es in jenem Wohnort, wie in vielen anderen Teilen Deutschlands übrigens auch noch kaum käufliche Fernsehgeräte gegeben, und bestenfalls einige andere Selbstbaugeräte.
Oszillografenröhre das heißt das Bild schimmert schwarz-grün anstatt schwarz-weiß, was aber der Freude des Erbauers und seinen Freunden und Bekannten keinen Abbruch tat.
Und so sah man sich im Sommer 1954, als auch das DDR Fernsehen Teile der Fußballweltmeisterschaft aus der Schweiz sowie das Endspiel (Stichwort Wunder von Bern) übertrug, von einer zum teil aus völlig fremden Fußballfreunden im Wohnzimmer sitzend und stehend gegenüber.
Die Begeisterung aller Anwesenden kann man nachempfinden, auch wenn man real auf dem Postkartengroßen Bildschirm nur wenige was vom Spiel auch wirklich sehen konnten. Später kaufte sich Herr Ahrens einen industriell hergestellten Fernsehempfänger und verschenkte das Gerät.

Bild: Das Baumuster des Fernsehgerätes aus der Funk-Technik 1951 [67]

Bild: Auch von Herrn P. Rensch aus Leipzig ist mit einer Oszillografenröhre DG16/2 - also 16 cm Durchmesser ein ähnlich strukturiertes Gerät gebaut worden. Ursprünglich nur für den OIR Kanal 2 (Leipzig) gebaut wurde es später mit einem Trommelkanalwähler nachgerüstet. Die "Bern-Szene" wurde als Fotomontage zur Veranschaulichung des Grüneffekts eingefügt [68].
1958 werden so auch in der DDR Einzelteile für den Fernsehgerätebau angeboten, die auf Basis einer Bauanleitung in der Zeitschrift Radio und Fernsehen 12 & 13/1958 offenbar vielen Lesern den Mund wässrig machten.
Spezialteile wie der Kanalwähler, die Ablenkeinheit, der Zeilentrafo sollen so in ausreichender Stückzahl bei der DHZ (Deutsche Handelszentrale) Elektrotechnik Dresden über die lokalen Fernseh-Vertragswerkstätten beziehbar sein.
GST-(Gesellschaft für Sport und Technik) Betriebsgruppen und andere Vereinigungen werden direkt beliefert.[63/S.535]

Bild: Musteraufbau eines 43 cm Selbstbaufernsehempfängers nach "Radio und Fernsehen" Anleitung [64]
Zubehör für DDR Fernsehteilnehmer:
Neben den obligatorischen Antennen aller Bauarten gab es wie im Westen Zubehör in Form von Fernsehmöbel, die wenn es nicht ohnehin ein Standgerät war dem guten Stück zumeist einen Ehrenplatz im Heim verschaffen sollten.
Antenennverstärker bzw. deren Stromversorgungsnetzteile fanden sich in naher Platzierung zum Gerät bei schlechteren Empfangsbedingungen.
Der UHF Beistellumsetzer-Konverter ist anderweitig schon ausführlich beschrieben worden.
Besonders hervorzuheben sei dabei der Phono-Fernseh-Tisch mit wie der Name sagt integrierten 45 UPM Plattenspieler.
Dann gab es im Osten, wie im Westen die Mode sich mit Farbfiltern vor der Mattscheibe den Hauch von Farbfernsehgefühlen schon vorweg einzuatmen. Als augenschonend angepriesen fanden sich so mache Käufer diesseits wie jenseits der Zone für diesen wohl mehr als Gag zu bezeichnenden Artikel. Der VEB Fotochemische Werke Berlin, und der VEB (G) Flitterfabrik Annaberg stellten zu einem Test [65/S.705ff] Folien dem Verlag Radio und Fernsehen zur 1958 Verfügung der bereits im Heft 10 1958 zu diesen Folien Stellung nahm.
Bild: Werbeschaltung für eine Fernsehlampe aus 1961 [79]
DDR Probleme mit der Konstanz der 220 V Netzversorgungsspannung:
All denjenigen die voller Wehmut an "gute alte Zeiten zurückdenken" darf ich folgenden in DDR Wohnzimmern oft gesehenen Kasten in Erinnerung rufen der stets für Spannung zu sorgen hatte.
Eine 230 Volt Netzspannung (damals 220 V) mit einer engen Toleranz wie heute meistenorts üblich, war in der DDR nicht selbstverständlich, und lässt sich mitunter mit den Energieengpässen und Kontingentierungen erklären.
Hier hatte ein Spannungskonstanthalter wie im Bild unten ersichtlich für eine weitgehend Spannungsschwankungsfreie Versorgung des Televisionsgerätes zu sorgen während im Westen dieserlei Geräte eher selten und wenn dann nur im sehr ländlichen Raum Anwendung fanden.
| Für die Modelle Clivia & Claudia der Saison ~1955/56 ging man im Gerät gleich an das Eingemachte um das Problem bei "Beanstandungen" in den Griff zu bekommen. | ![]() |
| Spannungskonstanthalter wie die Konstanze
II waren während der ganzen Republikslebensdauer im unermüdlichen Einsatz um eine konstante Ausgangsspannung, wenn
die Braunkohle wieder einmal im Winter eingefroren auf Halde lag......
Eine gestiegene Anzahl selbstgebauter (elektrisch betriebener) Heizgeräte ist vor allem in den Jahren zu verzeichnen, in denen nicht nur die DDR aufgrund der weltweiten Ölkrise Energieprobleme hatte[66]. |
![]() |
| Selbst in den 1980er Jahren beim Farbfernsehen und Kaffeekränzchen
gehörte so ein Kasten omnipräsent zu so mancher Wohnzimmerausstattung .........
|
![]() |
Die Umstellung von der Ostnorm auf die CCIR Norm in der DDR:
Neben technischen Parametern die aufgrund der Zugehörigkeit der DDR zur OIRT anstelle der in Westeuropa "üblichen" CCIR anders lauteten, war zu Beginn von 1952 bis ~1957 mit den handelsüblichen DDR Fernsehempfängern der Ton des Westfernsehens und vice-versa nicht hörbar.
Dann gab es noch die DDR Feinheit, das etwa mit 1957 zwar die Tonnorm der der CCIR angepasst war, jedoch weiterhin diverse Kanäle im OIR Raster sowie Kanäle außerhalb jeder Norm sendeten, was erst mit 1961 ein Ende mit dem vollständigen Übergang zur CCIR Norm gefunden hat.
DDR Fernsehteilnehmer der ersten Jahre also mit mindestens 2 Umstellungen, bei denen Hand ans Gerät gelegt werden musste konfrontiert waren.
![]() |
Technisch erklärt sich dies mit einem Bild/Tonträgerabstand von 6,5 MHz anstelle der im Westen üblichen 5,5 MHz auf Basis der sogenannten Gerber Norm. Die einschlägige Literatur [] teilt sich mit Angaben zwischen Mitte der 1950er Jahre (1957) bis Anfang der 1960er Jahre wo es den Technikern in seltener Eintracht gelang in diesem Punkt die DDR zum Abkehr der OIRT Norm hin zur CCIR Norm zu bringen. Dies bedingte eine Umrüstung der Ton ZF Kreise von rund 100.000 Geräten, die vermutlich in Einzelphasen von Sendergebiet zu Sendergebiet erfolgt sein könnte. Anlaß könnten die Bemühungen nach
einer "Einheitlichen Norm für den Programmaustausch"
durch den Vorsitzenden der techn. Kommission der OIR für 1956 & 1957 Herrn Chefingenieur
Gerhard Probst des ostzonalen Staatlichen Rundfunkkomitees gewesen sein
[8]. |
Diese Umstellung ermöglichte fortan ab etwa 1957 auch den Zusehern im Westen ab jetzt "den richtigen Ton zum sozialistischen Bild" zu hören, was insbesondere entlang an der Zonengrenze und um Berlin möglich war.
Dann gab es noch die Feinheit, wonach die Kanalwähler die hüben wie drüben in jenen Tagen allesamt Trommelkanalwähler waren und die serienmäßig gelieferten DDR Fernseher nur Kanalstreifen für die örtlich empfangbaren DDR Sender bestückt hatten.
Ein florierender Tauschhandel bzw. Nachrüstungen mit "für den Westen" nötigen Kanalstreifen wie dem Kanal 4 für den BRD Sender Ochsenkopf war damit vorprogrammiert. Zum Beispiel aus Cottbus mit dem gleichkanaligen Sender ab ~1960.
Dort wo der Kanalstreifen fürs Westfernsehen extra entfernt wurde wie aus einem Lehrlingsheim verlautet [18], wurde selbiger kurzerhand von einem begabten Lehrling nachgebaut um dem verbotenem Tun weiterhin zu frönen.
| Trommeltuner mit 12 Kanälen und die nötigen
Einschubstreifen Hier im Beispiel ein Kanalstreifen aus dem Hause RAFENA - die im Westen hergestellten sahen auch kaum anders aus! So gab es welche für CCIR und OIR Kanäle, sowie für CCIR Ton im OIR Raster zuvor. |
Umstellung 1: DDR OIR 6,5 MHz Ton auf CCIR 5,5 MHz Ton um 1957
Die Fachliteratur weist hiezu bei einigen Kanälen den Neuabgleich (ZF) des Fernsehgeräts auf die neue ZF aus. Bei einigen Sendekanälen war der Austausch der Kanalstreifen zusätzlich nötig.
In den Umstellregionen wurden in dieser Zeit bewusst keine Neugeräte ausgeliefert um eine Doppelarbeit zu vermeiden.
Für die Modelle Rubens, Dürer, Clivia, Claudia und Rembrandt gab es dafür eine umfangreiche Anleitung aus dem Jahr 1957.
Bei den Kanälen für Brocken (CCIR 6) und Helpterberg CCIR 3 legte man Wert auf das Rücksenden der alten Kanalstreifen ans Werk.
Bei den anderen Sendern Marlow, Katzenstein-Dresden, Inselsberg, Leipzig, Dresden und Berlin bedufte es HF seitig nur dem Nachgleich des Oszillators.
Zur Erinnerung, bevor man auf den genormten ZF Frequenzen 38,9 & 33,4 MHz arbeitete, waren es bei CCIR 25 & 19,5 MHz und bei OIR 26 & 19,5 MHz!
Die Kanalstreifen 4 und 11 werden bis zur Umstellung (1960/ Bau des Senders Cottbus) für die DDR NICHT gefertigt [35]. (damit kein Ochsenkopfstreifen verfügbar).
Mit ein Thema war die wohl mehr theoretische als mit praktischer Auswirkung behaftete Reduzierung der Horizontalen Bildauflösung (Linien) im Zuge der Umstellung.
Ermöglicht die OIR Norm gar 6 MHz Videobandbreite, so sind es bei der CCIR nur 5 MHz.
Unbestätigt: Wie jedoch selbst die russische Leningrad
T 2 Anleitung aus 1949, die 400 Linien in der OIR Ausführung angibt bestätigt,
war aufgrund der erreichbaren Flankensteilheit der Filterketten auch nur rund
>4,5 MHz bei diesem Gerät möglich. Den Rest an Auflösungspotential und
damit einen Qualitätsvorsprung gegenüber der CCIR verschenkte man damit
letztlich [60].
Umstellung 2: DDR OIR Kanalraster auf CCIR Kanalraster von 1957 schrittweise bis Mitte 1960
Geräte der aktuellen Verkaufssaison hatten bereits die neuen CCIR Kanäle die alle in der DDR in Verwendung waren bestückt zuzüglich den Sonderrasterkanälen der DDR. Danach gab es nur mehr CCIR Kanalrasterkanäle die ident mit Westdeutschland waren.
Geräte die noch OIR Streifen bestückt waren mussten mit CCIR Streifen durch Austausch und gegebenenfalls Nachabgleich nachgerüstet werden.
Später folgte noch der - auch in der BRD lange nicht verwendete weil (noch) nicht normierte CCIR Kanal 12, der in der Region Sonneberg-Bleßberg erforderlich wurde.
Umstellung 3: war dann nach DDR Torschluß, als insbesondere für Zuseher im Raum Dresden die bis dahin mangels Westfernsehen keine Veranlassung zum Kauf eines auch PAL tauglichen Farbfernsehers hatten von heute auf morgen das SECAM Farbsignal auf PAL umgestellt wurde und so mancher reiner SECAM Farbfernseher erneut entweder zu diesem Anlaß ausgemustert wurde oder aber mit einem PAL Dekoder nachgerüstet wurde.
Zu Umstellung 1 sei angemerkt, daß sich selbst die Fachliteratur bisweilen etwas nebelig in der Formulierung gibt.
So ist vom "2 Normen Empfang" die Rede, was zwischen den Zeilen den zusätzlichen Westempfang auf CCIR 5,5 MHz Ton nebst DFF mit 6,5 MHz Ton andeutet.
Textauszug 1957 aus [58]: Man muß wohl DDR Jargon geeicht gewesen sein um die Kernsaussage zwischen den Zeilen nachvollziehen zu können
Gleichzeitig werden damit ursächlich nicht unbedingt im Zusammenhang stehende Empfangsprobleme des Senders Inselsberg OIR 6 mit dem CCIR 7 von Hohen Meißner genannt der mit seinem 189,25 MHz Bildträger ins DFF Bild durch eine Interferenz mit dem DFF Tonsender auf 187,75 MHz ein 2,5 MHz Störmoiré am Bildschirm verursacht.
Selbiges soll durch Antennen mit schärferer Bündelung und/oder durch Eingriffe ins TV Gerät mittels eines Filters im Videoverstärker ausgemerzt werden können.
Dann heißt es, dass die ersten DDR Fernsehgerätemodelle Rubens, Rembrandt und Clivia aufgrund des angewandten Paralleltonverfahrens keine Probleme beim 2 Normenempfang ergeben und CCIR Sender ohne Umschaltung bei geringfügiger Einbusse an horizontaler Bildauflösung erfolgen können. Das aber macht es schwer die Umfangreichen Anleitungen zur CCIR Tonumstellung mit Kanalstreifenwechsel und ZF Nachabgleich zu verstehen! Wenn ein geschätzter Leser darüber mehr weiß bitte um ein Email-Danke.
Bei den späteren Modelle die nach dem Intercarrier-Zwischenträgerverfahren anstelle des Paralleltonverfahrens arbeiten, wie der Dürer und Format und alle weiter folgenden Geräte ist es etwas komplexer.
Die einfach zu verwendenden ZF Tonumsetzerplatinen, die man auch diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs an der Österreichisch/Ostblockgrenze kennt gab es so noch nicht.
Und so stöpselte man 1 bzw 12 MHz Oszillatorenwürfel mit der ECH 81 anstelle der EF 80 ins Gerät was automatisch die richtige Ton ZF ergab.
Automatisch war dabei auch der deutliche Verlust der ZF Verstärkerleistung durch die andere Röhrenkennlinie, nebst erhöhter Störausstrahlung da ein Oszillator eben ein kleiner Sender darstellt. Ebenso die schlechte Frequenzkonstanz da es nur ein einfacher temperaturabhängiger LC Kreis war.
Eine Rafena Vertragswerkstatt im Raum Berlin, Namentlich Ing. Richard Grüneberg wandelte den Adapterwürfel etwas ab so das beim Dürer und Format gute Resultate erzielt wurde. Die Umstellung mit leichter Modifikation an der übrigen Schaltung konnte er beim Kunden durchführen was mit 40,- DM zu lasten des Kunden festgelegt wurde. 1957 in [58] war von mehreren Hundert Geräten die Rede.
Bilder: links 1/12 MHz Oszillatorwürfel mit ECH 81 aus DDR Zeiten - rechts das Kleinmodul und abgleichfreie Murata ZF und OFW Oberflächenwellenfilter ab den 1980er Jahren (Dann aber in der DDR nur mehr bestenfalls an den Grenzregionen zur CSSR & Polen benötigt)
Dort, wo man aber einen höheren Komfort, sprich kein Nachregeln während des Betriebs wollte und zudem Weitempfang "nötig" war baute man einen aufwendigen und damit teureren eigenen ZF Verstärker samt Ratiodedektor für CCIR 5,5 MHz ein.
Bild: Zusatzschaltung mit eigener Ton ZF Verarbeitung für die CCIR (Westdeutschland) Norm [58]
1969 baute ein DDR Amateur eine erste Amateur Farbfernsehübertragungsanlage wie dieser ausführliche Beitrag berichtet.
Der Sharp SQ-46D, wobei das D für DDR stehen könnte, war ein DDR Importfernseher aus Japan der exakt den Wünschen Erichs entsprach, da dieses japanische Gerät tatsächlich auch nur bis Kanal 39 arbeitete und damit für ein Westprodukt ein Novum darstellt. Die Häufigkeit mit der dieser Sharp in den Internetauktionshäusern auftaucht mag ein Indikator für seine Verbreitung sein und passt in die Ära in der später auch Toshiba sein Farbbildröhrenwerk in die DDR geliefert hat und man gar den Mazda 323 jetzt auch im sozialistischen Alltag des Öfteren zu sehen bekam. Das Modell gab es auch bei Quelle im Westen - jetzt als Universum Typ SK933 und natürlich mit vollständigem UHF Band IV & V.
Die Unzufriedenheit im Großraum Dresden ohne Westfernsehen auskommen zu müssen nahm 1984 gar direkt "staatsgefährdende" Ausmaße an, als zwei Drohbriefe bei den Behörden eingingen die unter dem Pseudonym "Gruppe Volkszorn" die Aufschaltung von drei Westfernsehprogrammen forderten, andernfalls der DDR Fernsehsender Dresden Wachwitz nebst anderen Objekten gesprengt werden würde.
Die Staatssicherheit suchte zwei Jahre vergebens nach den Tätern im möglichen Kreis der Westfernsehfreunde bis die Suche letztlich ergebnislos abgebrochen wurde.
Anlass war die Nicht-Übertragung der Olympischen Sommerspiele 1984 aus Los Angeles, im Kielwasser des Boykots der Spiele durch die UdSSR und eben auch ihrer Satellitenstaaten.
Inwieweit die DDR rechtlich befugt gewesen wäre Frequenzen für die Ausstrahlung von BRD Sendungen neben der Frage der Bezahlung von Übertragungsrechten zu Beantragen steht auf einem anderen zudem rein fiktiven Blatt.
Beim ZDF soll, so beim Fernsehsender Torfhaus beschrieben, wohl bewusst im Gegensatz zur ARD Versorgung der Zone kein viertes Strahlerfeld Richtung DDR mehr installiert worden sein [28].
Auch waren die DDR Zaungäste am BRD Fernsehen eben auch indirekt ein Spielball im kalten Krieg denn willige Westfernsehgebührenzahler. Das lässt sich am Ausbau der UHF Netze für SAT 1 & RTL ausmachen die mit bedeutend weniger Sendeleistung arbeiteten und damit auch nicht in der Intensität der ARD die DDR versorgen konnten und wollten da sich dann schon seitens der Filmverkäufer die Frage nach der tatsächlichen Reichweite ihres Contents gestellt hätte und Aufzahlungen denkbar geworden wären [26].
Es hält sich die Ansicht, wonach in den DDR Bezirken in denen es keinen Westfernsehempfang technisch bedingt gab die meisten Ausreiseanträge gestellt wurden und die Unzufriedenheit der Bevölkerung am höchsten gewesen sein soll.
Da in Karl-Marx Stadt - wo vielerorts Westempfang möglich war die Zahlen kaum anders gewesen sein sollen ordnet man diese Zahlenspiele der ausgeprägteren Reiselust von den Sachsen zu.
Das umgekehrt die nüchterne Betrachtung des "goldenen Westens" in dessen Medien ja ebenfalls Dokumentationen über dortige sozialkritische Themen wie das der Arbeitslosigkeit behandelt wurden ebenso beim DDR Bürger zum Nachdenken führte darf gesichert angenommen werden [18]. Als ideologisch besonders gefestigt da sie ohne Westeinfluß gedeihen konnten dürfen die Dresdner Bevölkerung und Umgebung im Vergleich zur übrigen DDR Bevölkerung kaum betrachtet werden.
In den 1980er Jahren machte der Autor seine Ausbildung in Wien Österreich, und so wurden wir eines Tages in die Wohnung eines Angehörigen der DDR Botschaft gerufen der Empfangsprobleme hatte. Was fehlte, das war eine Antenne für deren Errichtung der Kunden jedoch eine Freigabe der Botschaft benötigte. Auf die Frage wie viele Programme man denn wird sehen können antwortete ich: Zwei und ein 20 minütiges Wiener Regionalprogramm, worauf mir der Kunde etwas schulmeisterisch antwortete in Berlin könne er gar 5 Programme empfangen und legte die Aufzählung los. Mit dem Wissen aus der Zeit nach der Wende versehen würde ich ihm gerne in der Retrospektive fragen "und wie viele waren es im Tal der Ahnungslosen?", in der fast gesicherten Annahme das es zudem ein MfS Mitarbeiter war. Damals jedoch führte ein Gespräch darüber mit meiner Mutter zur Erkenntnis, lieber in einem Land mit 2 Fernsehprogrammen und einem Reisepass zu leben.... Der Rest ist Geschichte, ebenso wie Österreich als das "Medien Albanien" der 1990er Jahre.
Ehem. Link: Genossenschaftlich empfohlenes Gemeinschaftserlebnis kontra Individualempfang: Eine Arbeit von Michael Meyen Fernsehstuben in der DDR und anderswo Rundfunk in den neuen Bundesländern (1990 - 1992)
Aus Web Thread http://forum.digitalfernsehen.de/forum/small-talk/76768-fernsehen-der-ddr-6.html#post1641138
Aus Web Thread http://forum.digitalfernsehen.de/forum/small-talk/76768-fernsehen-der-ddr-6.html#post1641219
Aus Web Thread http://forum.digitalfernsehen.de/forum/small-talk/76768-fernsehen-der-ddr-6.html#post1641095
Aus Web Thread ???? Folgt
Hand Rindfleisch: "Zur gegenwärtigen technischen Situation des deutschen Rundfunks" Hamburg, 26. November 1960 aus Buch "Politique de la grandeur versus Made in Germany"
Das Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland, Band 2; Von Otto Altendorfer S.323.
Rias TV Wikipedia 27.12.2010
http://www.radiomuseum.org/forum/ddr_selbstbau_uhf_converter.html u.a. Thread No. 35
http://www.radiomuseum.org/forum/messge_zwo_11862_av_846_gemeinschafts_antennenv.html (Thread)
http://www.radiomuseum.org/r/anten_blan_mehrbereichsverstaerker_3_2.html
http://www.radiomuseum.org/forum/ddr_selbstbau_uhf_converter.html Thread 4
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43366009.html Der Spiegel vom 6. September 1961 37/1961 "Aktion Ochsenkopf"
www.raupenhaus.de Umstellung auf CCIR Norm ~1957
www.raupenhaus.de Oktober 1956 Rafena Informationen Nr. 3 S.12
www.raupenhaus.de März 1958 Rafena Informationen Nr. 7 S. 2
www.raupenhaus.de Januar 1958 Rafena Informationen Nr. 6
www.raupenhaus.de August 1957 Rafena Informationen Nr. 5
www.raupenhaus.de Juli 1958 Rafena Informationen Nr. 8
www.raupenhaus.de Oktober 1958 Rafena Informationen Nr. 9
www.raupenhaus.de April 1959 Rafena Informationen Nr. 10
www.raupenhaus.de Juni 1959 Rafena Informationen Nr. 11
www.raupenhaus.de Januar 1960 Rafena Informationen Nr. 12
www.raupenhaus.de August 1960 Rafena Informationen Nr. 14
www.raupenhaus.de März 1961 Rafena Informationen Nr. 15
www.raupenhaus.de März 1961 Rafena Informationen Nr. 16
www.raupenhaus.de Januar 1962 Rafena Informationen Nr. 17
www.raupenhaus.de September 1962 Rafena Informationen Nr. 18
www.raupenhaus.de Februar 1963 Rafena Informationen Nr. 19
www.raupenhaus.de August 1963 Rafena Informationen Nr. 20
www.raupenhaus.de 1955 ?? Rafena Kundendienst Schaltungssammlung Nr. 1 (Rembrandt)
www.raupenhaus.de Mai 1956 Rafena Informationen Nr. 1
www.raupenhaus.de Juli 1956 Rafena Informationen Nr. 2
"444 Sender des Ulbricht Regimes - Und was geschieht mit uns Mitteldeutschen?" aus der Zeitung "Das Ostpreußenblatt" vom 24. März 1962
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Film von Wolfgang Petersen, Ich werde dich töten, Wolf; 1971.
Email vom 8.11.2011 Westfernsehen in DDR - Raum Dresden von Herrn M. Starke
http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_Fernsehkanalraster_Frequenzraster.htm
Kalter Krieg ums TV - Fernsehen mit dem Wundertopf; Thema "Russentot" in Spiegel.de vom 5.12.2008 http://einestages.spiegel.de/external/ShowAuthorAlbumBackground/a3196/l0/l0/F.html#featuredEntry
Forum zu DDR TV http://www.mysnip.de/forum-archiv/thema/8773/646807/Westempfang+in+der+DDR+_ehemals+Russentod_.html
http://www.youtube.com/watch?v=7Q-Q2e-qNlQ Link zu früher DDR Farbfernsehkennungssignatur (Falsche Bildproportion!)
Email Leserbrief v. 8.1.2012 Herr Hans Gliwa
Wird fortgeführt........
Updated: 27.01.12 gehört zu www.scheida.at/scheida/