CB Funk und QSL Karten Sammlung 

Mit dem Ende der ersten Schulzeit Mitte der 1980er Jahre war es dann soweit: 

Das Funkerfieber hatte mich gepackt und der damals aktuelle CB Funk bot den Einstieg in die Hochfrequenz.

Doch zugegebenermaßen schon zuvor beim Besuch von "Enterprise" nahe Wien, gab es erste Kontaktnahme mit dieser für mich neuen Technik in Form eines klobigen mit unendlich lang ausziehbarerTeleskopantenne versehenen "Handgurke" also einem tragbaren Funkgerät.

Marke, Type und Ausstattung sind mir entfallen. Es war aber schon eines mit entsprechender postalischer Zulassung für den freien Funkverkehr.

Parallel kannte ich natürlich schon allgemein diese Handfunkgeräte. Meist mit nur einem bis maximal drei umschaltbaren Kanälen. Und in meiner Erinnerung waren damit auch untereinander, sei es der Technik oder ewig leeren Batterien geschuldet kaum brauchbare verständliche Verbindungen möglich gewesen (zumeist AM Technik).

Dies äußerte sich auch darin, das solcherlei Gerätschaft, wenn auch defekt oder nur mehr in Teilen hier und dort als Entsorgungsgut auftauchte.

 

Bild: Beispiel sogenannter Billighandgurken. Es waren meist Kindergeschenke mit Kurzzeitnutzwert

Das änderte sich dann mit den besseren sprich teureren Geräten für den KFZ Einbau bzw. den CB Heimstationen.

Zu jener Zeit war auch der offizielle Wechsel von 22 Kanälen auf 40 Kanäle in FM (Frequenzmodulation im Unterschied zu AM Amplitudenmodulation) in Österreich vollzogen worden. Noch früher waren es max. 12 Kanäle.

Ein Testbericht über ein "Arbeitspferd" wie auch einem "Kanalarbeiter", gemeint waren jeweils neue CB Funkgeräte, in der österreichischen Fachzeitschrift "Elektronik & Hobby, ITM Praktiker aus dem Jänner 1985 mit Bezugsquelle sollte dann die nähere Zukunft bestimmen: 

Um gesamt etwa 4.000,- Schilling, also dem selbst ersparten, Papas Zugabe sowie dem geborgten Netzteil (ein umgebauter "Kleinbahn" Modellbahn Transformator mit 2N3055 Längsstabilisierung) eines Freundes (CB-Enterprise) war es dann soweit:

Bei Speedy Funk in 1100 Wien wurde das President Uniden PC 404 Funkgerät mit 4 Watt Sendeleistung mit einer Balkonantenne nebst Zubehör angeschafft.

Und so sah das Gerät dann in der Praxis aus: 

Für mich vom Design mit dem Chromtrimm und Funktionalität her das schönste was es an (legalen) Geräten damals gab! Und so empfinde ich immer noch.

Zum CB Funker sein bedurfte es eines Skip's - also eines Funkernamens der bei mir aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auf "Weiße Schwalbe" fiel. Mit den sonst von den "echten Amateurfunkern" bekannten Rufzeichen hat das nichts zu tun.

Und damit man "beweisen" kann, das man mit sehr vielen Funkkollegen eine Verbindung zusammengebracht hat war es üblich sich gegenseitig QSL - Karten (Empfangsbestätigungen) zuzusenden die unter anderem echte Kunstwerke waren weshalb ich sie nachstehend größtenteils eingescannt habe.

Meine QSL Karte (unten): (Die oben stehende war das Ergebnis eines kleinen Nebengeschäfts mit meinem leider zwischenzeitlich vorzeitig verstorbenen Freund Roland K.) Die Kombination von Enthusiasmus gepaart mit der Eigeninterpretation von Normschrift verrät einiges über jene Tage am TGM Wien 20 wo in der Kopierstelle auch die Vervielfältigung statt fand. "Des is jo koa Druck net" war der Kommentar des Mitarbeiters der Kopierstelle auf meine wegen schlechter Druckdetails vorgebrachter Kritik.

Später bekam ich günstig zu unverschämt günstigen Konditionen um öS 80,- ein Stehwellenmessgerät um die Balkonantenne entsprechend nachstimmen zu können wenn Bedarf war. Dies über einen über Funk gefundenen Freund aus dem 2. Bezirk, Engertstrasse Andreas W.

Als Beispiel dient das damals wie noch heute unter unzähligen Namen, Typen und Bezeichnungen erhältliche Stehwellenmessgerät. Es muss sich wohl um eine ausgereifte Entwicklung gehandelt haben!

Andere Funkfreunde hatten noch eines mit einem Kreuzzeigerinstrument kombiniert mit einem Leistungsmesser.

Ich selbst kaufte mir nach einiger Zeit, letztlich wie sich zeigte in zweifach unnötigerweise einen CB Funk Vorverstärker mit AM-FM/SSB Umschaltung in der Meinung meine Anlage einmal dahingehend aufzurüsten.

ZETAGI war und ist die italienische Standardmarke für alle Arten von damals erlaubten wie auch nicht zulässigen CB Funk Zubehörs, zu denen Röhren HF Verstärker sowie "Nachbrenner" auf Halbleiterbasis für die Autoausstattung ebenso gehörten.  

Unnötig dahingehend, da ein tatsächlicher Reichweitenmehrgewinn kaum realisiert werden konnte, da ja meine 4 Watt Sendeleistung ebenso nicht gesteigert wurde.

Und doppelt unnötig, da ich nie auf SSB, was es zum Beispiel dann im benachbarten 10 Meter Amateurfunkband gegeben hätte, gefunkt habe und der im inneren weitgehend baugleiche HF Vorverstärker ohne der SSB Einschalt-bzw. Nachschaltverzögerung um öS 100,- Schilling billiger und zudem Kompakter gewesen wäre. Im Nachhinein ist man (nicht) immer an Erfahrung klüger, zumeist aber am ohnehin oft kargen Geld nochmals ärmer geworden.

Den ZETAGI P27 Vorverstärker alias Preamplifier sowie das von mir verschähte einfachere Pendant der ZETAGI P27M (für Mobil). Beide Geräte hatte ich. Letzteren als defekt geschenkt bekommen.

Unten finden Sie vorwiegend die CB-Funkergilde aus dem 22. Wiener Gemeindebezirk, da auch dort die meisten persönlichen Freunde bzw. Bekannten wohnten und eine Verbindung (nicht nur technisch gesehen) am besten funktionierte.

Es gab dann auch Funkertreffen sowie wohl lose zusammenorganisierte Funkervereine oder Clubs.

Postfach:

Da man üblicherweise nicht gerne seine echte private Wohnadresse auf einem von jedermann mitgehörten CB-Kanal durchsagen wollte, habe ich mir damals wie etliche andere Funker ebenso ein Postfach zugelegt.

Also man gab als "Adresse" die Postfachnummer, in meinem Fall Post Box 29, mit der Postleitzahl 1225 Wien an.

Dieses Postfach war bei aller finanziellen Enge damals dennoch leistbar und kostete um die öS 10 Schilling im Monat. Zuzüglich mit Sicherheit auch einer Kaution für den Schlüssel.

Fallweise gab es "Troubles" mit dem Postamtsfilialleiter, da er aus heiterem Himmel plötzlich auch noch ein "Codewort" auf den Schriftstücken verlangte "um die Zustellung garantieren zu können", was aber eher seinem persönlichen Splen zugeschrieben werden musste denn tatsächlichen Postvorschriften (Er dürfte augrund ihm betreffender Postamtsüberfällen traumatisiert gewesen sein).

Mein Vater musste dies dann mit ihm regeln. 

CB Funker Weiße Schwalbe um 1985  

Bild: 1985 im TGM Wien 20 selbst gemachter Brieföffner der noch heute über jene Zeit Zeugnis abgibt! 

 

Und das fand ich stellvertretend in meinem Postfach vor (Sofern nicht ohnehin persönlich übergeben) :

QSL Karte CB Schwarze Maus  Schwarze Maus - damaliger Freund Franz D., 1220 Wien

 

QSL Karte CB Enterprise   Enterprise - damaliger Freund Robert B. Mühlleiten/Nö

QSL Karte CB Heckenrose     Heckenrose - Freundin Ulli K., 1220 Wien

Goofi - damaliger Freund Heinz (Heinzi) G., 1220 Wien

  Ironimus 22 - Nachbar Kurt (Kurti) Z., 1220 Wien

  Cobra 5 - Funk und Brieffreund Thomas 

Ein zwischenzeitliches Highlight zum Thema war dann, das wir bei Freunden der Familie in deren Wochenendbauernhaus im Bezirk Wiener Neustadt zu Gast waren und mir der Familienvater anbot die CB Funkschaft in seinen damaligen Dacia 1300 Break Kombi - das war da noch die "echte Kommunistenversion" des Renault 12, einzubauen um gemeinsam funktechnisch die Gegend zu erkunden.  

Das Ganze wohl in Erinnerung an seine Zeit beim Bundesheer wo er mit Amerikanischen Funkgeräten gearbeitet hat. Mehr klopfen als Funken war da so eine Aussage von ihm zur damalig fraglichen zuverlässigkeit der Geräte. 

Gesagt, getan, eine von mir noch beschafte CB Autofunkantenne samt Halterung wurde provisorisch an seinem Dachträger montiert. Der 12V Spannungsanschluß wurde über den Zigarettenanzünder hergestellt und die Antenne, das Kabel durchs offene Seitenfenster soweit es ging einmal abgestimmt.

Schon bald fand sich ein Funkpartner in den Wellen und man fuhr los ihn auf einem leicht entfernten Bauernhof zu besuchen und sich über das Thema sowie Gerätschaft auszutauschen.

Was die Freunde und Kollegen auszugsweise so hatten:

Da gab es so gut wie alles was der Markt aber auch Bastler und Techniker zuwege brachten.

Von der seriösen Heimstation wie etwa einer Stabo XF-4000, über verschiedenste Handfunkgeräte, den "Giftzwerg" einem kleinen kompakten Mobilgerät, Cobra, selbst erweiterten früheren 22 Kanal Geräten die mit einer Umschaltung auf dann 40 Kanäle durch Quarznachrüstung bzw. PLL Modifikationen "aufgemacht" worden sind.

CB-Funk Gerät Stabo XF4000 Heimstation 40 Kanäle FM

Bild: CB-Funk Gerät Stabo XF4000 Heimstation 40 Kanäle FM ©Wikipedia, Urheber cptechnik

Und auch solche, die es schon motorisiert bis Deutschland in die Gegend von München schafften wo es für passende DM Scheine all das gab was in Deutschland zwar legal verkauft aber (frei und unlizensiert) nicht benutzt werden durfte. In Österreich war auch der Besitz wie man sagte schlicht verboten.

Und so gab es dann die, die mit der Presidenten Familie alias President Grant, President Jackson und ähnlichen Geräten "mehrbandig" unterwegs waren. Und deren Besitzer dann elegant, wenn einmal das "Band wieder zu war", sprich bereits alle legalen 40 CB Kanäle mit Quasseleien und Störgeräuschen für angenehme Gespräche unbrauchbar waren, einfach die nächsten 40 verfügbaren Kanäle außerhalb der regulär zugewiesenen CB Bandes in anspruch nahmen.

President Jackson CB Funkgerät

Bild: Einen "Präsidenten" hatte nicht jeder zuhause stehen: President Jackson als einstiges Flaggschiff für das was technisch in dieser Klasse machbar war

Diese Geräte waren dann schon nicht mehr mit nur 4 W HF unterwegs. Auch hier gab es schon entsprechende Modifikationen um bis zu rund 35 W HF aus "den Kisten" herauszuholen.

Die selben waren es auch, die nebst einem Lamda 5/8 Strahler wie die Antenne hieß, auf der heimischen Terrasse montiert auch den schon nicht uninteressanten "kleinen" Röhrennachbrenner ZETAGI BV131 mit der PL519 Röhre (Auch bekannt von den frühen 1960/1970er Farbfernsehgeräten) auf den ZETAGI BV 1001, 1.000 Watt HF Verstärker mit gleich vier mal EL519 Röhren aufrüsteten.  

Träger setzen

Von der eher unangenehmen Sorte waren "Trägersetzer" sowie selbsternannte "Radio Veranstalter".

Trägersetzer waren Funker die einfach ohne zu sprechen ein inhaltsleeres Funksignal aussendeten und damit den Kanal für andere Teilnehmer blockierten.

Nicht minder unangenehm waren solche, die mit Musikberieselung, aufgrund der dem CB Funk innewohnenden technikparametern zudem mit zweifelhafter Tonqualität versehen, andere zwangsbeglückten.

Das beides nicht zulässig war steht außer Frage.

Rechtlich wurde ich vom späteren Amateurfunkkurs Unterweiser, Herrn Ernst V., von der ADXB-OE über dei diesbezüglichen Zusammenhänge aufgeklärt.

Nicht ohne Grund, wenn auch typisch beamtenmäßig, hat Deutschland Weltempfänger/Kurzwellenempfänger mit dem Aufkommen des CB Funks gegen Ende der 1970er Jahre bei 26,1 MHz im Frequenzbereich zwangslimitiert. Zu groß war für die Verantwortlichen die Gefahr, das sich ein nicht kontrollierbares "Privatradio" über den freien 27 MHz CB Funk etablieren würde.

Die voll empfangsberechtigten Märkte im Ausland konnten dann auszugsweise den "GRUNDIG International" bis 30 MHz oder im Inland nur den "GRUNDIG Professional" bis 26,1 MHz bis um die Zeit nach der Deutschen Wende nach 1990 kaufen. Aber das ist eine andere Geschichte.

    

Funkerlatein, eher spöttisch denn fachlich fundiert gab der eine oder andere Funkkollege ebenfalls zum Besten:

Abenteuerliche Geschichten gingen durch den Äther, alias der QRG, wonach an jeder Ecke und jeden Augenblick lang die Funküberwachung schon im Anmarsch sei um hier dienstlich von Strafbescheiden bis zum Zwangsentzug der Gerätschaft tätig zu werden.

Selbiges, wonach gar die Verkehrspolizei angeblich in Sofortjustiz illegale Nachbrenner in den zugehörigen Autos wie etwa Opel Manta mit sprichwörtlicher am Dachholm oder dem Kofferraumdeckel befestigter geschwungener CB Antenne und einem Fuchsschwanz drauf (ob die Beifahrerin auch Frisöse war entsinne ich mich nicht) wirksam durch "mechanische Einwirkung" dauerhaft außer Betrieb setzte.

Was davon Wahrheit und was Dichtung sei darf sich der Leser selbst denken.

Wonach bei schwachbrüstigen Funkgeräten der Sendeleistung durch eine "Roßkur" auf die Sprünge geholfen werden kann: Eine entsprechend zusammengerollte Länge in X Metern vom üblichen RG-58 Antennenkabel (RG-213 wäre das stets teurere dickere und verlustärmere gewesen) soll angeschlossen an das Funkgerät in einen Wasserbottich gelegt werden. Danach die Sende- alias PTT Taste am Handmikrofon für X Minuten gedrückt werden. Im Erfolgsfall wurde eine Leistungeerhöhung versprochen. In der Praxis, wenn dies jemand gemacht hätte im schlimmsten Fall wegen Fehlanpassung der Endstufe selbige ernsthaft sprich teuer beschädigt worden wäre.

Oder Funkgeräte die aufgrund ihrer besonderen Schaltungstechnik gar das Ohmsche Gesetz oder besser gleich die ganze Physik aushebeln konnten und es schafften mit einer 1,5 Volt Monobatteriezelle und nur wenigen mA Stromaufnahme gar 10 Watt und mehr an HF Leistung abzugeben. ;-)

Elektronikfachfirmen die sich auf CB Funktechnik spezialisiert hatten, was auch einen speziellen Meßgerätepark wie etwa den Grundig CB-Funkmessplatz CB6 nebst sonstig üblichen Messpark erforderlich machten führten Kundenwünsche streng nach Vorgabe aus:

Ein Freund und CB Kollege freute sich, das sein Standmikrofon mit eingebautem FET - also Feldeffekttransistor auch ohne Batterie- oder Netzteilspeisung den Sprachton gut verstärken konnte. Technisch war dies durch eine einfache Phantomspeisung über die Mikrofonverkabelung möglich.

Und so orderte er, um als Nichttechniker dem endlosen Drahtverhau der Spannungszuführung bei seinen Zusatzgeräten wie auszugsweise dem Sprachverfremder, Echoton, Roger Piep sowie der Box für die Roboterstimme Herr zu werden das entfernen der Kabel an.

Diese Firma demontierte ihm alle 12 V Spannungszuführungen bis er zu Hause angekommen feststellte das all die Geräte nicht mehr funktionierten, da die beim Standmikofon funktionierende Phantomspeisung hier die deutlich höhere Stromaufnahme all der Zusatzgeräte nicht mitliefern konnte.

So kam ich ins Spiel ihm die 12 V Leitungen wieder einzulöten. Was aber ebenso nicht sinnvoll war, denn das Kaskadieren all der Geräte lies seine Stimme wie schon zuvor ins absolut unkenntliche und unverständliche verkommen wie ihm der eine oder andere Funkerkollege "höflich" wissen ließ. Dazu das nervige, angeblich zudem verbotene "Roger Piep" Pfeifen das sich nach jeder Gesprächsdurchsage kurz zuschaltete. Eigentlich war und ist dieses Pfeifen nur in AM eher noch im SSB also Einseitenbandübertragungsverfahren sinnvoll gewesen um den nun freien Kanal zum Gegensprechen akustisch erkennen zu können. Bei FM jedoch gab es ohnehin solange gesendet wurde den sichtbaren HF Träger.

Auch wenn ich selbst dieserlei Spielereien nicht hatte, so gebe ich zu das auch ich sie mir gerne leisten hätte wollen um sich damit herumzuspielen und um "Eindruck zu schinden".

Eindruck schindete auch er: Unterwegs damals mit einem braunen Talbot-SIMCA, es müsste ein Horizon gewesen sein und nebst der damals obligatorischen Autoradioantenne eben auch mehr als deutlich sichtbar mit der im Bogen am Auto befestigten CB Antenne unterwegs. Fast schon wie bei James Bond war so eine Äußerung Dritter zum Geschehen.

      

PA Funktion

Verboten soll auch die Funktion des Funkgeräts im Auto mit dem PA - also Durchsagelautsprecher gewesen sein. Die meisten japanisch/taiwanesischen CB Funkgeräte hatten so eine PA Schalteinrichtung. An einer rückseitigen 3,5mm Klinkenbuchse konnte z.B. unter der Motorhaube montiert so ein kleiner Druckkammerlautsprecher angeschlossen werden um sich an einer Kreuzung stehend bei den Passanten und/oder der Damenwelt wichtig machen zu können.

 

Sirtel Gamma Antennen, Lamba 1/4 Antennen und Lamda 5/8 Antennen waren oft gehörte Begriffe nebst dem CB Funkjargon der mitunter nicht immer 100% korrekt in seiner Bedeutung getroffen wurde. Sei es aus Unkenntnis, oder weil sich auch die Sprache bereits wie ein Dialekt weiterentwickelt hat.

Bild: Damals gut zu brauchendes Informationsblatt das auch CB Funkern die Bedeutung der Q-Funkercodes und zumindest ansatzweise sowas wie Funkdisziplin nahe brachte

 

Mehrmals negativ dazu äußerte sich mein Vater, wonach dieses "Kauderwelsch" seiner Meinung nach ohnehin nichts mit richtiger Funkerei, die zudem ausnahmlos in gutem Englisch zu führen sei, zu tun hätte.

Dies gerne in Kombination mit einer vermeintlich aufgestellten "Wirtschaftlichkeitsrechnung", gemäß der um diese rund öS 4.000,- Schilling damals "sehr sehr viel" am Festnetz telefoniert werden hätte können. Die Variablen wie Neugierde, Spaß und technisches Interesse kamen in seiner "Gleichung" leider nicht vor.

Auch hätte man am Telefon eher nicht beliebige einem unbekannte Personen aus dem Telefonbuch heraus einfach angerufen nur um mal so zu plaudern.

Fachliche Erklärungen, Vorschläge und die CB Nettikette fand sich u.a. in der damaligen Fachzeitschrift "Funk" sowie stellvertretend in diesem Büchlein:

  Fachzeitschrift FUNK am Beispiel des Heftes Heft 10, Oktober 1986 in dem u.a. die Zodiac P-2040 in einem Testbericht vorgestellt wurden 
Bild: Buchtitel "cb-Funkpraxis", von Rainer Gölz, Albrecht Philler Verlag, München 1978 Bild: Fachzeitschrift FUNK am Beispiel des Heftes Heft 10, Oktober 1986 in dem u.a. die Zodiac P-2040 in einem Testbericht vorgestellt wurden

Obiges Buch motivierte mich auch den darin beschriebenen "Dynamikkompressor" nach DK4IH für eine bessere Sprachverständlichkeit erfolgreich nachzubauen.

Weniger erfolgreich, aber dafür mit viel improvisation baute ich den ebenso dort beschriebenen HF Verstärker, zumeist mit vorgefundenen Ausschlachtteilen nach.

Das Beherrschen von 27 MHz (Skineffekt) sowie die geforderten Umschaltvorgänge für Senden/Empfangen nebst einem eigentlich nötigen leistungsfähigen 12 V Netzteil überforderten mich aber dann in den Details.

Bild: Unfertige Bastelarbeit jener Tage als ich einen CB Funk HF Verstärker selber (nach-) bauen wollte. Der Wille war stark - die damals vorhandenen praktischen Fertigkeiten wie Spulenfertigung, mechanische Stabilität und Leiterbahnenführung leider schwach....  

Die Schülervariante, wonach ich die Gerätschaft mit einem Akkupack (Bleigel Batterie) auf mein Fahrrad montieren wollte wurde forsch von meinem Vater untersagt. Dies im Hinblick auf die Gefahr von Stürzen und Beschädigungen aber auch des Risikos "sonstiger Verluste", wenngleich echte Kriminalität für Personen unseres Alters damals kaum ein wirkliches Thema in unserer Gegend war.

So brachte mir das Leben ein altes defektes Kaiser 12 Kanal Funkgerät welches ich über Herrn Schwarz, einem Bastler und Mentor versuchte repariert zu bekommen um eben solcherlei Experimente frei nach eigenem Ermessen durchführen zu können.

Leider blieb es beim Reparaturversuch. Es soll in der PLL Aufbereitung ein Fehler gewesen sein der zudem ohne richtiger Ausrüstung und Detailkenntnis wirtschaftlich überschaubar nicht repariert werden konnte. Zudem wären es eben nur 12 Kanäle und nicht 40 gewesen. 

Mit Beginn der Lehrzeit um 1986 verlor sich dann allmählich das Interesse an der Funkerei und nach und nach wurde die Ausrüstung abgebaut sowie später um 1992 herum verkauft.

Jedoch auch in der Lehrzeit kam das Thema mit der Anschaffung von zwei ZODIAC P-2040 alias "Schweizer Präzision" noch einmal zum Zug:

Da sich mein Lehrbetrieb auch mit dem damals noch vorherschenden terrestrischen Antennenbau beschäftigte, war es in der Zeit vor den "Handies" schwierig eine Verständigung mit in der Wohnung des Kunden arbeitenden Kollegen und denen am Dach arbeitenden zwecks Kabelzieharbeiten etc. herzustellen. So beschloss man in Verbindung eines besseren sprich umfangreicheren Auftrages diese Anschaffung zu tätigen.

Diese Geräte waren bis auf die Einschränkung des Akku Betriebes mit reduzierter etwa 2 W Sendeleistung und der eingebauten Teleskopantenne durchaus vollwertige CB Funkgeräte.

Für den Praxiseinsatz wurde anstelle dem Ausziehen der langen und dann empfindlichen Teleskopantenne eine "Gummiwurscht" sprich aufsteckbare flexible Gummiantenne mit eingebauter Verkürzungsspule verwendet.

1989 wollte ich es noch einmal richtig wissen wie es um die Funkerei steht und habe die Amateurfunk Lizenzprüfung abgelegt - ohne jedoch jemals aktiver Amateurfunker geworden zu sein - dazu war es scheinbar schon zu spät. Es blieb also bei CB Funk und SWL - Kurzwellenhören.

Fazit:

Als Resümee darf man sagen, dass die Funkerei Spaß gemacht hat - man viele neue nette Gesprächspartner aller Alterklassen fand und sich ein wenig mit der Technik beschäftigen konnte. Zumindest in dieser Form kennt das die Internet Generation nicht mehr..........

Heute würde ich den CB Funk aufgrund vieler bereits fremdsprachig belegter Kanäle wohl kaum bevorzugen. Für ernsthafte und verläßlichere Verbindungen auch im Hinblick auf Blackouts etc. bietet sich dann die "kleine" Amateurfunklizens an. 

Zum Uniden PC-404 noch soviel: So begeistert ich damals wie auch noch heute in der Erinnerung zum Gerät war und bin, so zeigte sich noch in meiner aktiven Zeit, dass der Kanalwahlschalter, vielleicht ein BCD Code Schalter schon bald aussetzer zeigte und man etwas feinfühlig damit spielen musste ehe er korrekt einrastern konnte.

Nicht ohne Grund, zudem entsprach es dem einstigen Zeitgeist, teilte mir auf die Frage was es denn neues gäbe die Verkäuferin oder war es gar die Geschäftsführerin von Speedy Funk gegen Ende meiner CB Zeit mit, das der Trend nunmehr in richtung Tastenwahlschalter anstatt Drehkanalschalter gehen wird.

Das Uniden - PAN International PC-50 Gerät, beworben u.a. in bereits angeführter Zeitschrift "Funk" im Jahre 1986 war dann wohl der Nachfolger vom PC-404.

Es dürfte ich nicht der einzige gewesen sein, der sich aus diesem Hobby still und leise verabschiedet hat. Ein Spezialfachgeschäft für dieserlei CB Ausrüstung hat nach und nach dichtgemacht bzw. sein Geschäftsfeld in zum Teil gänzlich andere Bereiche verlagert.

Heute, wo man so nebenbei bei Conrad Electronic wie auch im Internet dieserlei Ausrüstung beliebig in allen Preis und Qualitätsklassen bestellen kann ist dies auch kein Wunder.

  

Weitere QSL Karten von früheren Funkkollegen(-innen) finden Sie hier:  CB-FUNK SEITE 2

Auszugsweise verwendete Literatur & Quellennachweise:

  1. Österreichische Fachzeitschrift "Elektronik & Hobby, ITM Praktiker aus dem Jänner 1985
  2. Buch: "cb-Funkpraxis", von Rainer Gölz, Albrecht Philler Verlag, München 1978
  3. Fachzeitschrift FUNK am Beispiel des Heftes Heft 10, Oktober 1986 in dem u.a. die Zodiac P-2040 in einem Testbericht vorgestellt wurden.
  4. Technikarchiv Scheida, zu Speedy Funk etc.
  5. Gerätemodelle vorgestellt auf www.Radiomuseum.org
  6. Zeitgenossen und Technikmentoren die mein Leben begleitet haben
  7.  Freunde und Technikmentoren die mein Leben begleitet haben

 

© 11/2006 W. Scheida  - Letzte Aktualisierung: Samstag, 16. April 2022

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