
Bilder: Das umfassende Buch zu HENRY, sowie stellvertretend der
Gegründet wurde >"Henry", als Vertrieb technischer Erzeugnisse Kpt.
Heinrich & Co.< 1928 vom ehemaligen
k&k Korvettenkapitän der Reserve, respektive im Ruhestand, Herrn Oswald von Heinrich sowie
dem Kaufmann Herrn Ing.
Julius Weissenberger.
14.3.1941:
"HENRY" Heinrich & Co.,
Unternehmen für Elektrotechnik, Radio- & Kinotechnik
Henry-Radio Heinrich & Co.
Unternehmen für
Elektroakustik, Kino- u. Radiotechnik (Wortlaut 1950er Jahre).
Adressen:
Tätig war das Unternehmen in Wien 7,
Kirchengasse 19 und der Schottenfeldgasse 39.
Ein Zweigwerk befand
sich in Gmunden, Oberösterreich in der Satoristrasse 18.
Nachgewiesen
anhand von Briefpapier aus 1957 ist weiters die Danglstraße
6, Tel. 774.
Zuvor auch Gmunden, Schlagen 67 (Cumberland)
Andere
Schreibweisen lassen "HENRY" groß geschrieben sein.
Anmerkung:
Ebenfalls ein früherer Kapitän

Mit 27. September 1946 wurde der öffentliche Verwalter Karl Rieger enthoben.
Dieser Vorgang findet sich an damals so gut wie allen Unternehmen deren Besitzverhältnisse kriegsbedingt aber auch im Zusammenhang mit dem Holocaust unklar waren bzw. eine Beteiligung und Mitwirkung an der Kriegsproduktion im Raum stand die es noch zu "klären" galt.
Ein Thema war dabei u.a. ob deutsches Kapital eingesetzt worden ist.

Quelle: Neue Prokura Wiener Zeitung 9. November 1946
Hier allgemein umschrieben, da es dem Ableben zwangsweise folgen musste: Julius Weissenberger ist ausgeschieden.
Noch unbestätigt dürfte sein Sohn Wilhelm Weissenberger als Kaufmann die Position übernommen haben.
Weitere Gesamtprokuristen: Dipl. Ing. Max Wallenta und Ing. Fritz Andrusko.

Herr Oswald von Heinrich
findet sich bereits 1906 zu seinem Einsatz als Besatzungsmitglied der >SMS Tegetthoff< in einem Eintrag wieder.
Er wird als am 21. August 1886 in Temesvar
(damals Österreich-Ungarn, nachmals Rumänien) geborener hier als 20 Jähriger seinen Dienst
versehen haben.
Bild: Die SMS Tegetthoff war ein
Schlachtschiff der Tegetthoff-Klasse der k.u.k. Kriegsmarine.
[Wikipedia Gemeinfrei]

Bild:
Herr von Heinrich ist hier unter "Millitärisches" im Polaer
Tagblatt von 1906 zu finden
In [12] wird seine weltmännische Weitsicht als sturmerprobter Marineoffizier mit langjährigem Aufenthalt von 1910 bis 1913 in Ostasien einschließlich des Studiums der Mentalität der Völker angeführt.
In ebensolcher Weise soll er ein Torpedoboot durch alle Fährnisse des Ersten Weltkrieges geführt haben.
Unter "Belobende Anerkennung" führt die [Grazer Mittagszeitung, 3. Oktober 1919] aus, wonach der Linienschiffsleutnant O. Heinrich über seine Bitte vom Dienstposten des Heimwehrreferenten beim Landesbefehlshaberamte enthoben und bei dieser Gelegenheit für seine unter besonders schwierigen Verhältnissen geleisteten vorzüglichen Dienste den Dak und die belobende Anerkennung ausgesprochen bekam.
Nach dieser Zeit in der Ersten Republik er gemäß [Linzer Tagespost, 4. November 1921] unter "Militärische Titelverleihungen" vom Bundespräsidenten ...eines Korvettenkapitäns den Linienschiffsleutnants d.R. ernannt wurde.
Noch vorbehaltlich der erweiterten Prüfung hinsichtlich des Zusammenhanges fand eine Ziviltrauung am 27.7.1922 in Wien statt, zwischen Oswald Wilhelm Heinrich und Ronai-Horvath, geb. Kirchmayr Elisabeth Antoniella. Kirchmayr finden wir als Namen bei der 1946 verstorbenen Mutter wieder was mögliche Fragen zu Verwandtschaftsverhältnissen aufkommen läßt..
Doch auch Heinrich war vor Betrügereien nicht gefeit wie das [Neues Wiener Tagblatt, 8. Juni 1923] zu berichten wusste, wonach:
|
"Verhaftung eines Hochstaplers Aus Baden bei Wien, 7. d., wird uns gemeldet: Gestern hat die hiesige Polizei den 25 jährigen Kaufmann Otto Freudenthal aus Tarnopol (heute Ukraine, damals Öst.-Ungarn Galizien) verhaftet und dem Bezirksgerichte eingeliefert. Derselbe hat hier im Herzoghof gewohnt, ist nobel aufgetreten, ging mit einer Zechschuld von vier Millionen durch und verübte Betrügereien in der Höhe von mehr als 100 Millionen Kronen. Dem Korvettenkapitän Oswald Heinrich, Wien, 7. Bezirk, , Kirchengasse, wohnhaft, hat der Verhaftete als Vorschuß für ein angeblich gewinnbringendes Geschäft in Konstantinopel 339 Dollar herausgelockt." |
1923, gemäß [Wiener Zeitung, 7.September 1923] wurde die Firmenprotokollierung der
Kommanditgesellschaft Faklesch & Co, Weihburggasse 4,
Wien 1 mit
dem Eintritt des O. Heinrich als persönlich haftender
Gesellschafter angeführt. Zuvor war er dort als Prokurist
geführt. |

Die fachliche Kompetenz richtete sich auch an eine breitere Öffentlichkeit, zu dem Fachaufsätze dienten wie in [Radiowelt, Nr. 38, S.1197, 1929] abgedruckt.
Ein Thema was schon die Richtung zu vervollkommnender Audiotechnik vorgab zu dem sich die bereits gegründete Firma HENRY zuständig fühlte.
Mit anderen Worten hier elegant Werbung im Sinne einer Bewustseinsbildung zum Thema durchgeführt wurde.

Unter "Was gibt's neues im Aether?" wird Heinrich als zum Vorsitzenden des österreichischen Verbandes der Markenartikel-Industrie, Gruppe Radio gewählt [Radiowelt, Nr. 38, S.1223, 1932].
Ungeachtet seiner Tätigkeit für "Henry-Radio" war Oswald von Heinrich
demnach auch noch bei
der Deutschen Kriegsmarine im Führungsstab als Korvettenkapitän z.V.
(Zur Verwendung/zur Verfügung) von Okt. 1943 - 7. Dez. 1944 dem kommandierenden Admiral Adria
unterstellt.
Inwieweit es dabei wirklich auch zur Verwendung kam ist derzeit nicht
ersichtlich.
Innerfamiläres läßt sich aus einer Nachrufanzeige zur Frau Viktoria von
Heinrich, geb. v. Kirchmayr ableiten die am 14. Jänner 1946 verstorben
war.
Demnach waren zumindest 1946 noch vier (waren das alle?) Kinder am Leben.

Bild: Derzeit einzig bekanntes
öffentliches Foto von Oswald Heinrich geschätzt um 1936 (50 jährig)
Nachkriegszeit:

Bild: [Neue Zeit, 18. Jänner 1946]
In den Lokalnachrichten finden sich 1946 zu seinem 60er nette Worte:

Gmunden wusste vom 60. Geburtstag von Herrn Oswald von Heinrich zu berichten. (Beachte das konsequente Ignorieren des in Österreich geltenden Verbots jeglicher Nennung von Adelstiteln und Anreden von 1919)
Quelle: [Salzkammergut-Zeitung 25. August 1946]
Verstorben soll Oswald Heinrich im Jahre 1963 sein. Details sind noch zu recherchieren.
geboren 1884 in Karlsbad (Sudetenland, nachmals CSSR) bis +1945;
Achtung:
Zur Namensgleichheit mit dem hier NICHT gemeinten Dkfm. Julius Weissenberger, letzterer mit "Colombia" aus der Kaffeebranche stammend) war ebenso mit Prokura sowie als Kaufmann genannt.

Bild: Über das Ableben von Julius Weissenberger in Folge eines allierten
Luftangriffes am 20.2.1945 berichtete das Propagandamedium "[Völkischer
Beobachter]" in der damals gewählten Schreibweise vom 2. März 1945 aber auch
im lokalen Wiener Tagblatt.
Als Hinterbliebene wird Gattin Emmy
Weissenberger genannt.

Bild: Logo nachgewiesen mind. 1957
Verweilen wir noch kurz in der Zeit des "Anschlusses" ab 1938:

Der Körting AS 7340 Autoradio wird hier auszugsweise wie etwa auch der "Körting Tourist 38" noch als ziviles Gerät über die Körting-Generalvertretung für die "Ostmark" über "HENRY" vertrieben:
In Folge wurde ab September 1939 "Henry" zum kriegswichtigen Zulieferbetrieb.
Als damals zugewiesenes den wahren Herstellernamen verschleierndes Wehrmachtsherstellerkürzel diente "bu".
Was für technische Geräte konkret für die Wehrmacht hergestellt wurde ist noch zu prüfen. Vorläufig finden sich Hinweise auf das ohnehin auch zivile Kerngeschäft mit "Mikrophonen, Verstärkern und Lautsprechern".
Es folgte ein Inseraten "Stakatto" in den Zeitungen um an Arbeitskräfte zu gelangen. Dies zum Teil im direkten Wettbewerb von unweit ansässigen Firmen wie u.a. "Minerva" die ebenso für die Kriegsproduktion Personal benötigten hingegen die personelle Originalbesetzung vielfach an der Front dienten.
Hier wiederholt sich die Geschichte, wie wir sie auch von den anderen Radioherstellern und artverwandten Unternehmen her kennen.
Themen wie Materialmangel, Energieabschaltungen bzw. Stabilitätsprobleme, mitunter Demontagen durch die Besatzungsmächte sowie Kommunikationsdefizite zwischen den Zweigbetrieben die mitunter getrennt in den unterschiedlichen der vier damaligen Besatzungszonen lagen.
Hinzu kamen Transporteinschränkungen, Devisenbeschränkungen und mehr.
Beide Betriebe bzw. Firmenstandorte von "HENRY" waren jedoch jeweils der US-Amerikanischen Besatzungsmacht zugeordnet.
Das für den Betrieb in Gmunden erst ein Telefonanschluß gegen Ablöse eingerichtet werden musste wirkt ebenso etwas befremdlich bzw. bestätigt die Engpässe jener Zeit selbst für arbeitgebende Gewerbebetriebe.
Hier ein Auszug (!) der in den Nachkriegsmedien gefundenen Inseraten
In der Nachkriegsliteratur findet sich wiederholt "Henry-Radio" mit den Aktivitäten des Betriebsrates für den "Weltfrieden" sowie der Wahl der Belegschaft zur "Einheitsliste", genannt in den der österreichischen Kommunistischen Partei nahestehenden Zeitungen.
Inwieweit dies nur ein Nachkriegsereignis war das dieser Partei allgemein großen Zulauf brachte oder ein tatsächliches Stimmungsbild des Unternehmens wiedergibt muss noch getrennt betrachtet werden.
Etwas was wir nicht bzw. nicht mehr so kennen, das waren der auch in Teilen Österreichs, zumeist dem Gebirge mit seinen schwierigen Empfangsausbreitungen aber auch den Kriegsereignissen geschuldete Ausbau des "Drahtfunks".
Gemäß [Salzkammergut-Zeitung vom 30. Dezember 1948] war Herr Karl Milacher Ansager und Betriebsleiter des Gmundner Drahtfunks der nun eine neue erweiterte Anlage mit 1.500 Watt für die 1.144 Teilnehmer übernommen hatte. Diese war u.a. mit ehemaligen Wehrmachtsbeständen aufgebaut worden.
Bis dahin war eine Henry-Radio Anlage aus Gmunden Engelhof mit 180 Watt NF-Leistung im Einsatz.
Es dürfte sich folglich um einen NF Drahtfunk gehandelt haben der ein über Radiowellen hochfrequent ausgestrahltes Radioprogramm übernommen und um Lokalthemen erweitert hatte.
Im Dezember 1949 ist im Linzer Volksblatt von 37 km Drahtlänge die Rede. Sowie von einer Erhöhung von monatlich bisher 3,- auf nun 4,50 Schilling.
Gemäß der Website "Gmundens-Schätze" war das Haus Marktplatz 16, früher Oberer Stadtplatz 27 die Adresse des Drahtfunkbetreibers.
"... nach dem Zweiten Weltkrieg (befand sich) darin auch das Elektro- und Installationsgeschäft Otto Preinerstorfer; von dort aus hat dieser auch den „Gmundner Drahtfunk“ ausgestrahlt; den Installationsbetrieb hat dann Herr Attwenger weitergeführt;"
1952 wurde dieser Drahtfunk auch vom Arbeitsamt Gmunden als menschliche Serviceleistung für die Wartenden Arbeitslosen übernommen der vom Studio Linz von der (US) Sendergruppe Rot-Weiß-Rot übernommen worden war.
Wobei deren Stellenangebote besonderes Interesse hervor brachten. Weiters gehörten eine "Lesetasche" sowie Lokalnachrichten zum beliebten Programm. [Linzer Volksblatt, 29 Februar 1952].
1955 war noch von einem zeitweisen "Umschalten" vom ersten auf das zweite (dann schon ORF) Programm anlässlich des dort übertragenen und beliebten "Schulfunks" die Rede [Salzkammergut Zeitung, 15. Dezember 1955].
Darüber inwieweit auch noch nach 1955, also mit dem ORF Monopol dieser Dienst weitergeführt werden konnte wäre getrennt zu forschen.
Lokalpatriotismus findet sich auch in der Nennung, wonach Henry-Radio eine Lautsprecheranlage zur Premiere des Motorradbergrennens am Gmundenerberg OÖ zur Verfügung stellte. [Salzkammergut-Zeitung vom 13.Juli 1950].
Sehen Sie hier einen Beitrag des Autors zu Ing. Alfred Prenner, einer überregionalen Größe in Niederöstererich mit einem ähnlichen Engagement.
Als normale Werbeberichterstattung geht es dann weiter mit den Henry-Radio Kino Tonfilmanlagen wie sie etwa im St. Pöltner Bote vom 3. Mai 1951 beschrieben wird.
Passend um den italienischen Filmklassiker "Bitterer Reis" aufwühlend Uraufzuführen.
Selbst Theaterstücke wie "Wilhelm Tell" auf der Friesacher Burghofbühne, kamen in der medialen Beschreibung nicht ohne der Nennung der "Wiener Firma Henry Radio" aus. [Die neue Zeit, 8. März 1953]. Mit 31. Mai erfolgte gar die "verdient besondere Hervorhebung" als Teil der technischen Verbesserungen die zudem einen wesentlichen Teil des vorjährigen Reingewinns "verschlungen haben".
1954 die Erwähnung einer von Henry-Radio zur Verfügung gestellten Lautsprecheranlage in [Bote aus Mistelbach, 16. Oktober 1954]
Die [Oststeirische Zeitung, vom 23. Oktober 1954] wiederum wusste "Neues vom Kino St. Peter-Freienstein" zu berichten, wonach für die erstklassige Tonfilmwiedergabe, eine Apparatur von der Firma Henry Radio Wien mit drei Lautsprecheranschlüßen geliefert wurde.
Zu den Tonverstärkern passen zwei Anekdoten aus meiner kindlich- bzw. jugendlichen Erinnerung die ich zum Teil auch bereits in meinen Ausführungen zum Thema "Radio- und Fernsehtechnikerlehrling in den 1980er Jahren in Wien" geschildert hatte:
Der Berufschullehrer Herr Niklas-M. erklärte uns die Sache mit dem Magnetismus. Dies an dem Ort in der Berufschule Mollardgasse Wien 6, der einmal pro Woche für uns eine "Auszeit" vom Arbeitsalltag in den jeweiligen Betrieben bedeutete.
Das "HENRY" ist dabei die Einheit der Induktivität sowie des magnetischen Leitwertes und ist nach dem amerikanischen Physiker Joseph HENRY benannt.
Damit wir es uns merken rief er mit erhobener Stimmlage aus: "HENRY, die neue Küchenrolle von Feh", gemäß einem bekannten Werbeslogan für eine gleichnamige Küchenpapierrolle die in jenen Tagen intensiv beworben wurde.
Der "HENRY", von dem ich hier spreche war aber wie ich erst später erfahren sollte der Kapitän "HENRY", der die Firma "HENRY", Oswald Heinrich & Co.; Wien 7, Schottenfeldgasse 39 mitbegründen sollte....
Und letztlich wieder "Kapitän" am Steuerrad nun eines Unternehmens das sich von etwa 1928 bis 1964 sehr erfolgreich mit Elektroakustik befasste.
Davon belegen auch unzählige HENRY Lautsprecher wie sie ebenso in den Radios anderer österreichischer Hersteller allen voran der Nachkriegszeit verbaut worden sind.
Gab es doch um 1985 das "PHILIPS Entertainment Center" wahlweise mit Single oder Doppel Kassettendeck zu kaufen.
Ein tragbarer Kasten, der im Wesentlichen alles integriert hat, um sofort als Unterhalter, Sprecher oder was auch immer auf der Audioebene tätig zu sein.
Für einen Kunden, der letztlich das Gerät nie kaufte und abholte, bestellte noch vor meiner Zeit der Chef so ein Gerät, das unbrauchbar für andere Verwendungsmöglichkeiten im Geschäft monatelang von einer Ecke in die andere gestellt wurde.

Bilder: Philips Sound-Mixer-Booster D6550 Cassette Recorder sowie der Amplifier Henry Röhrenverstärker.
Der Ladenhüter der letztlich seinen neuen Platz im Keller einer älteren Gesangskünstlerin gefunden hatte.
Der PHILIPS Sound-Mixer-Booster D6550 Cassette Recorder Amplifier [© PHILIPS Katalog 1985 by Hifi-Archiv.info].
Abbild der Röhrenverstärkerbauart wie wir sie zur Reparatur übernahmen.
Ein Wasserschaden soll einen schon damals wirklich alten HENRY Röhren Mono Verstärker außer Betrieb gesetzt haben.
Eine schon ältere Dame hatte für ihre Gesangsauftritte stets das Ensemble mit dem besagten HENRY Verstärker, einer externen Lautsprecherbox sowie einem Handmikrofon, möglicherweise noch samt metallenem schweren Mikrofongalgen mit sich für Musikabende unter ebenso schon älteren Freunden herumgeführt.
Wir, das heißt ein Geselle reparierte den HENRY Verstärker in der Werkstatt. Es soll sich um eine “Kleinigkeit” gehandelt haben und mit dem Chef lieferte ich ihn wieder aus.
“Warum sie denn noch mit sowas herumhantiert?" fragte sinngemäß der Chef, worauf die Dame etwas erstaunt fragte "ja gibt es denn was anderes?"
Das gab es, womit wir beim ungleich gewichtsmäßig leichteren wie auch in der Anwendung einfacheren "PHILIPS Entertainment Center" waren, dass der Chef sie bei einem rasch darauf durchgeführten Folgebesuch probieren ließ.
Auf meine zugegebenermaßen etwas sarkastische Frage an den Chef ob sie den eine bekannte Sängerin gewesen sei, meinte dieser “offensichtlich nicht.”
Die Reparaturkosten für den HENRY wurden ihr dann in meiner Erinnerung angerechnet.
Nichts mit obigen Henrys zu tun hatte Herr Henry E., unweit zudem vis-a-vis gelegen unserer Wohnung mit seiner Frau lebend, der bei einem Besuch etwa anfang der 1980er Jahre einerseits von seinen früheren Basteltätigkeiten in Sachen Radios andeutungsweise berichtete, was aber schon jahrzehntelang zurück lag wie er ausführte.
So gelangte aber ein leider defekter Mono-Radio-Cassettenrekorder den er aus einem Wohnzimmerkastenfach hervorzauberte, zufällig ein baugleicher wie ich ihn selbst bereits besaß in meine temporäre Gerätesammlung mit der Motivation ihn wieder zu reparieren.
In Ermangelung von jeglicher Fachkenntnis, geschweige denn von Werkzeug oder gar Ersatzteilen ging das Gerät letztlich den irdischen Laufbahn des Zerlegens in meiner damals noch jungen Bastlerhand. Dabei war es sicher nur eine Kleinigkeit....
Ein in die Familie eingeheirateter aus dem Sudetenland stammender schon etwas älterer Witwer fragte mich zu der Leistung meines damals zur Oma mitgebrachten CB-Funkgerätes was nominal postialisch auf 4 Watt HF Leistung begrenzt war.
Spöttisch, scheinbar HF Funk-Leistung mit NF Leistung nicht auseinanderhaltend führte er aus wonach "sie", wer auch immer das war, schon in den 1930er Jahren wohl noch in der "alten Heimat Karlsbad" selbst NF Kraftverstärker eben für Beschallungsanlagen für politische Kundgebungen gebaut hätten. Selbst die Übertrager seien selbst gewickelt worden.
Das diese Art Anlagen aller Hersteller wie auch Selbstgebaute Gerätschaft politischen Strömungen jeglichen Colours stets dienlich waren steht auf einem anderen Blatt.

Nicht alle, jedoch sehr viele dieser "Vintage" Ausrüstungen sind auch heute bei den Sammlern noch bzw. wieder sehr begehrt.
Der Wettbewerb wie Siemens-WSW, Philips, AKG sowie zunehmend auch importierte Hersteller wie Neumann und Sennheiser kämpften um diesen durchaus lukrativen Markt.
Im Rahmen einer Schulung um 1994 äußerte sich ein sehr unterhaltsamer schon älterer Kollege alias ein Philips "Urgestein" über seine Zeit als Lehrling in den 1950er Jahren sinngemäß wie folgt:
"Wir hatten einst bei der Anlagenerrichtung bei Fatty George (einem Wiener Jazzkünstler; vermutlich im Rahmen einer seiner Wiener Jazz Klub Eröffnungen 1955 oder 1958) eine ganze Woche Zeit um uns mit den (Philips) Mikrofonen und deren Richtwirkung und Charakteristiken eingehend zu spielen. Unser geringer Lehrlingslohn (Lehrlingsentschädigung) lag in keiner Relation zu den hohen Preisen der technischen Ausrüstung. Heute undenkbar..."
Auszug von HENRY Ausstellungen:
29.10.1951-29.10.1951 “Henry Radio.” In der Ausstellung “100 Jahre Aufstieg einer Klasse.” Veranstalter: Heinrich & Co., Schottenfeldgasse 39.
Eröffnung: 29.10.1951, 17.00. Vorführung einer automatisch gesteuerten Tonbandanlage für Museen und Ausstellungen (Führungen von Raum zu Raum).
Es ist naheliegend das ein Unternehmen tätig auf einem Spezialgebiet dies auch mit Patentanmeldungen unterstreicht.
Auszugsweise (!) sind hier einige angeführt:
Diese Aufstellung kann nur einen groben Einblick geben. Es sind mit April 2023 rund 77 "Henry" Modelle bei RM.org gelistet die bei weitem sicher nicht alle Modelle sein dürften.

Bild: HENRY Werbung zu HFP & HDV Rundfunkentstörzubehör aus [Jahrgang 10, April 1933, S.185]. Hier mehr zum Thema der Rundfunkentstörung.
Das Unternehmen beschäftigte sich neben den Kernsegmenten mit

Viele Modelle sind auch "lediglich" Abwandlungen und Modifikationen von Hauptmodellen.
Hinzu kamen die

| Bild | Zeitraum | Preis in öS | Lautsprecher Modellbezeichnung | Mikrofone | Verstärker |
| 1938 | Lautsprecher Henry-Radio HL 411 | ||||
| Juni 1953 | Insprech 2 Torsprechanlage | ||||
| Juni 1953 | 3300 | Insprech 3 Wechselsprechanlage | |||
| Juni 1953 | 810 | Überlagerungs-Vorschaltempfänger | |||
| Juni 1953 | 360 | Audion-Vorschaltempfänger | |||
| Juni 1953 | 175 | HEU Eingangs-Umschaltgerät | |||
| Juni 1953 | 1080 | HSR800 Spannungsregler | |||
| HL 411 P | |||||
| Juni 1953 | HK3 Lautsprecher | ||||
| Juni 1953 | HK6 Lautsprecher | ||||
![]() |
Juni 1953 | HK7 Amatis Lautsprecher | |||
| Juni 1953 | HK8 Amatis Lautsprecher | ||||
| Juni 1953 | 1120 | Fortin-V Kurztrichter | |||
| Juni 1953 | 1420 | Impera-V | |||
| Juni 1953 | 2180 | Magnos-V | |||
| Normus | |||||
![]() |
1956 | 178 | Henry Tonrolle * | ||
| HDL 125/400 Druckkammer-Hornlautsprecher | HV 12 R, EL84 | ||||
| Juni 1953 | 1470 | HSTV 11 Steuerverstärker, Fremdspeisung | |||
| Juni 1953 | 3380 | HSTV 21 Steuerverstärker | |||
| Juni 1953 | 2030 | HV 102, 10 Watt | |||
| Juni 1953 | 2290 | HV 102M, Mikrof. Trafo | |||
| Juni 1953 | 2580 | HV 203, 20 Watt | |||
| Juni 1953 | 2810 | HV 203F 20 Watt, Fotozel. | |||
| Juni 1953 | 2840 | HV 203 M | |||
| Juni 1953 | 2670 | HV 203 V m. Vorheizung | |||
| Juni 1953 | 2730 | HV 203 B, Batterieb. | |||
| HV 251 | |||||
| Juni 1953 | 4080 | HV 254, 25W nur Trioden | |||
| HV 301V Transistor Verstärker (Auto Einbau) | |||||
| HV 1201, 8 Röhren | |||||
| HV 1202, 8 Röhren | |||||
| HAEV 110, 12-24V | |||||
| HMC 3875 Nieren Mikrophon | |||||
| HSTV 18A | |||||
| Dyn-Alpha 1 2568 | |||||
| HMC56 Dynamisches Nieren-Mikrofon | |||||
| HMN Nahbesprechungs-Mikrofon | |||||
| HMR Mikro f Reportagezwecke | |||||
| 1963 | HM30 Dyn. Mikrophon |

Bild: Werbeblatt zu den HENRY Amatis Lautsprechern mit Schillingpreis, jedoch mit Berliner Händlerstempel
Hinzu kamen zu den Lautsprechern auch die passenden Übertrager.
HENRY Übertrager Typ 3001

Wir blenden zurück in eine Zeit, in der Radios bei weitem noch nicht in der uns geläufigen Stückzahl je Haushalt vorhanden waren, sei es aus finanziellen Gründen aber auch aus Platzgründen in kleinen Wohnungen oder auch weil keine Steckdose vorhanden war wo man ein Gerät anschließen hätte können.
Ich selbst kam einst an eine solche Wohnung (Teilweise) in der noch die Utensilien der verstorbenen Vormieter darin befindlich waren.
Es handelte sich um eine im "alten Wien" sehr geläufige reine Küche-Zimmer Wohnung mit knapp 30m² in einem Mittelzinshaus-Gründerzeithaus, gebaut vor 1945.
Das Wohnzimmer war dabei durch eine dicke Kaminschachtwand mit einer verglasten Holztüre von der Küche getrennt. Und über diesem Hohlraum über dem Türstock war die besagte "HENRY Tonrolle" integriert:
Im Wohnzimmer dürfte deren Röhrenradio gestanden haben und die "Hausfrau" konnte per Schnurschalter diesen Lautsprecher von der Küche aus dazuschalten.

Bild: Werbeschaltung zur HENRY Tonrolle in der Radioschau Heft 3/1956
Es bedurfte folglich keines zweiten Radios zu deren Zeit. Denkbar wäre so ein Einsatz auch mit einem Fernseher um während des Kochens das Geschehen wenigstens auf der Audio Ebene mitzuverfolgen.
Ich hatte dafür wie auch für vieles andere übernommene keinen Bedarf und diese Gegenstände kamen nach und nach im Zuge der Wohnungsrenovierung weg.
Ein wenig war dies für mich das was man heute "Urban Exploring" bezeichnen könnte. Es gelang dabei die (bescheidenen) Lebensverhältnisse gedanklich nachzubilden, was man aber nachvollziehbarer Weise selbst nicht mehr adaptieren wollte.
Ebenso in dieser Zeit kam erstes Hi-Fi, vorerst noch in Mono Technik gehalten auch in unserem Land langsam auf.
Betuchte Kundschaft die sich dies selbst unter den Christbaum stellen konnte durfte aus dem Angebot auch von HENRY wählen wie diese etwa 1955 veröffentlichte Announce zeigt:
(Kein weiterer Nachtrag mehr auf RM.org ab 12/09!)
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Die Eumig Eumigette 382W - Ein Radio als Beitrag zum Wirtschaftswunder |
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Der PHILIPS LC2000 Videoprojektor und frühere professionelle Videoprojektionstechnik |
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All meine frühere Unterhaltungselektronik |
zu www.scheida.at/scheida/televisionen.htm gehörend
Updated: 28.07.26