
Bild: Ansichten und Einsichten zum Bronzavia SARAM 3-10 Flugfunkempfänger
Wie schon öfter, gab es beim Radioflohmarkt in Breitenfurt bei Wien im Frühjahr 2026 Radioflohmarkt wieder das eine oder andere mir bisher unbekannte oder zumindest seltene Stück zu besichtigen.
Eines betraf einen Stand, der mit gleich drei kommerziell/militärischer Funkausrüstungen, letztlich als Französisch, Italienisch und Sowjetisch identifiziert zum günstigen Kennenlern-Kurs meine Aufmerksamkeit anzog.
Ein Bronzavia SAREM Empfänger für 19 bis 2.170 m mit den Maßen HxBxT 225 x 227 x 238 mm und einer Gewichtsklasse von 6,75 kg, zuerst unbekannterweise etwa Französisch oder Schweizer Herkunft zugeordnet, jedoch mit augenscheinlich originaler Beschriftung in Deutsch versehen.
Bild: Typenschild des Herstellerunternehmens unter SARAM Lizens sowie den Abnahmestempeln was uns an ähnliche Vorgangsweisen in Deutschland jener Zeit erinnert.
Die Bedienung wirkte einfach gehalten:
Eine Frequenzabstimmung bei der ein 360° Uhrenzeiger neben der Skala mitwandert. Wie sich später herausstellt, ermöglicht das Herausziehen des Abstimmknopfes eine Feinabstimmung.
Eine "Lautstärkeregelung"
sowie Bandwahl.
Ein Umschalter für A3 AM Sprachkommunikation und einem A1 Tonlos bzw. A2 Überlagererton für Morsezeichen.
Die massive Bauart, wie sich herausstellt aus Duraluminium erinnerte an die Funkausrüstung der Deutschen Luftwaffe, die etwas klobig wirkenden Bedienelemente die wohl "Handschuhtauglich" ausgestaltet waren sprachen ebenso für einen Einsatz im Schiffs, Flug oder dem rauhen Landverkehrswesen.
Eine 11 polige Mehrfachanschlußbuchse wird die Stromversorgung wie auch Signalweiterleitung sicherstellen.
Von oben geöffnet sah man eine Batterie an vier augenscheinlich älteren Röhrentypen mit Gitteranschlußkappe oben. Ein Abdeckdeckel fehlte da schon.
Nichts genaues weiß man nicht was sich mit den Recherchen zu diesem Beitrag jedoch erwartungsgemäß ändern soll.
Spoiler:
Der Block erwies sich als ein französischer Empfangsgeräteeinschub für den Flugfunk, in Serie gefertigt ab 1938 also noch vor dem zweiten Weltkrieg, insbesondere noch vor dem 1940er Frankreichfeldzug.
Dabei handelt es sich um einen Hersteller, einer Marke und Gerätefamilie die naheliegenderweise in französischen Fachportalen bereits mehrfach dokumentiert wurde.
Bild: Systembeschaltung. Physisch vorhanden ist leider nur der HF Empfängerblock (rot) ohne jeglicher Periphärie. [Aus Anleitung Luftwaffe, cdvandt.org]
Als Bestandteil der SARAM-Flugfunkanlage 3-10 war es für die Sicherstellung bilateraler Fernverbindungen im Kurzwellen- und Langwellenbereich (192 kHz bis 15.800 kHz) mit einer Sendeleistung bis 90 Watt und einer Reichweite je nach Frequenzbereich und Modulationsart zwischen 300 und 1.000 km vorgesehen und für mehrsitzige Bomber-, Aufklärungs- oder Jagdkommandoflugzeuge (Franz. Flugmuster BLOCH 131 … 210) bestimmt.
Der Vergleich tut sich naheliegenderweise auf zum FUG III sowie FUG 10 System von Lorenz für die Deutsche Luftwaffe die in Details wie der automatischen Antennenabstimmung und anderem technisch mehr Komfort bot.
In Sachen Entwicklungsstand mag es eher noch der FUG III Konzeption entsprochen haben.
Dieses Material, das 1938 kurz vor dem Frankreichfeldzug im Krieg von 1940 in Dienst gestellt wurde, wies Besonderheiten und Leistungsmerkmale auf, die es mit den Produkten anderer Hersteller im Allgemeinen aufnehmen ließen.
Wie auch bei anderen Produkten ließ die Deutsche Besatzungsmacht die Geräte weiterproduzieren und gab 1942 wie bei "Beutewaffen" und anderer Ausrüstung üblich ein dann in Deutsch gehaltenes Schriftgut für den Dienstgebrauch heraus.
Was bedeutet, dass es von dieser Type wohl ausreichend viele "Beutestücke" gab die in das Deutsche Kommunikationssystem übernommen wurden.
Und andererseits, man sich in den Fachabteilungen intensiv mit der Materie des "besiegten Feindes" befasst hatte.
Diese ist so umfangreich, das ich sie den ebenso bekannten Französischen Schriften, bezogen auf die Schaltungszeichnungen, bevorzuge.
Von Kriegsbeginn an ließ die französische Luftwaffe die Produktion fortsetzen um ihre Luftstreitkräfte (ab der Befreiung 1944) bis 1946 auszurüsten, und der SARAM 3-10 wurde nach einer Änderung der Beschriftungen (Anbringen von Schildern) in deutscher Sprache von der Wehrmacht 1940 bis 1944 weiterverwendet.
Als Verwendung war in erster Linie der Bodeneinsatz als Ersatz für Deutsche Ausrüstung gedacht, sowie als Ausrüstung in okkupierten französischen Übungsflugzeugen.
Bezogen auf den Empfänger bietet dieser KEINE Rastmöglichkeit, also keine voreingestellte Arbeitsfrequenzen sondern nur eine manuelle Abstimmung wie von Rundfunkgeräten bekannt.
Sender SARAM 3-10
Antennenabstimmgerät SARAM 3-10
Empfänger SARAM 3-10 (HF Teil)
Empfänger SARAM 3-10 (ZF/NF Teil)
Funkerschaltkasten SARAM 3-10
Bedienungsgerät SARAM 3-10
Modulationsverstärker SARAM 3-10
SenderumformerSARAM 3-10
Empfängerumformer SARAM 3-10
für den Flugzeugeinsatz kommt noch ein Generatorschaltkasten hinzu.
Bei Verwendung als ortsfester Sender wurde üblicherweise die Sendegerätschaft und die Empfangsstelle baulich getrennt aufgestellt.
Als Gesamtleistungsaufnahme werden 660 Watt bei 26,5 Volt Versorgungsspannung genannt.
Exkurs:
Sogenannte Urbexer erforschen an der französischen Atlantikküste viele noch erhaltene Bunkeranlagen aus jener Zeit, deren zum Teil erhalten gebliebenen Verkabelungsreste einem diese Art von Funkanlagen in der Vorstellung dort eingesetzt sehen läßt.
Das folgende Schema zeigt die Anordnung der verschiedenen Komponenten, aus denen die Sende- und Empfangsanlage SARAM 3-10 besteht.
Da der verfügbare Platz im Flugzeug sehr begrenzt ist, wurde die Sende- und Empfangseinheit in mehrere Elemente unterteilt, die durch geschirmte Leitungen miteinander verbunden sind um nur jeden verfügbaren Platz zu nutzen.
Die 24 Volt Stromversorgung wird über das Bordnetz des Flugzeugs gewährleistet.
Das Prinzip eines Montagerahmens in dem, nicht zuletzt für Servicezwecke und zum raschen baugleichen Austausch von defekten Baugruppen die Funktionsblöcke angeordnet waren und in wenigen Minuten bei der Bodenwartung austauschbar waren finden sich auch hier.
Bekannte Fotos vom Innenraum einer echten JU 52 „Made in
Germany“ und von einer AAC-1, die mit dem SARAM 3 11 ausgestattet ist, wie
unsere
BLOCH 216, zeigen, dass diese Ausrüstungen nichts miteinander zu tun
haben.
So ordentlich und platzsparend die Originalausrüstung von
FuG auch war und so leistungsfähig sie auch war, so überladen wirkt die
französische Ausrüstung von Bronzavia-SARAM und nahm die gesamte Trennwand ein.
SARAM steht als Abkürzung für „Société d’Applications Radioélectriques à l’Aéronautique et à la Marine“ (Gesellschaft für Funkanwendungen in der Luftfahrt und Marine),
Es war ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen das 1936 von Herrn Merles gegründet wurde.
Das Unternehmen spezialisierte sich auf die Entwicklung von Funkausrüstung für den Einsatz an Bord von Flugzeugen und Schiffen.
Merles wurde am 4. Januar 1905 in Ambert (Puy de Dôme, Frankreich) geboren und studierte an der École supérieure d'Électricité.
Er arbeitete in der französischen Armee als Telegrafieingenieur (1930–1934) und anschließend bei der Firma Bronzavia (1934–1936).
Das Unternehmen Bronzavia selbst wurde dann für die eigentliche Herstellung und Fertigung seiner Produkte als Lizensnehmer genutzt.
Vergleiche die Zusammenarbeit mit der Siemens - Hell, oder Baumusterfertigung nach Lorenz usw.
[Textteil auszugsweise frei entnommen gemäß Cryptomuseum.com]
Die umfangreiche Webseite [cvandt.org] liefert auch hier gleich prominent die Deutsche Anleitung der Deutschen Luftnachrichtentruppe mit der Gerätebeschreibung zum "Das Netzanschlußgerät SARAM 3-10/0-12" vom November 1941 was uns damit die zeitliche Einordnung eines noch in Frankreich entwickelten und gebauten Geräts, nun unter deutscher Besatzung weiterverwendet ermöglicht.
Noch tiefer in in die Materie des GESAMTSYSTEMS SARAM 3-10 geht die
Ausbildungsvorschrift LDv 702/1, Heft 287 der Luftnachrichtentruppe [Siehe Webpage von cdvandt.org, Stand April 2026] aus dem Jänner 1942 die ich hier aber nur AUSZUGSWEISE hinsichtlich der Funktion des Empfängers zitieren möchte.
[Aus Anleitung Luftwaffe, cvandt.org]
Als Versorgungsspannung werden dem Empfänger-Netzanschlußgerät von der Hauptverteilung 115 V Netzspannung (wie in Frankreich einst üblich) sowie 24 V Bordspannung zugeführt.
Daraus werden über den Stecker "10" 24 Volt Gleichspannung sowie 300V Gleichspannung dem Empfängereinschub bereitgestellt um ihn auch in der Werkstatt sowie in einem stationären Einsatz z.B. der Bodenzentrale des Flugplatzes betreiben zu können.
Weiters liefert der Empfänger einen Schaltkontakt an ein Relais für die Aktivierung des Netzanschlußgerätes.
Im Flugbetrieb wurde dies durch 400Hz, hier gar 1.000Hz Motor-Generatorumformereinheiten aus der 24V Bordspannung erzeugt.
[Aus Anleitung Luftwaffe, cdvandt.org]
Einfachsuper mit regelbarerr HF Verstärkung für AM Empfang,
7 Bänder:
wobei die Bänder an der Skala in kHz angegeben sind.
Zu erkennen sind vier Röhren für die Funktionen:
Wobei es sich hierbei um französische Nachbauten amerikanischer 6,3V Stahlröhren mit 300mA Heizstrom mit Oktalsockel der Serie von 1935 handelt.
[Aus Anleitung Luftwaffe, cdvandt.org]
Bezogen auf die Abstimmgenauigkeit wird, ob kriegsbedingt im Sinne einer "Sabotage" seitens des okopierten Frankreichs oder ob tatsächlich die technische Konzeption nicht mehr hergab, auf die "Unzulänglichkeiten... durch die französischen Lieferwerke..." hingewiesen.
Deshalb "... ist die Eichung der Empfängerskalen ungenau" und bedarf einer Suche der Frequenz links oder rechts der Skaleneinteilung. Die Wiederkehrgenauigkeit jedoch ist davon nicht betroffen.
Letzteres würde auch wundern, da die Mechanik solide und kraftschlüssig wirkt.
Bild: Die Umschaltung zwischen Grob- und Feinabstimmung per einschwenkendem Zahnrad (Eingerastet)
Bild: Die Umschaltung zwischen Grob- und Feinabstimmung per einschwenkendem Zahnrad (Ausgeschwenkt)
Bild: Die nicht verwendete Lampenfassung
Obig am Gehäuse befindet sich die 4 mm Antenneneingangsbuchse.
Mit 24V werden bezogen auf die Verwendung am 24V Bordnetz die vier Röhren in Serie bei 300mA geheizt. 300V beträgt die zuzuführende Anodenspannung.
Bild: Einblick von oben auf den gesamten Aufbau mit vierfach Drehkondensator und der mechanischen Abstimmung
Zwei Eingangssperrkreise sowie zwei (!) abgestimmte HF Verstärkerstufen VOR der Mischung sind eine Ansage.
Was meines Erachtens nicht ganz korrekt ins Deutsche übersetzt wurde, das ist die Formulierung "Lautstärke", da dies eher die HF Eingangsverstärkungsregelung alias "Empfindlichkeit" am HF Block betrifft.
Zwei mechanisch verkoppelte Potentiometer R19/R20 (je 50 kOhm), regeln elektrisch getrennt die Gittervorpannung an der ersten HF Verstärkerstufe sowie an der zweiten HF Verstärkerstufe.
An Letzterer ist über einen Anschluß des 11 poligen Mehrfachsteckers der ZF/NF Empfängerblock verbunden der ebenso Bestandteil dieser Regelung ist.
Gleichfalls eine Remotefunktion weist der Betriebsartenwahlschalter A3/A1-A2 auf, dessen Schaltkontakte nur weiterführend an den ZF/NF Block verschaltet sind.
Ebenso ist vom Bandwahlschalter ein Kontaktpaar nur an den ZF/NF Block zwecks Auswahl des richtigen ZF Frequenz Eingangsspulensatzes verschaltet.
Am 11 poligen Steckerfeld, wofür ich naheliegernderweise kein originales Gegenstück besitze sind
Pin
0 = Masse für die Abschirmung
1 & 2 = Symetrisch und potentialfrei der ZF Ausgang
+HE & -HE für die 24V Röhrenheizung stehen
+300V
- Masse der Anodenspannung. Quellenseitig mit -HE der Röhrenheizung verschaltet.
Weiters sind eben die Gitterspannungsregelung, die A1 Betriebswahlschaltung, sowie 2x die ZF Kreiswahl beschalten.
"Ausgeliefert" wird niederohmig symmetrisch eben nur die ZF die an den nächsten Baustein gelangt.
Das Gerät ist vorsichtig formuliert mechanisch etwas kompex aufgebaut.
Zwar hat es mit einfachen, hier größtenteils bereits erneuerten 2,5mm Schrauben zu entfernende Abdeckstreifen die, und hierfür wird eine Abgleichanleitung und ein Verortungsplan von nöten sein, eine Abstimmung/Abgleich von Außen sowie den Röhrenwechsel ermöglicht.
Bild: Abgenommene Blechplatten geben Zugriff zu den Abgleichspulen bzw. Trimmkondensatoren.
Reparaturen und ein Bauteiltausch darüber hinausgehend jedoch ein umfangreich mit unzähligen Schrauben öffnen des Gerätes und ein Befreien von seiner Alu Hülle erfordert.
Bild: Ein Zeugnis des hohen Verschleißes an der Front? Mechanische Deformierungen am Gehäuse im Bereich der Röhrenfassung.
Sodann finden sich aufgeplatzte Papierkondensatoren sowie auch eine bereits gebrochene Abgleichspule.
Weiters eine Skalenlampenfassung ohne Lämpchen. Möglich das dieses nie bestückt war. Sie ist auch in keinem Schaltplan angeführt.
Im Gerät war also schon jemand neuzeitlich dran, was man schon außen anhand neuer 2,5mm Schrauben erkennen konnte.
An Bauteilherstellern finden sich u.a.
Widerstände von SICOHM
Es sind MAZDA Röhren mit Alumetallgehäuse eingesetzt. Die Röhrenstempel soweit lesbar deuten jedoch auf spätere Jahre denn 1938.
Eine Ersatzröhre im Jahr 2000 geprüft kündet das ihrige. Die Kontrollmessungen am ROETEST bescheinigen allen 6K8 Typen über 100% Emission.
Anders jedoch die 6A8MG der man schon äußerlich einen "harten Kampfeinsatz an der Westfront" zugebilligt hätte. MG interpretiere ich als Metall-Glas, wobei hier das Metall anders als die US Stahlröhren das weichere und leichtere Aluminium ist.
Geknickter Eindruck: "Leistung war einst versprochen - wurde aber gebrochen"
Was derjenige mit dem Gerät gemacht hat bleibt im Unklaren. Ob er gar die gesamte Station besessen hat?
Wie auch immer. Außen wie innen finden sich wohl originale Markierungen und Prüfbestätigungen aus der Fertigung wie wir es bei kommerziellen Rundfunkgeräten auch von Prüfanhängern her kennen.
Die Spannungsversorgung für einen Probebetrieb wäre noch machbar.
Das ROETEST kann mittels Buchsenadaptereinschub hier als weitgehend frei einstellbare Spannungsquelle für die 300V und 24V dienen.
Den Aufwand eines ZF Verstärkers, z.B. mittels eines weiteren Röhrenradiochassis usw. aber möchte ich mir angesichts des in meinem Fall kaum praktischen Anwendungsfalls sparen.
Ebenso macht es kaum Sinn die mit Sicherheit vielfach in den Kapazitätswerten und Isolationswerten defekten Kondensatoren und anderes jenseits der Originalspezifikation zu tauschen.
Kennt man als Techniker: Aufgeplatzte Papierkondensatoren mit angenommenerweise elektrischen Werten jenseits gut und böse...
Es bleibt daher bei der theoretischen Betrachtung mitsamt einem Hineinmessen in die ZF.
Vielleicht noch, das ich einen durchgehend abstimmbaren LW-MW Empfänger alias PLL Weltempfänger anschließe der ja die ZF dann wie ein Doppelsuperhet oder gar Dreifachsuper verarbeiten würde.
Beim Testen der Serienröhrenheizung findet sich eben obig angeführte bereits "abgerauchte" Röhre die erstmals bestellt werden muß. Das wird dauern. Alternativ wäre eine neuzeitlichere Heptode wie auch immer zu adaptieren was ich mir aber Sparen möchte.
Bild: Grundig Satellit 500 mit SARAM 3-10 zusammengeschaltet (KI Freigestellt)
Der Zwischenstatus lautete "Warten" bis etwa Ende August 2026 als ich mich endlich wieder der Sache, nun endgültig letztmalig in der Auseinandersetzung damit annehmen konnte und wollte.
Die 300V Anodenspannung über das ROETEST regle ich langsam hoch. Es stellt sich (ohne Funktion der Heizung) ein Reststrom von knapp 5 mA ein der mich nicht nervös macht.
Mit Röhrenheizung (ca. 26V bei 300mA) über ein externes Regelnetzteil werden es je nach Lautstärke- und damit Gitterspannungsregelung zwischen 25 und 32 mA bei 300V gesamt.
Die Empfangsfunktion selbst setzt ab etwa 150 V brauchbar ein.
Es wurde provisorisch eine ca. 15 m lange Drahtantenne angeschlossen.
Das Gehäuse kam an die Stromleitungserdung.
Am ZF Ausgang per Klemmen und IEC Buchsenstecker wurde ein vorhandener GRUNDIG Satellit 500 in der Stellung DX sowie "ext. Antenne" angeschlossen, der den ZF/NF Teil des nicht (mehr) existenten SARAM Systems simulieren soll.
Auf 625 bzw. 756 kHz, also dem Mittelwellenband hört man sich Überlagert damit hinein.
Bei Tag stellen sich über alle 6 Bänder eine Handvoll Rundfunksender, jedoch alle sehr leise und schwer aufnehmbar ein.
Am Besten noch zwei ungarische Stationen, sowie offensichtlich eine tschechische.
Band 5 & 6 auf 756 kHz umgesetzt bringt nichts.
Auch 2-3 Amateurfunkstationen bei 7.000 kHz konnten über USB aufgenommen werden.
Es fällt auf, das es eine Unterbrechung wo auch immer geben muß. Erst wenn man die Gehäuseblechstege verspannt dann bleibt der Empfang stabil.
Die Ernüchterung folgte wenngleich das Konzept prinzipiell passte.
Geschätzt über 15 Sender waren in unterschiedlicher Qualität zu vernehmen. Die Verständlichkeit war im Vergleich zum Tagempfang stärker gegeben.
Der Satellit konnte dabei mit der zuschaltbaren Synchrondemodulator Funktion für eine bessere Verständlichkeit zusätzlich punkten.
Auf Band 5/6 war nur ein Sender zu vernehmen.
Was gefiel und im Vergleich zu dem alternativ probierten PLL Konzept am Satellit angenehmer wirkte, das war die analoge Abstimmung an der Skala ohne (störend) hörbaren PLL rasten.
Zwar mit festen starken Griff sind die Bänder umzuschalten.
Ein schneller Bandscan ist mit der Abstimmung zu erwirken. Ebenso wie eine wirklich feine Abstimmung per gezogener ca. 10:1 Übersetzung. Die Sender setzen im Idealfall recht weich ein.
Fallweise Übersteuerungen jedoch machen es dann schwierig und sind angenommenerweise einer zu überarbeitenden Regelung geschuldet bzw. erfordern einen Einsatz der manuellen "Lautstärkeregelung" die eine HF Verstärkungsregelung anstelle einer AGC darstellt.
Des Nächtens fehlt die nicht bestückte Skalenlampe.
Wie brauchbar das Ganze einst im Flugbetrieb war lasse ich in der Beantwortung als PLL verwöhnter User dahingestellt.
Der Unterschied wird sein, das man dort feste Frequenzen anzuwählen hatte.
Ein gut 80 Jahre altes Gerät in noch augenscheinlicher Originalbauteilbestückung (abgesehen von der Mischröhre) mit Aussetzfehlern was im Fall des Falles vollständig zu überarbeiten wäre.
Ob es dafür steht muß ein zukünftiger Besitzer für sich beurteilen bzw. kann es auch als Anschauungsobjekt im aktuellen Zustand belassen.
Wirklich Sinn würde es wohl nur als Teil des Gesamtsystems machen, wie man es von Systemaufbauten des LORENZ FUG in Avionik Museen her kennt.
Der Empfängerblock [Aus Anleitung Luftwaffe, cvandt.org]
Die als weiteren Baustein ZF/Demodulator und NF Verstärkerteil "Bloc MF" benötigte Baugruppe wäre dann bestückt mit den
1. ZF 6K7 (Pentode)
2. ZF 6K7
Detektor 6F7
NF 6F7
Bild: Schaltung des ZF/NF Blocks mit jedoch verkoppelter Steuergitterspannungsregelung vom HF Block kommend. [Aus Anleitung Luftwaffe, cvandt.org]
Wie ersichtlich, kann das Gerät nur in Verbindung mit einer externen Spannungsversorgung sowie einem in der Frequenz umschaltbaren ZF Verstärker (Die ZF Filter sind getrennt ausgeführt!) samt Demodulator und NF Stufe einsatzfähig betrieben werden.
Der erforderliche Funkerschaltkasten mit den Anschlüssen für Kopfhörer, Mikrofon sowie Taste [Aus Anleitung Luftwaffe, cvandt.org]

Bild: Beschaltung als reine stationäre Empfangsstelle mit 300/24V. [Aus Anleitung Luftwaffe, cvandt.org]
Ab 1947 nach dem Krieg brachte SARAM den Nachfolgertyp 3-11 auf den Markt.
In den 1960er Jahren, also nach geschätzt rund 20 Jahren Systemlebensdauer, es folgte in dieser Zeit zudem langsam der Übergang zum AM UKW Sprechfunk in der Avionik, kamen diese Sets als ausgemusterte Surplus Ware auf den Gebrauchtwarenmarkt.
Anbei eine Werbeschaltung die die gesamte Zusammenstellung ab 1960 offeriert wie die Preisgestaltung in neuen Franc suggeriert.

Eine umfangreichere Verbreitung am deutschsprachigen Markt ist dem Autor bis dato nicht bekannt.
Wie immer erfolgen alle Marken- und Modellnennungen nur in beschreibender Weise und wird auf die jeweils aktuellen Marken- und Rechteinhaber und deren Ansprüche verwiesen.
Ebenso folgt die Nennung politischer Orientierungen nur dem Verständnis des geschichtlichen Kontextes.
Eigenes Gerät, siehe oben
https://www.cdvandt.org/L-Dv-702-1-Heft-289.pdf zum Netzanschlußgerät, Abgerufen am 13.4.2026
https://site.araccma.com/wp-content/uploads/SARAM-3.11-ou-3.10.pdf zum Gesamtsystem 3-10 und 3-11, Abgerufen am 13.4.2026
Auf die Vorstellung des FUG10 Systems durch das Privatmuseum von Herrn Dieter Beikirch auf Youtube (Deutsche Avionik) zum Vergleich sei verwiesen (Stand April 2026)
Suchbegriffe:
SARAM 3-10, Bronzavia, FUG10, Luftwaffe,
![]() |
Die Eumig Eumigette 382W - Ein Radio als Beitrag zum österreichischen Wirtschaftswunder |
![]() |
Alles zum DDR Fernsehen |
![]() |
Der PHILIPS LC2000 Videoprojektor und frühere professionelle Videoprojektionstechnik |
![]() |
All meine frühere Unterhaltungselektronik |
|
für Freunde der Geschichte des Satelliten TV in Europa |
![]() |
TV DX und das Testbild - Für die denen lokale Fernsehprogramme auch über Antenne nie genügt haben |
![]() |
Analoge Antennennostalgie in Wien und in der Wachau in Niederösterreich |
©
Textzusammenstellung 4-8/2026; W. Scheida/Wien Medienhistoriker, zu www.scheida.at gehörendLetzte Überarbeitung: 31.08.26