Bild: Aus diversen Einzelteilen zu einem funktionsfähigen Radioempfänger im KZ Dachau zusammengebaut. (Eigenbild DÖW Ausstellung, Wien) KI bearbeitet
Mindestens dreimal ist mir dieses Thema in der Vergangenheit bewußt begegnet was es wert ist sich einmal damit intensiver zu befassen.
Die Rede ist vom illegalen Radioempfang in Nationalsozialistischen Konzentrationslagern (KZ's), also vom damals Deutschen Reich verwalteten Lagern in denen sich Häftlinge die Möglichkeit verschafften Informationen über den Stand der weltpolitischen Situation zu empfangen und sich damit letztlich über eine Hoffnung auf eine (baldige) Befreiung zu Informieren.
Die Thematik schlüsselt sich in mehrere Bereiche auf:
Einmal die Möglichkeit sich Zugang zu einem bereits offiziell in einem Lagerteil wie einer Schreibstube vorhandenen Rundfunkgerät zu verschaffen um damit Rundfunksendungen generell, im Idealfall solche als "Feindsender" titulierten ausländischen Stationen wie BBC London oder Beromünster Schweiz sei es passiv als Zuhörer oder aktiv veranlasst zu empfangen.
Weiters, basierend auf Häftlingen oder auch Gruppen die fachlich aber auch organisatorisch in der Lage waren sich die nötigen Einzelteile woher auch immer zu beschaffen um daraus ein Radio, ob einfacher passiver Detektor oder gar einen Röhrenradioempfänger zu bauen mit dem heimlich in einem Versteck ebenso diese "Feindsender" aber auch deutsche Rundfunkstationen und deren Nachrichten abgehört werden konnten.
Und dann die erweiterten Fälle, einmal mitten im Krieg und einmal naheliegenderweise zeitlich in der Endphase der NS Diktatur verortet, gar das Organisieren einer Sendereinrichtung um gezielt allierte Streitkräfte zwecks Befreiung aber auch Verfolgung der Täter zu dem KZ zu lotsen (Ausschwitz und Buchenwald).
Daraus resultierten die Fragen:
Was davon war real ? Und was davon ist bestimmten Umständen geschuldet etwas in der Erinnerung um den Kampf des Überlebens womöglich zu großzügig ausgeschmückt worden?
Was ist bekannt?
Welche Quellen aber auch Artefakte können uns über 80 Jahre nach 1945 noch Aufschluß darüber geben?
Dieser Beitrag kann und soll nur den Radio- sowie technischen Aspekt in Verbindung des unmittelbar zum Verständnis erforderlichen Kontextes beleuchten.
Zum Verstehen des vertiefenden Hintergrundes der angeschnittenen Thematiken wird auf die professionellen fachlich etablierten Institutionen wie das DÖW, dem Mauthausen Komitee und anderen Orten der geschichtlichen Auseinandersetzung verwiesen.
Die damit einhergehende psychologische Energie solcher Informationen von Außen auf eine Überlebenshoffnung hin darf nicht unterschätzt werden. Ist jedoch ebenso nicht das Thema dieses Artikels.
Das der freie Empfang von (Radio-)Informationen auch in "normalen" Lagern und Gefängnissen abseits des NS Regimes ebenso eher unüblich war sei nur am Rande festgehalten.
Das Thema des "Feindsender hörens" im Dritten Reich, gemäß Reichsgesetzblatt Teil 1 vom 7. September 1939 Nr. 169 „Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen" war in einem KZ Lager insoferne erschwert worden, als das auch ein normales Radiohören durch Häftlinge von selbst originären Deutschen Sendern ebenso unter schwerster Strafe stand und mit der Todesstrafe geahndet werden konnte.
Für das "Deutsche Altreich" begannen diese NS Verfolgungen mit Lagerhaft ab 1933. Österreich, nunmehr als Ostmark folgte diesem Beispiel ab dem "Anschluß" mit März 1938.
Dies um als Teil der Machtausübung im Lageralltag dem Häftling jegliche Orientierung hinsichlich der im Außen liegenden Geschehnisse verlustig zu machen.
Mehr noch, wenngleich in der Wirkung keine Steigerung mehr möglich schien, das Abhören von ausländischen Feindsendern wie naheliegenderweise der Bau und/oder Besitz einer Rundfunkempfangseinrichtung ebenso streng geahndet wurde.
[3/S.63] führt aus wonach auch „Kriminelle“ (die zu solchen gemacht wurden) häufig ins KZ deportiert wurden, falls sie des Abhörens für schuldig befunden wurden.
Dafür musste beim Geheimen Staatspolizeiamt ein Antrag auf Schutzhaft gestellt werden. Ab Mai 1943 konnte jede Stapo-Stelle selbst über die Einweisung von Regimegegnern in ein Konzentrationslager entscheiden.
In der Hörfunkreihe „Als Radiohören gefährlich war“ auf Ö1 aus 1989 die mir als Kassettenedition jüngst zugänglich wurde und die sich primär mit der Situation für Österreich beschäftigte, schildert auszugsweise erwähnt von einem Häftling dem es Gelang mit einem offizell als Stubenradio befindlichen Gerät Feindsender abzuhören.
Das andere Häftlinge selbst nur für das Zuhören bei normalen Deutschen (!) Sendern mit dem Leben durch Hinrichtung als Bestrafung bezahlen mussten stellt die absolute Tragik wie auch weite Bandbreite dieses Themas dar.
So hieß es im 5. Teil der Sendung auszugsweise:
"Das freie Radio spielte auch in den KZ eine wichtige Rolle. Häftlinge schnappten Informationen der ausländischen Sender auf, die von der SS vor ihnen (Also ebenso bereits illegal seitens der Soldaten) gehört wurden.
(Anmerkung: Zumeist das Stubenradio das ein herkömmliches Radiogerät, ein Volksempfänger aber auch ein speziell gebauter Truppenbetreuungsempfänger sein konnte.)
Weitere Informationen finden sich in polnischen Veröffentlichungen, in russischen Museen sowie in Gedenkstätten aber auch radiotechnischer Fachliteratur.
In manchen KZ bauten Häftlinge eigene Empfangsgeräte.
Hermann Langbein berichtet, dass es der Internationalen Widerstandsbewegung im KZ Auschwitz gelang, die Personalien von SSlern, die eine Schlüsselfunktion in der Mordmaschinerie einnahmen, an polnische Zivilarbeiter weiterzugeben, mit der Bitte, diese nach London zu übermitteln, samt dem Ersuchen, dass London die Angaben zu den Personalien sende. Tatsächlich hörten die SSler ihre Namen samt Personalien im verbotenen ausländischen Radio. Das hatte eine starke demoralisierende Wirkung.
[3] führt mit Bezugnahme auf [KOGON, SS-Staat, S. 316. sowie ZÀMECNIK, Dachau, S. 323] aus:
Von zentraler Bedeutung war weiters das (äußerst gefährliche) Abhören ausländischer Radionachrichten in den Lagern, welches zumeist in Baubüros oder Elektrikerwerkstätten passierte.
Ab 1942 wurden verstärkt Informationen von ausländischen Radiosendern wie BBC oder Radio Moskau bezogen, um sich einen Überblick über das Kriegsgeschehen zu verschaffen.
Es war von entscheidender Bedeutung, über die Entwicklungen außerhalb der Lager Bescheid zu wissen, da positive Nachrichten über das Vorrücken der Alliierten bei den KZ-Häftlingen moralische Stärkungen verursachen konnten. Das Abhören von Feindsendern war jedoch alles andere als ungefährlich und wurde mit der Todesstrafe geahndet, sofern die SS davon Kenntnis erlangte. Neben dem Abhören der Radiosender waren auch Nachrichten von neuen KZ-Häftlingen ... von großer Bedeutung.
Davon zu trennen ist eine die Realität verzerrende spielerisch-harmlos abgeglittene Darstellung in der der beliebten TV Serie "Hogans Heros, im Deutschsprachigen Fernsehen unter "Ein Käfig voller Helden" bekannt, wo mehr als überzeichnet im von Kriegsgefangenen gegrabenen Lagerkeller gar ganze komplexe Funkanlagen aller technischen (US) Ausgestaltung zu sehen ist.
Demgegenüber stehen die Erinnerungen aus "normalen" Kriegsgefangenenlagern der Deutschen Wehrmacht wo allierte Gefangene mit versteckten selbstbau Detektorgeräten sich ebenso über die Lage der Front informierten.
Ebenso zumindest in den Details zu hinterfragen ist die diesbezüglich gesteuerte Erinnerung der wohl größten organisierten Gruppe in den KZ's nämlich die der verhafteten Kommunisten.
In der Nachkriegszeit, eingebettet in dem globalen Kampf zwischen "Ost und West" wird eine mehr als brüderlich zusammenarbeitende Gemeinschaft die sich gegen die SS Bewacher behaupten konnte geschildert.

Bild: Passende Literatur die auf diese spezielle Thematik eingegangen ist.
Im Büchlein des Autors Hans-Joachim Hartung in der Erzählerreihe 228 "Das verschwundene Funkgerät" aus 1978 wird von einer Widerstandsaktion im KZ Buchenwald erzählt, wonach Häftlinge gar einen Beute-Panzersender sicherstellen, sprich stehlen konnten und mit einem manipolierten Blitzableiter als Antenne die herankommende US Armee verständigen konnte.
Es gab in der DDR einige Schriften die sich mit diesem Thema des (kommunistischen) Widerstandes im Lager beschäftigten.
Im Spielfilm "Jakob der Lügner", wiederum ein Radio und der damit mögliche Empfang von der BBC wie auch Radio Moskau von besagten Jakob vorgespielt wurde und er nun in Ermangelung echter Informationen diese frei Erfinden musste um die Moral und Hoffnung seiner Mithäftlinge aber auch seine eigene Reputation aufrecht erhalten zu können.
Erst im Zuge eines Besuchs des DÖW Archivs Wien 1 in der "Lange Nacht der Museen" im Oktober 2026 wurde mir erstmals die Existenz wie auch das noch vorhandene Artefakt eines im KZ Dachau illegal verwendeten Radios kenntlich.

Bild: In einer Vitrine wird ein etwa zwei Hände großes Röhrengerät in offener Bauweise ausgestellt an der ein Stromkabel mit Stecker wie auch eine lose, augenscheinlich aus dem Montagewinkel herausgebrochene HF Spule hängt. KI bearbeitet.
Inwieweit diese Konstellation im Original der 1940er Jahre verblieben ist?
Wie der Beitext ausführt, wurde das Gerät von Häftlingen im KZ Dachau (bei München) gebaut und vom österreichischen Häftling Karl Horak bedient um die Berichterstattung über das Vorrücken der alliierten Armeen zu verfolgen.
Versteckt hatte man es in einem Ölkanister aus Weißblech.
Technisch dürfte es sich anhand der sichtbaren Teile um einen Netzstromempfänger handeln. Ob als Allstrom- oder Wechselstromgerät (also mit Transformator) ist so nicht ersichtlich.
Drei Röhren, allesamt Stahlröhren, davon zwei Deutscher Herkunft in der Stahlröhrenfassung und einer US Stahlröhre in der Oktalfassung mit Gitteranschluß oben die auch ein sowjetischer Nachbau sein könnte (im Bild mitte).

Bild: Chassis von hinten. KI freigestellt.
Eine Röhre dürfte die EZ11, also eine Netzgleichrichterröhre sein (rechts).
Ein dicker Kondensator, wohl der Netzladeelko lugt unten seitlich hervor.
Eine Röhre dient als NF Verstärker, während eine vielleicht EF11 Stahlröhre (links) als rückgekoppelte Audioröhre im Mittelwellenbereich eingesetzt war.
Die Mechanik deutet auf entsprechende handwerkliche Fähigkeiten der Konstrukteure hin wie auch der Möglichkeit zur fachlich richtigen Bearbeitung der wohl ergänzten Aluminium Chassisteile.
Vieles ist sehr präzise gearbeitet und etwa auch gebogen bzw. abgekantet und gebohrt. Andere Details wirken ungeschützt.
Dabei scheint das metallene Hauptchassis als von einem kommerziellen Gerät stammend in das man die Verwendungsfähigkeit als Radio hineingebaut hatte.
Drei Bananensteckeranschlüße für einen Antennendraht, vielleicht einer Erdung sind schemenhaft an der Front zu erkennen.
Rückseitig wird es das Buchsenpaar für den ansteckbaren Hörer sein können.
Zwei Einstellregler frontseitig werden anzunehmenderweise die Abstimmung und Rückkopplung bedienen.
Gehört wurde vermutlich mit einem Kopfhörer bzw. einer Hörmuschel, nicht zuletzt aus Gründen der Geheimhaltung.
Über die zeitliche Zuordnung des Gerätebaus können nur Vermutungen angestellt werden.
Die ausländische Stahlröhre jedoch, falls sie original ist und nicht ursprünglich eine "Philips Rote Serie" (z.B. EF9G) mit Oktalsockel darin bestückt war eher erst ab 1941 wenn nicht gar noch später mit dem Zugang und einer Verbreitung solcher Röhren aus Beutegeräten etc. auch im Deutschen Reich hindeuten dürfte.
Hinweise zu diesen Bezugsmöglichkeiten geben weiters die Fachartikel während des Krieges in der "Funkschau" die die Bauart wie auch Parameter dieser bisher dem Deutschen Radiotechniker unbekannten Typen als Austauschtypen näher bringen was dann aber ein eigenes Thema für sich wäre.
Bild: Auszug aus der FUNKSCHAU, Heft 10, S.148 1942 in einem Artikel der sich mit den vermehrt "Ausländischen" Röhren im Deutschen Reich und deren Verwendung auseinandersetzt.
Dies führte in Folge zu Fachbuchtabellen als Broschüre in „Amerikanische Röhren - Russische Röhren“ von Fritz Kunze in mehreren Auflagen. Ebenso erschienen im Funkschau Verlag, München.
Es werden mindestens zwei, eher in Summe drei Besuche, organisiert über die Schule(n), davon einmal der Berufsschule und einmal in einer privaten Gruppe gewesen sein die mich zuletzt noch in den späten 1990er Jahren ins KZ Mauthausen führten.
Das war noch vor der Umgestaltung der ursprünglichen Art der Ausstellung die noch von einem KZ Überlebenden als Mahnmal im damaligen Verständnis einer solchen Aufbereitung für die Öffentlichkeit stand.
In einem zentralen Ausstellungsraum fand sich ein für mich naheliegenderweise Interesse erweckendes offenes Radiochassis das wie man erläuterte ein Häftlingsradio gewesen ist.
Also ein Gerät mit offen sichtbaren Bauteilen irgendwie "zusammengeschustert".
Was mich nur wunderte, das war das es auf einem originären vielleicht ausgeschlachteten Marken-Radiochassis aufgebaut war.
Bild: Simulierte Darstellung des gezeigten Häftlingsradios. Nicht dem Original entsprechend. KI Generiert.
Weitere technische und organisatorische Details folgen wenn verfügbar.
Hinsichtlich des Abhörens selbst gibt es die Erinnerung eines Häftlings beschrieben in [Diplomarbeit siehe Quelle 3]:
"Der ehemalige ungarische Mauthausen-Häftling Istvan BALOGH beschreibt, dass Rundfunknachrichten aus London oder Moskau für die Widerstandstätigkeit relevant waren.
Des Weiteren konnten die KZ-Häftlinge auch die militärischen Nachrichten des deutschen Rundfunks nutzen, da man in diesem Falle Informationen über den Frontverlauf erhalten konnte.
BALOGH schildert weiters, dass hauptsächlich im Elektrikerkommando, in den SS-Unterkünften und in den Unterkünften der Kommandoführer Radionachrichten illegal abgehört werden konnten.
Es kam auch vor, dass sich einzelne Häftlinge einen Radioapparat beschafften oder diesen selbst bauten.
Hans Kandut war ein solcher Häftling, der dadurch täglich die Auslandsnachrichten empfangen konnte.
Genauso hat sich Istvan BALOGH nach eigener Darstellung selbst ein illegales Rundfunkgerät gebastelt.
(Anmerkung: Es also mehr als nur ein Radiogerät im Laufe der Zeit gab)
Er berichtet auch, dass ein Elektrikerkapo versuchte, sich mit einer solchen Vorgehensweise Vorteile zu verschaffen.
Letzterer wurde jedoch von den SS-Männern entdeckt und hingerichtet (!).
BALOGH misst dieser illegalen Tätigkeit sogar eine größere Bedeutung als der Solidarität und Hilfe unter den Häftlingen zu: „Es bedeutete sehr viel, über Nachrichten zu verfügen.
Die im Lager verrichtete politische Arbeit wurde darauf basiert.
Die Verschaffung von Nahrung und Kleidung hatte im Lager große (!) Bedeutung. Aber ich behaupte, dass wir mit den politischen und militärischen Nachrichten einen viel grösseren (!) Effekt erreichten...."
[3/S.73] schreibt weiters über den Wiener Kommunisten Josef „Pepi“ Kohl als einer Zentralfigur der internationalen Häftlingsorganisation der wiederum "Hundertemale persönlich" Radio Nachrichten vom Mitgefangenen Rudolf Vacek als erstes Übermittelt bekommen haben soll, lt. [Schreiben von Rudolf Vacek an den KZ-Verband Wien, 15.3.1946, DÖW 20.100/12.612.].
Die Fachzeitschrift der GFGF [Funkgeschichte Nr. 161, Juni/Juli 2005] geht in einem Artikel "Geheimer Empfängerbau im KZ Buchenwald" von Autor Wolfgang Eckardt auf dieses Thema umfangreich ein.
Zwei Leihgaben aus der >Gedenkstätte Buchenwald< wurden ihm für eine Ausstellung und einer eingehenden fachlichen Inspektion zur Verfügung gestellt.
Ein Gerät bezieht sich auf einen "Eimer Empfänger", also einem Kübel mit Schuhfett den zwecks genauerer Untersuchung naheliegend auch kein SS Wachmann angreifen wollte und der ab 1943 bis zur Befreiung einsatzbereit war.

Quelle: Skizzen von Überlebenden als Gedächtnisprotokoll. ©Buchenwald Ausstellung 2002; KI Bearbeitet. Rechts: Der Nachbau wie er in ©ГЦМСИР Culture.ru Museum für Moderne Geschichte Russlands abgebildet ist.
Mit einem Haken konnte der eingesetzte (fettige) Oberteil entfernt werden und brachte den darunter versteckten Netzstrom-Empfänger (VY2 Gleichrichteröhre) zum Vorschein der ebenso die Netzschnur wie auch einen Kopfhörer verbarg.

Bild: Das reguläre Chassis des massenhaft gebauten und damals mit 35 Reichsmark billigen Radios für Mittelwellen- und Langwellenempfang und der auch in Kriegszeiten weitgehendst verfügbar blieb.
Ein einfacher Zweiröhrenempfänger, besser bekannt als DKE38 der auch in Wehrmachtsquartieren seine Verbreitung fand.
Aufgebaut war dieser auf der seit 1938 bekannten DKE - >Deutscher Kleinempfänger< Schaltung, alias der Abwandlung eines Volksempfängers, die wiederum auf der eigens geschaffenen Verbundröhre VCL11, alias einer integrierten Schaltung basierte und von Rundfunkmechanikern aller Länder als Lagerinsassen zusammengebaut worden war die u.a. auch die pivaten Radiogeräte der SS Mannschaften zu reparieren hatten und so die erforderlichen Teile "organisieren" konnten.
Eine Schaltung bzw. ein Empfangskonzept das ein damaliger Radiomechaniker wohl in- und auswendig kannte unabhängig davon ob er Zugang zu einem Schaltplan hatte.

Bild: Das einfache bzw. gar primitive Schaltbild wie es u.a. in der Funkschau, Nr. 35, 1938 veröffentlicht wurde.
Die umgesetzte Schaltung eines einfachen Mittelwellen Audionempfängers mit Rückkopplung war dabei in seinem Aufbau an das Versteck angepasst aufgebaut worden und nur für Kopfhörerbetrieb gedacht.
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Anmerkung: Die lebensfeindliche Umgebung des KZ's bekam mit der Radiobenützung weitere Gefahren nun technischer Art, da das Gerät baulich bedingt keine Netztrennung besaß und Isolationsfehler beim Kopfhörer zu einem (lebensgefährlichen) Stromschlag hätte führen können. Ironie des Schicksals: Der Österreicher Stefan Jellinek war einer der ersten Fachleute die die Gefahren des damals neuen elektrischen Stroms, und letztlich auch der Radio-Gefahren" wissenschaftlich erforschte und Schutzmaßnahmen unterrichtete. Auch er musste nach 1938 ins britische Exil fliehen. |
In den 1960er Jahren zu DDR Zeiten erfolgte ein Gerätenachbau der seit dem als Ausstellungsstück dient.
Selbiges erfolgte um diese Zeit in der UdSSR, siehe unten.
Dem Mittelwellenband folgend, waren damit je nach Empfangsmöglichkeit die Deutschen Sender, aber eben auch BBC und Beromünster als Informationsquelle empfangbar.
Das Portal "ar.culture.ru" widmet sich ebenso dem Thema mit einer Abbildung aus dem Museum für Moderne Geschichte Russlands was ein wenig mehr Einblicke ermöglicht.
So soll der Eimer-Radio in drei Versionen gebaut worden sein, ehe sich die letzte als ideal und empfangsfähig erwiesen hatte.
Als Größe wurden rund 35 x 21 cm angegeben.
So heißt es in der Gegenstandsbeschreibung:
"Von den Gefangenen Lev Drapkin und Alexander Lysenko wurden Teile organisiert...und wurden dabei von deutschen, polnischen und französischen Häftlingen unterstützt.
Der sowjetische Gefangene Vyacheslav Zheleznyak schlug vor den Empfänger in einem alten Eimer unterzubringen.
... Drei Versuche wurden unternommen, den Empfang von Radiosendungen aus dem Mutterland zu organisieren.
Der erste Radioempfänger wurde im Januar 1943 heimlich im Heizraum installiert.
Die Häftlinge ... mussten jedoch große Enttäuschungen ertragen. Der Empfänger gab nur Störgeräusche wieder...
Das zweite Gerät war erfolgreicher.
Er empfing die Radiosender von Moskau und London. Der Empfänger wurde demontiert da er schlecht getarnt war und vom Lagerschutz entdeckt werden konnte.
Im Juli 1943 begannen die sowjetischen Patrioten, einen dritten Empfänger zu schaffen.
Es war notwendig, den neuen Empfänger so zu tarnen, dass er bei unerwarteten und sehr oft wiederholten Inspektionen des Blocks nicht erkannt werden konnte.
Die Lösung bot der Kübel mit Schuhpaste der absichtlich noch mehr verschmutzt in einer Ecke stand.
Später folgte ein Ersatz der Schuhpaste mit einer festen Masse.
Der politische Häftling
Otto Roth, von 1939 bis 1945 in
Buchenwald interniert war dort dem Elektrikerkommando zugeteilt (gem. Wikipedia), wo
er im Juli 1942 gemeinsam mit dem polnischen Häftling Gwidon Damazyn, einem
Rundfunkingenieur ebenso auf Basis der bekannten DKE 38 Schaltung einen
Kurzwellenempfänger baute der bis zur Befreiung im April 1945 in Verwendung
stand.
Das Gerät fand in einer eigens gefertigten Holzkassette Platz und war im Schlafraum des priviligierten Kapo's vom Lagerschutz versteckt.
Ein Raum der offensichtlich auch einen Stromanschluß besaß.
Bildquelle: DDR Nachbau aus den 1960er Jahren wie er in der Buchenwald Ausstellung 2002 als Anschauungsobjekt gezeigt wurde. Ob man sich im Original wirklich den Aufwand einer passgenauen seitlichen Weissblechabschirmung angetan hat bleibt fraglich. KI Bearbeitet.
Welches KW Rundfunkband konkret abgestimmt werden konnte ist nicht überliefert. Es soll jedoch im 36-38m Band (~7,5 - ca. 8,3 MHz) der Funkverkehr der zur Befreiung heranrückenden amerikanischen Panzer abgehört worden sein.
Anmerkung:
Es gab auch vor 1939 reguläres Zubehör käuflich zu
erwerben um den Volksempfänger wie auch den DKE zu
einem Kurzwellenempfänger zu
erweitern.
Weiters erwähnt wurde ein Nora K 69 Reise-Super Kofferradioempfänger der Saison 1938-1940 der als Reparaturgerät (vermutlich des SS Personals, bzw. als regulärer Wehrmachts-Truppenempfänger) zur Verfügung stand und im Kurzwellenteil etwas verändert worden war.
Dieser hatte den Vorteil des mobilen Empfangs ohne einem Netzanschluß da es ein Batteriegerät war.
Quelle: Nora Prospektbild KI bearbeitet.
Das Lagerkino war naheliegenderweise für die Unterhaltung, der Information wie auch für andere Veranstaltungen der Wachmannschaft gebaut.
Zur Bedienung und sonstigen Betreuung bediente man sich wie auch anderswo entsprechenden Häftlingspersonals, dass die Geräte, hier die Filmprojektoren wie auch Tonverstärkeranlagen bedienen und mitunter auch reparieren, zumindest aber entsprechend warten konnte.
Bildquelle: Gedächtniszeichnung der Sender- und Antennenanlage im Lagerkino von überlebenden Häftlingen gezeigt in der Buchenwaldausstellung 2002. KI Bearbeitet.
Das es dabei gleich einen ganzen hochwertigen zudem damals zeitgemäßen dreistufigen 4,5 Watt NF Kino-Breitband-Steuerverstärker, immerhin im Wert von rund 295,- RM "überschüssig" für eigene Häftlings-Projekte zur Verfügung gab mutet dennoch etwas seltsam an.
Der Projektorraum war baulich abgetrennt mittig im
Dachbereich angesiedelt wo wie es heißt ein Körting HSW III Tonverstärker und
ein Telefunken Gleichrichter als entsprechend umgebauter Steuersender fungierte,
wobei dieser mit zwei direkt geheizten Trioden ebenso im 36 - 38 m Band,
natürlich nur im Morsebetrieb senden konnte.
Bild: Der Körting Kinoverstärker HSW II als modifizierter Steuerverstärker (In der Annahme das Type III im Originaltext ein Schreibfehler ist) mit 4 Röhren bestückt: AF7, AC2, AD1 und AZ1.
Das Signal gelangte an 2 x RS 241 15W Leistungsröhren als Endstufe die wiederum einen symmetrischen Blitzableiter mit rund 25 W HF Energie speiste den man entsprechend von der Erde, und somit von seiner eigentlichen Funktion her aufgetrennt hatte und der nun als Sende- wie auch Empfangsantenne arbeiten konnte.

Quelle: Grobe Schaltungsskizze der Eigenbausendeanlage im Zusammenspiel mit kommerziellen Baugruppen von Körting und Telefunken als Gedächtniszeichnung von Überlebenden. KI Bearbeitet
Ende Februar 1945 begannen erste Sendeversuche und Anfang April 1945 wurde unter dem Rufzeichen >KL-BU< für Konzentrationslager Buchenwald stehend das Oberkommando der 3. US Army erreicht.
So die überlieferte Schilderung.
Im Büchlein "Das verschwundene Funkgerät" heißt es hinsichtlich des tatsächlichen Geschehens auszugsweise wie folgt:
|
Die Geschichte belegt: Am 8. April 1945, drei Tage vor dem bewaffneten Aufstand der Buchenwald-Häftlinge, setzten beherzte Widerstandskämpfer im Auftrag ihres ILK, des Illegalen Internationalen Lagerkomitees, folgenden Funkspruch ab. HIER KL BU. AN DIE ALLIIERTEN. AN DIE ARMEE DES GENERALS PATTON. SOS. WIR BITTEN UM HILFE. MAN WILL UNS EVAKUIEREN. DIE SS WILL UNS VERNICHTEN. Etwa zwölfmal wurde dieser Text in englisch, deutsch und russisch getastet. Ungefähr zwei bis drei Minuten danach kam Antwort in englischer Sprache: KL BU. AUSDAUERN. WIR KOMMEN ZU HILFE. OBERKOMMANDO III. ARMEE. Ein zur Sende- und Empfangsantenne umgebauter Blitzableiter fing die Antwort ein. Den illegalen Sender, in einem Lüftungsschacht eines Barackendachs im Lager verborgen, hatten Häftlinge verschiedener Nationalität selbst gebaut. Wesentliche Teile entstammten einem aus einem Beutepanzer in den SS-Truppen-Garagen heimlich beschafften Armeefunkgerät, das, wie sich später herausstellte, für den beabsichtigten Zweck jedoch nicht verwendet werden konnte, weil es nur für den Bord-zu-Bord-Sprechverkehr (Anmerkung: Üblicherweise UKW Technik um die 27 MHz nahe des späteren CB Funks) ausgelegt war. Am 11. April gegen 13.00 Uhr machte der Beobachterposten der Internationalen Militärorganisation der Buchenwald-Häftlinge die erste amerikanische Panzerspitze nahe dem Ettersberg ausfindig. .... Die im Funkspruch zugesagte Hilfe durch die US Army blieb allerdings aus. .... Anmerkung: Der Bericht wurde zur Zeit des Ost-West Konfliks verfasst |
Die Gefangenen Guidon Damazin und Konstantin Leonov
sollen die Techniker bzw. Funker gewesen sein.
Von einem eingeschmugelten Miniradio durch den polnischen Widerstandskämpfer Witold Pilecki der sich selbst freiwillig in ein KZ einliefern ließ ist die Rede in [14].
Wobei sich der Begriff Radio im Sinne von "Wireless-Drahtlos" hier gemäß Wikipedia auf einen selbst im Lager aus "organisierten" Teilen gebauten Funksender bezieht, der vom Frühjahr 1942 bis in den Herbst 1942 für Sendungen an die polnische Exilregierung verwendet wurde und zum Schutz vor Entdeckung selbst zerstört wurde.
Ebenso ist für 1942 von einem durch Insassen gebauten Radioempfänger die Rede der im Krankenrevier des Lagers versteckt war [Wikipedia].
Inwieweit die Größe des Lagers mitsamt seiner vielen Nebenlagern und Betrieben (u.a. Bunawerke) die auf der Häftlingsarbeit beruhten auch die in anderen KZ's beobachteten Abläufe in Sachen Radiobau- und Empfang auch hier nachvollziehbar machen ist noch zu prüfen.
Ein erhalten gebliebenes von Häftlingen selbst gebautes Radiogerät (es dürfte deren mehrere gegeben haben) fand den Weg in die Sammlung der Stiftung Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Eines der angeführten Radiogeräte ist der Eigenbau eines einzelnen Häftlings oder einer Gruppe von Häftlingen.
Es ist ein Vierröhrengerät unter Verwendung von auch damals bereits eher einfacheren Radioröhrentypen. Zu sehen ist u.a. eine Philips E499 Triode der Saison 1932.
Zu erkennen ist ein Netztransformator der auf einen netzgetrennten Wechselstrombetrieb hindeutet. Das Gerät als Geradeausempfänger konzipiert hat folglich drei Röhren als verstärkende HF bzw. NF Elemente mit einem Rückkoppeldrehkondensator.
Inwieweit alle Teile bis zur Übergabe an die Gedenkstätte original blieben bleibt offen.
Geheime Widerstandsgruppen organisierten die nötigen Einzelteile und bauten die Geräte zusammen.

Bild: Grobe Darstellung des Selbstbau Radios als offenes Chassis. KI Generiert.
Anschließend versteckten sie die Radios im Lager.
Wie ein solches konspiratives Abhören einst erfolgte schildert der ehemalige Häftling Wolfgang Szepansky (1910–2008) der auch ein Bild einer solchen Szene zeichnete.
Es trägt den Titel „KZ-Häftlinge hören Moskau und London“.

Bild: Durch KI symbolisch nachgestellte Szene in einer Häftlingsbaracke. Nicht direkt dem Original entsprechend!
Es zeigt den Häftling an einem Tisch.
Einer hält sich den Hörer eines Radios ans Ohr und macht Notizen. Weitere Häftlinge halten Ausschau nach SS-Wachen.
In "dingenaufderspur" heißt es:
"Der ehemalige Häftling Harry Naujoks (1901–1983) erinnerte sich 1976 an das Versteck eines geheimen Radios in der sogenannten Häftlings-Bekleidungskammer im KZ Sachsenhausen."
In seinem geschilderten Fall soll es ein dem Kontext nach industriell gefertigter millitärischer Wehrmachtsempfänger in einem grauen Kasten gewesen sein den die Häftlinge irgendwie organisieren konnten.

Als mögliche Modelle bietet sich der "Wehrmachtsrudi" WR1 (links in einer Soldatenunterkunft) oder der 6BW69 von Blaupunkt, der Allwellenempfänger ER1 von Seibt, der Philips 156UBV (rechts) aber auch Kofferradiogeräte bis hin zum regulären Tornisterempfänger Bertha an. Realistischer ist aber ein netzbetriebenes Gerät wie eben der WR1.
Das Radio soll in Einzelteilen heimlich ins Lager geschmuggelt worden sein.
"Mitunter konnten Häftlinge an ihren Arbeitsstellen im Lager zufällig einem Radio des SS-Wachpersonals zuhören.
In einem Interview erzählte der ehemalige Häftling Franz Modler (geboren 1899), eingesetzt in der Schuhfabrik, wie er einen unbeobachteten Moment nutzte, um Radio zu hören."
Kameradschaftlich wurden dazu zwei sowjetische Offiziere eingeladen die damit in der Lage waren Nachrichten von Radio Moskau auf Kurzwelle 29,4 m (~10,2 MHz) hören zu können. Weiters wurden die Nachrichten in Folge an weitere Insassen verteilt.
Quelle des ursprünglichen Originaltexts: Gedenkstätte Sachsenhausen
In der Erinnerung einer kriegsgefangenen sowjetischen Rotarmistin führt sie einen vorhandenen selbstgebauten Radioempfänger zwischen 1943 und 1945 als Informationsquelle an.
"Zu Beginn über die Front,... Informationen, die mit Hilfe der Antifaschistinnen aus anderen Baracken gewonnen werden konnten (dort tauchten manchmal deutsche Zeitungen auf und es gab einen selbstgebauten Radioempfänger), überzeugten sie davon, dass die Hilfe nahe war" [11]
Das technische hier verlassend, gab es einen "virtuellen"
Radiosender der vom 18. Jänner 1943 bis am 1. Mai 1943 organisiert von sechs
namentlich bekannten politischen Gefangenen die als Ansagerinnen Radiosendungen
frei gestaltet nachbildeten und als Mund zu Mund Information wie auch
zur Unterhaltung so eine Verbreitung fand [14].
Der Autor kam selbst noch als Kind mit einem ehemaligen Wehrmachtssoldaten und in Folge russischen Kriegsgefangenen ins Gespräch oder besser gesagt in das Zuhören seiner auszugsweisen Erfahrung wonach er und seine Kameraden wiederum mit selbstgemachten Werkzeug in der Gefangenschaft im Lagerkino sich ebenso für die russischen (sowjetischen) Soldaten nutzlich gemacht hatten und dafür geschätzt waren.
Dieses Vertrauensverhältnis ließ somit wie obig ausgeführt mitunter den einen oder anderen Spielraum im Alltag für etwas "priviligierte" Häftlinge allen voran in der Endphase des 3. Reichs zu ohne hier die unterschiedliche Art der Lager einem Vergleich unterziehen zu wollen.
Es mag deren Beispiele viele geben, von Menschen die besondere Umstände und Verstecke in ihrer normalen Wohnumgebung gestalteten um möglichst heimlich und vor Verfolgung geschützt ausländische Rundfunksendungen abhören zu können.
Wenngleich weder als NS Verfolgter noch als Widerstandskämpfer in Erscheinung getreten,
stellt einen Sonderfall in mehrfacher Hinsicht meines Erachtens die in [Walter Bruch: Eines Menschen Leben] geschilderte Erzählung von Walter Bruch, seines Zeichens Entwicklungstechniker bei Telefunken Berlin und später bekannt als Erfinder des PAL Farbfernsehens dar.
Siehe zur Person Walter Bruch und seinem Wirken mehr.
So gab es ab 1935 in Deutschland tatsächlich einen (limitierten) ersten Fernsehdienst und folglich entsprechende Geräte im Großraum Berlin die u.a. von Telefunken, dem Arbeitgeber Bruchs gefertigt wurden.

Er hatte zu Testzwecken einen solchen bereits weiterentwickelten Telefunken FE VI Fernseher zu Hause stehen der konzeptionell nur den einen UKW Fernsehsender wie auch den zugehörigen Tonsender um die 50 MHz bzw. umgesetzte Zwischenfrequenzen aus dem Kabelnetz empfangen konnte.
Da ab dem Kriegsausbruch im September 1939 der öffentliche Fernsehdienst eingestellt wurde, dürfte es sich um die später per Drahtfunk (Kabel) übertragenen Sendungen vom Olympiagelände zugunsten der Betreuung Kriegsverletzter Soldaten gehandelt haben.
Bild: Ein erhaltenes Exemplar eines Telefunken FE-VI Chassis (Man sah das Bild per Umlenkspiegel) wie es einst im "Grundig Museum" Wien 12 und nachmals im Technischen Museum Wien erhalten blieb. Man kann sich gut vorstellen, das ein "gewöhnlicher" Radiotechniker dem das Fernsehen noch fremd war zu dieser Zeit ebenso nicht ohne Schulung hineingreifen wollte.
Für ihn als Techniker war es ein einfaches Spiel eine
Empfangsmöglichkeit für den BBC London Mittelwellensender einzubauen, die im
Gerät nur durch ein Umschalten nahe der gefährlichen viele tausend Volt
betragenen Hochspannung für die Bildröhre möglich war wo ein Unbedarfter nie
freiwillig und wenn dann mit Folgewirkung hineingreifen würde.
Bild: Selbst im August/September 1943 und später noch ging es mit dem Deutschen Fernsehen "unter Bombenhagel" weiter wie eine Funkschau Ausgabe belegt.
Beim Ausschalten des Gerätes schaltete ein Relais diese "BBC Schaltung" automatisch wieder in den Normal TV Betrieb bzw. Tonsenderbetrieb zurück was somit unverdächtig geblieben wäre.
Ironie des Schicksals: Das Gerät selbst ging aufgrund eines britischen Brandbombenangriffs mit Totalschaden im August 1943 verlustig [Buch S.266].
Das illegale Radiohören wie auch der Bau von Geräten war eine Randthematik um das Überleben in den KZ's und zeigt einmal mehr von der Wichtigkeit der geistig-moralischen Kraft von Informationen, mitunter auch von Witz und Unterhaltung selbst unter solchen Bedingungen.
Es war dies zumeist eine kollektive Veranstaltung im Sinne des notwendigen Zusammenschlusses von mehreren Häftlingen die von der Beschaffung des Geräts oder seiner Teile, dem "Schmiere" stehen zum Schutz vor dem Entdeckt werden, dem Verstecken der Gerätschaft bis hin zur Verteilung der gewonnenen Informationen an verläßliche Kreise u.v.m. ging.
Gemäß bisherigen Recherchen trat hier vordergründig eine politisch organisierte Gruppe, die der inhaftierten Kommunisten die fast zur Gänze das Internationale Kommittee bildeten in Erscheinung [3/ S.80].
Persönliche Erinnerung an mehrfache Mauthausen Führungen
Besuch im Wiener DÖW Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (10/2026)
Diplomarbeit „Widerstand im Konzentrationslager Mauthausen und in den Außenlagern“ 2012 von Thomas Geier
Hörfunkreihe „Als Radiohören gefährlich war“ auf Ö1 aus 1989
Büchlein, DDR, Erzählerreihe 228, Hans-Joachim Hartung, "Das verschwundene Funkgerät"
Erinnerungen zur TV Serie "Ein Käfig voller Helden"
Umgang mit Hörern von Feindsendern am Beispiel von Radiolegende Günter Schifter, Wien
Buch: Walter Bruch; Eines Menschen Leben
GFGF Funkgeschichte, Nr. 161, Juni/Juli 2005; Ausstellung 2002 Wolfgang Eckardt; sowie seine Online Beiträge.
Diverse Artikel und Theman aus der Zeitschrift Funkschau
https://www.irk-cir.org/de/articles/8 abgerufen am 14.10.2026 zu Ravensbrück
Andreas Kranebitter An den Rändern des Widerstands. Für eine sozialgeschichtliche Widerstandsforschung.
https://tvn24.pl/bialystok/lublin-radio-majdanek-powstalo-80-lat-temu-wsrod-drutow-kolczastych-i-apatii-st6775974; abgerufen am 14.10.2026 zu Ravensbrück
The Secret Radio in Auschwitz - War Against Humanity 088; Youtube Dokumentation abgerufen am 14.10.2026 zu Ravensbrück
https://ar.culture.ru/ru/subject/radiopriyomnik-uznika-konclagerya abgerufen am 14.10.2026
https://www.reddit.com/r/todayilearned/comments/1icl9dl/til_april_8th_1945_a_prisoner_at_buchenwald/fdfd
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Die Eumig Eumigette 382W - Ein Radio als Beitrag zum österreichischen Wirtschaftswunder |
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Alles zum DDR Fernsehen |
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Der PHILIPS LC2000 Videoprojektor und frühere professionelle Videoprojektionstechnik |
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All meine frühere Unterhaltungselektronik |
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für Freunde der Geschichte des Satelliten TV in Europa |
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TV DX und das Testbild - Für die denen lokale Fernsehprogramme auch über Antenne nie genügt haben |
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Analoge Antennennostalgie in Wien und in der Wachau in Niederösterreich |
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Textzusammenstellung 10/2026; W. Scheida/Wien Medienhistoriker, zu www.scheida.at gehörendLetzte Überarbeitung: 16.10.26