Der GRUNDIG Satellit 500 Professional/International Weltempfänger aufgearbeitet

  Bild: War er noch ein echter Kofferradio? Zumindest passte er in ein Reiseset gut hinein. [Bild: KI Bearbeitet]

EINLEITUNG:

Einmal mehr kann ich wirklich sagen ich war dabei!

Dabei in dem Sinne, als dass der GRUNDIG Satellit 500 am großen GRUNDIG Messestand im Obergeschoß der Wiener HIT Messe 1989 an einem eigens geschaffenen Vorführbereich gewissermaßen als Novum für die Öffentlichkeit aufgestellt war.

Wie es zu meinem Mitwirken kam, ob als Frage "Eingeladen" oder gar dienstlich gewissermaßen zugeteilt weiß ich nicht mehr.

Es war in jedem Fall eine Abwechslung zum Service Alltag in der GRUNDIG TV Werkstätte in Wien 12, in der ich noch im Status eines Lehrlings selbst gewählt tätig war.

GRUNDIG arbeitete hier einmal mit der erst kürzlich aufgelösten ADXB-OE zusammen die sich unter dem Slogan "Weltweit Hören" mit Radio Österreich International den "Shack" wie man sagen würde teilten.

Quelle: Grundig Prospekt

Bild: Der damals noch recht neue 650er als Nachfolger des 600ers dominierte natürlich in Auftritt und Leistung den Stand. [Quelle: Grundig Revue 89]

Mit dabei war natürlich auch das bisher bekannte GRUNDIG Flagschiff der "Satellit 650" als Nachfolger des 600ers sowie noch der einfachere YACHT Boy 400 aber auch schon die neuen in Wahrheit Fernost Zukaufgeräte wie der YACHT Boy 220 & 230 wobei letztgenannter mit einer eleganten Weltzeituhr im Display integriert auch optisch etwas hergab.

Bild: Yacht Boy 230 mit der elegant visualisierenden Weltzeituhr.

Bild: Yacht Boy 220 als günstiges Einstiegsradio in die Kurzwellenszene

Ein Display wie ich später feststellen sollte, welches mitunter defekt werden konnte, aber auch von anderen Herstellern, bzw. in bauähnlichen Geräten ebenso vermarktet wurde.

Da es in Österreich die deutsche 26,1 MHz Beschränkung nicht gab, erkennbar am Suffix "Professional" einer Umschreibung für die die für das Zahlen von mehr Geld eigentlich weniger an Empfangsfrequenzen bekamen, so gab es die "International" Ausführungen bis 30 MHz am Stand zu sehen und zu hören.

Nicht ohne durch einen diesbezüglich fachjuristisch geschulten ORF Mitarbeiter höflich aufmerksam gemacht zu werden, dass das Abhören von CB Funk als öffentliche Radiowiedergabe so mit dem Weltempfänger ebenso nicht zulässig wäre.

Für diese Messestandsbetreuung, es gehörten ja auch die Hi-Fi Geräte bis hin zu der Fine-Arts Serie dazu gab es sogar offiziell von der Geschäftsleitung den Tag in der Berufschule frei.

Was etwas schöner gelöst werden sollen war das sich "Matchen" mit den Kollegen von Radio Österreich International, die der Widmung des Standes gemäß ebenso Besucher auf Ihr Programm aufmerksam machen wollten.

Ich die Geräte aber mit den damalig ersten empfangbaren echten UKW Privatradiostationen die aus dem benachbarten Ausland wie der Slowakei und Ungarn für Österreich einstrahlten gewissermaßen in Beschlag nahm.

Anmerkung: Privatradio gab es da in Österreich noch lange Jahre nicht!

In Erinnerung blieben aber insbesondere nette Gespräche mit den Kollegen der ADXB-OE sowie als Gäste vom ORF gekommene Fachleute wo das Fachsimpeln ala Kennwood 5000 oder gar NRD 525 Communication Empfänger die Wahl sei.

Spoiler: Es wurde damalig bei mir ein gebrauchter YAESU FRG-7 Kommunikationsempfänger nachdem man sich noch als Schüler selbst am früheren kleinen Grundig Satellit 300 in der Fachliteratur gewissermaßen nur virtuell die Nase plattgedrückt hat.

KI bearbeitet

Bild: Einstig wäre selbst der Satellit 300 als Mehrbander und reines Analoggerät schon interessant gewesen. [KI Bearbeitet]

Der Rest, was das Thema AM Sender auf Mittelwelle (2010) wie auch auf Kurzwelle in Österreich betrifft hat mit der Sprengung der Kurzwellenzentrums Moosbrunn samt seiner Antennenanlage 2025 sein Ende genommen. Viele weitere europäische Staaten folgten dieser Entwicklung.


Inhalt:

  1. Einleitung

  2. Zum Gerät

  3. Die Schaltung

  4. Reparaturen

  5. Sammlerleiden

  6. Quellen und Literaturnachweise

  7. Weitere Lesetipps des Autors


Zum Gerät:

Meines ist eine "Professional" Version, also originär nur bis 26,1 MHz (von max. 30,0 MHz) freigeschaltet. Erworben Online um faires Geld Anfang 2022.

Dazu die Originalliteratur wie die Bedienungsanleitung etc.

Seriennummer Xxx aus xxxx, also die erste Version.

Zur Erinnerung ein Auszug der Besonderheiten dieses damals neuen Konzepts

 


 

Zustand beim Erhalt:

Bild: Leichter Belag an den Spulentöpfen. Ob der rechte weit herausgedrehte Spulenkern so original ist ?

Bild: Hier hat die Säure ernsthaft gearbeitet. Betroffen sind die 3,5 mm Klinkensteckeranschlüsse.

 


Die Schaltung:

Ein Schaltplan samt dem Service-Manual findet sich dankenswerterweise Online als PDF.

 

Mögliche Optionen hinsichtlich der unterschiedlichen Werksausführungen je nach Zielland bzw. postialischer Bestimmungen:

(Entnommen aus dem Web)

Es gibt eine undokumentierte Option:

Im „Test Modus“, der aufgerufen wird, indem beim ausgeschalteten Gerät die Tasten 0 - 5 - 0 - 2 - 5 - 1 - STORE gedrückt werden, zeigt der Satellit die Version (PROF / ITAL / INT) an, ein Druck auf SELECT aktiviert alle Segmente der LCD-Anzeige, STORE informiert darüber, welche Dioden vorhanden sind, die Gerätevariante definiert sich aufgrund der vorhandenen Dioden.

Beim

Hieraus ergibt sich die Möglichkeit, das Gerät zu modifizieren, um zur ROM-Tabelle Zugang zu erhalten oder, häufiger gefragt, das Gerät für den gesamten Kurzwellenbereich (bis 30 MHz) freischalten zu können.

Bild: Matrixensemble zur Versionenfestlegung

In der rechten unteren Ecke der Hauptplatine müssen die Dioden D506-508 lokalisiert werden, die Diode D506 ist die Diode ganz rechts aus den dreien. Wenn die Diode D506 entfernt wird, ist die Zugangsbeschränkung oberhalb 26,1 MHz aufgehoben, wenn die Diode D508 (ganz links) eingelötet ist, kann die ROM-Tabelle auch in der "International" Version aktiviert werden.

Anstelle dem Skalenlämpchen:

Kann eine 3mm LED's, Orange, 7800 mcd 34 Grad mit Vorwiderstand 180 Ohm anstelle der 5V 60mA Klarglas Lämpchen mit Lötfahnen verbaut werden.

Bild: Typische Szene mit Display und Burn-out Lämpchen

Achtung: Es gab zwei Versionen:

Ebenso ist die Stützbatterie zu wechseln z.B. mit einer Panasonic CL-2020 mit Lötfahnen im 180° Winkel, die zudem nachgeladen werden kann.


Reparaturen:

  1. Einmal das Zerlegen um die Reste des Säureschadens zu beheben. Alle Tasten und die Displayabdeckung mussten raus. 

Bild: Der mit Abschirmblech geschützte Bedienteil/Prozessorteil muß erst einmal ausgebaut und geöffnet werden (Blechfahnen auflöten).

  1. Die leere Batterie wurde ersetzt.

  2. Die Bandgrenzen beschneidende Diode wurde einpolig getrennt um in "Aufzumachen" wie obig beschrieben.

  3. Hierzu mussten zwei baugleiche 3,5 mm Kinkensteckerbuchse wechselweise getauscht werden und eine Printbahn geflickt werden.

Bild: Weggeätzter Pinanschluß an einer der 3,5 mm Klinkenbuchsen

  1. Mehr oder weniger offensichtliche kalte Lötstellen waren zu beheben.

  2. Dann wie obig angeführt war ein Ersatz für die beiden defekten Glühlämpchen herzustellen.


Sammlerleiden, alias sie vermehren sich wie die Karnickel

So langsam arbeitete ich mich an die Satelliten heran.

Den wirklichen originären, den 650er habe ich aufgrund des Volumens eher nicht auf meiner Liste.

Der YB 225 "Studio Line" sowie die Yacht Boy 220 & 230 sind vorläufig als nicht wirklich Sammelnswert eingeordnet.


Quellen & Nachweise:

  1. Eigenes Gerät Satellit Professional

  2. Archiv Scheida

  3. Grundig Servive Manual, Online Quellen

  4. Hifi-Archiv, Grundig Kataloge


Suchbegriffe: Grundig Satellit 500,


Lesetipps aus dem Repertoire des Autors:

 

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© Textzusammenstellung 9/2026; W. Scheida/Wien Medienhistoriker, zu  www.scheida.at gehörend

Letzte Überarbeitung: 27.09.26