Televisionen - Wie das Fernsehen nach Deutschland kam:

Die Entwicklung und Einführung des (elektronischen) deutschen Fernsehens: 

  1. Die Entwicklungen in der Vorkriegszeit 1930 - 1939

  2. Die Kriegsjahre 1939 - 1945

  3. Der Aufbau in den Nachkriegsjahren ~1948 - 1952  mit Liste aller Westdeutschen Fernsehgeräte! 

  4. Die 0-Serien Geräte der Industrie zur Saison 1951

  5. Alle Deutschen Fernsehgeräte zur Saison 1952 In Arbeit 

  6. Alle Deutschen Fernsehgeräte zur Saison 1953/54

  7. Einführung des PAL Farbfernsehens 1967
  8. Einführung des PAL Farbfernsehens 1967 auch als MP3 Hörbuch zum Herunterladen!
  9. Einführung des Stereo und Zweikanaltones
  10. Einführung von Videotext (Teletext)
  11. Umstellung von Analog Fernsehen auf DVB-T

In Deutschland:

Die 0-Serien Geräte und Testmuster der Industrie zur Industrieausstellung in Berlin zur Saison 1951- also ein Jahr vor der offiziellen Wiederaufnahme des Fernsehdienstes.  

(Seite in Arbeit)

Bild

Int. Jahr Hersteller Type/Modell Empfangsbereich Bemerkung Weiterführende Links und Bilder
Elektro Institut GmbH Bredeneek 1950 Versuchsfernseher für den NWDR 43 1950 Elektro Institut GmbH Bredeneek Versuchsempfänger   22 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/elektroin_versuchsfernsehempfaenge.html

Chassis

Elektro Institut GmbH Bredeneek 1950 Versuchsfernseher für den NWDR 43a 1950 Elektro Institut GmbH Bredeneek Versuchsempfänger   31 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/elektroin_fernseh_empfaenger.html
1951 Blaupunkt V52 Fernseher 45 1951 Blaupunkt V52 VHF Band III - 6 Kanäle 36 cm Bild; Kontaktloser Trommeltuner  http://www.radiomuseum.org/r/blaupunkt_v52_v_52.html

Trommeltuner

1951 Blaupunkt V52S Fernseher 45a 1951 Blaupunkt V52S VHF Band III - 6 Kanäle 40 cm Bild Kontaktloser Trommeltuner  http://www.radiomuseum.org/r/blaupunkt_v52s_v_52_s.html
1951 Continental Imperial FS51 Fernseher 46 1951 Continental Imperial FS 51   36 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/contine_ra_fs51_fs_51.html
46a 1951 Continental Imperial FS 52   Tischgerät http://www.radiomuseum.org/r/contine_ra_imperial_fs52fs_5.html
1951 FernsehGmbH DE10 Fernseher 1951 Fernseh GmbH DE 10   30 cm Bild; Als Tischgerät Chassis
1951 FernsehGmbH DE10 Fernseher 47 1951 Fernseh GmbH DE 10   40 cm Bild; Als Standgerät http://www.radiomuseum.org/r/fernseh_de10_de_10.html
48 1951 Graetz FEG2 (F2)   36 cm Bild; Tuner mit EF42 http://www.radiomuseum.org/r/graetz_feg2feg.html
Grundig 1951 Fernseher Fernsehgerät 49 1951 Grundig Standgerät   36 cm Bild; Drucktastenwahl http://www.radiomuseum.org/r/grundig_fernseh_standgeraet.html
1951 Kreft Aladin Fernseher 50 1951 Kreft - Weltfunk Aladin Einkanal Empf. 31 cm Tischger. http://www.radiomuseum.org/r/krefft_aladin.html
50a 1951 Kreft - Weltfunk Fantom Einkanal Empf. 36 cm Standger. http://www.radiomuseum.org/r/krefft_fantom.html
1951 Kreft Weltfunk Morgana Fernseher 50b 1951 Kreft - Weltfunk Morgana Einkanal Empf. 36 cm Standger. http://www.radiomuseum.org/r/krefft_morgana.html
1951 Lorenz Weltspiegel 51T Fernseher 51 1951 Lorenz Weltspiegel 52T   36 cm Tischger. http://www.radiomuseum.org/r/lorenz_weltspiegel_52t52.html
1951 Lorenz Weltspiegel 52S Fernseher 51a 1951 Lorenz Weltspiegel 52S   36 cm Standger. http://www.radiomuseum.org/r/lorenz_weltspiegel_53s53.html
1951 Loewe Opta FES52 Fernseher

1951 Loewe Opta FES52 Fernseher

52 1951 Loewe Opta 

Berlin

FE S 52   30 cm Rundr. http://www.radiomuseum.org/r/loewe_opta_fes52fes_5.html
1951 Loewe Opta FE52T Fernseher 52a 1951 Loewe Opta 

Berlin

52T   36 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/loewe_opta_52t52_fe300fe_30.html
1951 Loewe Opta Magier Fernseher 53 1951 Loewe Opta Kronach Magier   http://www.radiomuseum.org/r/loewe_opta_magier.html
1951 Metz Standgerät Fernseher 54 1951 Metz Standgerät   36 cm Bild; Drucktastenwahl http://www.radiomuseum.org/r/metz_fernseh_standgeraet.html
1951 Nora Lux 52 Fernseher 55 1951 Nora Lux 52   36 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/nora_lux_52.html
1951 Nora Lumen 52 Fernseher 55a 1951 Nora Lumen 52     http://www.radiomuseum.org/r/nora_lumen_52.html
55b 1951 Tonfunk Violetta F1 1 Kanal fest abgest. 36 cm Bild

links u. rechts ein Lautsprecher

http://www.radiomuseum.org/r/tonfunk_violetta_f1f.html
1951 Nordmende 5150 Fernseher 56 1951 Nordmende 5150   36 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/nordmende_5150.html
1951 Philips TD 1410U Fernseher 57 1951 Philips TD 1410U   36 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/philips_td1410u_td_1410_u.html

Chassis

1951 Philips TD 2312A Fernseher 58 1951 Philips TD 2312A   56 cm Bild Projektionstruhe http://www.radiomuseum.org/r/philips_td2312a_td_2312_a.html
1951 Philips EL5700 Jumbo Fernseher 58a 1951 Philips  EL 5700   Jumbo http://www.radiomuseum.org/r/philips_jumbo_el5700el_570.html

 

1951 Philips Mammut Projektor Fernseher 58b 1951 Philips Mammut   4 x 3 m Bild  
1951 Saba FT 100 FT 101 Fernseher 59 1951 SABA FT 100   36 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/saba_ft100ft_10.html
59a 1951 SABA FT 101   36 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/saba_ft101ft_10.html
1951 Schaub FE 52S Fernseher 60 1951 Schaub FE 52   36 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/schaub_fe52fe_5.html
60a 1951 Schaub FE 52S   36 cm Bild http://www.radiomuseum.org/r/schaub_fe52sfe_52.html
1951 Tekade FS1030 Fernseher 61 1951 TEKADE FS 1030   36 cm Bild mit UKW Radio http://www.radiomuseum.org/r/tekade_fs1030fs_103.html

1951 Tekade FS2030 Fernseher

61a 1951 TEKADE FS 2030   36 cm Bild mit UKW Radio http://www.radiomuseum.org/r/tekade_fs2030fs_203.html
1951 Telefunken FE8T Fernseher 62 1951 TELEFUNKEN FE 8 T  

36 cm Bild Tischger.

Gerät entwickelt von Walter Bruch! 

http://www.radiomuseum.org/r/telefunken_fe8tfe_8.html

Werbebild 1951

1951 Telefunken FE 8 S Fernseher

1951 Telefunken FE 8S Fernseher

62a 1951 TELEFUNKEN FE 8 S   36 cm Bild Standger. http://www.radiomuseum.org/r/telefunken_fe8sfe_8.html
Funktechnik FT FSE 51/13 Fernsehbauanleitung 63a 1951 FunkTechnik FT-FSE 51/13   Bauplan f. Nachbau  DG16 Röhre http://www.radiomuseum.org/forum/nachbau_ft_fse_5113_nachbau_eines_fernsehempfaengers_vo.html

 

Saison 1952 folgt demnächst. 

Gemäß "Die Zeit [z38b/S4]" waren 1952 gerade einmal 1000 Zuseher (oder Geräte?) am Empfang teilnehmend, um in Hamburg mit 118 Minuten Sendezeit, Köln und Berlin Zeitzeuge der Nachkriegsfernsehpremiere zu sein,

Im Juni 1953 6.000 Geräte und Ende 1953 sollen es nach [z38b] bereits 12.000 Geräte gewesen sein.   

Produktionszahlen zu 1954 gemäß FR "Television" 59 oct. 1955:

Juli 5.499
August 7.311
September 15.088
Oktober 22.458

Ges. 130.000; mit 75 Typen,  350.000 geplant für 1955, Richtfunknetz 1.000 km mit 22 stationen.

4.) Der Aufbau in den Nachkriegsjahren ~1948 - 1952  mit Liste aller Westdeutschen Fernsehgeräte!

 

Eine gute Übersicht über den Nachkriegsstand gibt der Artikel "Die Entwicklung des Fernsehrundfunks aus Radiotechnik 6-1948_1"

Sowohl die technischen Sendeparameter wie auch mögliche Verbesserungen zu den E1 Vorkriegsgeräten werden beschrieben. weitere Themen: Die Wahlberechtigung der USA Zuseher, die Notwendigkeit von Gemeinschaftsantennenanlagen, Stand der Technik bei den Großbildprojektoren mit dem Eidophorverfahren!  

"Die Entwicklung des Fernsehrundfunks aus Radiotechnik 6-1948_2"

"Die Entwicklung des Fernsehrundfunks aus Radiotechnik 6-1948_3"

"Die Entwicklung des Fernsehrundfunks aus Radiotechnik 6-1948_4"

"Die Entwicklung des Fernsehrundfunks aus Radiotechnik 6-1948_5"

 

Dann kam wieder der harte Anfang nach der Stunde Null (1945)

In den USA konnte der bereits vor dem Krieg 1940 von der FCC definierte 525 Zeilen/ 60 Herz Standard nunmehr dem Massenpublikum zugeführt werden. Jetzt aber mit frequenzmodulierten Ton. 

In Europa war Frankreich-Paris ab 1946 mit dem ehemalig deutschen 441 Zeilen Sender wieder dabei um ab 1948 das von Henry de France entwickelte 819 Zeilen Fernsehen parallel auszustrahlen.

Die geschah, bis 1956 der 441 Zeilen Sender abbrannte und nur mehr der von Francois Mitterand seinerzeit tätig als Informationsminister per Dekret zum Frankreich Standard erhobene 819 Zeilen Sender übrig blieb. Die Grand Nation wollte bewusst etwas besseres als alle anderen.

In Deutschland ging es etwas anders zu: 

Zuerst war es erforderlich, den erweiterten technischen Möglichkeiten Tribut zu zollen, und eine neue Fernsehnorm zu definieren.

Hiezu wurden Geräte aus den USA den deutschen Wissenschaftlern im Auftrag der UdSSR zum Anpassen an die europäische 50Hz Netzfrequenz zur Verfügung gestellt.

Vorläufige Studien unter anderem von Philips Holland ergab 1948:

Das zum Einen 405 Zeilen, wie in Großbritannien, den Anforderungen nicht mehr genügen werde;

zum Anderen, dass die 525 Zeilen wie in den USA nicht ohne weiteres übernommen werden können:

Lösungsvorschlag: 567 Zeilen / 50Hz im USA typischen 6 MHz Kanalraster

Anders die Überlegungen der ehemaligen Deutschen Fernsehexperten wie das Team um Prof. Dr.Werner Nestel mit Ing. Walter Bruch, Rudolf Urtel sowie Rolf Möller - dem sogenannten Ettlinger Kreis in Hamburg die ein 625 Zeilen Empfehlung an den Schweizer Prof. Walter Gerber aussprachen:

Als Basis wurde lediglich die Zeilenfrequenz genommen, was heruntergerechnet etwa 630 Zeilen bei 50 Hertz ermöglichen würde.

(Wird verbessert und ergänzt)

 

 

5.) Einführung des PAL Farbfernsehens 1967  Auch als MP3 Hörbuch zum downloaden!

Hier als PDF  40 Jahre PAL Farbfernsehen 1967 – 2007  (PDF ~800kb!)

oder HTLM Text:

Letzte Bearbeitung: 31.10.2009

40 Jahre PAL Farbfernsehen in Deutschland*

Auf die vorzugsweise Quellenwahl von Walter Bruch/Telefunken wird hingewiesen!

Am 25. August 1967 wurde in Deutschland offiziell das PAL Farbfernsehen durch den legendären Knopfdruck des Herrn Außenministers eingeführt.

Der geneigte Leser des GFGF Fachmagazins "Funkgeschichte" fand dem Anlass entsprechend einen passenden Fachartikel in der Ausgabe Oktober/November 2007 vor.

40 Jahre PAL Farbfernsehen 1967 – 2007
 

 

Bild 6: Titelbild Telefunken PAL Color 708T; Der stellvertretende Klassiker der ersten PAL Farbfernsehgeräte mit dem Einheitschassis

 
 
 
Autor:
Fernsehhistoriker Wolfgang Scheida /Wien  www.scheida.at/scheida/televisionen.htm
 
email: office (AT) scheida.at
 
 
40 Jahre PAL Farbfernsehen 1967 – 2007
 
Eine Hommage an den deutschen Fernsehpionier Prof. Dr. Ing. e.h. Walter Bruch, alias „Papa PAL“.
 
 
Inhalt:
 
  1. Einleitung:
  2. Kurzbiografie:
  3. Die Ausgangsbasis Das 2. NTSC
  4. (Schlüsseltechniken für das Farbfernsehen)
  5. SECAM
  6. Systemvorteile
  7. Systemnachteile
  8. Das Fazit von Walter Bruch
  9. Die Erfindung von PAL
  10. Systemmerkmale
  11. Die schwierige Überzeugungsarbeit:
  12. So fand PAL den Weg rund um die Welt:
  13. Ein Auszug der ersten Länder die PAL offiziell einführten:
  14. Die ersten PAL Farbfernsehgeräte
  15. Neue Arbeit für die Techniker:
  16. Schlusswort:
  17. Quellen:
  18. Verweise:
 
 
Einleitung:
40 Jahre PAL Farbfernsehen ist ein nachhaltiges Schlüsselereignis dessen Einführung als Meilenstein für die europäisch geistige Innovationskraft und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit noch einmal groß gefeiert werden darf. Damals war das ein finanzieller Kraftakt von umgerechnet 80 Millionen € [8].
 
Blicken wir zurück in die Zeit zu Außenminister Willy Brandts symbolischem Knopfdruck auf der Funkausstellung am 25. August 1967 mit dem der feierliche offizielle Startschuss für das deutsche Farbfernsehen ausgelöst wurde.
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Die Welt des bunten Fernsehens hätte ursprünglich recht einfach aussehen sollen.
Nachdem sich auch im späten Nachkriegseuropa für die ausgehenden 1960er Jahre eine Marktsättigung mit schwarz/weiß Fernsehempfängern in den Industrienationen abzeichnen würde, bemühte man sich bereits ab 1956 [1] nun auch auf dem alten Kontinent darum etwas Farbe ins Spiel der televisionären Unterhaltung zu bringen.
Die ersten Schritte für eine einheitlichere Ausgangsbasis dazu waren bereits getan, indem Länder wie Großbritannien und Frankreich eine Abkehr von ihren etwas überholten (405 Zeilen) bzw. ökonomisch nicht vertretbaren (819 Zeilen) Fernsehstandards auf den in Europa üblichen 625 Zeilen Standard eingeleitet hatten.
Der angedachte weitere Schritt vieler Länder wäre in Folge die Adaption des amerikanischen NTSC Farbfernsehstandards auf europäische Verhältnisse gewesen.
Das letztenendlich alles anders kam war vor allem dem persönlichen Einsatz eines Mannes – Walter Bruch – tätig seit 1950 als leitender Entwicklungsingenieur bei Telefunken zu verdanken.
 
Wer war Walter Bruch?
Eine Kurzbiografie [3][8]:
Walter Bruch (1908 – 1990) war bereits als Schüler 1925 von den damals verfügbaren theoretischen Abhandlungen (u.a. von Korn & Prof. Dieckmann) fasziniert die ihn veranlassten 1929 Versuche mit den Ausstrahlungen des mechanisch abgetasteten 30 Zeilen Fernsehens aus Berlin zu unternehmen. Danach studierte er Elektrotechnik in Mittweida/Sachsen.
Seine spätere Karriere in dieser Branche lies er auch in Zeiten der Wirtschaftskrise von damaligen Kapazitäten wie Denes von Mihaly, Manfred von Ardenne, sowie Urtel und Schröter bei Telefunken formen.
Einsätze führten ihn auszugsweise 1936 als Techniker und Kameramann an die „Fernsehkanone“ im Olympiastadion aber auch zu Fernsehvorführungen auf den diversen Funkausstellungen in Berlin sowie auf die Pariser Weltausstellung 1937.

Bild: Walter Bruch in Mittweida Sachsen
 
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Ein kriegsbedingter Auftrag ließ ihn den später als Industriefernsehen bekannten Aufbau in Peenemünde zur Kontrolle der A4 Raketenstarts anfertigen und warten. Nach dem Krieg war er im sowjetischen Auftrag mitbeteiligt an der Erarbeitung des 625 Zeilen Standards bis er später wieder fernsehtechnische Arbeiten bei Telefunken in leitender Position aufnehmen konnte. Unzählige Patente – das bekannteste davon ist wohl das PAL System, und sein persönlicher Einsatz für die Sache rund ums Fernsehen zeichnen sein Lebenswerk aus. Und er blieb einer der das Fernsehen stets als Wunder begriff.
 
Die Ausgangsbasis
 
Das 2. NTSC (National Television Comittee – Übergreifender Zusammenschluss von Unternehmen und Institutionen für Normierungsarbeiten in Zusammenarbeit der FCC US-Regulierungsbehörde) 
                        
Zur Begriffserklärung sei erwähnt, dass die Schlüsseltechniken des elektronisch simultan übertragenen und zum s/w System kompatiblen Farbfernsehens in den USA bereits seit den späten 1940er Jahren erforscht und 1954 mit hohen Anfangsverlusten auch eingeführt worden ist. Dies geschah unter der Federführung der RCA durch den nachhaltigen Antrieb ihres besessenen Präsidenten David Sarnoff bei Einsatz erheblicher finanzieller Mittel (20 Millionen US$) und unorthodoxer Motivationsmethoden. Vorhergehende Versuche der CBS, mit sequenzieller Signalübertragung und mechanisch rotierenden Farbrädern u.a. die Problematik der Herstellung einer (damals schwierig zu bauenden) Farbbildröhre zu umgehen wurden letztendlich von der FCC aus Gründen mangelnder Kompatibilität zum geltenden s/w Standard abgewiesen[4].
 
 
Auszugsweise angeführte Schlüsseltechniken die um das 2. NTSC erarbeitet wurden [4]:
 
  • Die Schattenmaskenbildröhre (z.B.:15GP22) mit 195.000 Löchern = 585.000 Farbpunkten und Dreifachelektronenkanone in Deltaanordnung
  • Die Kompatibilität zum s/w System durch Quadratur –Amplitudenmodulation eines passend gewählten Farbhilfsträgers (3,58 MHz) mit den Farbartsignalen I & Q (dies entspricht etwa dem U & V Signal bei PAL und ansatzweise den heutigen Komponenten CR & CB) 
  • Mitsenden eines Referenzbursts zur Synchronisation des Empfängers
  • Aufnahmeseitige Definition der zu übertragbaren Farben (genormtes Farbdreieck) mit Wahl des entsprechend leuchtenden Phosphors in der Bildröhre.
  • Erarbeitung der optimalen Farbzusammenstellung und deren Auszüge
 
 
1954 war es dann soweit, dass eine handvoll Hersteller NTSC Farbfernsehempfänger zum gestützten Preis von 1.000 US$ im Handel anboten.
Das was jedoch der Käufer für sein Geld bekam hat natürlich wenig mit unserer heutigen Vorstellung eines Farbfernsehbildes zu tun. Hier sei zum einen die runde! 15“ Farbbildröhre erwähnt, was für Amerikaner der entsprechenden Käuferschicht schon damals als mickrig galt.

 
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Farbflecken vom Erdmagnetfeld herrührend, die bei der Erstinbetriebnahme entfernt werden mussten und beim Verstellen des Gerätes wieder kamen. Oder etwa Konvergenzprobleme mit nicht deckungsgleichen Farbstrahlen am Bildschirm.
Und last but not least der Umstand, das systembedingt der Zuseher in die Pflicht genommen wurde selbst die auf dem Übertragungsweg entstandenen Phasenverschiebungen des Farbartsignals durch einen Tint-/Hue-/ Farbtonregler auszugleichen wenn er nicht rote oder grüne Gesichter sehen wollte. Zur Vereinfachung dieses Vorgangs wurde ab 1956 von der NBC das bekannte Peacock – Pfauen Testbild vor Beginn einer Farbfernsehsendung eingeblendet um den Zusehern die richtige Farbtonabstimmung zu ermöglichen.   
Daraus folgte auch die spöttische Abwandlung, nach der NTSC die Abkürzung für – „Never twice the same color“ – „Nie zweimal die gleiche Farbe“ wurde.
 
Erstere oben angeführte „Kinderkrankheiten“ die keineswegs von der Pionierleistung des 2. NTSCs ablenken sollen waren neben den hohen Kosten der Grund weshalb Farbfernsehen auch in den USA erst etwa ab Mitte der 1960er Jahre seinen breiten Durchbruch fand.
 
Das Fazit über NTSC von Walter Bruch:
 
Über seine selbst gemachten Erfahrungen mit NTSC bei einem USA Besuch 1953 schreibt Bruch [6]:
„ ..als ich ... die roten Haare von Heidi gesehen habe ....und es mir mit keiner Einstellung gelang die roten Haare so zu sehen, wie sie am Nachmittag auf dem Monitor im Studio geleuchtet hatten, da war mir klar: so konnte das für uns in Deutschland nicht eingeführt werden“ Es schien als wolle er es nicht übers Herz bringen auch den Deutschen den ständigen Canossagang hin zum Farbtonregler anzutun.
 
 
Die erste Alternative zu NTSC – Das SECAM Verfahren (Séquentiel couleur à mémoire ~ zeitlich nacheinander mit Speicher)
 
Im Mai 1956 stellte der französische Fernsehspezialist Henry de France ein Patent vor [6], bei dem die beiden Farbkomponentensignale (jetzt DR & DB) frequenzmoduliert und sequenziell also hintereinander übertragen werden. Damit beide Signale zur Demodulation zeitgleich im Empfänger wieder anstehen benötigt es einen Speicher mit dem das Komponentensignal einer Zeile gepuffert werden kann.
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Bild: Henry De France
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Der Umstand das erst die SECAM III b. opt. Variante ihre letzten endlich vornehmlich politisch durchgesetzte Verbreitung gefunden hat war den diversen Systemschwächen der
frühen Versionen zuzuordnen.
 
Damalige Systemvorteile:  Siehe auch die SECAM Ergänzung am Beitragsende!
  • Durch Frequenzmodulation keine störenden Phasenfehler möglich
  • Kein Referenzoszillator im Empfänger erforderlich
  • Einfachere Speicherung auf Magnetbandaufzeichnungsgeräten da u.a. toleranter betreffend der Zeitkonstanz
Nachteile:
  • Reduzierte vertikale Farbauflösung
  • Nachziehen von stark gesättigten Farben (SECAM Feuer) bei schwachen Empfangsbedingungen
  • keine direkte Signalmischung im Studio möglich
 
Die anfängliche Systemorientierung am damaligen 819 Zeilen Standard der Franzosen sowie die real nicht vorhandenen Verzögerungsleitungen für die Speicherung einer Bildzeile ließen SECAM in einem jahrelangen Forschungsstadium verharren und blieb deshalb außerhalb Frankreichs vorläufig wenig beachtet.
 
 
Die Entwicklung von PAL:
 
In Gedanken hatte Walter Bruch stets den Auftrag seines Brötchengebers Telefunken, den er 1959 zusammen mit einem Fernsehgrundlagenlaboratorium bekam um erste NTSC – SECAM Vergleichsteststudien vorzunehmen deren Ergebnisse in einigen Jahren in den regulären Farbfernsehbetrieb münden sollten.
 
Mit seinen privaten Erfahrungen und dem Gedanken ein Verfahren zu entwickeln, dass die Vorzüge des NTSC mit dem SECAM System verband entwickelte er zusätzlich in „Eigenauftrag“ mit seinem Team im Keller! seines Labors verbesserte Systemabwandlungen bis er eines Abends träumend mit seiner Frau in der Oper saß.
 
Bruch schreibt [3]: „ ... bis mir die Idee kam, die an sich bekannte Verzögerungsleitung (jetzt als Glaskörper anstelle eines Kabels).... in einer besonderen Weise zu nutzen .... und dadurch Übertragungsfehler zu eliminieren.“ Es folgte „... eine schlaflose Nacht, eine verärgerte Frau ..... während ich mit den Fingern Zeiger und Vektoren grafisch addierte, subtrahierte..... am anderen Morgen (hatte ich) verärgerte Mitarbeiter .... denn eine in zwei Monaten aufgebaute Vorführung musste während der Weihnachtsfeiertage völlig auf das neue Verfahren umgestellt werden..... Damit fing es an, aber dann kam erst die Tat. Sieben Jahre hat es gedauert bis man sagen konnte, jetzt spricht diese Technik für sich allein.“
Mit seiner neuen Methode wollte er die NTSC Fehler so ausmerzen, dass er jeweils die 2.  Zeile zwang, den vorangegangenen Fehler in einer Spiegelung in der Komplementärfarbe zu wiederholen. Das Ergebnis der beiden Farbinformationen ergibt dann wieder das richtige ursprüngliche Bild.

PAL V Typ Verzögerungsleitung

Bild 1: PAL V - Verzögerungsleitung

Präzisionsteil zur Verzögerung von 63,943µs, zu erkennen die Anpassglieder sowie die piezoelektrischen Wandler, aufgrund der Massenfertigung und weiterer Miniaturisierung (M-Type) sehr preiswert in der Herstellung geworden

 
 
Am 17. Juli 1961 erfolgte bereits die erste PAL Patentanmeldung die jedoch zurückgezogen und erst mit einer erweiterten Systembeschreibung am 30.12.1962 neu und endgültig angemeldet wurde.
Das herausstechende an seinem Arbeitsumfeld war die Tatsache, das er obwohl für Telefunken tätig, mehr oder weniger als Einzelperson für das neue Verfahren stand. Das schützte ihn anfangs davor von der französischen SECAM Konkurrenz ernst genommen und bekämpft zu werden. Mit Ende 1962 verlagerte Telefunken jedoch wesentliche Mittel in die Großcomputerentwicklung und kürzte damit die Ressourcen für Walter Bruchs Fernsehforschungsabteilung die sich nunmehr lediglich mit Rationalisierungsverbesserungen an der s/w Technik sowie einer zukünftigen europäischen NTSC Farbfernsehgerätetechnik beschäftigen sollte. Eine Zeit in der sich Bruch gedanklich auch mit einer Trennung von Telefunken befasste.
Bruch bat jedoch um Erlaubnis zusätzlich seine eigenen Weiterentwicklungen wie PAL und ein modifiziertes SECAM (amplitudenmoduliert) als Systemverbesserung am 3.1.1963 der erst im November 1962 eigens von der EBU (European Broadcasting Union) geschaffenen „ad hoc Gruppe Farbfernsehen“ vorführen zu dürfen. Was im Ergebnis zur Aufnahme des „Bruchsystems“ in die Liste der zu evaluierenden Systeme bei den meist jährlich stattfindenden EBU - CCIR Konferenzen führte und in Wien 1965 sowie Oslo 1966 seine gebührende Zustimmung seitens der Techniker fand.
Der Rest ist lebendige Geschichte unter der deutschen Patentschrift 1 252 731 geworden.  
 
Die auszugsweisen Merkmale von PAL lauten:
  • Referenzoszillator im Empfänger (Europa: 4,43 MHz/ Südamerika 3,58 MHz)
  • PAL Schalter zur Umschaltung des V Signals von Zeile zu Zeile +-90° in Verbindung mit einem Viertelzeilenoffset 
  • Verzögerung des Farbartsignals um eine Zeile
  • Senden eines alternierenden Bursts („Schwabbelbursts“)
  • Systemvorzüge: Zum s/w Standard kompatibles System, richtige Reproduktion des Farbartsignals im Empfänger, direkt mischbar im Studio, große Systemnähe zu NTSC, hohe Farbbandbreite. 
  • Wie bei NTSC und SECAM teilw. gebliebene Systemschwächen: Aufnahmeseitig war und ist es problematisch karierte Hemden, Gittermuster oder ähnliche Motive zu übertragen da es dabei zum PAL Jalousie Effekt/ Cross Color – einem ungewollten farbigen Schillern von Unbuntstellen kommt. Neben unruhigen Farbkanten die eine fehlerhafte Interpretation von Farbinformationen als Helligkeitswert darstellen/ Cross Luminance (Perlschnureffekt) eine der wenigen für den Zuseher als störend erfassbaren Schwächen. Theoretisch kommt es bei größeren Phasenfehlern zu einer geringeren Farbsättigung die jedoch von Anbeginn in der Praxis durch automatische Verstärkerregelungen im Empfänger kompensiert wurde.
  • Leicht verändertes Farbdreieck im Verhältnis zu NTSC 
 
 
(Bild 4: PAL Decoder Grundschaltung)
 
Besondere Abwandlungen von PAL stellen
  • das Simple PAL (Volks-PAL)Verfahren dar, bei dem das Auge die Phasenfehler ausmittelt und dieses daher ohne Verzögerungsleitung auskommt. Das dabei bei Phasenfehlern entstehende störende Flackern wurde als „Hanover bars"- „Hanover-blinds“ bezeichnet. Bekannt ist lediglich ein kommerzielles Gerät – der Kuba Porta Color CK211P das nach diesem Prinzip gebaut wurde. Der Sony KV-1300E (UB) wird ebenfalls als Simple-PAL Gerät bezeichnet! 
  • weiters das sowjetische TRIPAL und das zwischen PAL und SECAM angelegte NIIR auch als SECAM IV bezeichnete System dar.  
Den Namen PAL fand dieses System in Wahrheit erst am Vortag der Vorführung bei der „ad hoc Gruppe Farbfernsehen“ (3.1.1963) als es galt noch schnell einen griffigen Namen für das System zu finden. Bruch selbst war zumindest im deutschsprachigen Raum naheliegenderweise kein idealer Namenspate und so entschied man sich für ein englischsprachiges Kürzel wobei um ein A im Namen die passende Bezeichnung gesucht werden sollte. Letztenendlich kam die Bezeichnung PAL heraus was fachlich „Phase Alternation Line“ (Phasenwechsel je Zeile) bedeutet[6]. Spezialübersetzungen wie Pay the Additional Luxury („Bezahl mal für den zusätzlichen Luxus“) sowie Pay Another License („Noch eine andere Lizenz kaufen“) waren dann die amerikanische Retourkutsche auf die vorangegangenen NTSC Interpretationen. Mit Peace At Last („Endlich Frieden“) und Perfection At Last („Endlich Perfektion“) konterte die PAL Gilde offenbar erfolgreich zurück. [10]
 
Die schwierige Überzeugungsarbeit:
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Anders als die Franzosen die in SECAM dem “Bildschirm mit HIFI Farbe“[6] eine nationale Errungenschaft sahen, stand der deutsche Werbeauftritt wesentlich sachlicher und zurückhalternder in der mit harten Bandagen geführten politischen Auseinandersetzung seitens Frankreich da.
Sie hatten keinen eigenen PAL Minister der um jeden Preis das System einschließlich nicht erfüllbarer Versprechungen* oder anderen Sonderrückerstattungen bei den Lizenzgebühren feil bot. Ebenso war rund 20 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Empfehlung zur Einführung eines deutschen Systems noch keine Selbstverständlichkeit.
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Auch politische Unterstützung für PAL gab es kaum. Zudem wollte Telefunken harte Lizenzgelder (0,3 – 0,5% vom Gerätenettowert) was Firmen wie Sony veranlasste Sonderlösungen zur Umgehung des PAL Patents im Empfänger zu entwickeln.
Erst das Interesse der Fachwelt, angeregt durch Hunderte von Vorträgen und Reisen um die ganze Welt die Walter Bruch persönlich mit seinem von ihm geschätzten Team bis in die Karpaten und an die Chinesische Mauer führte und für die er stellenweise in eigener Verantwortung selbst für die Telefunken Ausrüstung bürgen musste führte zum Erfolg.
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Mit dabei im Gepäck immer seine Gerätschaft mit der er alle drei Systeme teilweise auch simultan im gegenseitigen Vergleich vorführen konnte. Und um der Konkurrenz und ihren technischen Verbesserungen voraus zu sein, ließ es sich immer neue „Störungssimulationen“ einfallen um die Schwächen von SECAM zu Tage zu fördern.
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Bei den europäischen Rundfunkanstalten wurden derweil alle Signalvarianten durch die Richtfunknetze und adaptierten Testsender vom Atlantik bis in den Ural und wieder zurück gejagt um sich zeitlich abgestuft mit allen Systemen und ihren Vor- und Nachteilen zu befassen. 
Die ansteckende Begeisterung hebelte letzten endlich selbst pragmatische Wünsche deutscher Politikprominenz aus demnach man im Sinne des Neuanfangs zwischen Deutschland und Frankreich nach dem zweiten Weltkrieg „am besten das französische SECAM System übernehmen hätte sollen“ bis sich auch hier letztenendlich der Ruf der Industrie für den Einsatz eigenständiger entwickelter Techniken durchgesetzt hat.
 
*Dabei wurde von den Sowjets selbst die dafür geschaffene CCIR Normenkonferenz mit dem Ziel eines einheitlichen Farbfernsehstandards in Wien 1965/ Oslo 1966 ausgehebelt, indem die Sowjetunion seinen vorab Entschluss zum SECAM System bekannt gab. Hauptgrund für diese Entscheidung entgegen dem PAL System war u.a. das Versprechen der Franzosen eine betriebsfertige Grillfarbbildröhrenfabrik auf Basis des (späteren Sony Trinitron) Chromatron Prinzips im Gegensatz zur allgemein üblichen RCA Lochrasterröhre zu liefern. Ein Versprechen das aufgrund der nichtvorhandenen technischen Serienreife des besonderen Bildröhrensystems nie erfüllt worden ist und alle Welt, auch die des Ostens zwang Lizenzfertigungen der RCA Lochrasterröhre zu produzieren. Siehe auch die Ergänzungserklärung am Ende des Beitrages!
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Eine Entscheidung die den RGW Ländern und hier im Besonderen der DDR noch Jahre Kopfzerbrechen bereiten sollte bis zuerst durch Westimporte und später in den 1980er Jahren durch Lizenzfertigung japanischer Toshiba Röhren eine Normalisierung stattgefunden hat.   
 
 
Natürlich wurden in allen Fernsehanstalten weltweit Vergleichstests der bestehenden Farbfernsehsysteme auf technischer Basis durchgeführt in denen in der Mehrzahl der Fälle PAL als das technisch bessere System erkannt wurde. Wie wir aber wissen ist die Weltkarte der Fernsehsysteme eher von der damaligen Politik des kalten Krieges denn der Technik gezeichnet worden was vereinfacht beschrieben folgendermaßen aussah:
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Alle europäischen Staaten der „freien Welt“ entschieden sich für PAL.
Frankreich und alle dem Ostblock nahestehenden Staaten sowie auf Wirtschaftshilfe angewiesene Länder in Afrika oder Asien schwor man auf SECAM ein.
Alle auf den Programmaustausch oder auf den Exportmarkt mit den USA angewiesene Länder übernahmen NTSC.
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Der Rest teilt sich in vereinzelte Sonderfälle auf wie die Insellösung um das argentinische PAL N – 625 Zeilen/50 Hz in einem 6 MHz Kanalraster oder dem brasilianischen PAL-M Standard, wobei oben genannte eher auf technischer Ebene entstanden. Andere bei genauer Betrachtung sind ebenfalls Ergebnis politischer Wandlungen wie etwa Chinas oder Jugoslawiens PAL Votum nach dem Bruch mit der UdSSR.
Das letzte Land der Erde das Fernsehen erst im Jahr 1999 offiziell einführte war das Königreich Bhutan – selbstverständlich in PAL Sendenorm B.
Nicht unerwähnt bleiben soll die Feststellung das spezielle Techniken ebenfalls eine weitere Optimierung und Fehlerreduzierung der NTSC und SECAM Übertragungen im Laufe der Jahrzehnte ermöglichten. (Wenn Sie darüber Details wissen senden Sie mir bitte eine Mail - Danke)
Dennoch veranlassten fast alle ehemals osteuropäischen Staaten die Abkehr von ihrer SECAM Norm und stellten ab 1989 nach und nach auf PAL um. Weitere Länder senden zum Teil mehrgleisig.
   
Ein Auszug der ersten Länder die PAL offiziell einführten: 
 
  1. Großbritannien am 1. Juli 1967 [8] (Anfangs nur BBC2)
  2. Deutschland am 25. August 1967
  3. Niederlande am 1. Jänner 1968
  4. Schweiz am 1. Oktober 1968
  5. Österreich am 1. Jänner 1969 mit dem Neujahrskonzert
 
 
Die ersten Farbfernsehgeräte:
 
 

(Bild 6A: Loewe Opta Color TV Anzeige zur Funkausstellung 1967)

 
 
Wer empfangen werden will muss erst senden – und genau hier war um 1967/68 die Achillesferse zu finden: Die wenigen vorhandenen Farbfernsehgeräte rechtfertigten nicht die weitere teure Anschaffung und die Herstellung von Farbübertragungen. Umgekehrt, wenn nicht gesendet wird kauft auch niemand einen Empfänger. (Vergleiche mit heutigem HDTV) Ein Kampf um jede Wochenstunde Sendezeit in Farbe begann, den man mit einem Schmunzeln in alten Funkschau Heften jener Zeit nachvollziehen kann.
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Im Gegensatz zu den ersten NTSC Geräten um 1954 war man nun 1967 mit der Stabilität der Technik etwas weiter. Auch konnte man in Europa gleich mit der 90° A63-11X später der A63-120X Farbbildröhre als Standardgröße beginnen, die mehr oder weniger einem Nachbau der RCA Röhre entsprachen. Um die hohen Entwicklungskosten im Griff zu halten verwendete Philips (K6) oder Kuba-Imperial sein bewährtes auf PAL umgebautes NTSC Röhren Chassis was sie für die Bedienung Ihrer Übersee Märkte bereits im Programm hatten. Währenddessen nutzten Firmen wie Telefunken, Blaupunkt, Nordmende und Siemens eine Gemeinschaftsentwicklung in Form eines Röhren-Transistor Hybridchassis. Ebensolches ist aus einem Zusammenschluss britischer Hersteller bekannt die aber bereits ein volltransistor Chassis mit all den damals damit verbundenen Konsequenzen marktreif hatten.
 
Philips wirbt mit seiner Serienerfahrung für Farbfernsehgeräte
Bild: Philips wirbt mit seiner Serienerfahrung für Farbfernsehgeräte  
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Das nun auch für Laien erkennbare Merkmal war der zusätzlich vorhandene Regler für die „Farbe“ oder den „Farbkontrast“. Dazu gab es meist einen Rot-Grün-Blau Aufkleber der den Fernsehapparat als stellvertretende Ikone für den sozialen Status der Besitzer kennzeichnen durfte. Allesamt Personen die willens und potent waren um umgerechnet rund € 1.200 für die preisgebundenen Basismodelle zu bezahlen.
„PAL-Color“ wurde in der Folge das geschützte Warenzeichen das auf den Geräten von Telefunken prangte. Später kamen aussagekräftige Bezeichnungen wie „Super-Color“ bei Grundig, „Spectra Color“ bei Nordmende, „Ultra Color“ bei Saba oder zumindest der Schriftzug „Color“ meist in Verbindung markenspezifischer Errungenschaften wie „Trinitron“ oder „Quintrix“ auf die Frontblende.
 
Erste PAL Geräte hatten interessanterweise ebenfalls wie ihre NTSC Kollegen einen Farbtonregler jetzt als „Geschmacksknopf“ betitelt, der aber vordergründig dazu dienen sollte dem Zuseher die Möglichkeit zu bieten das unbunte Bild bei s/w Sendungen dem ihm von der s/w Röhre gewohnten bläulichen Farbton anzugleichen bzw. subjektiv optimale Weißwerte für die „Raumlicht-Anpassung“[8] zu finden.
 
 

Bild 7: Farbtonregler – alias „Geschmacksknopf“ zur „Raumlicht-Anpassung“ (Minerva 707)

 
Philips (K6 Goya) nahm diese Funktion in vorauseilendem Gehorsam mit einem eigenen Weißwert Versatz mit Blauton bei s/w Sendungen vorweg der bei Ansprechen der PAL Kennung auf Chamoisfarben zurückgestellt wurde. Das dabei hörbare Klicken des Umschaltrelais löste beim Zuseher zusätzlich Vorfreude auf das bald kommende Farbbild aus.       
 
 
Neue Arbeit und Herausforderungen für die Service- Studio und Entwicklungstechniker:
 
 
 
 
Bild 3: PAL Decoder Schaltungsauszug
 
 
 
Ab 1966 bot die Industrie wie etwa SEL den Fachlehrgang Farbfernsehtechnik mit PAL Coder Experimentier Bausätzen sowie Schulungen und Kurse für die Fernsehtechniker an, um sie mit den Systemeigenschaften und erforderlichen Messmitteln vertraut zu machen. Parallel dazu gab es Fernkurse, neue Fachbücher sowie eine entsprechende Themenserie in der „Funkschau“.
 
 
 

Bild 2: PAL Decoder – diskret aufgebauter PAL Decoder – erkennbar rechts oben der 4,43 MHz Referenzoszillator, im großen Rahmen Teile der beiden Synchrondemodulatoren, im kleinen Rahmen der Burst Phasenvergleich, 

 
 
 
 

Bild 10: Y-Verzögerungsleitung für das Luminanzsignal (~800ns))

 
 
 
Studioseitig durfte man sich mit dem oft driftenden Weißabgleich in Verbindung mit der richtigen Beleuchtung beschäftigen, Vektorskopzeigerfiguren studieren und neue Kreationen von geeigneten Farbbalkentestbildvorlagen kreieren die letztendlich u.a. im FubK- oder Philips Testbild mündeten. 
Die richtige Konvergenzeinstellung (Einstellorgane zur Deckung aller drei Grundfarben am Bildschirm) blieb bis in die 1970er Jahre für viele Techniker eine oft ungeliebte Pflichtübung. Schaltungstechnisch galt es wahlweise die Bildröhre mit dem Farbdifferenz- oder RGB Signal anzusteuern und das mit Chassis die gut 50! und mehr Trimmpotentiometer und einstellbare Induktivitäten zum Abprüfen des Könnens eines Technikers anboten.
 
 

Bild 11: Konvergenzsegment für eine Grundfarbe; befestigt an der Ablenkeinheit

 
Auch schieden sich die Geister ob man die hohe Anodenverlustleistung aus der Horizontalablenkschaltung gewinnen konnte oder doch ein Zwei-Zeilentransformatorkonzept benötigte. Weiters ob eine niederohmige Kaskade (Metz) oder eine hochohmige Hochspannungserzeugung mit Ballasttriode (Philips) verwendet werden sollte. Letzteres führte zu Diskussionen um die zulässige Röntgtenstrahlung in Farbfernsehgeräten und deren mögliche Gesundheitsgefährdung speziell im Falle eines Defekts der Ballasttriode. Zuvor ereiferte sich die Fachwelt auch noch über die Frage ob die vorhandenen Antennenanlagen nun auch wirklich farbtüchtig seien.
Das „Non plus Ultra“ jener Tage waren dann Geräte die PAL und SECAM im Besonderen an der deutsch/französischen Grenze und vereinfacht später an der deutsch/deutschen Grenze beherrschten wobei das jeweils andere Signal über Decoderzusatzmodule wie den „Transcodern“ (Grundig) behandelt wurde.
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1970 beklagte die Zeitschrift „Hobby“ die mangelnde Standfestigkeit der Farbfernsehgeräte auf dem deutschen Markt die sich jedoch bald speziell im Farbteil durch integrierte Baugruppen und durch zunehmende Transistorisierung verbessert hat. Volltransistorisierte Gerätegenerationen wie etwa die Grundig Super Color Serie oder das Philips K9 Chassis führten das Farbfernsehen in Deutschland dann in den 1970er Jahren zum erfolgreichen Massenmarkt.  
 
Pragmatisches Nebeneinander der Standards:
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Anfang der 1980er Jahre liefen dann die Patente für PAL aus und es kam durch entsprechende Verfügbarkeit von integrierten Farbdecodern zu Mehrnormenfernsehgeräten die serienmäßig (z.B. die Grundig CTI Serie) PAL-SECAM Signale verarbeiten konnten. Ausgelöst durch die weltweite Verbreitung von VHS/ später DVD und auch dem privaten Austausch von NTSC codierten Filmen sind heute ein großer Teil der Fernsehgeräte ohnehin PAL-SECAM-NTSC Alleskönner geworden.*
  
Am Vorabend der anstehenden Digitalisierung 1994 gab es noch die Weiterentwicklung mit dem abwärtskompatiblen PAL Plus Verfahren das eine nutzbringende Verwertung der subjektiv schwarzen Cinemascope Balken sowie die Beseitigung von Cross Color und Cross Luminance Effekten ermöglichte. Das hier im ultraschwarzen Bereich mitgesendete Helpersignal ergab auch wieder die volle Vertikalauflösung (576 aktive Zeilen) bei 16:9 Empfängern mit dem entsprechenden Decoder dessen Bild man dann als „Golden Standard“ bezeichnete.[9]
 
 
Bild 5: PAL Plus LOGO – 1994 kam es zu einer nochmaligen Verbesserung von PAL
 
Eine eindrucksvolle detailliertere Darstellung der ersten PAL- wie auch NTSC Farbfernsehgenerationen bietet GFGF Mitglied Herr Etzold auf seiner Homepage an.
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Da eine weitere Auflistung den Umfang dieses Beitrages sprengt verweist der Autor auf seine bereits früher erstellte Übersichtstabelle http://www.scheida.at/scheida/TV_SEITE/Liste_aller_ersten_PAL_TVs.pdf
sowie auch den ersten PAL Messmitteln mit Typenverweisen zum www.Radiomuseum.org.
 
Schlusswort:
 
Es gehört wohl zur Ironie des Wirtschaftslebens, das Telefunken zwischenzeitlich vom Markt verschwunden ist nachdem das Unternehmen in den 1980er Jahren vom französischen Thompson Konzern einem ehemaligen SECAM Protagonisten aufgekauft wurde.
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Und wenn sich alltäglich die Mehrheit der europäischen und asiatischen Fernsehteilnehmer auf ein ausgewogenes farbechtes PAL Fernsehbild freuen darf so kündet die weltweit im Gange befindliche analog auf digital Umstellung auch gleichzeitig das Ende dieses Farbstandards wie auch weiterer Übertragungstechniken an.
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Was einmal PAL, SECAM oder NTSC war, wird mehr und mehr als digitales R, G, B; oder Y, CR, CB Farbkomponenten Signal verpackt in ein DVB (Digital Video Broadcasting) Signal und in all seinen Varianten wie DVB-T, DVB-S, DVB-C, DVB-H gehandelt.
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In weiterer Zukunft verschwindet wohl auch dies alles in einem abstrakten IP (Internet Protokoll) Paket und vermag selbst die herkömmlichen Distributionskanäle obsolet machen.
Inwieweit dann im Jahr 2017 „50 Jahre PAL“ noch eine Resonanz haben wird nachdem das analog TV terrestrisch, über Satellit und auch im Kabel abgeschaltet sein wird zeigt uns die Zukunft.     
Wünschen wir dem PAL Farbsystem noch einen arbeitsreichen „Lebensabend“ und das in respektvoller Erinnerung an seinem Schöpfer „Mister PAL“ Walter Bruch.
 
 
 
Bild 9: Walter Bruch um 1965
 
  
 
* Siehe Nachrüstsätze der Firma EGIS
Gemäß Funkschau Heft 13 Juni 1981 liefert Metz PAL/SECAM Frankreich Nachrüstsätze für die Chassis 679 G & 680 G aus.... 4 Programmspeicherplätze stehen für Norm L zur Verfügung.
 
 
Bildbeschreibungen:  
 
1 PAL V - Verzögerungsleitung
Präzisionsteil zur Verzögerung von 63,943µs, zu erkennen die Anpassglieder sowie die piezoelektrischen Wandler, aufgrund der Massenfertigung und weiterer Miniaturisierung (M-Type) sehr preiswert in der Herstellung geworden; Ó: W. Scheida
2 PAL Decoder – diskret aufgebauter PAL Decoder – erkennbar rechts oben der 4,43 MHz Referenzoszillator, im großen Rahmen Teile der beiden Synchrondemodulatoren, im kleinen Rahmen der Burst Phasenvergleich; Ó: W. Scheida
3 PAL Decoder Schaltungsauszug
4 PAL Grundschaltung
5 PAL Plus LOGO – 1994 kam es zu einer nochmaligen Verbesserung von PAL
6 Titelbild Telefunken PAL Color 708T; Der stellvertretende Klassiker der ersten PAL Farbfernsehgeräte mit dem Einheitschassis
7 Farbtonregler – alias „Geschmacksknopf“ zur „Raumlicht-Anpassung“; Ó: W. Scheida
8 Walter Bruch an der Fernsehkanone 1936 im Berliner Olympiastadion
9 Walter Bruch um 1965
10 Y-Verzögerungsleitung für das Luminanzsignal (~800ns); Ó: W. Scheida
11 Konvergenzsegment für eine Grundfarbe befestigt an der Ablenkeinheit; Ó: W. Scheida
 
 
 
Quellen (auszugsweise):
 
[1] W. Bruch: Kleine Geschichte des deutschen Fernsehens; Buchreihe des SFB
[2] W. Bruch: Die Fernseh-Story; Telekosmos Verlag 1969
[3] W. Bruch - Ein Deutscher Fernsehpionier; Heide Riedel FKTG Ausgabe 1988
[4] Abramson: Die Geschichte des Fernsehens 
[5] Fernsehen - Von der Vision zum Programm; Heide Riedel
[6] PAL - Das Farbfernsehen; Heide Riedel
[7] Fernsehen in Farben; Ackermann/DDR
[8] Zeitschrift Funkschau; Jahrgänge 1966, 1967 & 1968
[9] 16:9 PAL Plus; Systembroschüre; Sony Deutschland 1994
[10] Wikipedia; unter den angeführten Stichworten
 
Verweise:
 
Die vollständige PAL Patentschrift DE 1 252 731 finden Sie in der Suchfunktion des Deutschen Patentamtes.
 
Das erweiterte politische Umfeld zur Einführung des Farbfernsehens wird auch in der Studie von Andreas Fickers "Politique de la grandeur" versus "Made in Germany",
Politische Kulturgeschichte der Technik am Beispiel der PAL-SECAM-Kontroverse
ISBN 978-3-486-58178-2
erläutert.
 
Zum 40 Jahres Jubiläum der PAL Einführung ist auch ein Film initiiert von Schülern der Hochschule Mittweida entstanden, die sich „Papa PAL“ besonders liebevoll angenommen haben. Termine für die Erstaustrahlung sind noch nicht bekannt.
Aktuelles finden Sie HIER
 
Eine weitere Sammlung erster Color TVs finden Sie unter diesem LINK zu Marcels TV Museum.
 
 
ERGÄNZUNG und vertiefende Begründung zur Sowjetischen SECAM Entscheidung: 4 - 6/2008
 

"Zum Thema Secam in der damaligen Sowjetunion kann ich Ihnen aus meiner beruflichen Praxis einige Details nennen.

Vorab, ich war von 1970 bis Ende 2002 in der ursprünglichen Firma Fernseh GmbH, später Bosch, BTS etc. beschäftigt. In den Jahren 1973 bis Anfang der 80er Jahre habe ich als Service und Inbetriebnahme Ingenieur u.a. im Fernsehzentrum des russischen Fernsehen gearbeitet.

Die Entscheidung Russlands den Standard Secam zu übernehmen, war auch eine Frage der Magnetbandaufzeichnung. Das russische Fernsehen musste Sendungen zeitversetzt für die östlichen Landesteile senden, dies war nur möglich, indem man Sendungen aufzeichnete. Da Russland anfangs keine Aufzeichnungsmaschinen der Firma Ampex bekam, entwickelte man russische Maschinen die für Schwarz-Weiss Aufzeichnung gedacht waren. Ich erinnere mich an die Maschinen vom Typ Kadr 3 und 4.

Die Elektronik und Mechanik der Maschinen war aber nicht genügend stabil (Zeitbasis - TBC) um Farbsignale des PAL Standards abspielen zu können.

Der Standard NIR 4 war deshalb auch mit dieser gesendeten Referenz über die ganze Zeile ausgestattet, Zeitbasisfehler hätte der Empfänger ausgeglichen, ein sehr kluger Ansatz.

Das Secam Signal konnten diese einfachen Aufzeichnungsmaschinen sehr gut wiedergeben. (Solang der differentielle Phasenfehler nicht zu gross war...) Auch waren die bestehenden russischen Richtfunkstrecken nicht besonders für PAL Signale geeignet (Frequenzgang), Secam Signale wurden von diesen Strecken relativ unbeschadet übertragen. (Die Russen sagten immer, Secam, c'est toujour couleur..)

Interessant ist, dass die Firma Bosch damals ein komplettes Programm an Secam Geräten fertigte und in fast alle Secam Länder lieferte. (Sehr zum Ärger der Fa. Thomson/CSF)

Es gab sogar einen experimentellen 50Hz NTSC Ansatz (Siehe angeschlossener Beitrag) aus dem Hause Bosch Fernseh GmbH FESE."

Diesen wertvollen Ergänzungsbeitrag habe ich dankenswerterweise von Herrn Bodo Heyl / Reinheim D 4/2008 erhalten.

 
Nachtrag: Im Frühjahr 1981 standen erstmals mehr (PAL) Farbfernsehgeräte als Schwarzweißgeräte in den BRD Haushalten. (Quelle: Funkschau Heft 17 August 1981 Seite 32) 
 
Copyright:
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Unter Beifügung meines Namens als Quelle sowie meiner Adresse http://www.scheida.at/scheida/televisionen.htm können Sie den Artikel oder zusammenhängende Teile davon frei verwenden und veröffentlichen.
Die nochmalige Reproduktion der Bilder schließt diese Vereinbarung nicht ein und ist eine Genehmigung bei den Bildrechteinhabern einzuholen.
Wenn Sie weitere Details oder Modelle kennen schreiben Sie mir bitte ein Mail.
 
 
 
Den vollständigen Beitrag mit allen Bildern (~9 A4 Seiten) finden Sie hier als PDF Nachdruck zum Downloaden: (~2,8 MB)

40 Jahre PAL Farbfernsehen in Deutschland

W. Scheida 2007 www.scheida.at/scheida/televisionen.htm

Beitrag überarbeitet 6/2008 & 10/2009

 

PAL Farbfernsehen - War NTSC eine Alternative für Europa? 

Als Antwort auf den in der GFGF Funkgeschichte 2007 erschienenen Artikel  40 Jahre PAL Farbfernsehen in Deutschland (Siehe auch Veröffentlichung im RM.org) erhielt ich einige interessante Emails von Herrn Bodo Heyl - einem ehem. Bosch Fernseh GmbH Mitarbeiter, deren Kernaussagen Sie zu einem Text zusammengefaßt lesen können.

In der Annahme, daß die teilw. kontroverse Meinung der Fernseh GmbH zur PAL Diskussion auch andere fernsehhistorisch interessierte Leser erfahren möchten gebe ich auszugsweise einige Stellungnahmen frei.

Den Anlass bot oben angeführter Artikel, sowie die bei aller Würdigung von Prof. Walter Bruch entstehende Feststellung, das "... die Geschichtsschreibung zum Farbfernsehen in der zugänglichen Literatur (allen voran der Funkschau) sehr Walter Bruch lastig ist...", und eine alternative Sicht anderer Marktteilnehmer jener Tage zum Thema NTSC - PAL - SECAM mich natürlich schon sehr zwecks eines Vergleichs interessieren würde.

So soll bei Philips in Eindhoven das PAL System eigentlich 1968 als unnötig angesehen (over engineered..) worden sein, da zu dieser Zeit die Studio Technik so ausgereift war, dass die Phasenfehler und differentiellen Phasenfehler nicht mehr so gravierend waren. Auch die modernen Sender/Richtfunkstrecken waren wesentlich besser geworden. Es hätte ein europäisch angepasstes NTSC System ausgereicht...

US - NTSC:

Die späte Antwort auf die Frage eines Grundig Auszubildenden in den 1980er Jahren erfolgte ebenfalls in einem der Mails:

So war der Vorschlag an den Ausbilder nach einer Besprechung der Farbfernsehgrundlagen: "Man bräuchte ja bei NTSC nur eine (Farbträger) Referenzzeile in der vertikalen Austastlücke mitsenden, die eine automatische Nachstimmung des Farbträgers im Empfänger ermöglichen würde.............und den ganzen Aufwand von PAL könnte man sich sparen...."

Die damalige Antwort: Das würde nur bei der "statischen" Phasenverschiebung, jedoch nicht bei der differenziellen Phase (unterschiedliche Phasenverschiebung in Abhängigkeit des jeweiligen Luminanz{Helligkeits-}wertes) funktionieren............ 

Das es natürlich auch andere kluge Köpfe gab die sich schon früher Lösungen ausgedacht haben bestätigte sich hier: 

"Zur automatischen Phasenkorrektur hat in den 1970er Jahren Tektronix für NTSC in der V-Lücke ein VIR (vertical interval reference) Signal eingeführt, damit die Phase des Farbträgers automatisch korrigiert werden konnte.

Mit der Referenzzeile in der V-Lücke, da hat Tektronix das Referenzsignal auf einen 70% Luminanzwert, dem Leuchtdichtewert der durchschnittlichen Gesichtswerte gesetzt, .....da dieses System nur die "statische" Phasenverschiebung jedoch nicht die differentielle Phasenverschiebung korrigieren konnte.....

Bild: Tektronix VIR Deleter/Inserter - ein im PAL -SECAM Europa unbekanntes Gerät 

(nicht zu verwechseln mit den diversen VITS Generatoren die Prüfzeilen und später ganze Testbilder und Stationslogos generieren und einblenden konnten & können)

So hatte man die differentielle Phase/Amplitude etwas im Griff, und die Gesichtsfarbe ist ja das kritische...."

Irgendwo habe ich später gelesen, dass mit der PLL Kopplung der Sendersignale das NTSC Phasenproblem sich ohnehin bereits auf ein Minimum reduziert hat.

 

Offene Frage: Ist auf diesem Signal auch die AUTO Funktion der Sony Trinitron NTSC Farbfernseher begründet, die diese Funktion auch in der PAL Version manuell schaltbar ausgeführt haben?

Sony KV-1310 AUTO Color Funktion bei PAL  

6/ 2008 W. Scheida 

Lesernachricht:

Herr Rainer Z. aus Kürten schreibt mir auszugsweise im August 2010: 

.....Schade eigentlich, dass erst so lange nach dem Tode von Walter Bruch doch einige Mythen über ihn korrigiert werden. Ich kann mich auch u. A. an einem Auftritt in einer Fernsehsendung erinnern, wo er "PAL" einfach nur als eine Wortfindung ohne irgendwelche Bedeutung kreiert hat.

So weit ich mich erinnern kann, hat Walter Bruch auch in Interwiews nie behauptet, das Farbfernsehen erfunden zu haben. Er hat von einer Weiterentwicklung von NTSC gesprochen, um desssen Nachteile zu eliminieren.

....


Falls es Sie interessiert, ich habe 1962 mit einer Lehre als Rundfunk- und Fernsehtechniker in Köln begonnen. Kurze Zeit später konnte man plötzlich statt des üblichen Testbildes auf einmal diverse Dias, später auch Filme, vormittags sehen. Der WDR hatte damals ein Test-Farbstudio in Betrieb genommen und sendete über den Kanal 11, Köln, Farbsendungen. Es wurden auch Testbilder nicht nur in PAL, sondern auch abwechselnd in SECAM und NTCS gesendet. Das war aber nur an den entsprechenden Einblendungen zu sehen. Leider kamen wir damals auf der Werkstatt noch nicht in den Genuss der Farbe, weil ja erst kurz vor der Funkaustellung 1967 Farb-Geräte hier in Deutschland verkauft wurden. Die Industrie hatte sich darauf geeinigt, von einem gemeinsamen Datum an, (1/2 Jahr vor Beginn der Funkausstellung 1967?) Geräte an den Handel auszuliefern. Nur Neckermann (Körting Geräte) begann schon früher mit dem Verkauf. 

Damit die Händler schon vor der offiziellen Einführung der Farbe ihre Geräte vorführen konnten, wurde in der Zeit und auch noch später Farbtestsendungen ausgestrahlt.

Ich bin jedenfalls sehr froh darüber, dass ich die Einführung des Farbfernsehens haut- bzw. augennahe miterleben konnte. 1968 war es mit endlich finanziell möglich, mir einen 56er Farbfernseher von Blaupunkt (das mit dem Einheits-Chassis!) zu kaufen. Philips und Saba u. A. haben von Anfang an eigene Geräte entwickelt.

Herzlichen Dank für Ihre Arbeit an den Internetseiten.

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Z.
D-51515 Kürten im Bergischen Land

per Email am 10. August 2010 eingelangt

 

 

 

40 Jahre PAL Farbfernsehen auch als MP3 Hörbuch zum Downloaden!

11 Kapitel mit ~50 min. auf 41MB MP3 Dateien 

Kapitel 1 Einführung Kapitel 2 Kurzbiografie Bruchs Kapitel 3 Das 2. NTSC Kapitel 4 SECAM Kapitel 5 Erfindung v. PAL
Kapitel 6 Die Überzeugungsarbeit Kapitel 7 So fand PAL um die Welt Kapitel 8 Die ersten PAL Farbfernsehempfänger Kapitel 9 Neue Arbeit für Techniker Kapitel 10 Pragmatisches Nebeneinander
Kapitel 11 Schlusswort  

 

6.) Einführung des Stereo und Zweikanaltones

Systementscheidung zum A2/Stereotonübertragungssystem war im Februar 1980 (Quelle FS Heft 3/1983 Seite 10)

Einführungsdatum bei den Sendeanstalten: 

Zur Funkausstellung 1981 startet das ZDF Versuchsweise mit dem A2 Stereosystem (Quelle Funkschau Heft 6 Mai 1981 Seite 55) 

Die ARD wird aus Kostengründen lediglich in Berlin Tests durchführen. 

Loewe Opta hat als erstes Unternehmen 3 Stereo Farb TV Geräte vorgestellt. (Quelle Funkschau Heft 6 Mai 1981 Seite 55) 

Senderliste des ZDFs: (Funkschau Heft 13 Juni 1981 Seite 12)

Salora, Körting & ITT bieten Nachrüstsätze bzw. Beistelldecoder an. (Quelle Funkschau Heft 13 Juni 1981 Seite 8)

Wie auch bei PAL usw. gibt es Schutzmaßnahmen gegen die Fernostkonkurrenz die über Patentschutz ausgefochten werden.

Träger der Patente ist das IGR Interessensgemeinschaft für Rundfunkschutzrechte Düsseldorf. (Quelle Funkschau Heft 17 August 1981 Seite 8)

Günstigstes Stereogerät 1981 von Quelle 51cm um 1.698 DM. (Quelle Funkschau Heft 18 September 1981 Seite 30)

7.) Einführung von Videotext (Teletext:)  

WDR strahlt seit Januar 1983 auf seinen 3. Programmen 40 Seiten Videotext aus.(Quelle FS Heft 5 März/1983 Seite 28)

Mit Ende September 1982 waren in der BRD 21.802.524 Fernsehempfänger davon 1.610.230 Gebührenbefreit angemeldet. (Quelle FS Heft 3/1983 Seite 24)

Für den Farbempfang der NTSC AFN Sender ausgestrahlt für die in Deutschland stationierten Einheiten bot die Firma Egis NTSC Nachrüstsätze um DM 247 an (FS 7/1983 S 127) 

Lt. WRTH 1961 wird ein von der Air Force unterhaltener Fernsehsender auf Kanal 20 (US od. CCIR G?)  mit 1.000 Watt betrieben. 

 

8.) Umstellung auf DVB-T 

Umstellung der Sender auf Vertikalabstrahlung und Einstellung der Band I Frequenzen

    

Ein Klassiker als Stellvertreter einer vergangenen Zeit: Am 25.11.2008, um 00:16 Uhr wurde der letzte Analog TV Sender im Band I, der Sender Ochsenkopf mit ARD auf Kanal E4, abgeschaltet. 

 

 

 

 

©2005/2006/2007/2008/2009 & 2010  - W. Scheida  gehörend zu www.scheida.at/scheida/televisionen.htm

Updated: 10.08.10