PHILIPS Antoinette - FM/AM DE LUXE Weltempfänger L6T38/22 aus 1966 - ein ikonischer Gegenspieler von James Bond

PHILIPS "Transworld"  

  Bild: Auch als PHILIPS "Transworld" tituliert findet er sich in vielen Sammlungen


 

EINLEITUNG:

Zugegeben, hier verschwimmen die Erinnerungen darüber inwieweit mir dieser Philips Antoinette Weltempfänger mit seinem markanten chromfarbenen Frontgrill zuerst als virtueller Radiosammler untergekommen ist, oder aber er mir gleich schon vor sehr vielen Jahren im James Bond Streifen "Feuerball" aus 1965 als Blofelds seinerzeit aktuelle Filmrequisite aufgefallen war und ich ihn viel später einmal in der Xten Wiederholung letztlich identifizieren und zuordnen konnte ehe sich auch andere in der weltweiten Sammlergemeinde diesen Thema vermehrt zuwandten.

Nebst dem Unternehmen SONY mit seinen insbesondere markanten Monitoren, wobei im Film sogar deren schwarz/weiß TV Empfänger zudem im fahrenden Auto plötzlich ein Farbbild, zudem ohne Bildrauschen und sonst üblichen Schatteneffekten darstellen konnten war auch PHILIPS in mehreren Streifen mit seiner Gerätschaft sehr präsent.

"Und wo ist da die Kamera? Ich sehe nirgendwo die Kamera"

folgte einst eine kritisch und zugleich berechtigt in die Runde geworfene vorwurfsvoll gestellte Suggestivfrage um 1990 meines einstigen damals schon älteren Kollegen "Ludwig W." in der GRUNDIG TV Servicewerkstatt Wien 12 als im ORF Vormittagsprogramm der Streifen "Man lebt nur zweimal" (1967) als Wiederholung auf den zu testenden Fernsehern im Hintergrund lief.

Der PHILIPS Modell N2205 Kassettenrekorder, auch ich besaß einen solchen als Geschenk erhalten einige Jahre, ehe zu Teer verschmolzene und verklebende Antriebsriemen mir die Lust an der weiteren Beschäftigung damit raubten gehörte ebenso dazu wie im Film "In tödlicher Mission" aus 1981 der Philips Bildmonitor. 

So auch im Film "Moonraker - Streng geheim" aus 1979, der ein WELTRON Musikcenter der 2000er Geräteserie gar im Privatjet herumfliegen ließ und diese Geräte schon seit ihrer Modelleinführung eine bis heute gültige Designikone darstellen.

Britische Pye UKW/VHF Funkgeräte finden wir in "Goldfinger" aus 1964 wo auch der Ohrhörer wie bei "unserem Philips" hier seine Szene wenngleich in anderer Verwendung stehend hat.

Ein ordinäres Channel-Master Transistorradio das für Blofeld verschlossene Türen zu Spectre per Code zu öffnen vermag und siecher viele mehr.

Der PHILIPS bzw. US Amerikanische Ableger NORELCO wiederum stattete den MI6 Leiter "M" mit ihrem Bürointercomsystem für die Kommunikation mit "Ms. Moneypenny" aus.

Eine Geräteklasse die mir als Extrakt ganz profan aus dem ehemaligen GRUNDIG Fernsehwerk Wien 12 jüngst in die Hände gespielt wurde.

Wo hier die Grenze der exklusiven Filmrequisiten und einem gezielten wohl teuer erkauften Productplacement der einzelnen Hersteller lag wissen wohl nur die Filmemacher selbst. Vieles war ja hinsichtlich der Markenlogos auch abgedeckt worden.

Die ersten Filme wie es hieß, hatten noch nicht die spätere Akzeptanz Werbetreibender gefunden was sich zunehmend ändern sollte.

Gemeinsam hatte obige Gerätschaft, das sie von jedermann soweit wirtschaftlich aufgestellt, am freien Markt kaufbar waren.

Etwas was sich von den "echten Agentengadgets" bereitgestellt von Waffenmeister "Q" bekanntermaßen unterschied.

Bodenständiges:

Am Breitenfurter Frühjahrs-Radioflohmarkt 2026 aber wurde zu einem durchaus attraktiven Kurs unter 200 Euro wieder einmal ein solcher Philips Antoinette lt. Angabe des Abgebers in einwandfreien Funktionszustand angeboten.

Knapp war ich schon dran zuzuschlagen ehe es dann doch Angesichts weiterer angebotenen Gegenstände anders kam....

 


Inhalt:

  1. Einleitung

  2. Mein Philips Antoinette

  3. Geräteeckdaten

  4. Drehbares Radio

  5. Privates hören

  6. Was er nicht kann

  7. Philips Modellkunde zu deren "Weltempfängern"

  8. Der Wettbewerb

  9. Die Technik des Antoinette

  10. Gerätetest

  11. Abgrenzung

  12. Quellen und Literaturnachweis

  13. Weitere Lesetipps des Autors


Mein Philips Antoinette

Wenige Wochen später folgte in meiner erweiterten Wohnregion eine Hausräumung die unter dem Titel "Radio - Dachboden Fund" annonciert war. Diese versehen mit der Drohung ihn demnächst in den Sperrmüllcontainer zu werfen wenn er nicht in Bälde abgeholt werden würde und er so engagiert seinen Weg zu mir fand.

Man darf wieder beginnen an Zufälle zu glauben...

Das Gerät war in technisch unbekanntem jedoch optisch fast einwandfreien Zustand. Wie häufig üblich gab es etwas "speckige" Bedienelemente aber nichts gravierendes.

 Bild: Die Doppel-Antennen- Eine Spitzenleistung! "Sie sind der Meinung das war Spitze?" - Dann hatten Sie recht. Denn es war eben einmal...

Am markantesten waren leider die fehlenden je oberen 2-3 Teleskopantennensegmente mitsamt den "zierlich Barock" wirkenden Antennenspitzen.

Nicht mehr vorhanden bzw. vollständig weggerieben sind die vier schwarzen Gummifüße am Drehstandfuß deren Metallgestell nun an der Tischoberfläche kratzt.

Der ebenso in der Drehung selbst etwas schwergängige Drehfuß bedarf wohl ebenso einer Schmierung.

So ganz nach dem abgewandelten Mechanikermotto: "Der besser schmiert, der besser hört"

Zwar habe ich die Philips typischen 12NC Bestellnummern wie sie seinerzeit von Philips ausdrücklich wie in der Zeichnung zu sehen gewünscht wurden.

 Alleine nützen tut mir dies für die Antennen (4822 118 00165) und die Standfußgummis (4822 108 00683) nach all den Jahrzehnten nichts. Somit spare ich eben keine Zeit beim Suchen.


Geräteeckdaten:

Mehr als meine mittlerweile doch ein wenig wachsende Sammlung an Kofferradios, vornehmlich die mit einer eher besseren Ausstattung in Sachen Komfort, insbesondere am Suffix >De Luxe< erkennbar, fällt der PHILIPS Antoinette (-Radio; daher von mir mit Artikel DER beschrieben) als sehr Großvolumig auf.

Auszug zu meinen bisherigen "Weltempfänger" Gerätevorstellungen zum:

  1. SABA Transall de Luxe E 

  2. Telefunken Bajazzo de Luxe 201

  3. Sony Captain 55

  4. ITT-Schaub-Lorenz Touring 70 de Luxe 

  5. GRUNDIG Ocean Boy 209/210

  6. GRUNDIG Satellit 208 (in Fertigstellung)

  7. GRUNDIG Satellit 500 (in Fertigstellung)

  8. SELENA WEGA 215 

  9. PHILIPS D2999 PLL (in Fertigstellung)

Der Klang mit dem großen Lautsprecher wird es jeden cm³ Gehäuse danken,

Bild: "Er wollte ja nur kurz die Nachrichten hören"....Ingenieure im weißen Arbeitsmantel erläutern dem geneigten Käufer eindrucksvoll die über 20 Funktionen. Quelle: PHILIPS Werbung 1966

Technisch ist es ein Einfachsuperhet mit 11 Germaniumtransistoren und 8 Dioden.

6 kg Gewicht mit Batterien, bei 370 x 260 x 120 mm Außenmaßen setzen schon eine Benchmark bei 80 mA Stromaufnahme.

An Bändern bot er damals bereits mit eigenen Antrieb und Abstimmungsskala das UKW Band bis 108 MHz an, sowie getrennt per AM Abstimmung KW in vier Bändern von 1,6 (Marine Band) bis 27 MHz nebst MW und LW.

Letzteres etwas erweitert bis 415 kHz für den Empfang von Funkbaken/Navigationsfunkfeuer.

Etwas nachteilig wirkt die UKW Skala die nur von oben ablesbar ist, was beim Sitzen am Tisch nachteilig ist.

Die Frequenzbänder sind per festen und haptisch gefühlt gut einrastenden Tastendruck anders als beim Wettbewerb mit dort häufig einer Trommelabstimmung abrufbar.


Spezialfeature: Man kann ihn sich drehen wie man ihn braucht

MW und Langwelle ebenso, wobei die Langwelle per hochklappbaren zudem stabilen Peilrahmen in Verbindung mit dem drehbar angeordneten Standfuß mitsamt einer 360° Skala eine Richtungsortung ermöglichen soll.

Ob diese Funktion eine intensive und gar brauchbare Anwendung bei den Käufern fand bleibt vorerst dahingestellt.

Faktum ist, das im mir leider nicht vorliegenden mehrsprachigen Philips Bedienungsanleitungsbüchlein neben der Zeitzonenthematik auch und insbesondere das Peilen und Geschwindigkeitsfeststellen im Navigationsbetrieb per Tabellen und Tafeln erläutert wird. 

Bild: "Tabellenerster"; Aus dem Philips Handbuch

Als ein eher seltereres Feature an Geräteausstattung darf es allemal gelten. Zumindest konnte man sich damit auch im Heimanwendungsbereich for Freunden und Gästen vielleicht ein wenig "wichtig" machen.

Als echte (semiprofessionelle) Gerätschaft mit ebensolchen Peilrahmen kenne ich unter anderem den Aqua-Guide Direction Finder CH-704 von Columbian Hydrosonics, NY wo dies für eine Schiffsnavigation gedacht war.


Privates Hören:

Was ich in dieser Form, andere Hersteller hatten zwar eine mono Kopfhörerbuchse dazu sowie auch ein Aufbewahrungsfach (z.B. Sony Captain 55) integriert, das ist eine hier per Druckknopf lösbare Verriegelung eines Ohrhörers bei dem mit rastbaren Federzug gespannt rund 100 cm Kabel bis zum rot gekennzeichneten Kabelende herauskommen um eben privat und ungestört "geheime" Funknachrichten zu Empfangen.

Dies hat denke ich nur dieser Philips je gehabt.

Bild: Rückansicht mit dem per Tastendruck herauslösbaren Ohrhörer

Geräte dieser Art wurden im Westen tatsächlich von DDR Ostagenten zum Abhören der Nummernsender mit den Einsatzcodes verwendet da sie als relativ unauffällige Geräte in einem Haushalt angesehen wurden konnten.

Hierfür bietet der äußere AM Abstimmring die Möglichkeit zur Feinabstimmung.

Ganz ideal finde ich jedoch die versenkten Abtsimmorgan enicht. Da ist ein griffiger Drehknopf zu bevorzugen.

Bezogen auf den fest integrierten Ohrhörer ist es zwar ein tolles Extra.

In der Praxis, und so ein Teil muß mitunter vorzeitig wegen defekt gewordenem Kabel oder intensiven Gebrauch ausgetauscht werden was dann nur der Fachbetrieb mit einem damals noch erhältlichen Originalersatzteil zu wege bringen wird.

Dies, anstelle dass der Hörer sich einfach einen frei ansteckbaren 3,5mm Klinkenstecker Ohrhörer seiner Wahl im Zubehör kauft und selbst wieder ansteckt. Etwas was auch der besseren Hygiene zuträglich wäre.

 

Bild: Youtube "faxenmacher 2.0" Videoserie "Der Illegale" aus 1972 mit dem jungen Götz George als östlichen Geheimagenten.

Hier als Filmszene, die Realität bezogen auf das Kurzwellenabhören war aber nur wenig anders. Ebenso unter dem Stichwort "Nummersender" kann man sich auf YT einmal in diese eigentlich monotone Routinearbeit eines Agenten hineinhören.

Das Gerät arbeitet mit 6 x 1,5V Monobatteriezellen Bestückung. Alternativ kann ein 9V Netzteil das Gerät betreiben.

Es sind ferner diverse symmetrische wie auch Koaxial-Autoantennenstecker Anschlüße vorhanden wie auch Buchsen für einen Zweitlautsprecher sowie die damals obligatorischen 5 poligen DIN Buchsen.

Die per Drucktaste beleuchtbare Abstimmskala findet sich unter einem eleganten schützenden Klappdeckel der auch eine "Weltzeituhrenscheibe" integriert hat.

Ausreichend brauchbar ist die zentrale wie üblich bei Batteriebetrieb zuschaltbare Skalenbeleuchtung. Elegant aber wirkt sie nicht, denn da wäre eine homogenere diffuse Ausleuchtung mit zumindest zwei Glühlämpchen angesagt gewesen. 

Es war die Zeit dieses Geräts eben die Hochzeit des weltweiten Kurzwellenempfangs, sei es für staatliche Organisationen, aber eben auch interessierten Hörern.

Zuschaltbar ist weiters eine externe NF Quelle was damals ein Tonbandgerät oder Kassettenrekorder zudem auch mit Aufnahmemöglichkeit sowie ein Schallplattenspieler gewesen sein könnte.

Als dem AM Empfang gewidmete Sonderfunktion gilt die manuell wie auch im Automatikbetrieb frei wählbare AGC - Automatische Verstärkungsregelung die jedoch auch bei UKW wirkt.

Nicht überall (z.B. Telefunken Bajazzo de luxe 201) bietet dieserlei Gerätschaft auch eine Instrumenten-Abstimmanzeige. Umschaltbar zudem als Indikator für den Batteriezustand.    


Was kann er nicht?

Was das Gerät nicht ist,


 

Modellkunde bei PHILIPS:

Zwar damals durchaus modern aber schon etwas inflationär war bereits der durchaus naheliegende Begriff >Transworld< bei ähnlichen als "Weltempfänger" konzipierten Geräten von allen möglichen Herstellermarken in Verwendung.

So auch sehr breit gefächert beim japanischen Hersteller SANYO mit u.a. deren 17H-815 Weltempfänger.

Aber auch vielen anderen Herstellern wie bei Grundig, Saba, Bush (GB), Channel-Master und Philco (US) nebst anderen.

>Transall< und >Trans-Ocean< gaben weitere Wortbildungen zum Thema  Weltempfang im Wohnzimmer ab wie weitere Anbieter Zeugnis ablegen.

 

Bild: Viele wenn nicht gar "alle" Märkte deckte Philips seinerzeit ab. Hier war Frankreich ab 1.350 Franc dabei. Bei den Briten wiederum bot sich Philips gar als "The Friend of the Family" um 100 gns zuzüglich Steuern an. 

Interessanterweise findet sich an der Bedienungsanleitung, selbst vom US Ableger Norelco wo er "FM-AM DE LUXE Portable L6X38T" heißt, wie auch auf den Geräten selbst keine >Transworld< Namensgebung!

Der französische Name "Antoinette" als weibliche Form für Anton findet sich selbst ebenso nicht am Gerät sondern nur in der Serviceanleitung, und war bei Philips nicht Exklusiv bereits bei anderen bodenständigen Geräten bis hin zu deren TV Geräten in Verwendung. 

Bild: Namensnachweis an der Deutschen Serviceanleitung aus 1965

Von Philips kennen wir das Gerät ab 1963 bis 1971 aufgeteilt in unterschiedliche Modelltypen, Fertigungsstätten und Vertriebsmärkte wie bei diesem Global Player ohnehin bereits geläufig.

Ein Typ, von dem es unterschiedliche Suffixe gab.

Gefertigt  Markt  Modell  Details  Saison     
             
Niederlande  L6X38T/01   452 kHz AM ZF, 
Belgien? L6X38T/02   Unterschied zum /01 durch andere Rückwand (Netzteilbuchse) 1963/64? u.a. mit Ser. Nr. PL 26109 bekannt
    L6X38T/22  460 kHz AM ZF,   1965/66     
Niederlande  US  Portable L6X38T/54  gefertigt in Holland jedoch vertrieben in den USA als Tochtermarke Norelco Portable L6X38T/54 u.a. bekannt Seriennummer PL 87615 oder PL 220228 mit einem Zweitsticker PL02 L6X38T/02 für 452kc 13 9 1966
    L6X38T/62   460 kHz AM ZF,  1965/66     
Deutschland    22RL798/00 sowie /15  /00 mit 452 kHz AM ZF,   1969-1971     

Meiner trägt die /22 mit der Seriennummer sowie einem Datumaufdruck für 1966, also dem zweiten Modelljahr und weist wohl für Mitteleuropa 460 kHz als AM ZF Frequenz auf.


"Weltempfang" bei Philips 

Philips bot immer wieder "Weltempfänger" mit mehr oder weniger technisch ausgereizten Spezifikationen, wobei in den 1980er Jahren der D2935 PLL hin zu einem ebenfalls von mir bereits analysierten Philips PLL Empfänger D2999 langsam das Thema hat ausklingen lassen.

Ein Blick wiederum auf den 5. Kontinent zeigt uns u.a. mögliche Vorgänger dieses Weltkonzerns mit dem 1963 bis 1965 von Philips Australien gefertigten Transworld 64 425 (L4X25T).


Blick auf den Wettbewerb:

In Sachen Designikone würde sich auch der BRAUN T1000, wie man hier sieht in französischen Radiostationen als Monitorempfänger im Einsatz, gut machen. Der hat zudem einen BFO für SSB Empfang was ihn auch in vielen Botschaften im Einsatz finden ließ.

Die Modelle der GRUNDIG Satellit, ja selbst Ocean Boy Reihe, die ITT-Schaub-Lorenz Touring Empfänger, SABA Transall Modelle, Nordmende Globetrotter bis hin zum SIEMENS um nur einige markante europäische Kofferradiomodelle anzuführen standen dem Käufer alternativ am Markt zur Verfügung.

Nebst dem GRUNDIG Ocean Boy mit seiner ebenso schön chromblitzenden Front aber sticht der Philips vom Design her doch etwas hervor und steht etwa mit bestimmten Modellen der (US) Zenith Trans-Ocean Serie wie auch dem SANYO in einer Reihe nebst ab den 1970er Jahren aufgekommenen Klons und Phantasiebezeichneten Empfängern gewissermaßen als Trittbrettfahrer dieses Designtrends am Markt.


Die Technik des PHILIPS Antoinette

Das Gerät gilt als Komplex und verschachtelt aufgebaut. Schwierigkeiten macht mitunter der sehr klein und eng konzipierte UKW Tuner im Fall einer Reparaturnotwendigkeit. Zudem er nie zum Reparieren gedacht war.

"Idealweise" nur zeitweise ausfallende Germaniumtransistoren machen das Leben für Besitzer wie auch Techniker nicht leichter.

Mein Modell werde ich bis auf weiteres von einer Reinigung abgesehen nur allgemein Testen und als eindrucksvolles optisches Anschauungsobjekt in meiner Sammlung belassen.


Erster Gerätetest

Nach wohl sehr vielen Jahren des herumstehens am (im Sommer sicher sehr heißen) Dachboden des Vorbesitzers fülle ich das Gerät mit 6 Batterien zum Testen.

Mein vorhandenes Netzteil kann ich ad hoc aufgrund der "ewig falschen Steckerpolung" nicht anstecken. Bekanntlich hat da jede Marke und zudem über die Modelljahre ihr jeweiliges Konzept zu stetiger Inkompatibilität hin geändert. Nach kurzen Unterbrechungsbeseitigungen spielt das Gerät.

Klar dass die Regler und Tastenaggregate vielfach aussetzen und zum Teil etwas schwergängig sind.    

UKW spielt brauchbar. Die AFC rastet ein wie erwartet ein. Lautstärke, Bass- und Höhen vom Klang her liefert das was man dem 1960er Gehäusevolumen abverlangen würde.


Abgrenzung

Wie immer erfolgen alle Marken- und Modellnennungen nur in beschreibender Weise und wird auf die jeweils aktuellen Marken- und Rechteinhaber und deren Ansprüche verwiesen.

Ebenso folgt die Nennung politischer Orientierungen nur dem Verständnis des geschichtlichen Kontextes.


Quellen & Nachweise:

  1. Eigengerät L6X38T/22 aus 1966 mit Seriennummer PL 58304
  2. Schaltungen und Servicemanuals u.a. auf Elektrotanya sowie Archive.org abrufbar (Stand 4/2026) 
  3. Diverse Werbeschaltungen von Philips
  4. Schaltungen und mehr auf https://archives.doctsf.com/
  5. (Stand 5/2026)

Suchbegriffe: Weltempfänger, James Bond 007, Blohfeld, PhilipsPhilips Antoinette, Transall,


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© Textzusammenstellung 5/2026; W. Scheida/Wien Medienhistoriker, zu  www.scheida.at gehörend

Letzte Überarbeitung: 07.05.26