Televisionen - Austria TV Die Geschichte des Fernsehens in Österreich
1/2007 Update: 22.01.12
Radios & Historische Medientechnik richtig betreiben

Die zunehmende Beliebtheit der schönen Designs von alten Radios, Tonbandgeräten oder auch Fernsehgeräten als geschmackvoller Eyecatcher in der Wohnung wie es die einschlägigen Auktionshäuser wie Ebay oder auch das Dorotheum Wien beweisen, führt zum oftmaligen Wunsch diese Geräte gerne auch fallweise in betrieb nehmen zu wollen.
Denn erst das eröffnet die Möglichkeit, auch haptisch fernab von der PC Maus und dem iPod Hand an die Regler zu legen, akustisch den guten satten Basston zu hören aber auch mit dem Verspüren der ausströmenden Geruchsaura Anteil an der „guten alten Zeit“ zu haben.
Das dieses Vorhaben bei rund 40 bis 50 Jahre alten Geräten ein gewisses Grundwissen bedarf um Enttäuschungen zu vermeiden darüber sind sich viele im Klaren.
Die Kursteilnehmer erfahren in diesem rund vierstündigen Einführungs-Seminar über die
Medial unterstützt wird das Vorhaben von der internationalen und zugleich größten virtuellen Sammlervereinigung für historische Medientechnik, dem www.Radiomuseum.org, in Verbindung mit der lokalen Österreichischen Institution des Vereins der Freunde der Mittelwelle mit deren seit Jahrzehnten erscheinenden Printfachmagazin der „Radio Bote“.
Mitzubringen: Schreibmaterial und
Interesse
Teilnehmergebühr: Der Teilnehmerbeitrag
wird von der VHS bestimmt, siehe nachstehende Links für Ihre Anmeldung DIREKT
bei den VHS!
Die Termine 2012:
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Datum |
Ort |
Link
für Anmeldung und Zusatzinformationen |
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18.02.2012 15:00 |
VHS Schwechat/NÖ |
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10.03.2012 15:00 |
VHS Deutsch Wagram/NÖ |
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Zu Besuch beim "Fernsehmayer" einem Wiener Privatmuseum für historische Fernsehgeräte aus Österreich
PDF (~400kB) Artikeldownload: Die Schätze aus der TV-Steinzeit
Zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung der "Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH" dem Herausgeber des Magazins www.elektrojournal.at
Weiterer Dank gilt Herrn Mayer für die schöne Präsentation seiner interessanten Gerätesammlung!
Anmerkung zum Text: Der beschriebene Tesla Fernseher ist ein Geradeausempfänger und hat daher keinen ZF Verstärker!
Als das Fernsehen nach Österreich kam: As Television starts in Austria
Kapiteleinteilung:
Liste österreichischer Fernsehgeräte zum Fernsehstart ab 1. August 1955
Wiederbelebung von österreichischen Fernsehgeräteklassikern aus den 1950er Jahren:
Zeitschiene zum österreichischen Farbfernsehen bis zur Gegenwart Teil 2:
1929 baute Ing. Josip Sliskovic von der Firma Kapsch die erste Versuchsanlage und stellte damit auf der Wiener Frühjahrsmesse 1930 (mechanisches 30 Zeilen) Fernsehen vor (soll heute im Techn. Museum Wien stehen). Und ebenfalls bereits in den 1930er Jahren gab es an der Technischen Hochschule Wien erste Versuche zu einem 180 Fernsehsystem samt einem ersten Sender unter der Leitung von Professor Friedrich Benz an dessen praktische Breitenumsetzung nicht zuletzt wegen der Wirtschaftskrise und dem Bürgerkrieg (Feb. 1934) nicht zu denken war.
Gemäß dem Buch "John Swift - Adventure in Vision - the first 25 years" hoffte im April 1935 Oskar Czeija der Direktor der RAVAG (Radio-Verkehrs-Aktiengesellschaft) darauf "Experimente durchführen zu können wenn die Umstände besser sind".
"Derzeit sei das ... Fernsehen ein Chaos an Experimenten." Zur RAVAG Jubiläumsausstellung (um den 30. 9. 1934 ?) hatten die Österreicher die Möglichkeit 180 Zeilen Fernsehen demonstriert zu bekommen.
Ernsthafte Pläne für das Fernsehen als ein publikumstaugliches Breitenmedium hat es nach gegenwärtigen Erkenntnissen nicht gegeben.
Nach dem "Anschluß" 1938 sind mit 1939 auch eine (Fernsehtaugliche) Breitbandkoaxialkabelverbindung (510) von München nach Salzburg und weiter nach Wien gebaut worden, wobei durch eine (geplante) Stichleitung nach Berchtesgaden auf den Obersalzberg dem "Führer" gemäß Festtagsrede von Oberpostminister Ohnesorge von 1938 die Möglichkeit geboten werden sollte in den deutschen Gauen wie in einem Bilderbuch zu blättern. Es blieb bei der Nutzung des Kabels für den Vielband(sprech)verkehr der zum 1. Europäischen Postkongress in Wien im Oktober 1942 aufgenommen wurde. (gemäß Goebel "Das Fernsehen in Deutschland").
| Bild: Der Plan Wien, alias Ostmarkgebiete über Nürnberg zu versorgen 1939[1] | Bild: Der geplante Stand 1945 lt. Goebbels Wien über Salzburg zu versorgen |
Vorbereitungen für das Fernsehen nach 1945:
Erst in den frühen 1950er Jahren nach dem 2. Weltkrieg wurde der Wunsch nach einer Realisierung des Mediums für ein breites Publikum immer lauter.
Das Österreich noch nicht frei war und auf Alliierte Vorgaben achten musste beweist dieser Artikel aus FT Mai 10/1951:
| Wien: Die Generalpostdirektion bereitet zur Zeit die Aufstellung einer Fernseh-Versuchsanlage in Wien vor. Sie soll Studienzwecken und der Schulung des Postpersonals dienen. Leider verhindern die Bestimmungen der Besatzungsmächte drahtlose Ausstrahlungen, so daß der Betrieb nur im Kurzschlußverfahren durchgeführt werden kann |
Welche Faktoren es zu berücksichtigen galt sehen Sie in der "Radiotechnik 6/1951":
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Fernsehen
kommt
! Wir
wissen, daß in Amerika das Fernsehen einen breiten Raum im täglichen
Leben des Volkes einnimmt, von dessen Ausmaß wir uns hier kaum eine
Vorstellung machen können. Es ist dies ein Beweis, daß der
Fernsehrundfunk neben der technischen Sensation der Oberwindung des
Raumes für das Bild mehr ist als eine Ergänzung des Hörrundfunks
und daß seine Ausbreitung auf die ganze Welt unaufhaltsam und nur
eine Frage der Zeit ist. Kommt doch das Fernsehen einer Triebfeder
entgegen, die auch der Grund. für die allgemeine Einführung vieler
anderer technischer Fortschritte ist, das ist dem Bang nach einem
reicheren und bequemeren Leben. Das Fernsehen hat somit alle Aussicht
auf eine weltweite Verbreitung, soweit es die wirtschaftlichen Verhältnisse
nur irgendwie zulassen. -
Nach Amerika wird es als nächster Kontinent zweifellos Europa
sein, in dem das Fernsehen in den nächsten Jahren Fuß fassen wird.
Das Argument, das immer wieder vorgebracht wird, daß das Fernsehen
noch zu teuer sei, kann diese Entwicklung nur verzögern, aber
keinesfalls aufhalten. Bestimmt hat dies für die verarmten Länder
des Kontinents in weit höherem Ausmaß Gültigkeit als für die Neue
Welt. Aber bereits England gibt den Beweis, daß auch in einem europäischen
land, das im öffentlichen und privaten Leben sparsam wirtschaften
muß, der Fernsehrundfunk begeistert aufgenommen wird und immer
breitere Kreise erfaßt. Mit demselben Argument könnte man, um nur
ein Beispiel zu nennen, auch die Motorisierung als zu teuer ablehnen. Die
Kriegsfolgen sind heute, sechs Jahre nach Kriegsende, in Europa so
weit überwunden, daß auch in den Ländern des Kontinents an den
Beginn des Fernsehrundfunks gedacht werden kann. In vielen Staaten
läuft bereits ein Versuchsbetrieb, der über kurz oder lang zu einem
regelmäßigen Sendebetriebführen wird. Dieser wird, wie schon
mehrmals hervorgehoben wurde, allerdings einen Programmaustausch
zwischen den einzelnen Ländern zur Voraussetzung haben. Welche
Rolle wird nun Österreich im europäischen Fernsehrundfunk spielen?
Die Studienreisen österreichischer Fachleute, an denen auch unser
Schriftleiter teilgenommen hat, im Vorjahr nach Holland und
Deutschland und kürzlich· nach Frankreich und der Schweiz, haben
bestätigt, daß die technische Entwicklung. so weit ausgereift ist,
um auch ein anspruchsvolles Publikum zu befriedigen. In den genannten
Ländern läuft bereits ein Versuchsbetrieb, in Frankreich wird
bereits ein regelmäßiges Programm gesendet, wie wir an anderer
Stelle des Heftes berichten. Auch in den anderen Ländern wird eine
regelmäßige Sendung von Programmen nicht mehr lange auf sich warten .
lassen. Insbesondere in Deutschland, das schon vor mehr als einem
Jahrzehnt unmittelbar vor der allgemeinen Einführung des
Fernsehrundfunks gestanden ist - das Modell eines preiswerten
Empfangsgerätes mit rechteckiger Bildröhre war bereits entwickelt -,
wird das inzwischen Versäumte bestimmt rasch aufholen. Daß dies
in kurzer Zeit möglich ist, hat die Einführung des
UKW-Rundfunksbewiesen. In Österreich beschränken sich die technischen Vorarbeiten, wie wir laufend berichtet haben, auf den Ankauf eines kompletten Versuchssenders durch die Post und den Aufbau einer Studienanlage an der Technischen Hochschule Wien. Beides ist aber unzureichend, um einen breiteren Kreis von Technikern Gelegenheit zu geben, sich praktisch mit der Fernsehtechnik vertraut zu machen - eine unbedingte Voraussetzung für die Aufnahme des Empfängerbaues durch unsere Industrie und für die Heranbildung von Technikern für den Servicedienst. Die Entwicklung der Fernsehtechnik an einer zentralen Stelle großzügig zu fördern, ist daher eine Notwendigkeit, der sich der Staat und alle an der heimischen Technik interessierten Stellen nicht länger verschließen können. Dasselbe gilt für den künstlerischen Sektor. Unser Land ist wie kein zweites geeignet, das europäische Programm zu bereichern, auch wenn man von einmaligen Fällen, wie den Salzburger Festspielen oder der Wiener Staatsoper absieht. Der laufende tägliche Bedarf an guten Programmen ist aber so groß, daß sich hier ein umfangreiches Arbeitsgebiet für begabte Künstler und Regisseure eröffnet, dessen wirtschaftliche Bedeutung nicht unterschätzt werden darf. Die Voraussetzung hierfür ist aber auch die Einrichtung eines Studiobetriebes, ähnlich wie es in Berlin geschehen ist, in dem sich unsere Künstler und ihr Nachwuchs mit den Anforderungen der neuen Kunstrichtung vertraut machen können. Wenn erst die Richtstrahlverbindungen ihren Betrieb aufnehmen, ist es zu spät dazu. Auch hier ist eine großzügige Förderung vordringlich und wichtiger, als die laufende Deckung der Fehlbeträge von anderen Kunstinstituten! Im Gegensatz dazu würde sich eine solche Investition sehr bald bezahlt machen; schon jetzt könnte Österreich einen "sichtbaren" Export mit Fernsehfilmen durchführen und später laufend über die Richtstrahlverbindungen nach den Nachbarländern übertragen. Nur eine rasche und großzügige Förderung von zentralen Stellen zum Studium der technischen sowie der künstlerischen Fragen des Fernsehens wird es ermöglichen, daß auch bei dem vor der Tür stehenden Fernsehrundfunk in Europa Österreich einen seiner kulturellen Bedeutung entsprechenden Beitrag leisten kann. |
Eine sehr schöne Seite mit Details entnommen aus dem ORF Rückblick 1955 finden Sie hier : http://members.aon.at/wabweb/frames/tvaf.htm
Die Zeitschiene zum Österreichischen Fernsehen:
Ende 1952: Selbstbau einer Fernsehkamera für Versuche beim ORF
Herbst 1954: öffentliche Vorstellung des Fernsehens im Künstlerhaus
Dez. 1954: Beschluß zum 20 Wochenstundenbetrieb mit Ende 1956
1. August 1955: Inbetriebnahme provisorischer Fernsehsender (Wien 12, Graz, Linz & Salzburg)
1956: Ersatz der prov. Sender Kahlenberg, Schöckl und Gaisberg
Ab 1958: Jauerling, Patscherkofel, Pfänder folgen sowie UHF! mit Kanal 27 am Sender Kahlenberg
Quelle: Bilanz eines Jahrzehnts ORF 1957 Technische Abteilung
Bild 1961: Das neue Medium musste man sich erst einmal leisten können! Ratenzahlung war der persönliche Beitrag des Einzelnen zu dem was man später Wirtschaftswunder nannte.
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196X: Das zweite Programm "FS 2" geht im neuen Frequenzband UHF als Versuch auf Sendung
196X: Das zweite Programm geht in den regulär Betrieb
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54 Jahre Rückblende: 1955 – 2009 Das Land Österreich, konkret die für die Medien zuständigen Institutionen ORF (Österreichischer Rundfunk) und die Post, waren was die Einführung von fernsehtechnischen Innovationen betrifft nicht gerade Vorreiter im Europäischen Umfeld. Natürlich können wirtschaftliche Gründe der Nachkriegszeit angeführt werden, die einen selbst als vorgezogenen Fernsehbetrieb bezeichneten „Beginn“ des Fernsehzeitalters erst für 1955 also rund 2 ½ Jahre nach Deutschland (Dez. 1952) nach dem Ausbau des UKW Netzes möglich machten. Lediglich in Grenzstreifen zu Deutschland und der Schweiz – also in Oberösterreich um Linz, in Salzburg und in Vorarlberg und an der Grenze zum ehemaligen Ostblock kamen Fernsehfreunde schon vor dem offiziellen Startschuss zum Genus der Unterhaltung aus dem gleichsprachigen Ausland. Fernsehgebühren an die österreichische Behörde mussten sie aber dennoch bezahlen auch wenn es aus dem eigenen Land noch gar nichts zu empfangen gab. Und die Fernsehantennen am Dach Richtung Wendelstein & Co. verrieten sehr leicht jeden Schwarzseher. Ein Vergehen das in jenen Tagen teilw. noch recht drakonisch mit Gerätebeschlagnahmung u.ä. geahndet wurde. Die Aufschaltung eines 2. Fernsehprogramms (ORF 2 – FS 2) auf UHF erfolgte etwa zeitgleich mit dem deutschen ZDF Anfang der 1960er Jahre. Danach war bezogen auf die heimische Programmvielfalt auch gleich wieder Schluss für die nächsten Jahrzehnte, genauer gesagt sogar bis ins neue Jahrtausend, was Österreich nach 1989 lange Jahre den Beinamen „Medien Albanien“ brachte! Denn während in Deutschland ab etwa Mitte der 1960er Jahre die „Dritten“ Programme der Landesanstalten wie WDR, BR3 usw. als erweiternde Fernsehtechnische Informations- und Unterhaltungsträger aufgeschaltet wurden, durfte man sich im Großraum Wien erst um 1985 am täglich lediglich 20 minütigen Zusatzprogramm in der Sendung „Wien heute“ auf Kanal 34 „erfreuen“. Privat Fernsehen wie SAT 1 oder RTL Plus nahmen manche Kreise die ersten Jahre bei Gesprächen gleichsam nur „hinter der vorgehaltenen Hand in den Mund“ – als Elitär und zeitgleich als Status galt lange Jahre selbst ein Kabelanschluß. Die ersten Alternativen: Das KabelfernsehenDie ersten Vorläufer waren Antennengemeinschaften für die lokalen ORF Programme in schlecht versorgten Gebieten. Dann folgten Prototypen für den Gemeinschaftsempfang (Alt-Erlaa). Als zuerst wahlberechtigt wurden dann ab 1979 die „roten SPÖ* Arbeiter“ Betonburgen dem einen Hauch besser ausgeführten Pedant zur DDR „Platte“ der Wiener Vorstadt Bezirke wie etwa Floridsdorf und Donaustadt auserkoren. Die von der Telekabel Wien Gesellschaft - einem Unternehmen mit Philips und Stadt Wien Beteiligung bereitgestellten Fernseh- und Radio Programme wurden in Folge über rauschende 450 MHz VHF Netze an den Mann oder besser gesagt an die Koax- und oft genug noch an symmetrische Antenneneingangsbuchsen gebracht. *Sozialistische Partei Österreichs Zuerst die Betonburgen sprich Plattenbauten deshalb, da zum Einen über die Beteiligung der Stadt Wien am Telekabel Netz Diskussionen über die Zulassung der Kabelzuführung in die Häuser des größten Haus- und Wohnungsverwalters Wiens nunmehr „Wiener Wohnen“ (=ohne Übertreibung auch der größte der Welt!) nämlich der Gemeinde Wien schon zustimmend geendet haben bevor sie überhaupt begannen. Zum anderen waren bauartbedingt Plattenbauten mit Ihren leicht zugänglichen Steigschächten ohne teure Stemmarbeiten und damit Optik- oder Substanzschädigende Maßnahmen leicht zu erschließen. Zudem konnte mit Anschluss nur eines Stiegenhauses gleich eine Vielzahl an Wohneinheiten und damit zahlendem Klientel (damals öS 2.500,- für den Anschluß = € 182,- ohne Inflationsanpassung) erfasst werden, was natürlich in Bezirken mit niedriger Baudichte und Höhe wie zum Beispiel in der Cottagelage Döbling 1190 Wien teilweise bis heute das Kabel wenn überhaupt nur im Gehsteig liegend am Haus vorbeiführen läßt. (öS 2.500,- war auch in etwa der Preis für einen Telefonanschluß, oder auch der Kostenanteil für die Türgegensprechanlage, oder der Preis eines kleineren s/w TVs) Zu sehen gab es für die Verkabelten „Das Deutsche“, eine neu entstandene umschreibende Status Bezeichnung die sofort am Arbeitsplatz wie in auch in der Schule die wissenden Insider (=die Kabel Zuseher) von den uninformierten (nur ORF Zusehern {den Autor L} outete. „Das Deutsche“, das waren zu Beginn ARD, ZDF, BR3, WDR, gleich mitgepackt das Schweizer SRG und der mit wirklich extremer Rauschzahl über Satellit im analogen Halbtransponderbetrieb eingespeiste „Super Channel“ aus Großbritannien, den man, um den Internationalen Anspruch der UNO Stadt Wien zu unterstreichen mit eingespeist hat, und dieses Programm noch dazu in Englisch den Hauch der weiten Welt in die Wohnzimmer brachte. So kam man auch zu den ersten Musikvideos, was damals durchaus noch ein Novum war. Die Zeit blieb natürlich nicht stehen und ab 1984 sind dann 3SAT, SAT 1 und RTL Plus, später der Britische Sky Channel und viele weitere Programm auf- und teilweise auch wieder abgeschaltet worden. Nicht technischer Exkurs: Nicht vergessen darf man auch, das auf allen Kanälen zumindest zu den Tageszeiten noch endlos das damals verwunschene, und heute ob dessen fernbleiben, sowie im Angesicht des vielfach „medialen Unrates“ verklärt herbeigesehnte Testbild zu sehen war. Momente, in denen sich ein „politisch nicht korrekter“ Zuseher einen „Schwarzen Kanal“ gleichgültig ob mit oder ohne Arthur von Schnitzler herbeiwünschen könnte der dem entgleisten Treiben am Bildschirm Einhalt gebieten möge. Oder was die Online Angebote der Fernsehmacher betrifft so könnte selbst ein Volksschullehrer mit durchschnittlichen Rechtschreibkenntnissen doch zumindest die schlimmsten Ausrutscher der Schreibtisch- oder wie man heute sagt der Web-Desktoptäter verhindern..... Es gab auch tatsächlich in Österreich eine Initiative mit dem Titel: Rettet das Testbild! (Nicht vom Autor!) Zugeführt wurde das Fernsehsignal zu den Kabelnetzbetreibern durch die Österreichische Post die auch Betreiber der Richtfunkstrecken war. Ein passender Mast, ein 180 cm Parabolschirm und ein standardisierter 19“ SHF/VHF Zentralumsetzer (Bosch) der gleich die Kanalbelegung samt Sonderkanäle zur weiteren Verstärkung fest vorgab war die Grundausrüstung die auch in den Bundesländern und kleineren Gemeinden lokale Kabelgesellschaften am Vorabend des Satellitenzeitalters aus österreichischem Boden hat sprießen lassen. Bild: Kabelstation Der Rest der Arbeit war die eigentliche Netzplanung mit den Linien-Streckenverstärkern (~96 dB/µV) sowie den Verteilverstärkern (~105dB/µV). Bild: Philips Kabelnetzverstärker Bessere Netze hatten automatische Regelverstärker, die Schwankungen selbsttätig ausglichen. Mühevoll war aber dennoch deren Einpegeln für Wartungs- und Netzabgleicharbeiten. Dann musste man noch für die ausreichende Stromversorgung mit fallweise heiß laufenden 220V/65V Transformatoren sorgen. Auch konnten die Verstärker (zumeist das Philips oder Bosch System) aufgrund der Rauschzahlen nicht beliebig kaskadiert werden. Der Not, sprich dem Verlangen nach einem Anschluss bestimmter Ortsteile gehorchend, kam es in der Praxis zumindest im ländlichen Raum (Wachau Spitz an der Donau) dennoch nicht selten dazu, das „auf Teufel komm raus“ expandiert wurde. Nicht der Teufel, aber das störende Grundrauschen kam aus dem Bildschirm heraus wo erst die eigene Satellitenanlage später auch diesen Teilnehmern erstmals neben der Programmauswahl auch eine angemessene Bildqualität ins Haus brachte. In der Vielzahl der Fälle waren es aber finanzielle Motive und Autonomiebestrebungen des Zusehers mit einer eigenen SAT Anlage keine monatlichen Kabelgebühren mehr bezahlen zu müssen. Die Liberalisierung zur Erlaubnis der Errichtung einer eigenen SAT-Antenne tat ihr übriges. Darüber hinaus gab es das oft selbst initiierte und noch dazu falsche Gerücht ohne Kabelanschluss oder ORF Antenne auch keine Fernsehgebühren (GIS) mehr bezahlen zu müssen. Die ORF Radio & Fernsehprogramme aber, die musste sich die Kabelgesellschaft wie auch der private SAT Teilnehmer erst terrestrisch „organisieren“ was zumindest bei den Kabelgesellschaften zu den interessanten gestockten Antennenaufbauten zur Unterdrückung von Reflexionen und der Erhöhung des C/Ns führte. Bei den individuell versorgten Teilnehmern war daher „Das Deutsche“ in nicht minderer Zahl von deutlich besserer Qualität denn das Bild des hauseigenen ORFs. Die Kabelgesellschaften rüsteten in den 1980ern dann so nach und nach ihre reinen 450 MHz Netze auf das untere Sonderkanalband (Kanal S 3 – S 10), das obere Sonderkanalband (S 11-S 20) und wieder später auf das Hyperband (S 21 – S 40) auf (Telekabel Wien war immer schon UHF tauglich), und konnten so das aktuelle Programmangebot stetig steigern. Auch Zusatzdienste wie VPS und Stereo wurden so Alltag bei den Kabelteilnehmern. Wien hatte nebenbei bemerkt drei unterschiedliche Telekabel Netze, und damit Kanalbelegungen die erst in relativ jüngerer Zeit zusammengefasst und homogenisiert wurden. Es war daher ein Quantensprung in der Technik, und für den Zuseher speziell im UHF Bereich eine deutlich sichtbare Verbesserung der Bildqualität als die Netzzuführung in den 1990er Jahren auf Glasfaser (Stichwort: Fibernodes) umgestellt wurde. Baggerarbeiten beim Straßenaufreißen und „Häuslbauen“ brachten stundenweise damals noch schneetreibende Bildschirme bei den Teilnehmern, bis sich ein beherzter Techniker, einem Soldaten der Fernsehtechnik gleich, in die morastige Künette hinunterbegab um dort das zerfetzte Kabel wahlweise mit den sogenannten 3 db (die ganz dicken grünen Kabel), die 6 dB ~11 mm starken schwarzen oder grünen Kabel oder das 12 dB Standard weiße oder schwarze UV feste/erdalkalibeständige Kabel zu flicken. Danach vulkanisieren und weiter zum nächsten Ort des Grauens oder mit „Gatschklumpenstiefel“ ab zum nächsten Kunden um ihm im Wohnzimmer die TV Anschlussdose zu montieren. Ständige Verkühlungen und andere arbeitsbedingte Unzulänglichkeiten ließen dem Autor des Artikels dieses Arbeitsumfeld recht bald wieder verlassen. Obwohl das Kabel wie ja auch der Satellit jeweils von Anbeginn auch Radioprogramme, noch dazu in guter techn. Qualität und großer Auswahl „mitgeliefert“ hat, sind mir in den Jahrzehnten meiner televisionären beruflichen Tätigkeit nur eine Minderzahl an Kunden bekannt die von diesem Angebot selbst nach erfolgtem Hinweis darauf Gebrauch gemacht haben. Und die wenigen die es gab waren auf die Spartensender wie BBC oder Klassikradioprogramme fixiert. Vielleicht mit ein Grund, weshalb auch das im Netz der Telekabel Wien übertragene DSR (Digitales Satelliten Radio) Anfang der 1990er Jahre Schiffbruch erlitten hat. Mitte der 1980er Jahre sah man sich gar mit einer Plakatwerbung genötigt die wachsende Zahl der Kabel-Schwarzseher zur Räson zu bringen: Sinngemäßer Text eingebettet zu lesen in einem abgebildeten „Kabel wirwar“: „der Herr XXX (Name war geschwärzt) aus dem Rennbahnweg hat’s gut – er glaubt er braucht keine Kabelgebühren zu bezahlen............. „ Eine Gegend also, wo in den anonymen Wohnburgen ungeniert die Anschlusskästen aufgebrochen wurden oder anderweitig die Nachbarleitung angezapft worden ist. Die Fahndung nach solchen Tätern ist bisweilen schwierig, besonders wenn man die legal angeschlossenen Teilnehmer nicht durch gebietsweise Testabschaltungen u.ä. beleidigen will. Da damals die Stadt Wien gleichzeitig Miteigentümer des Kabelnetzes wie auch der Mietobjekte war wurden rechtliche Sanktionen bis hin zu Wohnungskündigungen evaluiert und medial angedroht da ein „schwarz sehender“ Kabelteilnehmer zugleich seinen Wohnungsvermieter schädigte. Der Rennbahnweg und die Großfeldsiedlung waren und sind das zur Realität gewordene Synonym einer Betontrabantenstadt im Norden Wiens, was aber nichts desto trotz sofort Grätzelschützer (D: Kietz) zum Plan rief die sich eine Herabwürdigung ihrer Wohnsiedlung zur Brutstätte des Schwarzsehertums ausdrücklich verbaten...... danach wurde es medial für immer still was dieses Thema betraf so als gäbe es seit damals niemanden mehr der illegal am Kabel hängt. Das Kabelfernsehen hatte in Wien wie auch sicher anderswo eine Metamorphose von einem elitären Luxusartikel, einem Statussymbol, einer Sache die man nicht braucht, eine Sache die zu teuer ist, einer Qualität die zu schlecht ist, eine Auswahl die zu gering oder auch nur zu einseitig sei, Resortiments gegenüber dem vielen Fernsehen überhaupt und weiteren Behauptungen zumeist von Fernsehgegnern initiiert durchzumachen. Anders als in Deutschland, gab es in Österreich die politische Diskussion für oder gegen oder unter welchen Bedingungen Kabelfernsehen wie sie in Deutschland geführt wurde nicht. Dort bemühte sich gar 1977 der Westdeutsche Verlag „Marxistische Blätter“ unter Horst Holzer, Report: Kabelfernsehen in der BRD zu erklären unter welchen von kapitalistischen Gedankengut zu befreiende Grundlagen nötig wären um an Kabel TV denken zu dürfen! In den 1990er Jahren wurden die Contra Stimmen immer weniger bis sie mit Beginn des neuen Jahrtausends fast gänzlich verstummten, und ein Anschluß an Telekabel Wien – schon längst von der Stadt Wien und Philips zum Niederländischen Konzern UPC übergegangen - wurde ein Standard Artikel der zu jeder Wohnung so wie der Kühlschrank gehört. Heute müssen sich die Produkte von UPC „nur“ mehr im wirtschaftlichen Wettbewerb zu allen anderen Alternativen der Telekom einschließlich dem individuellen Satelliten Empfang, dem Internet (IPTV) oder der DVB-T Angebote stellen. Doch die Zeit blieb nicht stehen und man darf Wien als eine der bestversorgten Gebiete zu im Wettbewerb stehenden und damit moderaten Preisen in Sachen Breitbandnetz (Internet über Kabel TV seit etwa 1995) und später des sogenannten Tripple Plays mit zusätzlicher Telefonie über das Kabel bezeichnen. Und während man für diesen Satz noch Luft holt wird bereits die Telefonie im Telekom Festnetz wie auch im Kabelnetz nach und nach auf Voice over IP umgestellt (2009 bereits geschehen). Digital TV, jedoch leider nur auf einer Proprietären Ebene gibt es schon seit etwa 2000, HDTV mit ORF 1 sowie UPC Content über DVB-C folgte im Sommer 2008. Doch zurück zur Technik: Mit August 1967 führten unsere deutschen Nachbarn das PAL Farbfernsehen ein, was der ORF erst 1½ Jahre später mit dem 1. Jänner 1969 nachvollzog. Mit der Begründung, das ein nicht unbeträchtlicher Teil der (gebührenpflichtigen) Fernsehteilnehmer das 2. Programm noch gar nicht in brauchbarer Qualität empfangen könne und man zuerst diesen Zuseherkreis erschließen müsse. Man tat dies durch den Bau bzw. der Fertigstellung weiterer Großsender, Füllsender sowie Gemeindeeigener Umsetzeranlagen, bis sich etwa um die Mitte der 1970er Jahre die Lage mit einem in vielen Gegenden zu akzeptierenden Restschatten = Reflexionen bezogen auf die österreichisch typischen topografischen Probleme weitgehend normalisierte. Mitte der 1980er Jahre gab es wieder bei unseren deutschen Nachbarn eine Neuerung nämlich die Aufschaltung des VPS Signals – Video Programmier System für Videorecorder, sowie des A2 Stereo/2 Kanalton Systems. Hierzulande folgte man ersterem erst mit deutlicher Verzögerung, und Stereo gab es gar erst in den 1990er Jahren wo eine technische Entscheidung für das digitale NICAM System wahrscheinlich sinnvoller gewesen wäre, die hohe Zahl an bereits vorhandenen A2 Standard Stereoempfängern aber keine autonome Entscheidung mehr möglich machte. Autonom hingegen war man bei der internen Ausstattung der Studioeinrichtungen im ORF wo man sich als einzige? Europäische Fernsehanstalt das Panasonic M2 Videosystem, welches im Wettbewerb zum Sony Betacam Profisystem stand leistete. Es half alles nichts, um kompatibel für den internationalen Programmaustausch zu sein, wurde sicherheitshalber auch gleich das Sony Betacam System gekauft – Wer jemals die gigantischen einer eigenen Stadt gleichen baulichen Einrichtungen des ORFs in Wien und allen weiteren 8 Landesstudios für nur 2 netto Vollprogramme gesehen hat, für den ist das nicht einmal mehr das Tüpfelchen auf dem i der Verschwendung. Das neue Jahrtausend - Aufbruch in eine neue Zeit: Verkrustete Strukturen aufzubrechen ist fast immer ein langwieriger Prozess. Und da der ORF nicht umsonst als Staatsfunk bezeichnet wird darf man sich nicht wundern wenn Politiker allen Colours nach einem Status Quo riefen und einen „Starken ORF“ als Bollwerk gegen die ach so übermächtige ausländische mediale Konkurrenz sehen wollten. Bereits in den 1960er Jahren sind Volksbegehren für einen unabhängigen ORF erfolgreich durchgeführt worden die in Summe aber wieder nur die erneute Festigung des Sende Monopols jetzt aber mit größeren Vollmachten und Autonomie für den Betreiber brachten. Der Wunsch des damaligen Intendanten Gerd Bacher, alias „der Tiger“ war es, die BBC als Vorbild zu verwenden. Das hat durchaus gute Früchte gebracht, wenn man sich die Zeit des kalten Krieges vor Augen führt, in denen Österreich als ein „vorgezogener Brückenkopf des demokratischen Westens“ eingekeilt von der „kommunistischen Übermacht“ im Osten fungierte und neutrale sachliche Berichterstattung gefragt waren. Das bedeutete natürlich auch umgekehrt das speziell Wien von kommunistischen Fernsehwellen buchstäblich aus allen Richtungen nur so verstrahlt war. Von Norden her die Sender Brünn, von Nordosten Bratislava dessen 2. Programm auf Kanal 27 „mit dem nassen Fetzen“ zu empfangen war und ist, im Osten Ungarn und vom Süden Jugoslawien. Bild: Von Einem im Osten Wiens in 1110 Wien Simmering lebendenden der auch das Jugoslawische Fernsehen nicht missen wollte... Eine offensichtlich untragbare Situation, die eine US Botschafterin jener Tage veranlasste laut aber vergeblich über eine Aufstockung Wiens mit Westprogrammen als Bollwerk gegen die mediale Übermacht des Ostens nachzudenken. Vergeblich deshalb, da die Österreichische Rundfunkhoheit keine Programmausstrahlung aus dem Ausland auch nicht aus dem Westen zuließ, und zudem in der Praxis bis auf unten angeführte Personen keiner die Programme aus dem Osten wirklich ernsthaft sehen wollte. Tatsache ist, das alle Antennenanlagen bis an die 100 km hinter dem eisernen Vorhang Richtung Österreich gerichtet waren um so alternative Informationen aus dem Westen zu erhalten. Die von vielen auch heute noch als Trennung angesehene 5,5 MHz CCIR - 6,5 MHz OIRT Ton ZF Grenze im Fernsehgerät wird so durch die gelebte Realität ad absurdum geführt. Gleiches gilt für die ewige wirklich schon langweilige PAL/SECAM Diskussion nach dieser der jeweils andere angeblich immer nur s/w sah, die sich bis heute aber hartnäckig hält. Diese schleichende Bildung einer fernsehenden Parallelgesellschaft im Osten deren Keim im privaten Wohnzimmer vor dem Fernsehgerät gesät wurde war mit Sicherheit mit im Spiel, die die Unzufriedenheit der jeweiligen Bevölkerung im Vergleich zum Westen erst spürbar und dann messbar machte. Gleich ob dies nun in Ostdeutschland DDR oder in Teilen der CSSR und Ungarn war. Und es liegt Naheliegenderweise den autoritären Führern wie etwa in Nordkorea fern, die gleichen „Fehler“ in Asien wie ihre früheren Kollegen von der Moskauer Parteischule in Osteuropa zu machen. Was ein spontaner unbedachter Satz -oder war er es etwa doch nicht?- eines DDR Politbüromitglieds am 9. November 1989 im nichtzensurierten Live Fernsehen „angerichtet“ hat bleibt für immer in den Geschichtsbüchern dieser Welt stehen. Gesehen haben es „die aus der Zone“ zuerst im Westen – in der ARD Übertragung und dann erst in der Aktuellen Kamera des DDR Fernsehens. Danach ließ sich die Geschichte nicht mehr zurückdrehen. Nicht technischer Exkurs: Ein Thema, das wenn auch hier schon etwas abschweifend erzählt, sich eigentlich nur seiner technischen Schranken entledigt hat und einige tausend Kilometer südlich seinen Fortgang findet. Nämlich dort, wo Afrikaner und Südamerikaner im Satellitenfernsehen vorgespielten westlichen Lifestyle sehen, was selbst in der entlegensten Savanne Afrikas oder der Steppe Lateinamerikas zwangsweise Emotionen angesichts der eigenen Tristesse erzeugen muß. Den Rest dieser traurigen Geschichte erzählen die Abendnachrichten, wenn wieder ein Flüchtlingsboot oder sonstige Schlepperinitiativen an den neuen Vorhängen aus Beton und Eisen erbaut von den USA wie auch Europa aufgebracht wurden........
Legendär aus den 1960er Jahren sind die Stadtgespräche, die Live und ohne Zensur simultanübersetzt zwischen Prag und Wien in der Zeit des Prager Frühlings, veranlasst unter dem damaligen ORF Programmdirektor Helmut Zilk und seinem CSSR Kollegen Jiri Pelikan stattfanden. Ebenso wie die letzten freien Minuten Sendung die mit Hilferufen um Unterstützung nach Österreich gelangten bevor die Warschauer Pakt Besetzung dem „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ ein Ende bereiteten. Als Resultat des gescheiterten Ungarn Aufstandes 1956 sowie des Prager Frühlings 1968 entstanden jetzt auch auf Ostösterreichs Dächern, der neuen Heimat eines Teils der Flüchtlinge, ebenso Antennengebilde die gen Osten blickten, in der Erwartung auch auf 6,5 MHz den Ton der Hoffnung zu hören und später auf dem SECAM Bildschirm einst die Farbe der Freiheit und der Demokratie erneut keimen zu sehen. Sie wurden was obiges anbelangt offensichtlich nicht enttäuscht wie uns die Ereignisse um 1989 zeigten. Doch kaum war diese selbst gestellte und mit prallem Budget ausgestattete Aufgabe bewältigt, drang schon der ungnädige Ruf des Kommerzes an die Telefonleitung des Managements am Küniglberg. Was den „bösen Kommunisten Osteuropas“ kaum gelang, nämlich mit Erfolg die Bevölkerung vom Hören und Sehen anderer sprich ausländischer Sender abzuhalten, das tat und tut der Kapitalismus umso besser. Um den Zusehern speziell im Deutschen Grenzbereich wie Bayern den ORF nicht zu populär als werbefreie Alternative zum werbefinanzierten RTL Unterbrecherprogramm gleichen Inhaltes speziell bei Premierenausstrahlungen zu machen, gab es den unmissverständlichen Aufruf der Sendebetreiber die Abstrahlrichtung der Sendungen nach Deutschland deutlich zu reduzieren da Österreich keinen Auftrag zur Programmtechnischen Abdeckung der deutschen Bevölkerung hätte. Einem Ruf, dem mit Blick auf einen in kürze anzutretenden schönen Posten in dem betroffenen Unternehmen, man gerne folgte. Ebenso verfuhr man nun aus Kostengründen, und da man „den Auftrag“ als erfüllt ansah mit der hohen Sendeleistung Richtung Osten. Während man über Satellit, also in zumeist guter Qualität zuerst analog dann digital deutsche Medien konsumierte, war bei vielen das nur terrestrisch erhältliche ORF Bild (Kabelteilnehmer ausgenommen) oftmals jenseits gut und böse. Siehe der Beitrag Antennennostalgie des Autors. Mit dem neuen Jahrtausend änderte sich dies, indem der ORF seine Programme samt Bundesländer Fenstern digital und verschlüsselt über den Satellit ASTRA auszustrahlen begann. Und hier verfestigte sich das, was terrestrisch begonnen hat. Der Eingang zum lokalen Medienmarkt war nur mit einer Smart Card also einem freigeschalteten Zutrittssystem möglich. Was an sich nicht schlimm wäre, wenn man den Gedanken Leistung gegen Bezahlung als Maß der Dinge nehmen würde. Für den ORF aber, wie auch für alle anderen Pay TV Anbieter ist die Vergabe von Smart Cards nur an gemeldete Bewohner des jeweiligen Staatsgebietes beschränkt. Und so entstand vor unserer Haustüre und vor unserem Himmel ein neuer Fernsehvorhang der leider selbst mit Konvertern für Ton und Farbe oder Vielnormengeräten nicht mehr umgangen werden kann. Denn auch wenn Sie bereit sind den üblichen Tarif bezahlen zu wollen so werden Sie als Nicht-Bürger eines jeweilig anderen Staates keinen Zugang zu dessen Programmangeboten mehr bekommen. Das Britische Sky Unternehmen weist seit vielen Jahren „erfolgreich“ diesen Weg, und auch die Europäische Union sieht keinen Handlungsbedarf bzw. kann keine Exekutivkraft gegen die Einigelung der Märkte aufbringen, die selbst wiederum sehr wohl von weltweit agierenden Medientycoons bestimmt werden. Das was blieb ist die Resignation vieler, oder wie einschlägige Berichte der Fachmedien zeigen der Weg in die Illegalität mit Clone Cards und anderen nicht zimmerreinen Lösungen. Für den echt österreichischen Inlandskonsumenten gibt es diese Problem einmal nicht und so bekam er 2000 einmal eine Beta-crypt Smartcard die mit der weitgebräuchlichen D-Box kompatibel war. Im April 2008 war aber auch für diese Technik endgültig Sendepause und der Kunde muß jetzt natürlich auf eigene Kosten Karten für das aktuelle seit 2004 simultan ausgestrahlte Cryptoworks System verwenden die ihrerseits ab 2009 wieder zu lasten des Kunden auf das Irdeto System ausgetauscht werden. Für österreichische Premiere Pay TV Teilnehmer gibt es noch eine weitere Sondervariante, nämlich die Freischaltung des ORFs auf einer im Nagravision System arbeitende Karte was man als durchaus Kundenfreundlich bezeichnen darf. Die Liberalisierung der Medienmärkte und die einher gehende Privatisierung machte auch vor Österreichs Toren zwar spät aber letzterendlich doch ebenso nicht halt. Dies brachte eine Ausgliederung der einzelnen Bereiche die sehr grob sich wie nachstehend aufschlüsseln: RTR: Regulierungsbehörde für Telekommunikation ORS: Betreiber und Errichter aller technischen Rundfunk und Fernsehtechnischen (Sende)Anlagen ORF: Nach wie vor „Staatsfunk“ Sowie seit 2000 auch Privatfernsehen (und natürlich auch Radio) wie etwa ATV Plus, Puls TV, Austria 9, Servus TV (2009). Das Privatfernsehen hatte zuvor ganz zarte halb offizielle Vorläufer: Dazu gehörten einmal die Infokanäle in den Kabelnetzen. Meist mit dem Hitradio Ö3 audiomäßig hinterlegt wurden darauf auf einem für alle zugänglichen Kanal (Also ungefiltert) die erhältlichen Kanäle mit Frequenzangaben und Zusatzdiensten abgebildet. Meldungen zu Netzausbauplänen, Störungs- sowie Wartungsarbeiten und Servicenummern kamen hinzu. Was der Autor erstmalig um 1995 im niederländischen UPC Hotel TV sah, ein Infokanal mit Echtzeitprogrammvorschau die alle 10 Sekunden zum nächsten Sender überging, das kam in Wien und zweifellos X anderen Netzen erst einige Zeit später. In den 1990er Jahre „lehnten “ sich lokale Kabelnetzbetreiber wie auszugsweise BKF – Burgenländisches Kabelfernsehen, Telesignal (Westen Wiens) sowie Netze im Oberösterreichischen Raum und sicher auch andere weiter hinaus und gestalteten ihren eigenen Fernsehkanal. Im Prinzip waren es zumeist lokale Nachrichten die in Endlosschleife mit dem Infokanal sich abwechselten. Zum Teil waren es auch nur eine Art vertonte Diashow. Auf die Frage an den BKF Direktor wie es um den Kanal stehe sagte er sinngemäß: „Das Gesetz ist uns als Vorwand durchaus recht – denn wir hätten nicht die Mittel um ein echtes Programm zu bestreiten – es rechnet sich nicht“. Fruchtbar in Sachen Medien war das mit dem EU Beitritt Österreichs 1995 zum Fördergebiet 1 zählende Burgenland aber schon davor. Ein Dr. der Medizin vom Krankenhaus Eisenstadt hatte Anfang der 1990er Jahre die Idee ein Fernsehprogramm mit medizinischen Themen für die Öffentlichkeit aufbereitet über Satellit in die Warteräume und Patientenzimmer in Krankenhäuser zu verbreiten. Das Programm war da, die Post Freigabe zur Verbreitung nicht. Meine Berufliche Tätigkeit führte mich zufällig zu beiden Akteuren. Der eine Enthusiastisch für seinen Plan „MED-TV“ ins Leben zu rufen – der andere „Postrat“, die Empfehlung für B-MAC als das sicherste (Analoge) Verschlüsselungssystem aussprechend, um ja keinen anderen als die Zielgruppe zum Zuseher zu machen. Anmerkung: B-MAC war das von der US Armee verwendete Verschlüsselungssystem für die C-Band Satellitenzubringung des Armeefernsehens, dieses um ebenfalls Rechtsprobleme mit den kostenlos zur Verfügung gestellten US Fernsehmaterial zu vermeiden. Darüber, inwieweit das 2009 tatsächlich verbreitete Med-TV mit obigen Wurzeln verbunden ist liegt keine Information vor. Okto – Der Name war Programm – da auf dem Kanal 8 in Wien verbreitet war und ist der Versuch dessen was man als Public TV bezeichnen darf. Fernsehen der Bevölkerung für ihre Stadt. Soweit es der Autor beurteilen kann, sind die Inhalte (2009) vorwiegend von Sozialen und Migrationsthemen dominiert was den Zuseherkreis eine klare Richtung gibt. Diese ORS ist es auch, die scheinbar innovative und engagierte Kräfte im Management hat. So ist, wenn auch mit fernsehhistorischem Wehmut festgestellt, Österreich im Jahre 2008 eines der ersten terrestrisch volldigitalisierten Länder Europas mit DVB-T und einem MHR – erweitertem Teletext mit Zusatzfunktionen (Kleinere Füllsender in den Bundesländern etc. werden noch 2009 & 2010 umgestellt bzw. aufgelassen) . Und – man darf es angesichts der bremsenden Debatten im benachbarten Deutschland durchaus mit stolz verkünden, das die ORS mit dem Programm ORF 1 HD auch ein Vorreiter wurde wenn seit Sommer 2008 zur Vollausstrahlung eines HDTV Kanals in 720p Standard über Satellit gekommen ist. Mit 14. September 2009 folgte weitgehend unter Ausschluß der Öffentlichkeit der Sender Servus TV des RED BULL Selfmademillionärs Dietrich Mateschitz im SDTV/HDTV Simultanbetrieb. Als wäre dies noch nicht genug, und man alle Versäumnisse vergangener Jahrzehnte auf einmal wettmachen möchte, gibt es nach erfolgreicher Niederschlagung rechtlicher Bremsen auch Handy-TV im realen Publikumsbetrieb in den EM-2008 teilnehmenden Städten und seit dem einen Landesweiten Systemaufbau. Das DVB-T mehr kann als nur SDTV also Standard TV unterstreicht die jüngste Ankündigung ab 2010 HDTV auch terrestrisch im Land zu verbreiten. Wir bleiben gespannt..... 25. Mai 2008 / Überarbeitet 28. Oktober 2009 ©2008/2009 - Designed by Fernsehhistoriker W. Scheida/Wien gehörend zu www.scheida.at/scheida/televisionen.htm |